Mit App besser gegen Hochwasser gerüstet

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Gießen (ck). Wenn man an Hochwasser mit schlimmen Folgen in jüngerer Vergangenheit denkt, dann fallen einem vor allem Gegenden in Bayern oder Ostdeutschland ein. Doch auch in Mittelhessen hat man Erfahrungen« mit Überflutungen; beispielsweise nach Starkregen im Raum Haiger und Dillenburg sowie an Lahn und Ohm.

Hochwasser lassen sich zwar nicht vermeiden, man kann sich aber besser vor den Auswirkungen schützen. Dieses Ziel verfolgt eine neue App, die am Mittwoch im Regierungspräsidium (RP) Gießen »scharf« geschaltet wurde.

Gemeinsam den roten Knopf zur Inbetriebnahme drückten Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und Prof. Martin Przewloka, der Erfinder der Neuerung. Der Lehrbeauftragte und Dozent an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) sei Ende vergangenen Jahres an das RP herangetreten mit der Idee, gemeinsam Projekte zu entwerfen, um den öffentlichen Sektor näher an die Bürger heranzubringen, so Witteck.

Im Detail »ging es um die gemeinsame Entwicklung von Applikationen, die dem Bürger etwas bringen«, ergänzte Przewloka. Nachdem die Rahmenbedingungen und die für einen Einsatz zu berücksichtigenden Technologien festgelegt worden seien, hätten sich die Vertreter von RP, THM und den mittelhessischen Landkreisen im Rahmen von Workshops daran gemacht, konkrete Themen zu besprechen. Schnell sei das Gespräch auf Hochwasser gekommen, da für diesen Bereich bestimmte Voraussetzungen – beispielsweise Sensorik und Web-Auftritt – schon vorhanden waren. »Lediglich das letzte Stück bis zum Bürger fehlte noch«, so Przewloka. Das sollte in Form einer mobilen Applikation geschlossen werden.

Mit der neuen, kostenlosen Handy-App des RP, die über den Google Play Store ab sofort und über den App Store in den kommenden Tagen erhältlich ist, ist es möglich, sich über Hochwassermeldungen informieren zu lassen. Sobald an einem pegelüberwachten Gewässer die Meldestufe I erreicht ist, erfolgt automatisch der Versand einer Warnmeldung.

Wie Walter Debus vom Hochwasserlagezentrum Lahn beim RP erläuterte, sind im mittelhessischen Raum neben den größeren Flüssen Lahn, Dill und Ohm elf kleinere Gewässer wie beispielsweise Salzböde oder Lumda mit Pegeln versehen. Derzeit werde mit der Stadt Gießen über eine weitere Messeinrichtung an der Wieseck verhandelt.

Wie Tobias Schwalm, der im Rahmen seiner Diplomarbeit an der THM mit der Ausarbeitung und Umsetzung der App beauftragt war, berichtete, ist es möglich, über eine Auswahlmaske die relevanten Gewässer auszuwählen oder die automatischen Standortdienste zu nutzen. Handybesitzer seien mit der App in der Lage, sich über Hochwasserlagen, Pegelstände und Prognosen im Einzugsgebiet der Lahn zu informieren und somit rechtzeitig auf Hochwasser zu reagieren.

Wie Witteck ergänzte, habe seine Behörde gleichzeitig die Internetseite des Hochwasserlagezentrums überarbeitet, um auch hier den neuesten technischen Standard sowie einen verbesserten Bürgerservice anbieten zu können. Angesichts der guten Zusammenarbeit kann sich Witteck noch weitere solche gemeinsamen Projekte vorstellen, um sich im Servicebereich zu profilieren.

Quelle: giessener-allgemeine.de

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