Hochwasserschutz Regensburg – Ablehnende Haltung gegen Polder-Pläne

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Nach der Flut-Katastrophe vom Juni sollte der Hochwasserschutz in Bayern vorangetrieben werden, etwa durch neue Polder. In Regensburg machen Landrat, Bürgermeister und Donau-Anrainer schon jetzt dagegen mobil.

Im Landkreis Regensburg gibt es noch gar keine konkreten Planungen für einen Flutpolder – dennoch wehren sich der Regensburger Landrat, Bürgermeister und Donau-Anrainer gegen die Polder-Pläne.

Rechtsanspruch auf Flut-Polder

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter kündigte im Bayerischen Rundfunk an, prüfen zu wollen, ob die Donau-Unterlieger einen Rechtsanspruch auf Flutpolder bei den Oberliegern haben. Bernreiter sagte, der Landkreis Deggendorf mache seine Hausaufgaben, erwarte das aber auch von allen anderen an der Donau.

Polder lässt Grundwasserspiegel steigen

Regensburgs Landrat Herbert Mirbeth (CSU) wehrt Kritik vorsorglich ab: Unsolidarisch mit den Donau-Unterliegern in Deggendorf oder Passau sei er keinesfalls. Es seien allein fachliche Gründe, warum Lokal-Politiker und Anrainer gegen einen Flutpolder an der Donau sind, betont Mirbeth. So würde ein Polder im östlichen Landkreis Regensburg den ohnehin schon hohen Grundwasserspiegel steigen lassen. Nasse Keller und überflutete Äcker könnten die Folge sein, fürchten der Landrat sowie Markus Hörner von einer Interessensgemeinschaft gegen Flutpolder.

Hochwasser an Überläufen bekämpfen

Hörner spricht von „Gigantomanie“ an der Donau. Sinnvoller sei es, Hochwasser schon an den Oberläufen der Donauzuflüsse zu bekämpfen, also etwa an Isar und Inn, meint er. Wasserbau-Experten, wie Hans Helmut Bernhart von der Uni Karlsruhe, halten die Regensburger Polder-Gegner für unsolidarisch. Bernhart sagte dem Bayerischen Rundfunk, die „Egoismen“ der Oberlieger seien im Hochwasserschutz schon immer das Problem gewesen.

Josef Feuchtgruber vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg verspricht, dass man steigendes Grundwasser durch einen Flutpolder in den Griff bekommen könne. Schäden an landwirtschaftlichen Flächen in einem Poldergebiet würden ohnehin entschädigt, so Feuchtgruber. Die Donau-Unterlieger sind – wie zu erwarten – enttäuscht von der Haltung im Landkreis Regensburg.

Mit Regensburger Kollegen reden

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) kündigte im Bayerischen Rundfunk an, mit seinem Regensburger Kollegen und Parteifreund Mirbeth reden zu wollen. Er sagt: „Es kann nicht sein, dass sich jemand ausklinkt.“

Die Diskussion um mögliche Flutpolder beschäftigte den Landkreis Regensburg bereits vor mehreren Jahren. Sie ging vom Regionalen Planungsverband aus und mündete im Jahr 2006 in einem Kreistagsbeschluss, mit dem Vorranggebiete für Flutpolder abgelehnt wurden. Die Akteure von damals (Landrat, Bürgermeister im östlichen Landkreis, „Interessengemeinschaft gegen Flutpolder“) treten jetzt erneut gemeinsam auf.

Quelle: br.de

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