Hausgemachtes Hochwasser am Hang

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Dem Steinenbrücker Metzgermeister Karl Höck steht das Wasser zwar nicht bis zum Hals, dafür aber gelegentlich in der Wurstküche. „Immer wenn Starkregen ist, zittern wir“, berichtet der alteingesessene Meister

Overath. Dem Steinenbrücker Metzgermeister Karl Höck steht das Wasser zwar nicht bis zum Hals, dafür aber gelegentlich in der Wurstküche. „Immer wenn Starkregen ist, zittern wir“, berichtet der alteingesessene Meister, und schuld daran sei keineswegs allein die Klimaveränderung, sondern vor allem die Stadt Overath – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn erstens funktioniere die Entwässerung der Kindertagesstätte in der unmittelbaren Nachbarschaft zu der mittlerweile von Höcks Sohn geführten Metzgerei nicht so, wie sie sollte. Zweitens funktioniere die Entwässerung des bergauf angrenzenden Sportplatzes nicht so, wie sie sollte. Das Gebäude der Kita gehört wie auch der Sportplatz der Stadt. Und drittens funktioniere auch das noch weiter bergauf liegende Hochwasserrückhaltebecken für den Dresbach nicht so, wie es sollte. Wem das gehört? Der Stadt.

Fragt man die Stadt nach der Misere am Westhang es Heiligenhauser Berges, so erhält man die Antwort, dass Höck und der von ihm mittlerweile eingeschaltete Anwalt im Grundsatz recht haben mit ihrer Darstellung. Bei einem großen Behördentermin mit Angehörigen der Stadtverwaltung am 17. Oktober soll nun besprochen werden, was in Steinenbrück wann und wie geschehen kann, um die Lage zu entschärfen.

Teilnehmen sollen unter anderem Bürgermeister Andreas Heider persönlich, sein Bau-Beigeordneter Wolfgang Bürger sowie Vertreter von Bauverwaltungsamt und Stadtwerke und zwei Ingenieurbüros.

Denn ein bisschen kompliziert ist die Lage schon. So weist etwa der Hochwasser-Experte der Stadtwerke Overath, Michael Schubert, darauf hin, dass das Hochwasserrückhaltebecken der Stadt, so verlandet sei, dass das Wasser dort nicht mehr zurückgehalten werde. Das sei aber im Übrigen primär nicht die Ursache für die Probleme Höcks, wohl aber anderer Anlieger der Straße, die hinter Höcks Haus herführt. Was nun mit dem Becken ist? Die Sprecherin der rheinisch-bergischen Kreisverwaltung, Birgit Bär, weist darauf hin, dass eine Vergrößerung vom Kreis bereits genehmigt worden sei und es nun auf die Umsetzung durch den Aggerverband ankomme. Der Aggerverband gibt an, dass er das Becken tatsächlich bald bearbeiten wolle, aber noch auf die Mittelbewilligung warte. Der dortige Hochwasserexperte Uwe Widerek zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Verband im 2014 oder 2015 mit dem Bau beginnen könne.

Was die städtischen Liegenschaften in der Nachbarschaft Höcks angeht, räumt der Leiter des Overather Bauverwaltungsamtes, Manfred Allmayer, Probleme ein: „Zum Sportplatz Steinenbrück ist zu sagen, dass die bestehende Entwässerung Schäden aufweist und somit nicht zu 100 Prozent funktioniert. Hier wird es in Kürze entsprechende Untersuchungen geben, die uns dann Handlungsempfehlungen aufzeigen sollten.“

Auch in Sachen Kindergarten bekennt sich die Stadt schuldig. Allmayer: „Die Kita befindet sich auf städtischen Grund und somit ist die Entwässerung im Außenverhältnis Aufgabe der Stadt. Auch hier haben bereits erste Gespräche stattgefunden.“ Die Stadt sei sich der Probleme bewusst und suche nach „umsetzbaren Lösungen“.

Jedoch kommen in Steinenbrück solche Äußerungen nicht besonders gut an: „Darauf warten wir schon seit Jahren“, heißt es dort.

Quelle: rundschau-online.de

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