Neue Verträge und höhere Preise nach Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Juni-Hochwasser hat jetzt auch für Versicherte mit DDR-Verträgen ein Nachspiel. Die Versicherungsgesellschaft Allianz will neue Kontrakte mit höherer Selbstbeteiligung.

Das Juni-Hochwasser hat jetzt für Versicherte mit DDR-Verträgen ein teures Nachspiel. Die Allianz setzt auf neue Kontrakte bei der Wohngebäudeversicherung, die unter dem Strich deutlich kostspieliger wird. Je nach Vertrag können sich die Mehrkosten pro Jahr auf 100 Euro und mehr belaufen. Bis zu 15 000 Haushalte sind vermutlich betroffen, schätzungsweise rund 8 000 davon in Sachsen-Anhalt.

Kritik von Haseloff

Obwohl die Allianz in einer Stellungnahme beteuert, dass der Gebäudeversicherungsschutz für alle bezahlbar bleibt, stößt das Vorhaben auch in Sachsen-Anhalt auf Unverständnis. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht von „einem verheerenden Signal an die Eigenvorsorge“. Das Land werbe bei potenziellen Flutopfern für umfassenden Versicherungsschutz. Durch eine solche Aktion, so Hase-loff, würden diese Bemühungen aber konterkariert und die Menschen vor den Kopf gestoßen. „Zudem werden bis 2020 in Sachsen-Anhalt nahezu alle Deiche den Normen entsprechen.“ Auch deshalb bestehe für die Allianz kein Grund die Verträge zu kündigen, sagte Haseloff am Sonntag der MZ.

Die Allianz-Briefe sollen die Kunden schon in den kommenden Tagen erreichen. Diese Post bedeutet praktisch eine Vertragskündigung. Damit müssen nun alle rechnen, die in besonders hochwassergefährdeten Gebieten wohnen. Bislang gelten für diesen Kundenkreis die nach Expertenmeinung vergleichsweise günstigen Vereinbarungen aus DDR-Zeiten.

Nun sollen die Betroffenen neue Vertragsangebote erhalten, wie sie im Kern in den alten Bundesländern schon lange üblich sind. Auffälligste Änderung: Künftig gibt es eine Selbstbeteiligung in Schadensfällen – Medienberichten zufolge zwischen 1 500 bis zu 3 000 Euro. Auch die Beiträge insgesamt werden spürbar steigen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg geht – als Faustregel – von einem Preisanstieg von bis zu 50 Prozent aus.

Bis spätestens 31. Oktober sollen die Kunden den Vertragsentwurf zu den neuen Bedingungen unterschrieben zurück an die Allianz schicken. Wer die enthaltenen Änderungen nicht akzeptieren will oder den Termin stillschweigend verstreichen lässt, verzichtet damit künftig auf den Allianz-Schutz.

Verbraucherzentralen helfen

Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt rät den Betroffenen, die Post ernst zu nehmen. „Rechtlich lässt sich gegen die Änderungskündigung nichts ausrichten, so lange sie vertrags- und fristgemäß erfolgt“, erklärte sie. Emmrich zufolge sollte die Zeit genutzt werden, um nach günstigeren Policen zu suchen. Dabei könne die Verbraucherzentrale helfen. Es werde sich aber nicht immer eine bessere Lösung finden lassen, vor allem, wenn das Haus in der höchsten Gefährdungszone liege.

Quelle: mz-web.de

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