Mehr Raum für den Fluss Weida

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt

Das Baurecht für das Rückhaltebecken der Querne bei Querfurt liegt noch nicht vor. Dafür wird in Schraplau ab 2015 die Weida ausgebaut. Der Plan sieht einen Ausbau auf einer Länge von rund zwei Kilometern vor.

Wenn auf der Querfurter Platte der Schnee schmilzt und das Wasser von den Hängen bei Gatterstädt und Lodersleben in die Querne stürzt, wird das Flüsschen zur Furie. Mit Urgewalt bahnt es sich dann seinen Weg vom Ziegelrodaer Forst über Querfurt, Obhausen (ab da heißt das Gewässer dann Weida), Esperstedt bis Schraplau. „Hochwasser kennen wir auch. Ich schlafe schlecht, wenn es im Winter taut“, sagt Querfurts Bürgermeister Peter Kunert (FDP) und spricht von Flutkatastrophen, als das Wasser 1,50 Meter hoch durch die Stadt schwappte. Zwei millionenschwere Bauprojekte sollen die Sicherheit entlang von Querne und Weida erhöhen: ein Hochwasserrückhaltebecken bei Querfurt und der Gewässerausbau in Schraplau.

Der Querne-Speicher – zwischen Lodersleben und Querfurt sanft in die Landschaft integriert – soll bei Hochwasser den maximalen Abfluss des Baches auf sieben Kubikmeter pro Sekunde drosseln. Dazu nutzt der Talsperrenbetrieb des Landes als Bauherr das natürliche Geländeprofil und baut außerdem einen 140 Meter langen, sieben Meter hohen und 60 Meter breiten, begrünten Damm. Das Rückhaltevolumen kann bis zu 385 000 Kubikmeter Wasser betragen. Ein Betonbauwerk an der Querne reguliert den Abfluss. Wann gebaut werden kann, ist unklar. Joachim Schimrosczyk, stellvertretender Geschäftsführer im Talsperrenbetrieb, will sich nicht festlegen. „Dafür benötigen wir das Baurecht, und das liegt noch nicht vor“, sagt er. Unter anderem müssten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens noch Einwände gegen das Projekt erörtert werden. Zudem wurde in der Baustellenzufahrt eine Kammmolchpopulation entdeckt. Die Lurche sind streng geschützt. „Ich denke aber nicht, dass der Molch zu einem K.o.-Kriterium wird“, erklärt Schimrosczyk und hält einen Baustart im nächsten oder übernächsten Jahr für realistisch. Die Kosten liegen im siebenstelligen Euro-Bereich. Ohne Hochwasser wird der Speicher als solcher nur kaum zu erkennen sein.

Die Finanzierung ist indes ebenso abgesichert wie bei dem großen Eingriff in Schraplau. 1,6 Millionen Euro will der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) ab 2015 verbauen lassen. Die dafür notwendigen Unterlagen sollen im November an die zuständige Fachabteilung im Landesverwaltungsamt eingereicht werden.

Der Plan sieht einen Ausbau der Weida auf einer Länge von rund zwei Kilometern vor. Das Hauptaugenmerk konzentriert sich dabei auf eine Wehranlage am Bahnhof sowie die Ertüchtigung der alten Weida und des Umfluters. Sie sollen die Fluten aufnehmen, damit der Fluss nicht ausufert. Die Stadt selbst ist mit 80 000 Euro an der Finanzierung beteiligt. Unter anderem müssen die städtischen Brücken in der Weida-Straße und am Kindergarten abgerissen und komplett erneuert werden.

„Die Brücken haben sich stets als Hindernis erwiesen. Bei Hochwasser stauen sie das Wasser auf“, erzählt Bürgermeister Frank Birke (CDU). Daher bestünde immer die Gefahr, dass die Brühe durch die Stadt laufe. „Meines Wissens nach war die Innenstadt das letzte Mal in den 1980er Jahren richtig schlimm überflutet“, sagt der Bürgermeister. Für die Stadt sei die Investition wichtig. Viele Einwohner hätten ihre Häuser saniert und neu gebaut. „Diese Werte müssen geschützt werden.“

Quelle: mz-web.de

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