Vorsorge gegen das Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Beim Gewässernachbarschaftstag wurde die Bedeutung der Gewässerunterhaltung betont

Die WBW Fortbildungsgemeinschaft für Gewässerentwicklung mbH in Karlsruhe bietet Gemeinden und Städten regelmäßig Weiterbildungen an. Beim sogenannten „Gewässernachbarschaftstag“ in Neuler wurden Hochwassergefahren und der Umgang mit dem Biber thematisiert. Am Nachmittag ging es an den Frankenbach, um sich vor Ort ein Bild eines Biber-Lebensraumes zu verschaffen.

Rund 20 Bauhofmitarbeiter und Gemeindeangestellte aus dem Altkreis Aalen waren der Einladung ins Rathaus gefolgt und wurden vom Hausherrn, dem Neulermer Bürgermeister Manfred Fischer begrüßt. Ebenso begrüßte er die Themen, die auf der Tagesordnung standen. „Die einen haben den Biber schon, die anderen noch nicht“, ging er treffend auf diesen sich immer weiter ausbreitenden Nager ein.
Eine ebenso hohe Aktualität habe das Hochwasser, die jüngsten Medienberichte aus der Donauregion noch im Kopf. Zwar hatte Hochwasser in diesem Frühjahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, aber im Altkreis Aalen fiel dieses nicht dramatisch aus, sagte Alexander Renschler vom Baubetriebshof der Stadt Ellwangen. Dennoch gehe Hochwasser alle an, fügte Arnolf Hauber vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart hinzu. Er wollte allen „Gewässerunterhaltspflichtigen“ Ideen mitgeben, wie mit diesem „unabwendbaren Naturereignis“ umzugehen sei.
Zunächst erläuterte er, wie Hochwasser überhaupt entsteht und welche Faktoren größtenteils dafür verantwortlich sind. Grundsätzlich entstehe ein Hochwasser, wenn mehr Regen fällt, als ein Fluss in sein Bett aufnehmen kann. Dennoch seien Hochwasser größtenteils durch Menschen gemacht, resümierte er. Gute Wasserspeicher, wie der Wald oder die Wiese werden zunehmend mit Siedlungen bebaut oder für den Ackerbau genutzt.
„Wer einen Maisacker nach dem Regen beobachtet, wird feststellen, dass die Erdoberfläche wie betoniert wirkt“, nannte Hauber als Beispiel. Während im Urzustand ein geschlängelter Flusslauf von viel Wald umgeben war, änderte sich mit den Jahrhunderten das Landschaftsbild. Das Gewässer verlaufe heute eher geradlinig, der Wald als natürlicher Wasserspeicher wurde von zunehmenden Siedlungen und Ackerbau verdrängt.
Das „natürliche Ereignis Hochwasser“ könne nicht verhindert werden. Drei Teilstrategien würden jedoch zum Erfolg führen, die Schäden durch Hochwasser klein zu halten. Dazu zähle die Vorsorge, zu der die Städte und Gemeinden verpflichtet seien. Ebenso die Regeneration, die den Wiederaufbau nach dem Hochwasser beinhalte sowie die Bewältigung des Hochwassers.
Jedoch spielen vorbereitende Maßnahmen, insbesondere die Gewässerunterhaltung eine zentrale Rolle, erklärte Hauber. Weiter ging er auf Hochwasseralarm sowie Einsatzpläne ein und auf die richtige Lagerung von Sandsäcken.
Am Nachmittag ging es mit Rainer Allgöwer, Bibermanager des RP Stuttgart an den Frankenbach. Hier wurde deutlich, wie der Biber seinen Lebensraum einrichtet und Dämme baut.

 Hochwassergefahrenkarten findet man auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de.

Quelle: schwaebische-post.de

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