Archiv für Oktober 6, 2013

Elbe-Deichabschnitte saniert

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Brandenburg, Hochwasserschutz

Jedes große Hochwasser bedeutet eine Zitterpartie für die Stadt Mühlberg im Süden Brandenburgs. Doch der Deichbau macht dort Fortschritte. Jetzt wird noch eine Rückzugsfläche gebaut.

Mit sanierten Deichen wird die Stadt Mühlberg (Elbe-Elster) besser gegen Hochwasser geschützt. Umweltministerin Anita Tack (Linke) übergab am Mittwoch die ersten beiden fertigen Deichabschnitte in der Nähe des Ortsteils Köttlitz. Für 3,5 Millionen Euro wurden dort 450 Meter Deich saniert und auf 750 Metern Länge ein Damm auf einer neuen Trasse errichtet. Zugleich entsteht dort eine 180 Hektar große Überflutungsfläche. Weitere Deichabschnitte sollen bei Mühlberg in den nächsten fünf Jahren gebaut werden. Die Arbeiten kosten 22 Millionen Euro.

Mühlberg war im August 2002 und im Juni dieses Jahres nur knapp einer Flutkatastrophe entgangen. Die Kleinstadt musste beide Male evakuiert werden. Doch die durch Sandsäcke verstärkten Dämme hielten dem Druck der Wassermassen stand. Der tagelange Abwehrkampf Tausender Bewohner und ihrer Helfer begründete das „Wunder von Mühlberg“.

Quelle: nordkurier.de

Wie gut durchdacht ist der Hochwasserschutz für Döbeln?

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Im Erzgebirge werden zwei teure Regenrückhaltebecken geplant. Ob sie Döbeln vor der jüngsten Flut geschützt hätten, ist fraglich.

 

 

Wer in Döbeln noch immer sein Geschäft einräumt, sein Haus trocknet, sich mit der Versicherung herumärgert oder auf die Bearbeitung seines Fluthilfeantrages wartet, dürfte sich seit zwei Monaten auch immer wieder diese Frage stellen: Lohnt sich der Wiederaufbau überhaupt? Döbeln wurde Ende Mai und Anfang Juni zum zweiten Mal innerhalb von elf Jahren von einem Jahrhunderthochwasser überschwemmt. Wenn sich derartige Fluten häufen, wird das Leben an der Mulde teuer. Und so ist das verdrängte Thema Hochwasserschutz mit seinen endlosen Diskussionen, Planungsrunden und Genehmigungsverfahren auf einmal wieder wichtig.

 

„Wir brauchen nicht das Auto, das draußen rumfährt und verkündet, dass das Wasser kommt. Wir brauchen Überflutungsgebiete“, sagte vor einigen Wochen Uhrmacher Michael Pietsch vom Niedermarkt. Auch Rückhaltebecken forderte er und traf damit, glaubt man den Planern der Landestalsperrenverwaltung (LTV), ins Schwarze. Mit der Flutmauer, die derzeit rund um die Muldeinsel und entlang der gegenüberliegenden Ufer errichtet wird, ist die Stiefelstadt nur gegen ein statistisch aller 50 Jahre auftretendes Hochwasser geschützt. Dies bedeutet, dass der Muldepegel in Mahlitzsch dann bei 389 Zentimetern liegt: rund 30 Zentimeter über Alarmstufe 4. Einen Schutz vor einem statistisch aller 100 Jahre auftretenden Hochwasser (HQ100) sollen zwei etwa gleich große Rückhaltebecken bei Mulda und Oberbobritzsch bieten, die irgendwann an Nebenflüssen der Freiberger Mulde im Erzgebirge eingerichtet sein sollen. Die Flut im Mai und Juni war in Döbeln etwa ein HQ100. Das Hochwasser 2002 wird als HQ200-300 eingestuft.

 

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, welches für das Becken bei Oberbobritzsch im ersten Quartal 2014 abgeschlossenen sein soll, sagt Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion. Für das Becken bei Mulda kann er keinen Termin nennen, weil die Talsperrenverwaltung gerade wieder die Pläne überarbeitet. Ist der Feststellungsbeschluss einmal da, haben etwa Eigentümer in Anspruch genommener Flächen die Möglichkeit, gegen den Beschluss zu klagen. Und wird dann endlich losgelegt, vergehen bis zur Fertigstellung 4,5 bis 5 Jahre, schätzen Ingenieure. Immerhin muss für das Becken in Mulda extra ein über vier Kilometer langer Überleitungsstollen durch Erzgebirgshügel getrieben werden, damit Wasser der Mulde im Hochwasserfall im Rückhaltebecken am Chemnitzbach „zwischengeparkt“ werden kann.

 

Ein Gegner des Hochwasserschutzvorhabens ist der Naturschutzverband Sachsen. Außer dass er aus nahe liegenden Gründen etwas dagegen hat, dass die Hochwasserrückhaltebecken Flächen beeinträchtigen, die nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt sind, argumentiert der von Tobias Mehnert geleitete Verband auch, die Hochwasserrückhaltebecken schützten die flussabwärts gelegenen Städte Nossen, Roßwein und Döbeln nicht. Im Einzugsgebiet der Freiberger Mulde gebe es drei typische, Hochwasser verursachende Wetterlagen: Entweder geht nur im Erzgebirge Starkregen nieder, es schüttet im Erzgebirgsvorland bis hinein in die Region Döbeln oder es regnet überall entlang der Freiberger Mulde heftig und über längere Zeit. Ein HQ100 im Bereich der Rückhaltebecken, das nicht durch Starkregen im Unterlauf der Mulde verstärkt wird, so der Naturschutzverband, fließe bereits an Nossen ohne Überschwemmungen vorbei und man braucht keine Rückhaltebecken, um die Städte im flacheren Land zu schützen. In den beiden anderen Fällen falle im flachen Land so viel Wasser vom Himmel, dass zwei Riesenwasserspeicher weiter oben an der Mulde Döbeln nicht wirklich schützen.

 

Die Landestalsperrenverwaltung hingegen hält die Rückhaltebecken in jedem Fall für sinnvoll. Man habe bei der Planung halt bestimmte Wahrscheinlichkeiten für Niederschlagsereignisse errechnet. Kosten und Nutzen stünden bei den geplanten beiden Rückhaltebecken – zusammen immerhin geschätzte rund 100 Millionen Euro teuer – in einem vernünftigen Verhältnis. Außerdem wirkten die Rückhaltebecken auch bei einem zwei- oder dreihundertjährigen Hochwasser noch dämpfend und minderten Hochwasserschäden flussabwärts ab, erklärt LTV-Sprecherin Katrin Schöne.

 

Wie erwähnt, Hochwasserschutzplanungen sind so lange langweilig, bis das eigene Geschäft unter Wasser steht. Wie gut die Rückhaltebecken vor Hochwasser schützen, kann vielleicht erst die Praxis beweisen. Das jüngste Hochwasser zeigt jedoch, dass die Gefahr durch Regen, der in der Nähe fällt, nicht zu unterschätzen ist: Wie 2002 fielen sowohl im Erzgebirge als auch am Unterlauf der Freiberger Mulde mehr oder weniger zeitgleich Starkregen. Hobbymetereologe Heinz Frust aus Mockritz hat vom 25. Mai bis zum 4. Juni 167 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen – fast sechsmal soviel, wie in diesem Zeitraum üblich ist.

 

Vor allem für die erste „Welle“ des Hochwassers am 31. Mai gibt es Indizien, die für einen großen Beitrag des lokal gefallenen Regens zur Entstehung der Flut sprechen. So war der Hochwasserscheitel, also der höchste Pegelstand der Mulde, fast zeitgleich in Berthelsdorf und 42 Kilometer weiter flussabwärts in Nossen. Eine naheliegende Erklärung dafür ist, dass im Erzgebirgsvorland eine Menge Wasser in die Mulde floss, wie Hydrologe Uwe Büttner vom Landeshochwasserzentrum bestätigt. Dieses Wasser hätten Rückhaltebecken nicht aufgehalten. Die Feuerwehr Döbeln registrierte am 31. Mai vier Einsätze an Überschwemmungen und Ausuferungen von innerstädtischen Bächen, den Gewässern zweiter Ordnung: Nachts um 2 Uhr wurden die Kameraden zum Pommlitzer Bach/Amselgrund gerufen, um 16 Uhr gab es Alarm am Bielbach und im weiteren Verlauf des Abends noch zwei Einsätze am Pommlitzer Bach. Der Döbelner Anzeiger vermerkte am Nachmittag dieses Tages auf seiner Facebook-Seite, der Bielbach habe die B175 zwischen der Autobahnabfahrt Döbeln-Ost und Döbeln überflutet. Bei der zweiten, höheren „Welle“ am 2. und 3. Juni vermerkt das Einsatzprotokoll der Feuerwehr keine Überflutungen an innerstädtischen Bächen. Die Niederschläge vor Ort waren jedoch ebenfalls beträchtlich.

Quelle: sz-online.de

Lohmar will Kreuzung höherlegen

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Das Hochwasser vom Juni hatte in Lohmar erhebliche Schäden an Wohnhäusern angerichtet. Wie das künftig verhindert werden kann, darum geht es am Montag im Bauausschuss. Ein Vorschlag lautet, am Jabach eine Straße höher zu legen

Am kommenden Montag entscheidet sich, wie sich die Stadt Lohmar künftig gegen Hochwasser schützen wird. In den vergangenen Monaten haben Fachingenieure untersucht, mit welchem Aufwand die Wassermassen von den Siedlungen ferngehalten werden können. Die Stadtverwaltung hat auf diesen Ergebnissen beruhend eine Vorlage für die Sondersitzung des Bauausschusses vorbereitet, zu der auch Bürger kommen können.

Die Vorgaben der Landesregierung, ihre Bürger vor einem so genannten hundertjährlichen Hochwasser zu schützen, erfüllt die Stadt weitestgehend. Ausnahmen sind das Rückhaltebecken am Auelsbach und der Ellhauser Bach.

Der Rat hat im Juni beschlossen, das Rückhaltebecken des Bachs zu vergrößern. Die Verwaltung hat zwei Alternativen ausgearbeitet: Entweder wird die Außenmauer des offenen Beckens um 1,50 Meter oder um 1,75 Meter erhöht. In der ersten Variante würde damit ein hundertjährliches Hochwasser, in der zweiten sogar ein zweihundertfünfzigjährliches Niederschlagsereignis abgedeckt. Die Kosten für diese Maßnahmen liegen bei 280 000 Euro beziehungsweise 300 000 Euro.

Die Stadt will schon seit 2008 den Hochwasserschutz verbessern. Das sei bisher aber daran gescheitert, dass einige Anwohner kein Land abgeben wollen. Doch ein neues EU-Gesetz ermögliche es der Stadt nun, die Grundstücke auch gegen den Willen der betroffenen Anwohner für den Hochwasserschutz zu nutzen, heißt es aus dem Rathaus. Geplant ist, den teilweise durch Rohre laufenden Bach komplett frei zu legen. Damit würde der Schutz vor einem zweihundertfünfzigjährlichen Hochwasser steigen. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei 1,7 Millionen Euro.

Das Gewässer genügt zwar dem Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser, wie es das Land fordert und finanziell auch entsprechend fördert. Doch die Regenfälle am 20. Juni dieses Jahres haben gezeigt, dass das nicht reicht. Die Stadt will daher auf eigene Kosten den Schutz erhöhen. Der Bau eines Umleitungskanals in der Art eines Bypasses scheidet wegen der Kosten von 4,5 Millionen Euro aber aus.

Statt dessen ist nun geplant, das Straßenniveau um bis zu 80 Zentimeter anzuheben. Im Juni konnten die Rohre das Wasser nicht fassen. Es floss entlang des Lärmschutzwalls über die die Einmündung zur Jabachbrücke in die Siedlung. Das soll nun in Zukunft verhindert werden. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass das Gartencenter am Ende der Hauptstraße erheblich mehr Wasser abbekommen wird. Hierfür muss ein Plan zur „Schadensminimierung“, wie es die Stadtverwaltung formuliert, entworfen werden. Die Kosten für die Höherlegung der Kreuzung lieben bei etwa 175 000 Euro.

Sondersitzung am 7. Oktober

Die öffentliche Sondersitzung zum Hochwasserschutz in Lohmar findet am Montag, 7. Oktober, 18 Uhr, im Sitzungssaal im Rathaus statt.

Am 20. Juni dieses Jahres gingen in Lohmar innerhalb von 40 Minuten rund 63 Liter Regenwasser pro Quadratmeter nieder. Das entspricht statistisch gesehen einem Hochwasser, wie es alle 500 Jahre einmal vorkommt. Dazu eine Zahl im Vergleich: Bei einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser geht man von 55 Litern Regenwasser pro Quadratmeter in einer Stunde aus.

Geld für den verbesserten Hochwasserschutz will die Stadtverwaltung im Haushalt für das Jahr 2015 einstellen. Der Etat für 2014 steht bereits, es gibt einen Doppelhaushalt für dieses und das kommende Jahr.

Auch den Schutz an diesem Gewässer bei Weegen will die Stadt verbessern. Dafür sind 900 000 Euro vorgesehen. Damit soll verhindert werden, dass am Regenrückhaltebecken Wasser austritt und in Grundstücke am Hollenberg gelangt.

Dort, wo im vergangenen Jahr das Hochwasserrückhaltebecken fertiggestellt worden ist, soll hingegen nichts verändert werden. Allerdings wird der Landesbetrieb Straßenbau NRW dazu aufgefordert, die zu kleinen Kanäle unter der Bundesstraße 484 zu vergrößern.

Quelle: ksta.de

Ende der Spenden-Diskussion

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Die Oberfinanzdirektion segnet Bitterfeld-Wolfens Entscheidung ab, Spendengelder für den Betrieb der Brunnen. Mit den Baumaßnahmen sollte der Grundwasserspiegel gesenkt werden, um Hochwassergeschädigten zu helfen.

 Ende der Diskussion: Für zusätzliche Brunnen während der Flut darf die Stadt Bitterfeld-Wolfen Spenden einsetzen. Das hat die Oberfinanzdirektion Magdeburg entschieden. Damit dürfte die Kritik der vergangenen Wochen abebben. Dabei ging es im Kern um 12.500 Euro für die Betriebskosten der Brunnen, die das Grundwasser in Teilen Bitterfelds abgesenkt hatten.

„Das ist die schnellste Soforthilfe gewesen“

„Das ist doch die schnellste Soforthilfe gewesen, die wir als Stadt für die vom Hochwasser betroffenen Einwohner überhaupt leisten konnten“, betont Lutz Jerofke, Leiter des Büros der Oberbürgermeisterin. „Innerhalb kürzester Zeit wurde bei 200 Grundstücken der Grundwasserspiegel gesenkt, zum Schluss waren nur noch 14 Häuser betroffen.“ Doch die Stadtverwaltung war sich offenbar nicht sicher, ob dafür tatsächlich Spenden eingesetzt werden können und wandte sich selbst an die Oberfinanzdirektion. Man wollte nach den „Irritationen“, wie Jerofke die Lage nach der MZ-Berichterstattung nennt, Klarheit in die Sache zu bringen. Schließlich gab es auch im Stadtrat Zweifel, inwiefern die Verwendung der Flutspenden für Betriebskosten dem Spendenzweck entspricht.

Doch auf den Quittungen sei vermerkt gewesen, „dass es um Hilfeleistung für Hochwassergeschädigte geht“, so Jerofke. „Das war beim Betrieb der Brunnen der Fall und so hat es auch die Oberfinanzdirektion gesehen: Der Einsatz der Spenden entspricht ihrem Zweck. Alles ist also rechtens.“ Die Kritik insgesamt kann Jerofke nicht nachvollziehen. Bürger haben sich wohl auch in der Verwaltung beschwert und wollten ihre Spenden zurück, berichtete er kürzlich in einer Ortschaftsratssitzung.

So viele Spenden sind ein Glücksfall

Die elf zusätzlichen Brunnen waren der Schwerpunkt des Konzepts, um während der Flut der hohen Grundwasserstände vor allem in Bitterfeld-Süd Herr zu werden. Gebaut wurden sie nach dem Hochwasser 2002, um solche Extremereignisse zu beherrschen. Bleibt die Frage: Gab es keine Regelung, wie die Kosten finanziert werden? Auf MZ-Nachfrage sagt Stefan Hermann, Geschäftsbereichsleiter Bauwesen/Stadtentwicklung: „Bisher mussten wir die Brunnen zum Glück nicht nutzen. Während des Katastrophenzustandes wurden die Kosten vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld getragen. Aber wir mussten sie auch danach noch in Betrieb lassen, weil noch Grundstücke betroffen waren.“ Und tatsächlich, räumt Hermann ein, gibt es bisher keine Festlegung, wie in einem solchen Fall die Finanzierung gesichert wird. „Unabhängig von eingehenden Spenden wurde entschieden, dass die Stadt vorfinanziert.“ Dass so viele Spenden überwiesen wurden, sei ein Glücksfall – auf den man bei einer erneuten Hochwasser-Katastrophe aber nicht setzen könne. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, damit künftig ein Budget vorhanden ist und klar festlegen, wie die Kosten bezahlt werden.“

Wie nun die über 116.000 Euro Spenden verteilt werden könnten, dazu hat die Stadtverwaltung Bitterfeld-Wolfen nun einen Vorschlag erarbeitet (siehe „Verteilung“). Entscheiden muss letztlich der Stadtrat während seiner Sitzung am 23. Oktober. Der größte Batzen soll laut Vorschlag an die Kleingärtner im Stadtgebiet gehen. Über 500 betroffene Gärten wurden gemeldet, jeder soll 100 Euro bekommen. Berücksichtigt werden auch weitere Vereine sowie unter anderem Feuerwehr/Wasserwehr und Privatpersonen.

Quelle: mz-web.de

Der Jenaer Professor Martin Heimann hat am Weltklimareport des UN-Klimarats mitgearbeitet. Geht die Erwärmung so weiter, spürt man auch hier Auswirkungen.

Deutlich mehr Extremwetterlagen kommen dem neuen Weltklimareport zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts auf viele Teile der Welt zu. Auch in Deutschland ist bei einem ungebremsten Klimawandel laut dem Bericht des UN-Klimarats mit einer Zunahme von Dürreperioden und mehr Niederschlägen zu rechnen.

Professor Martin Heimann vom Jenaer Max Planck-Institut für Biogeochemie arbeitet am Weltklimareport mit, seitdem dieser im Jahr 1994 zum ersten Mal erschienen ist.

Herr Professor Heimann, was haben Sie für den Bericht erforscht?

Ich untersuche, welchen Einfluss der Kohlenstoffkreislauf auf das Klima hat. Durch die Verbrennung von Öl und Gas entsteht Kohlendioxid, CO2. Ein Teil davon geht in die Ozeane, der andere in die Atmosphäre. Die Menge der Emissionen und die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre ist entscheidend für unser Klima. Je höher die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist, desto wärmer wird es.

Der Mensch und der von ihm veranlasste Ausstoß von CO2, etwa durch Autos oder Kraftwerke, ist dem Report zufolge der Hauptverursacher der Erderwärmung. Woraus schließen Sie das?

Man kann belegen, dass das atmosphärische Level von CO2 von der vorindustriellen Zeit, also von 1750 bis heute, um fast 40 Prozent angestiegen ist. Dadurch haben sich die Temperaturen erhöht. Es hat auch vorher schon Phasen der Erhöhung gegeben, doch die waren weniger stark. Wissenschaftler simulieren mit Klimamodellen, wo die Auswirkungen von Treibhausgasen stärker, und wo sie schwächer sind. Und es ist genauso eingetreten, wie man es geschlossen hat: Während die Ozeane eine bremsende Wirkung ausüben, erwärmen sich die Kontinente am meisten.

Wie messen Sie solche Erwärmungen?

Die Meere sind von einem weltweiten Netz durchzogen: Tausende von Bojen, die wie ein Jojo hoch und runter gehen und die Temperaturen bis 700 Meter unter der Oberfläche messen. Diese Daten werden an einen Satelliten gesendet. Es gibt zudem eine Vielzahl von sichtbaren Effekten der Klimaerwärmung. Durch das arktische Meereis können heute im Sommer Schiffe fahren – weil das Eis auf ein Minimum zurückgeschmolzen ist. Dort hat es massive Veränderungen gegeben.

Womit blasen wir denn immer mehr Kohlendioxid in die Luft?

In Deutschland wird der CO2-Ausstoß zu gleichen Teilen vom Verkehr, von der Industrie und privat, also im Haushalt, verursacht. Das unterscheidet sich von Land zu Land. Weltweit ist vor allem das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas der Auslöser. Vor allem in China hat die Anzahl der Kohlekraftwerke in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Die veränderte Landnutzung ist eine andere Ursache: In den Tropen und in Südostasien etwa werden vermehrt Wälder gerodet, um Holzprodukte herzustellen.

Was müssen wir ändern, um die Erwärmung aufzuhalten oder zu verlangsamen?

Um die Erwärmung auf 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Temperatur zu senken, müssten wir schon enorme Anstrengungen unternehmen. Dazu gehört, dass wir in den kommenden fünf bis zehn Jahren massiv umstellen müssten auf alternative Energiequellen. Ob das realistisch ist, das hängt davon ab, wie man die Welt sieht. Entscheidend ist, dass wir versuchen, den Prozess zu verlangsamen. Das verschafft uns Zeit. Und wir gewinnen ein wenig Luft, weil wir die Natur befähigen mitzuhelfen.

Was entgegnen Sie der Kritik, der Weltklimarat schüre unnötig Panik vor einem Klimawandel?

Was in dem Bericht steht, sind belastbare Fakten, keine Panikmache. Da gibt es einen klaren wissenschaftlichen Konsens. Offene Fragen sind auch als offen dargestellt. Etwa die Frage, warum die Erderwärmung in den vergangenen 15 Jahren stagniert. Für diese Pause haben wir noch keine schlüssige Erklärung, aber der Blick auf die letzten 50 Jahre zeigt, dass es seither mit jeder Dekade wärmer geworden ist. Es gibt eine kleine Gruppe von Klimaleugnern, Experten, die eine Erwärmung bestreiten, doch unter ihnen sind sehr wenige echte Klimaforscher.

Wie bewerten Sie die Medienberichterstattung über den Klimawandel: nüchtern oder alarmistisch?

Es gibt beides. Einige Medien berichten sehr forsch, aber die Beiträge, die ich bislang zum aktuellen Weltklimareport gelesen habe, waren sehr gut und ausgewogen.

Welche Auswirkungen verspüren wir in Thüringen, wenn es mit der Erwärmung ungebremst so weitergeht?

Im Osten Deutschlands wird es trockener werden. Die Sommer werden wärmer, wir werden mehr Dürreperioden haben. Die Kehrseite ist zunehmender Starkregen, in dessen Folge es vermehrt Hochwasser geben wird. Mit den direkten Auswirkungen des Klimawandels auf die Regionen beschäftigt sich derzeit die zweite Arbeitsgruppe des Weltklimarates. Ihr Bericht wird im kommenden Frühjahr erscheinen.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Aufarbeitung der Katastrophe

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserschutz

Der Hochwasser-Ausschuss von Dessau-Roßlau blickt auf die Juni-Flut zurück und diskutiert Schlussfolgerungen. Der Kleutsch-Sollnitzer Deich soll nun eher erhöht werden als bislang geplant.

 

Dessau-Roßlaus Hochwasserausschuss macht sich für eine Änderung der Prioritätenlisten für den Deichbau in und um Dessau stark: Der Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz soll deutlich schneller erhöht werden als bislang geplant. Schon 1999 gebaut, fehlt dort auf 4,5 Kilometer ein halber Meter zu den Höhen, die das Bemessungshochwasser 2002 setzt. Elf Jahre später mussten Kleutsch und Sollnitz im Juni evakuiert werden, als Mulde-Pegel von über sieben Meter vorhergesagt wurden.

In der Prioritätenliste, die die Stadt gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz erarbeitet, hat der Kleutsch-Sollnitzer Deich bislang nur die Priorität 3 – und damit zwölf Hochwasserschutzprojekte vor sich. Für Gerd Möbius, Mitglied im Hochwasserausschuss, ein Unding. „Das ist eine Sollbruchstelle – und gehört mindestens auf das Niveau des Deiches Möster Höhen.“ Der ist Priorität 1. Eine Ewigkeit. Das Planfeststellungsverfahren dauert dort schon über zehn Jahre.

Dreieinhalb Monate nach der zweiten Jahrhundertflut innerhalb von elf Monaten haben Dessau-Roßlaus Katastrophenschützer im Hochwasserausschuss die große Bilanz vorgelegt. Gebildet nach dem Hochwasser 2002, ist dieser Ausschuss eine Dessau-Roßlauer Besonderheit, die nach 2007 schon in Frage stand, an deren Notwendigkeit spätestens seit Juni aber keiner mehr zweifelt.

Die Bilanz beschränkte sich nicht nur auf ein 1 200 Seiten starkes Einsatztagebuch mit über 3 000 Meldungen, die einen Eindruck geben, was in den zwei teilweise dramatischen Wochen im Juni alles im Katastrophenstab zu klären und zu entscheiden war.

Im Ausschuss wurde grundsätzlich Lob verteilt für die Arbeit des Katastrophenstabes, was Kritikpunkte nicht ausschloss. War die Evakuierung von Kleutsch und Sollnitz notwendig? „Es war eine schwierige Entscheidung. Doch die Prognosen der Pegel hatten uns keine Wahl gelassen“, verteidigte Oberbürgermeister Klemens Koschig die damalige Entscheidung. War die Informationspolitik des Katastrophenstabes ausreichend? „Nein“, fand Waldersees Ortsbürgermeister Lothar Ehm. „Vor allem am Anfang war das eine Katastrophe.“ Warum wurden in einigen Einsatzabschnitten Technische Einsatzleitungen zur Deich-Verteidigung gebildet, in anderen aber nicht? „Wir haben das vom Gefährdungspotenzial abhängig gemacht“, erklärte Martin Müller vom Katastrophenschutzstab, gab aber zu, „dass es da prinzipiellen Klärungsbedarf gibt“.

Aus den Reihen des Ausschusses gab es viele Hinweise. Zum Verbandsdeich in Mildensee, der eine gefährliche Lücke hat. Zum Ringdeich in Törten. Zum Zustand der Taube. Vor allem aber zum unzureichenden Pflegezustand der Deiche, den Ehm seit Jahren immer wieder anprangert. Im Juni wurde Waldersees Ortsbürgermeisters in seiner Skepsis bestätigt. Meterhoch habe das Grün an den Deichen gestanden. „Wir verbauen Millionen in Deiche und sparen Zehntausende beim Unterhalt“, sagte Jürgen König, Ortsbürgermeister von Großkühnau, und kritisierte zugleich, dass zu oft noch Bäume in den Deichen stehen. Im Bereich des Weinbergschlösschens sei das ein riesiges Problem. „Kommen die Bäume dort nicht weg“, sagte König, „werden wir das nicht mehr verteidigen.“

Ein Großteil der Kritiken war im Amt bekannt – und längst eingearbeitet in ein Papier, das in die Kategorien „Schlussfolgerungen“ und „Prioritäten“ geteilt war und im Ausschuss präsentiert wurde. Es enthielt große wie kleine Dinge. Die Katastrophenschützer wollen Aufgaben und personelle Besetzung der Technischen Einsatzleitungen neu definieren. „Die personellen Zuordnungen sind nicht mehr haltbar“, gab Müller zu. Dessau-Roßlau will die Anschaffung von Großpumpen prüfen. Im Juni halfen vor allem die Experten aus der Partnerstadt Ludwigshafen mit schwerer Technik aus. Mittelfristig wird der Neubau einer Lagerhalle auf dem Feuerwehr-Gelände in der Köckert-Straße angestrebt. Der Grund: Immer mehr Teile des mobilen Hochwasserschutzes sind fachgerecht vorzuhalten.

Die Arbeitsrichtlinien für die Wasserwehren sollen überarbeitet werden. „Die haben sich ausgezahlt“, lobte Großkühnaus Ortsbürgermeister Jürgen König das Engagement vieler Dessau-Roßlauer. Trotzdem gibt es Regelungsbedarf. An der Kommunikation wird gearbeitet. Die Katastrophenstäbe der Region werden direkt miteinander verbunden. Die für Dessau-Roßlau kritischen Stellen – „Mutter Sturm“ zwischen Kühnau und Aken sowie der Deich am Schöpfwerk Kapen – befinden sich alle an den Grenzen von kreisfreier Stadt und den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg. Im Juni hatte es da immer wieder Abstimmungsprobleme gegeben. Für die Ortsbürgermeister werden extra E-Mail-Verteiler geschaffen. Ein eigener, offizieller Facebook-Account wird angestrebt. „Wir sind im Juni zu oft den Meldungen hinterher gelaufen“, erinnerte Oberbürgermeister Koschig.

Nachgedacht wird aber auch über ganz einfache Dinge: Handys für die Wasserwehren. Hinweisschilder an den Deichen, die auf die aktuelle Hochwasserwarnstufe hinweisen und Schwarze Bretter für Pressemitteilungen. Auch wenn das Internet in der Krise ein wichtiges Kommunikationsmittel war. „Wir müssen auch an die älteren Menschen denken“, sagte König, der im Juni Zettel mit aktuellen Hochwasser-Meldungen an einige Deichscharten anbringen ließ.

Die Schlussfolgerungen fanden Zustimmung. Bei einigen Vorschlägen wird es darauf ankommen, die Finanzierung zu sichern. Bis auf den Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz war auch die vorgestellte Prioritätenliste Deichbau unstrittig. Sechs Projekte stehen dort in der Priorität 1. Mit dem Flutungs-polder Rösa ist ein Vorhaben dabei, das weit weg von Dessau-Roßlau scheint. Doch der Mulde-Polder bei Rösa könnte die Dessauer Mulde-Pegel entscheidend absenken. Außerdem Priorität 1 haben der Deich Möster Höhen, die Wasserstadt, deren Deichtor im Juni erheblichen Schaden genommen hat, die Jonitzer Mühle, das Gebiet um die Hubitzkellerschleuse bei Großkühnau und „Mutter Sturm“, das Hochufer zwischen Kühnau und Aken, das im Juni überspült wurde. Die Elbe floss nach Aken – und gefährdete sogar Mosigkau.

In der Priorität 2 stehen die Hochwasserschutzwand in der Südstraße in Roßlau, die nach Fertigstellung des Schöpfwerkes begonnen werden soll, der Deich am Schöpfwerk Kapen an der A 9, der Scholitzer See in Mildensee und ein Lückenschluss in der Kreuzbergstraße. Es folgen in der Priorität 3 die Senken in der Ludwigshafener Straße, der Reichardtswall – und der Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz. Noch. Gespräche mit dem Landesamt für Hochwasserschutz sollen daran noch etwas ändern.

Quelle: mz-web.de

Heidrun Grille begrüßt seit Mittwoch wieder Kunden in ihrem Friseurgeschäft „Hair-Trend“ an der Pforte in Weißenfels. Das Hochwasser stand in den Räumen des Salons bis zu 20 Zentimeter hoch.

 

Wahrscheinlich zeigte Heidrun Grille am Mittwoch das schönste Lächeln ihres Lebens – sie hatte auch allen Grund dazu: Ihr Friseurgeschäft „Hair-Trend“ An der Pforte in Weißenfels hat wieder geöffnet. Seit dem Hochwasser der Saale Anfang Juni war das Geschäft geschlossen. Damit die 52-Jährige und ihre acht Mitarbeiterinnen diese Zeit nicht vergessen, hat sie eigens in einer kleinen Fotosammlung das Geschehen festgehalten. „Gut 20 Zentimeter hoch stand das Wasser in unseren Räumen, rings um das Gebäude gab es nur Wasser. Wir waren quasi komplett eingeschlossen“, sprach sie.

Friseurbücher lagen im Wasser

Vergessen könne sie diese schwere Zeit sowieso nicht. Dass gleich zu Beginn des Dramas schnell noch Sandsäcke rings um das Haus gestapelt wurden, habe eigentlich nicht viel gebracht. Es sah verheerend aus: Friseurbücher lagen im Wasser, der Fußbodenbelag musste komplett raus und neuer Beton eingebracht werden. „Was tun? Das war damals eine gute Frage“, berichtete die Geschäftsfrau. Anfangs sei sie fast täglich dagewesen, um die Arbeiten mit allen Beteiligten abzustimmen. Selbst heute gäbe es noch Mängel, aber das seien kleinere Sachen, die sich leicht beheben lassen, vier Steckdosen würden beispielsweise immer noch nicht funktionieren.

Vielleicht waren die Baufirmen damals ein bisschen überfordert, blickt die Weißenfelserin zurück und auch mit der Versicherung sei nicht alles optimal gelaufen. Der Gutachter sei zwar nett gewesen, aber von ihrer Versicherung halte sie immer noch keine Endrechnung in den Händen. In der nächsten Woche soll ein abschießendes Gespräch stattfinden. Ob es bei dem bisherigen Versicherungsbeitrag bleibe, könne die Weißenfelserin nicht sagen, vielleicht erhöhe sich der.

Doch nun sei alles geschafft: „Ich bin optimistisch, dass wir bald wieder viele Kunden bei uns begrüßen können“, erklärte sie strahlend. Wenige Tage zuvor hatte Heidrun Grille übrigens ihre ehemaligen Lehrlinge zu einem Treffen in die Saalestadt eingeladen: Von 24 Lehrlingen kamen 16, die bei der Obermeisterin der Innung Weißenfels-Hohenmölsen innerhalb der letzten 20 Jahre das Handwerk erlernt hatten. „Es hat mich gefreut, dass so viele der Einladung gefolgt sind.“ Außer einer Frau seien alle anderen nach wie vor in dem Beruf tätig – und das unter anderem in Magdeburg, Leipzig, Oldenburg bis hin nach München.

Quelle: mz-web.de

Das Juni-Hochwasser hat am städtischen Eigentum erheblichen finanziellen Schaden angerichtet. Mit einem Maßnahmenplan bemüht sich die Stadt Zerbst nun um Landesmittel zur Beseitigung dieser Schäden.

Zerbst l „Hochwasserschäden Sachsen-Anhalt vom 2. August 2013“ lautet der sachliche Titel einer Richtlinie des Landes Sachsen-Anhalt, die für die Einheitsgemeinde Stadt Zerbst von großer Bedeutung ist. Gemäß dieser Richtlinie werden vom Land Zuwendungen für Maßnahmen zur Beseitigung von Hochwasserschäden gewährt. Und diese sind im Bereich Zerbst teilweise erheblich.

Die Verwaltung hat den geforderten Maßnahmenplan bereits erarbeitet und dem Landkreis übermittelt, der nun im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss erörtert wurde. Zwölf Einzelmaßnahmen umfasst der Plan, davon sind einige Maßnahmen in mehreren Varianten gefasst. Gravierenste Maßnahmen sind der Elberadweg zwischen Steutz und Steckby sowie die Sportanlage in Walternienburg.

„Am Beispiel des Elberadweges ist die teuerste Variante auch die flutsicherste“, erklärte Bernd Köhler, Leiter Bauverwaltung, das Papier. Hier wird von einer Schadenshöhe von 861 641 Euro ausgegangen. Die zweite Variante, ein Ersatzneubau an anderer Stelle, schlägt mit 375 911 zu Buche. Variante 3, die die Wiederherstellung des Weges vorsieht, würde sich auf 127 484 Euro belaufen. „Für die Sportanlage in Walternienburg ist ebenso zu überlegen, ob eine Verlegung nicht sinnvoller wäre“, ergänzte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Daher seien für diese Maßnahme auch zwei Varianten im Maßnahmeplan enthalten. Zum einen ein Ersatzneubau an anderer Stelle mit einer Schadenshöhe von 509 518 Euro oder die Wiederherstellung von Anlage und Sportlerheim (161 264 Euro).

„Allerdings hat dieses Verfahren noch seine Tücken.“

Bürgermeister Andreas Dittmann

„Der Landkreis wird nun die Plausibilität der Maßnahmen und Varianten prüfen“, erklärte Köhler das weitere Prozedere. Infolge dessen wird der Landkreis für alle kommunalen Maßnahmen im Sinne der Richtlinie eine Übersicht erstellen und diese dem Landesverwaltungsamt vorlegen.

Im kommenden Jahr sei dann mit einer Auskunft zu rechnen, ob und welche Maßnahmen gefördert werden. „Wenn Land und Landkreis Ja zur Plausibilität sagen, würde die detaillierte Planung der Maßnahmen erfolgen“, erklärte Köhler auf Nachfrage.

„Allerdings hat auch dieses Verfahren noch seine Tücken“, erklärte Dittmann. Beispielsweise wäre beim Neubau der Walternienburger Sportanlage ein neues Bebauungsplanverfahren notwendig. Dafür wäre eine Finanzierungszusage des Landes ein Muss.

Bei einem Mitwirkungsverbot stimmten zehn Ausschussmitglieder diesem Maßnahmenplan zu. Zwingend notwendig ist jedoch der Stadtratsbeschluss. Dieser muss so schnell wie möglich gefasst werden.

Quelle: volksstimme.de

Mit App besser gegen Hochwasser gerüstet

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Gießen (ck). Wenn man an Hochwasser mit schlimmen Folgen in jüngerer Vergangenheit denkt, dann fallen einem vor allem Gegenden in Bayern oder Ostdeutschland ein. Doch auch in Mittelhessen hat man Erfahrungen« mit Überflutungen; beispielsweise nach Starkregen im Raum Haiger und Dillenburg sowie an Lahn und Ohm.

Hochwasser lassen sich zwar nicht vermeiden, man kann sich aber besser vor den Auswirkungen schützen. Dieses Ziel verfolgt eine neue App, die am Mittwoch im Regierungspräsidium (RP) Gießen »scharf« geschaltet wurde.

Gemeinsam den roten Knopf zur Inbetriebnahme drückten Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und Prof. Martin Przewloka, der Erfinder der Neuerung. Der Lehrbeauftragte und Dozent an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) sei Ende vergangenen Jahres an das RP herangetreten mit der Idee, gemeinsam Projekte zu entwerfen, um den öffentlichen Sektor näher an die Bürger heranzubringen, so Witteck.

Im Detail »ging es um die gemeinsame Entwicklung von Applikationen, die dem Bürger etwas bringen«, ergänzte Przewloka. Nachdem die Rahmenbedingungen und die für einen Einsatz zu berücksichtigenden Technologien festgelegt worden seien, hätten sich die Vertreter von RP, THM und den mittelhessischen Landkreisen im Rahmen von Workshops daran gemacht, konkrete Themen zu besprechen. Schnell sei das Gespräch auf Hochwasser gekommen, da für diesen Bereich bestimmte Voraussetzungen – beispielsweise Sensorik und Web-Auftritt – schon vorhanden waren. »Lediglich das letzte Stück bis zum Bürger fehlte noch«, so Przewloka. Das sollte in Form einer mobilen Applikation geschlossen werden.

Mit der neuen, kostenlosen Handy-App des RP, die über den Google Play Store ab sofort und über den App Store in den kommenden Tagen erhältlich ist, ist es möglich, sich über Hochwassermeldungen informieren zu lassen. Sobald an einem pegelüberwachten Gewässer die Meldestufe I erreicht ist, erfolgt automatisch der Versand einer Warnmeldung.

Wie Walter Debus vom Hochwasserlagezentrum Lahn beim RP erläuterte, sind im mittelhessischen Raum neben den größeren Flüssen Lahn, Dill und Ohm elf kleinere Gewässer wie beispielsweise Salzböde oder Lumda mit Pegeln versehen. Derzeit werde mit der Stadt Gießen über eine weitere Messeinrichtung an der Wieseck verhandelt.

Wie Tobias Schwalm, der im Rahmen seiner Diplomarbeit an der THM mit der Ausarbeitung und Umsetzung der App beauftragt war, berichtete, ist es möglich, über eine Auswahlmaske die relevanten Gewässer auszuwählen oder die automatischen Standortdienste zu nutzen. Handybesitzer seien mit der App in der Lage, sich über Hochwasserlagen, Pegelstände und Prognosen im Einzugsgebiet der Lahn zu informieren und somit rechtzeitig auf Hochwasser zu reagieren.

Wie Witteck ergänzte, habe seine Behörde gleichzeitig die Internetseite des Hochwasserlagezentrums überarbeitet, um auch hier den neuesten technischen Standard sowie einen verbesserten Bürgerservice anbieten zu können. Angesichts der guten Zusammenarbeit kann sich Witteck noch weitere solche gemeinsamen Projekte vorstellen, um sich im Servicebereich zu profilieren.

Quelle: giessener-allgemeine.de

Vorsorge gegen das Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Beim Gewässernachbarschaftstag wurde die Bedeutung der Gewässerunterhaltung betont

Die WBW Fortbildungsgemeinschaft für Gewässerentwicklung mbH in Karlsruhe bietet Gemeinden und Städten regelmäßig Weiterbildungen an. Beim sogenannten „Gewässernachbarschaftstag“ in Neuler wurden Hochwassergefahren und der Umgang mit dem Biber thematisiert. Am Nachmittag ging es an den Frankenbach, um sich vor Ort ein Bild eines Biber-Lebensraumes zu verschaffen.

Rund 20 Bauhofmitarbeiter und Gemeindeangestellte aus dem Altkreis Aalen waren der Einladung ins Rathaus gefolgt und wurden vom Hausherrn, dem Neulermer Bürgermeister Manfred Fischer begrüßt. Ebenso begrüßte er die Themen, die auf der Tagesordnung standen. „Die einen haben den Biber schon, die anderen noch nicht“, ging er treffend auf diesen sich immer weiter ausbreitenden Nager ein.
Eine ebenso hohe Aktualität habe das Hochwasser, die jüngsten Medienberichte aus der Donauregion noch im Kopf. Zwar hatte Hochwasser in diesem Frühjahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, aber im Altkreis Aalen fiel dieses nicht dramatisch aus, sagte Alexander Renschler vom Baubetriebshof der Stadt Ellwangen. Dennoch gehe Hochwasser alle an, fügte Arnolf Hauber vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart hinzu. Er wollte allen „Gewässerunterhaltspflichtigen“ Ideen mitgeben, wie mit diesem „unabwendbaren Naturereignis“ umzugehen sei.
Zunächst erläuterte er, wie Hochwasser überhaupt entsteht und welche Faktoren größtenteils dafür verantwortlich sind. Grundsätzlich entstehe ein Hochwasser, wenn mehr Regen fällt, als ein Fluss in sein Bett aufnehmen kann. Dennoch seien Hochwasser größtenteils durch Menschen gemacht, resümierte er. Gute Wasserspeicher, wie der Wald oder die Wiese werden zunehmend mit Siedlungen bebaut oder für den Ackerbau genutzt.
„Wer einen Maisacker nach dem Regen beobachtet, wird feststellen, dass die Erdoberfläche wie betoniert wirkt“, nannte Hauber als Beispiel. Während im Urzustand ein geschlängelter Flusslauf von viel Wald umgeben war, änderte sich mit den Jahrhunderten das Landschaftsbild. Das Gewässer verlaufe heute eher geradlinig, der Wald als natürlicher Wasserspeicher wurde von zunehmenden Siedlungen und Ackerbau verdrängt.
Das „natürliche Ereignis Hochwasser“ könne nicht verhindert werden. Drei Teilstrategien würden jedoch zum Erfolg führen, die Schäden durch Hochwasser klein zu halten. Dazu zähle die Vorsorge, zu der die Städte und Gemeinden verpflichtet seien. Ebenso die Regeneration, die den Wiederaufbau nach dem Hochwasser beinhalte sowie die Bewältigung des Hochwassers.
Jedoch spielen vorbereitende Maßnahmen, insbesondere die Gewässerunterhaltung eine zentrale Rolle, erklärte Hauber. Weiter ging er auf Hochwasseralarm sowie Einsatzpläne ein und auf die richtige Lagerung von Sandsäcken.
Am Nachmittag ging es mit Rainer Allgöwer, Bibermanager des RP Stuttgart an den Frankenbach. Hier wurde deutlich, wie der Biber seinen Lebensraum einrichtet und Dämme baut.

 Hochwassergefahrenkarten findet man auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de.

Quelle: schwaebische-post.de

Lager mit Spenden für Flutopfer noch reichlich gefüllt

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt
Die Spendenbereitschaft während des Hochwassers im Juni 2013 war groß. Auch Monate nach der Flut sind die Spendenlager für Hochwasser-Geschädigte noch reichlich gefüllt mit Kleidung, Elektrogeräten und Möbeln.

Fischbeck/Schönebeck/Halle Niemand hat die Spenden registriert und gezählt – fest steht nur: Auch mehr als drei Monate nach der Flut sind viele Lager noch reichlich gefüllt mit Kleidung, Elektrogeräten, Geschirr und Möbeln. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Die Spendenlager sind immer noch proppenvoll“, sagte der Spendenkoordinator der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land, Werner Meinschien. „Es wird immer wieder nachgeliefert aus allen Richtungen.“

Der große Bedarf an Spenden sei auf der anderen Seite inzwischen etwas abgeebbt. Grundsätzlich sei er aber noch auf Monate da – schließlich müssten viele Familien den Winter in Notwohnungen verbringen, weil ihre Häuser noch nicht wiederhergestellt sind.

Lager jetzt auch offen für andere Bedürftige

Weil die Lager so voll seien, könnten sich inzwischen nicht mehr nur Flutopfer bei der Kleidung bedienen, sondern seit gut einer Woche auch andere Bedürftige wie Hartz-IV-Empfänger, sagte Meinschien. Bei neu angebotenen Spenden achte die Gemeinde genau darauf, dass nur sehr gut erhaltene Ware oder ganz Neues angeliefert werde. Zur Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land gehören unter anderem die Gemeinden Klietz, Kamern, Schönhausen und Wust-Fischbeck.

Der Spendenkoordinator der Einheitsgemeinde Stadt Barby, Thomas Scheunemann, sagte: „Unser Spendenlager in Groß Rosenburg platzt aus allen Nähten.“ Insgesamt habe die Gemeinde Spenden in der Größenordnung von rund 20 40-Tonnen-Lastern erhalten. Das meiste sei vergeben. Noch immer kämen jeden Tag Menschen, um Gegenstände abzuholen.

Immer noch neue Spenden in Groß Rosenburg

Auch in Groß Rosenburg können sich alle Bedürftigen bedienen. „Das gilt aber nur für Gebrauchtwaren, und wir achten darauf, dass niemand fünf Kaffeemaschinen abholt oder jeden Tag Kleidung“, schilderte Scheunemann. Neuware, von der Couch bis zum Kühlschrank, bleibe den Flutopfern vorbehalten. Weil viele mit dem Bauen noch nicht fertig seien, sei reservierte Ware eingelagert.

Vereinzelt gingen auch immer noch Spenden ein, sagte Scheunemann. Kürzlich habe er Waschmaschinen, Schrankwände und Betten entgegengenommen. Mindestens bis Ende des Jahres soll das Lager in einer leerstehenden Schule in Groß Rosenburg betrieben werden.

Internet-Spendenbörse für große Möbel

Der Salzlandkreis will sein Sachspendenlager in Schönebeck nur noch bis zum 18. Oktober betreiben. „Es sind noch ausreichende Bestände an Kleidung, Wäsche und Geschirr vorhanden“, teilte ein Sprecher mit. Was aus den übriggebliebenen Spenden wird, sei noch nicht geklärt. Möbel nahm der Kreis früh schon nicht mehr an – die Lagerkapazitäten waren schlicht nicht da. Eine Internet-Spendenbörse für große Möbel gibt es bis heute. Dort können Spender Schränke und Couchgarnituren mit Foto, Beschreibung und Standort einstellen.

Weiter elbaufwärts in Aken ist im Spendenlager noch sehr viel Kleidung vorhanden, sagte Stadtrat Klaus Hummel. Der Großteil der Möbel sei im Laufe des Monats August abgeholt worden, als viele Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt seien. Das Spendenlager in Aken werde voraussichtlich noch bis Ende Oktober geöffnet bleiben. Was dann noch übrig sei, werde in ein Lager nach Köthen gebracht.

Spendenlager in Halle aufgelöst

In Halle hatte die Caritas zahlreiche Spenden gesammelt, das Spendenlager allerdings inzwischen aufgelöst. „Wir haben nur rund 30 Familien versorgt“, sagte Mirjam Heeger. Weil das Interesse nicht größer gewesen sei, habe die Caritas die Spenden weiter verteilt an gemeinnützige Einrichtungen wie das Obdachlosenheim oder Tierheime.

In Magdeburg gibt es auch noch ein Spendenlager, Spenden gehen laut einer Stadtsprecherin aber nicht mehr ein. Rund 200 Menschen hätten bislang Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikel abgeholt. „Das Lager soll maximal bis Ende November geöffnet bleiben“, hieß es weiter. Es würden schon Telefonate mit vom Hochwasser stark betroffenen Gebieten über verbliebene Spenden geführt.

Das Deutsche Rote Kreuz hat vor allem die Sachspenden koordiniert, als die Flut noch die Orte, Felder und Straßen überschwemmte. DRK-Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs betonte: „Die Wiederaufbauphase beginnt gerade erst. Es ist damit zu rechnen, dass bei bestimmten Artikeln der Bedarf noch die nächsten Monate vorhanden ist, etwa bei Möbeln.“

Quelle: mz-web.de

EU verteilt 360 Milliarden für Flutschäden

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Das Hochwasser im Sommer hat verheerende Schäden angerichtet. Für Notreparaturen und Unterkünfte musste der Staat Geld in die Hand nehmen. Einen Teil davon könnte Deutschland aus Brüssel bekommen.

Bei der Bewältigung der schweren Hochwasserschäden aus dem Sommer kann Deutschland auf mehr als 360 Millionen Euro EU-Mittel hoffen. Das teilte EU-Regionalkommissar Johannes Hahn am Donnerstag in Brüssel mit. Das Europaparlament und die EU-Staaten müssten den Vorschlag seiner Behörde aber noch billigen. Deutschland hatte den Gesamtschaden auf rund acht Milliarden Euro beziffert.

Das Geld soll helfen, Kosten für Aufräumarbeiten, Reparaturen an zerstörter Infrastruktur oder für Notunterkünfte zu tragen. Auch die weniger stark betroffenen Nachbarländer Österreich und Tschechien sollen finanzielle Unterstützung erhalten.

„Mit dieser Entscheidung stellt Europa unter Beweis, dass es Ländern und Regionen helfen kann, nach einer Naturkatastrophe wieder auf die Beine zu kommen“, sagte Hahn.
Das Geld kommt aus dem Europäischen Solidaritätsfonds. Dieser soll Ländern helfen, zum Beispiel die Folgen von Stürmen oder Überflutungen zu bewältigen. Der EU-Fonds wurde nach den schweren Überschwemmungen im Jahr 2002 eingerichtet. Deutschland hatte ebenso EU-Geld zum Wiederaufbau bekommen wie nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007.

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums vom Sommer kann Deutschland Hilfe beantragen, wenn der Schaden durch Naturkatastrophen höher als 3,67 Milliarden Euro liegt. Deutschland hatte Ende Juli um die Unterstützung gebeten.

Österreich und Tschechien sollen nach dem Willen der EU-Kommission insgesamt rund 37,5 Millionen Euro bekommen. Die Schäden dort waren ebenfalls gewaltig, aber weniger gravierend als in Deutschland. Sie beliefen sich nach Angaben der nationalen Behörden auf rund 1,5 Milliarden Euro. Auch Ungarn hatte Hilfe beantragt, kann aber nicht auf Unterstützung hoffen: Der dortige Schaden war nach Angaben der Kommission zu gering.

Quelle: rundschau-online.de

Hohenfelden (Weimar). Männer in wasserdichter Kleidung, glitzernde Fischleiber – an viele Teiche und Stauseen kommen dieser Tage wieder Schaulustige. Etliche Fischer befürchten jedoch eine geringere Ernte als 2012.

Die Fischsaison in Thüringen ist eröffnet. In Teichen, Stauseen, Talsperren und Rückhaltebecken werfen in diesen Herbsttagen Fischer im Haupt- und Nebenerwerb ihre Netze aus, um die diesjährige Ernte einzuholen. Vielerorts bangen Teichwirte jedoch um den Ertrag. „Das Hochwasser im Frühsommer hat vor allem in Ostthüringen bei einigen Betrieben großen Schaden angerichtet“, sagte der Vorsitzende des Thüringer Fischereiverbandes, Uwe Müller . Aber auch Vögel wie Kormorane und Graureiher hätten unter den Jungfischen gewildert. Thomas Vogel von der Fischerei Schwerstedt rechnet lediglich mit der Hälfte des Fangs von zwölf Tonnen im Vorjahr.

2012 hatten die 178 Betriebe im Freistaat insgesamt 894 Tonnen Speisefisch an Land gezogen. Mit 494 Tonnen machte die Regenbogenforelle laut Statistischen Landesamtes mehr als die Hälfte des Fangs aus.

Vorwiegend Karpfen, Hechte, Schleien, Zander und Welse werden in den Seen und Teichen, deren Geschichte teils bis ins Mittelalter zurückgeht, produziert und gefischt, wie Müller sagte. Neben der traditionellen Methode der Teichwirtschaft hat sich in vergangenen Jahren die Forellenzucht auch in Rinnenanlagen mit guter Wasserqualität etabliert.

Diese Saison war laut Verband für die Fischer bisher nicht besonders gut. Die Fluten im Mai und Juni rissen viele der ausgesetzten Jungtiere mit. In der Teichwirtschaft Wilchwitz im Altenburger Land seien die Karpfen im Maisfeld geschwommen, in der Forellenzucht Russ bei Wichmar an der Saale im Hof. Allein auf mehr als eine halbe Million Euro werde der Gesamtschaden an Fischverlusten, abgesoffenen Gebäuden und kaputten Dämmen geschätzt, sagte der Verbandvorsitzende, der den Stausee Hohenfelden bei Erfurt bewirtschaftet.

Hauptberuflich ist der Naturwissenschaftler Müller in der Landesanstalt für Geologie und Umwelt mit für den zoologischen Artenschutz zuständig ist. Die Verbindung von Fischerei, Umwelt, Naturschutz und Naherholung im beliebten Stausee Hohenfelden ist eines seiner Ziele.

In diesem Jahr hätten allerdings nicht nur in Hohenfelden die Fluten Erde und Dünger in die Seen gespült und die Wasserqualität verschlechtert, schilderte er. Dies hatte auch negative Auswirkungen auf das Wachstum der Jungfische, sagte der Binnenfischer Thomas Vogel. Es war auch zu kalt. Zudem machten sich im Frühjahr Kormorane, Graureiher, Gänsesäger oder Zwergtaucher über Jungfische unter 800 Gramm her. „Wir haben viele angehackte oder gerissene Tiere am Ufer gefunden. Das Problem sind bei uns wirklich die Vögel“, sagte der Binnenfischer. Am 19. Oktober wird im Stausee Schwerstedt abgefischt.

Quelle: thueringer-allgemeine.de