Besserer Schutz gegen die Fluten im südlichen Saalekreis

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Saalekreis

In den nächsten Jahren sollen mindestens 9,5 Millionen Euro in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen im südlichen Saalekreis fließen. Dazu gehören auch Hohenweiden und Merseburg. Für den geplanten Deichneubau zwischen Rattmannsdorf und Benkendorf ist die Finanzierung mittlerweile gesichert.

Es ist eine wichtige Botschaft vor allem für die Menschen, die an Saale und Weißer Elster wohnen. Das Land Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren mindestens 9,5 Millionen Euro im südlichen Saalekreis in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen investieren. Fast 8,5 Millionen Euro stammen dabei aus der regulären Haushaltsplanung im Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW); weitere 1,125 Millionen Euro kommen aus verschiedenen Töpfen zur Beseitigung von Hochwasserschäden. „Es handelt sich bei den Projekten um keine Lippenbekenntnisse. Das Geld steht zur Verfügung“, sagte Frank Friedrich, Sachbereichsleiter im LHW, auf der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreises.

Die wichtigsten Projekte 

„Hochwasserfluten der Saale waren bislang eher Winterereignisse, wenn Schneeschmelze und Niederschläge aufeinandertreffen“, sagt Friedrich. Ansonsten habe der Fokus – gerade der Landespolitik – zumeist auf Elbe, Mulde und Schwarzer Elster gelegen. Das hat sich geändert. Für den geplanten vier Kilometer langen Deichneubau zwischen Rattmannsdorf und Benkendorf ist die Finanzierung mittlerweile gesichert. 4,577 Millionen Euro soll der Schutzwall kosten. Der LHW hat Einigung mit der Deutschen Bahn über die notwendigen Flächen erzielt – das Gelände hatte der Konzern für Ausgleichsmaßnahmen belegt, die durch die neue ICE-Strecke notwendig werden.

Noch in diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beantragt werden. Baubeginn könnte 2015 sein. „So lange halten wir noch durch. Für uns ist es ein wichtiges Signal, dass nach der langen Zeit des Wartens nun endlich gebaut wird“, meint Bernhard Riesner, Chef der Wasserwacht in der Einheitsgemeinde Schkopau. Auch an der Weißen Elster will der LHW tätig werden. So sind Reparaturen am Hubschütz Döllnitz und am Süddeich vorgesehen – aber kein Neubau, um den kleinen Ort zu schützen. „Hier ist zukünftig vor allem der Katastrophenschutz gefordert“, erklärt Friedrich.

Es ist ein Pilotprojekt. Zum ersten Mal in Sachsen-Anhalt beteiligen sich Anwohner auf freiwilliger Basis finanziell am Hochwasserschutz – mit einem Euro pro Quadratmeter Grundstück. Der Plan sieht vor, den alten Winddeich am Mittelkanal (von der B 181 bis zur Werderstraße) zu ertüchtigen. Es folgt ein Mix aus neuem Deich, Mauer und mobilen Elementen. So sollen der Wohnbereich um die Werder- und Krautstraße sowie der Neumarkt gegen künftige Saalefluten gesichert werden. Die Unterlagen für das 1,172 Millionen Euro teure Vorhaben sind beim Landesverwaltungsamt zur Prüfung eingereicht; Baubeginn soll schon in 2014 sein. Der geschützte Bereich wird dann von einem Überschwemmungs- zum Risikogebiet. Baurecht für weitere Häuser soll es dennoch nicht geben.

Hier besteht akuter Handlungsbedarf. 2014 soll der alte Saaledeich auf einer Länge von 450 Metern in Höhe und Standsicherheit den Erfahrungen der jüngsten Flut angepasst werden (800 000 Euro). Weiteres Geld fließt beispielsweise in die Instandsetzung des Siels Vesta. Auch der Dammabschnitt von Goddula nach Vesta zeigt Schwächen. Auch dieser Deich soll angefasst werden. Was genau erforderlich ist, soll eine Planung (100 000 Euro) ergeben. Fest eingestellt sind bereits 540 000 Euro für die Rekonstruktion des Deichverteidigungswegs zwischen Ostrau und Wölkau. Der Talsperrenbetrieb des Landes will den Speicher umbauen. So soll die Wasserabgabe bei Hochwasser von derzeit 14,5 Kubikmeter pro Sekunde auf dann 2,5 Kubikmeter gedrosselt werden – was das Umland deutlich entlasten soll.

Quelle: mz-web.de

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