Lohmar will Kreuzung höherlegen

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Das Hochwasser vom Juni hatte in Lohmar erhebliche Schäden an Wohnhäusern angerichtet. Wie das künftig verhindert werden kann, darum geht es am Montag im Bauausschuss. Ein Vorschlag lautet, am Jabach eine Straße höher zu legen

Am kommenden Montag entscheidet sich, wie sich die Stadt Lohmar künftig gegen Hochwasser schützen wird. In den vergangenen Monaten haben Fachingenieure untersucht, mit welchem Aufwand die Wassermassen von den Siedlungen ferngehalten werden können. Die Stadtverwaltung hat auf diesen Ergebnissen beruhend eine Vorlage für die Sondersitzung des Bauausschusses vorbereitet, zu der auch Bürger kommen können.

Die Vorgaben der Landesregierung, ihre Bürger vor einem so genannten hundertjährlichen Hochwasser zu schützen, erfüllt die Stadt weitestgehend. Ausnahmen sind das Rückhaltebecken am Auelsbach und der Ellhauser Bach.

Der Rat hat im Juni beschlossen, das Rückhaltebecken des Bachs zu vergrößern. Die Verwaltung hat zwei Alternativen ausgearbeitet: Entweder wird die Außenmauer des offenen Beckens um 1,50 Meter oder um 1,75 Meter erhöht. In der ersten Variante würde damit ein hundertjährliches Hochwasser, in der zweiten sogar ein zweihundertfünfzigjährliches Niederschlagsereignis abgedeckt. Die Kosten für diese Maßnahmen liegen bei 280 000 Euro beziehungsweise 300 000 Euro.

Die Stadt will schon seit 2008 den Hochwasserschutz verbessern. Das sei bisher aber daran gescheitert, dass einige Anwohner kein Land abgeben wollen. Doch ein neues EU-Gesetz ermögliche es der Stadt nun, die Grundstücke auch gegen den Willen der betroffenen Anwohner für den Hochwasserschutz zu nutzen, heißt es aus dem Rathaus. Geplant ist, den teilweise durch Rohre laufenden Bach komplett frei zu legen. Damit würde der Schutz vor einem zweihundertfünfzigjährlichen Hochwasser steigen. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei 1,7 Millionen Euro.

Das Gewässer genügt zwar dem Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser, wie es das Land fordert und finanziell auch entsprechend fördert. Doch die Regenfälle am 20. Juni dieses Jahres haben gezeigt, dass das nicht reicht. Die Stadt will daher auf eigene Kosten den Schutz erhöhen. Der Bau eines Umleitungskanals in der Art eines Bypasses scheidet wegen der Kosten von 4,5 Millionen Euro aber aus.

Statt dessen ist nun geplant, das Straßenniveau um bis zu 80 Zentimeter anzuheben. Im Juni konnten die Rohre das Wasser nicht fassen. Es floss entlang des Lärmschutzwalls über die die Einmündung zur Jabachbrücke in die Siedlung. Das soll nun in Zukunft verhindert werden. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass das Gartencenter am Ende der Hauptstraße erheblich mehr Wasser abbekommen wird. Hierfür muss ein Plan zur „Schadensminimierung“, wie es die Stadtverwaltung formuliert, entworfen werden. Die Kosten für die Höherlegung der Kreuzung lieben bei etwa 175 000 Euro.

Sondersitzung am 7. Oktober

Die öffentliche Sondersitzung zum Hochwasserschutz in Lohmar findet am Montag, 7. Oktober, 18 Uhr, im Sitzungssaal im Rathaus statt.

Am 20. Juni dieses Jahres gingen in Lohmar innerhalb von 40 Minuten rund 63 Liter Regenwasser pro Quadratmeter nieder. Das entspricht statistisch gesehen einem Hochwasser, wie es alle 500 Jahre einmal vorkommt. Dazu eine Zahl im Vergleich: Bei einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser geht man von 55 Litern Regenwasser pro Quadratmeter in einer Stunde aus.

Geld für den verbesserten Hochwasserschutz will die Stadtverwaltung im Haushalt für das Jahr 2015 einstellen. Der Etat für 2014 steht bereits, es gibt einen Doppelhaushalt für dieses und das kommende Jahr.

Auch den Schutz an diesem Gewässer bei Weegen will die Stadt verbessern. Dafür sind 900 000 Euro vorgesehen. Damit soll verhindert werden, dass am Regenrückhaltebecken Wasser austritt und in Grundstücke am Hollenberg gelangt.

Dort, wo im vergangenen Jahr das Hochwasserrückhaltebecken fertiggestellt worden ist, soll hingegen nichts verändert werden. Allerdings wird der Landesbetrieb Straßenbau NRW dazu aufgefordert, die zu kleinen Kanäle unter der Bundesstraße 484 zu vergrößern.

Quelle: ksta.de

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