Archiv für September 27, 2013

Volksbank ehrt Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Dessau
Die Volksbank Dessau-Anhalt hat im Kernhaus 103 Freiwillige Feuerwehren für ihren Einsatz beim Hochwasser geehrt geehrt. 200 Euro gab es für jede Freiwillige Feuerwehr von Gommern über die Doppelstadt bis hin nach Griebo im Landkreis Wittenberg.

Dessau Es gibt Zahlen, die können selbst noch einen Bankvorstand beeindrucken. Die 103 zum Beispiel. „Ich hätte im Einzugsgebiet der Volksbank Dessau-Anhalt vielleicht mit 60 bis 80 Freiwilligen Wehren gerechnet. Aber 103 hat mich dann doch überrascht“, sagt Manfred Bähr. Vor allem ließ ihn das auch tiefer als erwartet in die Ertragskasse seines Instituts greifen. Denn nach dem jüngsten Hochwasser im Juni stand für seine Bank schnell fest, dass man ein finanzielles Zeichen der Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz an vorderster Front leisten wollte. 200 Euro sollte es für jede Freiwillige Feuerwehr von Gommern über die Doppelstadt bis hin nach Griebo im Landkreis Wittenberg geben. Aus den veranschlagten 12.000 bis 16.000 sind am Ende 20.600 Euro geworden. Doch jeden einzelnen Euro sieht Bähr gut angelegt. Am Donnerstagabend lud die Volksbank zur Ehrung und stellvertretenden Scheckübergabe an elf Wehrleiter und Bürgermeister sowie Ortsbürgermeister in das Kornhaus.

„Den Ort haben wir ganz bewusst gewählt“, so Bankvorstand Bähr in seiner Ansprache zur Ehrung. Zuerst 2002 und dann in diesem Juni zum zweiten Mal, mit teils noch heftigerer Wucht, haben die Elbe und zahlreiche andere Gewässer gezeigt, wie trügerisch die Idylle dieser Tage sein kann. Denn vor vier Monaten hieß es hier Land unter. Bis auf vielleicht eine Stufe stand die gesamte Treppe am Kornhaus unter Wasser. Als Roland Schneider, der Chef der Dessau-Roßlauer Berufsfeuerwehr, diesen Scheitel am Donnerstag markierte, wurde schnell deutlich, dass die neue sichtbare Hochwassermarke die von 2002 locker übertrumpfen würde.

„Sie haben ihren Mann und ihre Frau gestanden“

Und doch ist Dessau-Roßlau, anders als viele andere Orte, mit einem blauen Auge davon gekommen. Einzelschicksale von zerstörten Kleingartenanlagen und Vereins- sowie Gasthäusern sind freilich diesmal nicht ausgeblieben. Doch haben die Deiche vor erheblicheren Schäden geschützt. Wo diese Maßnahmen alleine nicht ausreichten, haben viele Bürger mit angepackt und vor allem auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. „Sie haben in erster Reihe uneigennützig und mit einem bewundernswerten Engagement ihren Mann und ihre Frau gestanden“, lobt Bähr. Der ehrenamtliche Dienst an der Gesellschaft in der Freiwilligen Feuerwehr, für den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Dessau-Anhalt ist es „ein Ehrenamt, das mit dem Risiko für das eigene Leben verbunden, etwas Außergewöhnliches ist und deswegen unsere uneingeschränkte Hochachtung verdient“.

Diese lebensgefährlichen Situationen sind dem Akener Bürgermeister Hansjochen Müller noch lebhaft in Erinnerung. „Viele waren irgendwann nervlich am Ende, aber haben sich gegenseitig am Ärmel gepackt und das durchgestanden“, bewundert Müller den ungebrochenen Einsatzwillen. Selbst wenn das eigene Haus Opfer der Fluten wurde, kümmerten sich sehr viele erst um andere. „In dieser Situation haben die Bürger begriffen, wie wertvoll die Feuerwehr ist“, so der Akener Bürgermeister.

Auch Jürgen Dornblut, der Stadtwehrleiter von Zerbst, ist vom Engagement beeindruckt. „Wir haben maximale Pumpleistungen gefahren, um nicht evakuieren zu müssen. Bis auf wenige Häuser ist uns das glücklicherweise gelungen. Dafür haben viele bis zur Erschöpfung gearbeitet und sind manchmal an ihren Pumpstationen eingeschlafen“, erinnert er sich. Doch es bleiben ihm auch sehr andere beeindruckende Bilder im Gedächtnis. Von der Bevölkerung, die größtenteils auch uneigennützig mit anpackte, wo Hilfe nötig war, und vor allem von den Jugendlichen.

Quelle: mz-web.de

Das Thema Hochwasser spielte in der jüngsten Elbe-Pareyer Gemeinderatssitzung erneut eine Rolle: die Mittelbeantragung für Wegebau und Schadensbeseitigung, die Frage, was getan wird zur Verbesserung der Sicherheit, und, wie die Koordination im Katastrophenfall noch besser laufen könnte.

Im ersten Teil der Sitzung gab der stellvertretende Elbe-Pareyer Gemeindewehrleiter Steve Flügge einen Bericht zum Hochwassereinsatz der Feuerwehren. Aus den Reihen des Gemeinderats war eine entsprechende Bitte gekommen, der Flügge gern und sehr ausführlich nachkam.

Während des Hochwassers hatten die Elbe-Pareyer Wehren ihre Zentrale am Gerätehaus in Zerben, ein zweiter Stützpunkt für den Hochwassereinsatz sei dann noch in Derben eingerichtet worden, während in Güsen Kameraden für den Grundschutz, das heißt für Brände oder technische Hilfeleistungen, in Bereitschaft gehalten wurden, erklärte Flügge. Die Schichten wurden auf jeweils zwölf Stunden festgelegt. Kürzer wäre es nicht möglich gewesen, weil man schon so hart an die Grenze bei der Anzahl der verfügbaren Feuerwehrleute kam. Die Frage der Freistellung von der Arbeit sei ein Problem gewesen: Die sollte aus Kostengründen minimal gehalten werden, am Ende mussten aber doch alle herangezogen werden. Weniger, als in den Mitgliedslisten der Wehren stehen, seien es aber immer noch gewesen.

Die erste Anforderung von Außerhalb der Gemeinde kam früh am 6. Juni: Die Zerbener Wehr ist mit neun Kameraden nach Vogelsang gefahren, wo sie 16 Stunden im Einsatz waren. „Mehr Leute konnten wir nicht abstellen.“

Einige Kameraden sind zwischenzeitlich auch zu Stellen im Deich, wo Biber gegraben haben, mit rausgefahren. Weiterhin wurden zunächst mehrere kleinere Einsätze abgearbeitet. Durch das Heranziehen von freiwilligen Helfern konnten immer wieder Kameraden aus den Einsätzen herausgelöst werden, um in Bereitschaft für den nächsten Notfall zu sein. In Abstimmung mit Günter Fricke vom Gemeindeamt gelang das sehr gut.

Eine riesiges Problem auch für die Feuerwehren der Gemeinde war der Hilfsdeich bei Ferchland. Flügge stellte den Ablauf hier noch einmal dar. Trotz der vielen Helfer einschließlich 50 Mann Verstärkung vom THW war der Damm nicht mehr zu halten, so dass schließlich entschieden werden musste, die Leute aus dem Bereich wegzuholen, um sie nicht zu gefährden. „Das war für uns hart“, betont Flügge. Insbesondere Marko Gummelt, stellvertretender Einsatzleiter beim Hochwasser und hier vor Ort von Seiten der Feuerwehr zuständig, ist die Entscheidung schwer gefallen.

So gut wie möglich wurde über alles Protokoll geführt, obwohl auch das mitunter nicht leicht war. So hat Steve Flügge zusammenrechnen können, dass die Elbe-Pareyer Feuerwehrfahrzeuge während des Hochwassers insgesamt 3 736 Kilometer unterwegs waren, davon allein 345 Kilometer die Zerbener wegen des Einsatzes in Vogelsang. Fast 65 Betriebsstunden waren die Pumpen im Einsatz.

Kritisch merkte Flügge an, dass es großen Nachholebedarf bei den Kenntnissen in der Deichverteidigung gebe. Einen Lehrgang Deichbau habe nur Günter Fricke besucht, der neben seiner Tätigkeit im Amt auch bei der Feuerwehr ist. Für das nächste Jahr sei ein entsprechender Lehrgang für mehrere Kameraden bereits vereinbart, kündigte Flügge an. Zudem gab er zu bedenken, dass die Leute, die lange Zeit in der Wasserwehr waren, großteils schon sehr alt sind und teilweise schon nicht mehr leben. Es müssten unbedingt jüngere Leute gewonnen werden.

Erschreckend sei auch die Ausstattung, wenn es zu einem solchen Katastrophenfall kommt: Es gebe nicht genügend Stromerzeuger in der Gemeinde, und auch die Beleuchtung für Einsätze während der Dunkelheit reiche nicht aus, von Fahrzeugen und Technik ganz zu schweigen. „Wir waren froh, dass private Firmen Technik gestellt haben, und wir hatten auch Kameraden zum Fahren, die freigestellt wurden.

In der Risikoanalyse müssen solche Fragen mit bedacht werden. Eine Schmutzwasserpumpe zum Beispiel habe nur die Zerbener Wehr. In anderen Gemeinden seien Feuerwehrpumpen durch den Einsatz bei Schmutzwasser kaputt gegangen, zum Glück sei das hier nicht passiert.

Mangelhaft sei aus seiner Sicht die Kommunikation mit dem Gemeindeamt gewesen. „Unser Vorschlag ist, dass im Katastrophen-Fall jemand von der Feuerwehr mit im Stab sitzt, der Bescheid weiß, wer welche Technik hat, und die Feuerwehren koordiniert.“ Gefehlt habe auch eine technische Einsatzleitung vom Landkreis.

Das Positivste an jener Zeit sei der Zusammenhalt der Kameraden der einzelnen Ortsfeuerwehren gewesen. „Wir sind in dieser Zeit so zusammengewachsen, das hätte keiner gedacht. Ein Dankeschön an alle Kameraden für diesen Zusammenhalt!“

Dank sagten im Anschluss auch Gemeinderatsvorsitzender Egon Buchmann und Bürgermeisterin Jutta Mannewitz den Kameraden der Feuerwehr.

Quelle: volksstimme.de

Der Hochwasserschutz geht alle an und betrifft nicht nur einzelne Kommunen, wurde bei der Informationsveranstaltung in der Stadthalle, zu der Experten und Planer des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der RMD Wasserstraßen GmbH geladen waren, besonders deutlich.

Zwei klare Signale gingen am Montagabend von der Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in der Stadthalle Osterhofen aus: Die Bürgerinnen und Bürger wollen sachlich diskutieren. Unter dem Eindruck des verheerenden Hochwassers vom Frühjahr schauen sie aber auch besonders genau hin und hinterfragen die Detailplanung.

Quelle: idowa.de

„SIE ERINNERN SICH: EIN JUNGER BIBER WIRD VOR DEM HOCHWASSER …“

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Tier Fluthilfe

Tierglück: Allein bibbern ist uncool Sie erinnern sich: Ein junger Biber wird vor dem Hochwasser gerettet und lebt nun im Tierheim München – allein! *schnüff* Doch die Verantwortlichen haben ein Einsehen und sorgen für soziale Interaktivität: Mit einem echten Biberkumpel!

Hier der Link zum Beitrag:

Allein bibbern ist uncool

Quelle: br.de

Hochwasser-Spende – Erlös geht an die Grundschule

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Jörg Betke, Fleischermeister in Jüterbog bei Edeka, spendet Geld für Schüler in Elster, das er gesammelt hat. Die Schüler hoffen nun auf neues Spielzeug für die Hofpausen und die Reperatur der durch das Hochwasser beschädigten Töpferei.

Die Freude war groß bei Schulleiterin Yvonne Höhne, als sie jüngst einen Anruf von Jörg Betke erhielt. Er arbeitet als Fleischermeister in Jüterbog bei Edeka. Sein Chef Holger Habedank sprach ihn an: „Ihr seid doch in Elster fürchterlich vom Hochwasser gezeichnet. Unser Briefkasten für den guten Zweck ist voll.“ Hier können Kunden ihre Flaschen-Bons hinein tun, wenn sie eine soziale Einrichtung mit einer Spende unterstützen möchten.

Es ist nicht die erste Spende, die der Händler verteilt. Wichtig ist Holger Habedank und seinen Kollegen, dass sie immer Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Jörg Betke übergab immerhin, nachdem Holger Habedank aufgerundet hatte, vier niegelnagelneue 100-Euro-Scheine an die Kinder. Einige wünschen sich jetzt Spielzeug für die Hofpausen, die meisten aber, dass sie wieder in der Töpferei kreativ werden können, die durch das Hochwasser geschädigt wurde.

Quelle: mz-web.de

Anwohner aus dem Mühlweg in Rangendingen machten am Montag ihrem Ärger in der Gemeinderatssitzung Luft. Sie finden den Hochwasserschutz unzureichend und fordern Verbesserungen.

Es hat sich viel Ärger aufgestaut bei den Anwohnern des Mühlweges. Sie beklagen, dass man, vor allem seit dem Anschluss des Baugebiets Gasse, im Mühlweg „immer und immer wieder mit Hochwasser und Überschwemmungen zu kämpfen“ hatte. Die Anwohner, die schon lange nach mehr Hochwasserschutz rufen, fühlen sich allein gelassen und „nur noch vertröstet“. Jetzt sei „die Jovialität zu Ende“, heißt es in einem Schreiben.

Entsprechend heftig waren die Vorwürfe gegen den Bürgermeister und den Gemeinderat am Montag in der Bürgerfragestunde. Bürgermeister Johann Widmaier musste die Zuhörer, denen Rederecht eingeräumt wurde, mehrmals zur Ordnung rufen: „Beleidigungen und Unterstellungen weise ich aufs Schärfste zurück.“

Die zentrale Fragestellung formulierte schließlich Mühlweg-Anlieger Christoph Schoder: „Wie sieht das weitere Vorgehen beim Hochwasserschutz aus? Ist die Gemeinde bereit, den Schutz zu erhöhen und, angesichts des Klimawandels, vorbeugend sogar noch einen Schritt weiter zu gehen, als es die Norm erfordert?“ Felicitas Schoder forderte: „Ich möchte einfach nur, dass was passiert.“

Bürgermeister Widmaier und Ingenieur Bernd Renner waren um Aufklärung bemüht. Widmaier listete die fünf schweren Hochwasser seit 2002 einzeln auf, trennte aber scharf zwischen Starzelhochwasser und Kanalüberlastung. Es sei nämlich nur einmal wegen überlasteter Kanäle zu Überschwemmungen im Ort gekommen. Das sei im Juni 2003 gewesen. Die Gemeinde habe darauf reagiert, den Sendelgraben tiefer gelegt und zur Entlastung des 1200 Kubikmeter fassenden Regenüberlaufbeckens IV zwischen Sendelgraben und Talbach ein zusätzliches Regenüberlaufbecken gebaut. Es seien nach dem Hochwasser 2003 auch gezielt weitere Engstellen im Kanalnetz entschärft worden. Seit Abschluss dieser Maßnahmen im Jahr 2005 habe es in Rangendingen „nie mehr ein Hochwasser mit eigenem Wasser“ gegeben, betonte Widmaier – das Unwetter vor knapp zwei Monaten ausgenommen, wo aber wiederum nicht das Kanalnetz versagte, sondern taubeneigroße Hagelkörner und Blattwerk die Einlaufschächte verstopften.

Ganz anders sieht es dagegen bei den Starzelhochwassern aus, wie sie sich 2002, 2008 und 2013 ereignet haben. Gegen ein Ansteigen des Grundwasserpegels sei jede Kanaltechnik machtlos. „Physik gilt auch in Rangendingen“, so Widmaier. „Wir können physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen.“ Der einzige Weg, die Fluten zu zähmen, sei das Hochwasserschutzkonzept, das das Fachbüro Hydrotec für den ganzen Starzellauf erarbeitet hat. Die Wassermengen müssen bereits in Jungingen und Hechingen aufgehalten werden. Genau dieses Ziel werde im Zweckverband „Hochwasserschutz Starzeltal“ verfolgt. „Aber auch wenn alle Projekte des Zweckverbandes umgesetzt sind, wird das keine Lösung für alle Zeiten sein“, warnte Widmaier.

Zur Beruhigung informierte Ingenieur Bernd Renner die Mühlweg-Anwohner darüber, dass das Kanalnetz in Rangendingen gemäß der Eigenkontrollverordnung kontinuierlich optimiert wird. Aktuell werde der Kanalplan neu überrechnet und Einzelmaßnahmen, wo diese angezeigt sind, umgesetzt. Als Sofortmaßnahme sollen auch die Regenauslässe streng kontrolliert und gewartet werden. Individueller Gebäudeschutz, etwa in Form von Rückstauklappen, sei aber zukünftig unerlässlich. Sandsäcke zum Eigenschutz werden in Rangendingen kostenlos ausgegeben.

Renner stellte auch klar, dass das Baugebiet Gasse nicht ursächlich für Kanalüberlastungen sein kann. Die Entwässerung der Neubaugebiete Gasse und Winterrain wurde im Trennsystem und mit eigener Retention angelegt. Zu den mittelfristigen Hochwasserschutzmaßnahmen zählt der Bau eines fünften Regenüberlaufbeckens. Außerdem wird, wie Widmaier wissen ließ, der Stausee noch in diesem Winter abgelassen und mit einer neuen, 200 000 Euro teuren Regelungstechnik versehen.

Die Gemeinderäte fühlten sich am Montag jedenfalls zu Unrecht der Untätigkeit beschuldigt. „Ich verstehe nicht, das wir hier so angegriffen werden. Wir hatten zum Thema Hochwasserschutz viele Sitzungen und viele Fachleute hier und brauchen uns nicht beleidigen und als Idioten beschimpfen zu lassen“, empörte sich Walter Müller. August Wannenmacher äußerte Verständnis für die Sorgen und Ängste der Hochwassergeschädigten, befand aber einige ihrer Argumente als „nicht in Ordnung“. „Was wir machen können, machen wir, und nehmen dafür auch Geld in die Hand, aber die Physik können wir nicht aus den Angeln heben“, stellte Magdalena Dieringer fest. Abschließend forderte Rudolf Strobel den Bürgermeister auf, die Botschaft der besorgten Rangendinger mit in den Zweckverband zu nehmen. Strobel drängte: „Mir geht das alles viel zu langsam.

Quelle: zak.de

Maßnahmeplan zur Beseitigung der Schäden

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Die Abgeordneten des Jessener Stadtrates verabschiedeten einen Maßnahmeplan zu der Beseitigung der Hochwasserschäden. Der Beschluss fiel einstimmig. Insgesamt werden 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten benötigt.

 

Obwohl es kurzzeitig den Anschein hatte, als wenn im Jessener Stadtrat der Beschluss zum Hochwasser-Maßnahmeplan wieder von der Tagesordnung genommen wird, fiel letztlich doch eine Entscheidung. Und diese wurde sogar einstimmig getroffen.

Die Abgeordneten hatten sich zuvor mit dem Maßnahmeplan zum Beseitigen hochwasserbedingter Schäden befasst. Das Papier war ihnen erst wenige Tage vor der Ratssitzung zugegangen, eine Vorberatung in Ausschüssen deshalb nicht möglich. Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) begründete das kurzfristige Einbringen dieses Themas damit, dass der Rat aufgefordert sei, rasch, bereits bis zum Ende des Monats, darüber zu befinden. In der Begründung des Beschlussentwurfs heißt es dazu: „Bis zum 15. September musste die Stadt Jessen die jeweiligen Einzelmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Infrastruktur in einer Übersicht zusammenstellen und an den Landkreis Wittenberg melden. Um die einzelnen Maßnahmen beim Landesverwaltungsamt beantragen zu können, ist der Beschluss des Maßnahmeplans im Stadtrat notwendig.“

Knapp 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten

Darin aufgelistet sind vor allem erforderliche Arbeiten an der kommunalen Infrastruktur. Die Zuwendungen können bis zu 100 Prozent der Aufwendungen betragen. Es gehe somit immerhin um einen Geldbetrag von 2,6 Millionen Euro, war zu hören. Da sei doch, so sagte Stadtratsvorsitzender Gunter Danneberg (CDU), der Auftrag des Rates klar. Aber nicht alle Details erschlossen sich, wie Stadträtin Bärbel Köhlerschmidt (Linke) deutlich machte, so der Satz in der Betreffzeile auf dem Beschlussentwurf mit immerhin 13 Abkürzungen (mehr unter „Stark abgekürzt“. Auch wollte sie mehr zu Details im Maßnahmeplan wissen, so zum Badesee Jessen-Süd. Diese Nachfragen brachten den Bürgermeister in Rage. Er sah wohl aufgrund der Erkundigungen gleich den gesamten Beschluss in Gefahr und wollte dazu eine Sonderratssitzung am letzten Septembertag.

Doch Unterstützung gab es hierfür nicht. Es seien normale Fragen gestellt worden, „die es zu beantworten gilt“, meinte CDU-Fraktionschef Frank Brettschneider. Gabriele Wolf (BBP-Bürgerinitiative Jessen) erkundigte sich, nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, ob denn die im Maßnahmeplan enthaltenen Schäden von Gutachtern betrachtet wurden, was der Bürgermeister bestätigte.

Dietmar Brettschneider bestand darauf, dass über seinen Antrag zur Sondersitzung abgestimmt wird. Doch niemand votierte dafür. Und der Maßnahmeplan, um Geld für die Beseitigung von Hochwasserschäden zu bekommen, passierte, wie erwähnt, einstimmig die Ratsrunde und kann ohne Probleme fristgerecht an das Landesverwaltungsamt übermittelt werden.

Quelle: mz-web.de

Handwerker kämpfen weiter um ihre Existenz

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Das Hochwasser war im Juni das beherrschende Nachrichtenthema. Inzwischen ist es ruhig geworden. Das Wasser ist weg, die Aufräumarbeiten scheinen weitgehend abgeschlossen, die finanziellen Hilfen auf dem Weg. Doch entspannt ist die Situation bei vielen betroffenen Betrieben aus dem Handwerk noch längst nicht, wie Gespräche mit den Geschädigten zeigen.

Gerhard Lallinger führt seinen Malerbetrieb im niederbayerischen Deggendorf. Das Hochwasser hatte ihm beinahe die Existenz genommen. Sowohl das Firmen- als auch das Wohngebäude wurden komplett zerstört. Der Schaden belief sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. Kaum etwas konnte gerettet werden, das Wasser kam mit 500.000 Litern pro Sekunde. Um eine Elementarschutz-Versicherung hatte sich der Betrieb zuletzt 2012 vergeblich bemüht. Heute herrscht bei Lallinger leiser Optimismus. Schien die Situation vor drei Monaten noch aussichtslos, sind inzwischen Soforthilfen von 200.000 Euro geflossen. Ein Bruchteil des entstandenen Schadens. Weitere Anträge sind noch in Bearbeitung. „So ist halt die Bürokratie, es geht alles nicht so schnell, wie es gesagt wird“, ärgert sich Lallinger.

Zu 100 Prozent soll ihm der Schaden ersetzt werden, lauten die Versprechungen. Sorge macht dem Malermeister der bevorstehende Winter. So lange aber keine Bewilligungsbescheide vorliegen, kann Lallinger keine Reparaturen in Auftrag geben. Der Aufbau der alten Existenz dürfte noch ein Jahr in Anspruch nehmen, vielleicht sogar zwei, schätzt er.

Elektroinstallateur wartet auf Geld

Auch Elektroanlagen Johann Vogl in Passau hat das Hochwasser hart getroffen. Fast eine Woche waren die Elektroinstallateure von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Innbrücke für den Verkehr gesperrt war. Hof und Lager waren überflutet, 20 cm mehr und das Büro hätte unter Wasser gestanden. Was ging, wurde in Sicherheit gebracht, das Gebäude hatte einen Schaden von 130.000 Euro.

Einige Wochen später ist Geschäftsführer Christian Vogl die Katastrophe immer noch anzumerken. Bekommen hat Vogl bisher nur die Soforthilfe von 5.000 Euro und weitere 1.500 Euro für das Gebäude. Jetzt hofft er auf das Hilfspaket, das jene Betriebe unterstützen soll, die keinen Versicherungsschutz geltend machen können.

Doch das Geld zu bekommen, ist nicht einfach. „Jede entstandene Handwerksrechnung muss einzeln vorgelegt werden“, sagt Vogl. Der Elektroinstallateur ist enttäuscht über die bürokratischen Hürden. Vor allem denkt er an die Firmen, die wegen mangelnder Sicherheiten keine Überbrückungskredite von der Bank bekommen.

Vogl kann seinen Geschäftsbetrieb fortsetzen. Zum Glück waren die Betriebsräume mit den Computern nicht vom Hochwasser betroffen. Um dringende Reparaturen an Maschinen durchzuführen, konnte Vogl eigene Rücklagen mobilisieren.

Überbrückungskredit hat geholfen

Auf rund 200.000 Euro belief sich der materielle Schaden bei Bernd U. Beyer, Diplomingenieur für Nachrichtentechnik aus Gera. Davon hat der Betrieb bisher 50 Prozent über das Sofortprogramm des Landes von der Thüringer Aufbaubank erstattet bekommen. Von der Antragstellung bis zur Erstattung hat es rund sechs Wochen gedauert. „Wir haben das Geld Ende August bekommen und mussten dafür die entsprechenden Nachweise und Rechnungen einreichen“, berichtet Beyer. Ein Schadensersatz von insgesamt 80 Proerhofft sich der Ingenieur.

Die schwierige finanzielle Situation direkt nach dem Hochwasser konnte der Betrieb durch einen Kredit zu Sonderkonditionen von der Hausbank überbrücken. Ein Teil der beschädigten Technik wurde selbst repariert, einiges musste aber auch neu angeschafft werden. „Trotz der finanziellen Hilfen wird es noch Jahre dauern, bis wir wieder auf dem Stand sind wie vor dem Hochwasser“, glaubt Beyer.

Hauser Naturstein aus Rosenheim wirkt zuversichtlicher. Die sichtbaren Schäden sind größtenteils aufgeräumt und der Betrieb läuft. „Wenn man die Augen etwas verschließt, könnte man meinen, es hätte kein Hochwasser gegeben“, sagt Chef Georg Hauser mit einem Augenzwinkern. Soforthilfen sind geflossen, weiter Anträge sind gestellt.

Trotzdem steht dem Unternehmen noch ein langwieriger Prozess bevor. Die Maschinen konnten zwar alle instand gesetzt werden, aber die Folgeschäden sind noch nicht absehbar. Durch Korrosion könnten sie irgendwann plötzlich ausfallen. Das finanzielle Ausmaß des Hochwassers kann Hauser deshalb immer noch nicht genau abschätzen. Bis zu 230.000 Euro könnten es am Ende sein.

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

Starker Regen und Renaturierung Ursachen für Lachte-Hochwasser?

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

LACHTEHAUSEN. „Es war schon ein mulmiges Gefühl“, erinnert sich Willi Wiessatty an die Zeit des Hochwassers in Lachtehausen ungern zurück. Denn gerade als das Wasser seinen Hochstand erreichte und in sein Haus eindrang, weilte er in der Heide und sah sich das Unheil auf Fotos über das Internet an. Eine unbequeme Situation.

Unbequeme Fragen stellte Wiessatty dagegen gestern dem Ortsrat Altenhagen, Bostel und Lachtehausen bei dessen Sitzung im bis auf den letzten Sitz mit Lachtehäusern gefüllten Schießsportheim Altenhagen. Die Frage, ob eventuell bei der Renaturierung der Lachte Fehler gemacht wurden, interessierte die Zuhörer ebenso wie der künftige Schutz vor Hochwasser.

Jens Hanssen, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen bei der Stadt Celle, stellte die Ursachen für das Hochwasser anhand einer Karte vor. Laut seinem Bericht ist die Hauptursache für die Lachte-Flut der Dauerregen – sogenannter „Katastrophenregen“. 123 Millimeter Niederschlag seien innerhalb acht Tagen gefallen – und das großflächig im betroffenen Raum. „Ein Jahrhundertereignis“, so Hanssen. Zum Vergleich: Im Mittel fallen im Mai 61 und im Juni 76 Millimeter.

Der Wasserstand am Pegel Lachendorf betrug danach 2,94 Meter. Entsprechend hoch war der Zufluss der Lachte in den Freitagsgraben vor dem Mühlengrundstück in Lachtehausen. Hier wurde das Wasser in großen Teilen über die Wiesen in Richtung Flutmuldenbrücke unter der Wittinger Straße und zum neuen Lachteverlauf abgeschlagen.

„So schnell kann das Wasser aber nicht steigen“, sagt Wiessatty. Er erinnert sich noch, dass am Tag vor dem Hochwasser alles normal gewesen war. So vermutet der Anwohner, dass sich das Wasser am Wehr gestaut habe. Tatsächlich hat das Wehr laut Hanssen aber keine Schuld, es wurde über die Wiesen umströmt. „Wenn man ein Wehr in die renaturierte Lachte eingebaut hätte, hätten wir aber weniger Schaden gehabt“, entgegnete Wiessatty.

Nach Aussagen vieler Bewohner sei das Wasser zunächst durch die Kanaldeckel geströmt, dann trat der Freitagsbach über die Ufer. Wie dies in Zukunft verhindert werden könnte, skizzierte Hanssen ebenfalls: So könnten in der Lachte Pegelmarken installiert werden – eine Art Vorwarnsystem. Wenn zusätzliche Gräben geräumt werden, hätte das Wasser zudem mehr Platz. Ein Deichsystem am Freitagsbach ist ebenfalls angedacht: „Bisher spielte der keine Rolle“, sagt Hans-Martin Schaake, stellvertretender Ortsbürgermeister Lachtehausens. „Deshalb hatte er bisher keinen ausreichenden Schutz.“ So wie auch die renaturierte Lachte: Dort wird erwogen, einen Wall zu errichten, damit nicht wieder Wasser überschwappt.

Einen Wall sollen auch die Bürger schneller errichten können. Die Sandsack-Situation im Mai war laut Schaake katastrophal. „Wir möchten, dass jeder über ausreichend Sandsäcke verfügt und auch einen Ansprechpartner der Stadt Celle am Wochenende erreichen kann“, sagt er. Deshalb soll eine Art Notruf-Hotline eingerichtet werden.

Quelle: cellesche-zeitung.de

Wegen des Juni-Hochwassers haben in den vergangenen drei Monaten 171 Thüringer Unternehmen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.
Mehr als 1500 Mitarbeiter waren davon betroffen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Halle (Saale) mitteilte. Rund 70 Prozent der Unternehmen hatten demnach bis zu neun Angestellte. Nur in zwei Fällen hätten Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern Kurzarbeitergeld beantragt. Bislang zahlte die Bundesagentur rund 320 000 Euro an Unterstützung, unter anderem für die Sozialversicherungsbeiträge, die den Angaben zufolge komplett übernommen wurden.
Quelle: focus.de

Still ruht der Deich in Neubleesern

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Als das Hochwasser das Siel in Neubleesern im Juni erreichte, hielt der Schutz nicht lange stand. Die Sanierung des zerstörten Siels steht still, weil der Schwerpunkt der Hochwasserschäden an der Mulde liegt. In Neubleesern könnte im nächsten Frühjahr begonnen werden.

Neubleesern/Prettin „Hier baut der Freistaat Sachsen“, heißt es auf dem großen Bauschild bei Neubleesern, gleich hinter der Landesgrenze zu Sachsen gelegen. Und zwar: „Grundhafte Instandsetzung des Elbedeiches Zwethau-Schützberg“. Im Moment allerdings baut hier gar niemand, kein Bagger dreht sich, kein Lkw bewegt Sand und Erde. Der Deich ist verwaist. Lediglich der stählerne Kasten um das während des Hochwassers geborstene Siel verrät, dass hier nach dem schweren Hochwasser Anfang Juni doch etwas getan wurde.

Allerdings, so räumt Axel Bobbe, Betriebsleiter bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, ein, dass nach der Sicherung des Siels tatsächlich weitere Arbeiten „seit einigen Wochen“ gestoppt wurden. Entgegen den noch zu Flutzeiten geäußerten Planungen. Sein Betrieb ist das Pendant zum sachsen-anhaltischen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.

Elbe kein Schwerpunkt

„Wir haben durch das Hochwasser Schäden an Elbe, Mulde und Weißer Elster in Höhe von 280 Millionen Euro zu reparieren“, erklärt der sächsische Hochwasserschützer den Grund. Schwerpunkt sei daher im Moment für seinen Zuständigkeitsbereich die Mulde, wo die durch das Hochwasser verursachten Schäden am größten seien.

„Wir haben für dieses Jahr 70 Millionen Euro zur Verfügung, die allein in Reparaturen fließen werden. Und im nächsten Jahr ist noch mal so eine Größenordnung nötig“, erläutert Bobbe. Daher stünde im Moment nur fest, dass erst einmal das kaputte Siel erneuert wird. „Wir erarbeiten dafür gegenwärtig die Ausschreibung. Sie wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Den Bau bereiten wir für das nächste Jahr vor.“ Wenn alles gut laufe, dann könne der nach dem Frühjahr starten.

Die Sanierung des gesamten Deichabschnittes werde sicher um ein Jahr verschoben, so der Betriebsleiter der in Rötha (südlich von Leipzig) ansässigen Zweigstelle der Landesbehörde. Wie seinerzeit berichtet, liegt das während der Flut geborstene Siel in dem einzigen in diesem Bereich noch nicht sanierten Abschnitt der Schutzanlage. Von Zwethau her bis an das Siel heran ist der Damm inzwischen saniert. Schon zu Zeiten des Hochwassers Anfang Juni war dieser Teil weitgehend fertiggestellt. Dann schließt sich in Richtung Sachsen-Anhalt der Altdeich an. Ab der folgenden Linkskrümme ist die Anlage wiederum bereits grundhaft ertüchtigt, da sich in diesem Abschnitt die Bruchstelle befindet, die im Jahr 2002 zur Flutkatastrophe in hiesiger Region führte. Gerade aus diesem Grund verfolgen die Einwohner in Prettin und Umgebung – die sächsischen Orte in diesem Gebiet einbezogen – sehr aufmerksam, was sich in puncto Hochwasserschutz auf sächsischer Seite tut.

„Kaum Informationen“

Den möglichen Aufschub der Sanierung des Deiches „finde ich nicht in Ordnung“, merkt daher Prettins Ortsbürgermeisterin Helga Welz (parteilos) an. So sehr sie auch die von Bobbe genannten Gründe anerkennt. „Vor allem ist es aber der Umstand, dass wir von sächsischer Seite wieder einmal kaum Informationen bekommen. Uns fragen die Leute, aber wir wissen nicht die Antworten.“ Das widerspreche aus ihrer Sicht dem allgemeinen Eindruck, dass die Zusammenarbeit über die Ländergrenze hinweg nun besser wäre. „Es müsste aber dringend etwas passieren, um die Ängste der Leute in Sachsen-Anhalt zu beruhigen“, meint Helga Welz.

Und nicht zuletzt waren damals ja auch einige sächsische Orte von dem Dammbruch betroffen. Wie während der jüngsten Hochwassersituation mehrfach berichtet, hatten sich Einwohner aus Dautzschen, Zwethau und anderen Orten in großer Sorge an die Feuerwehren der Stadt Annaburg, insbesondere Prettins, gewandt, weil sie den Eindruck hegten, dass ihre Landesbehörden die Verteidigung des Deiches aufgäben. Darauf wurde auch sofort reagiert.

Quelle: mz-web.de

Herbstdeichschauen 2013 nach dem Juni-Hochwasser

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Mecklenburg Vorpommern

Schwerin/MVPO  Die Herbstdeichschauen der im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) liegenden Landesschutzdeiche im Bereich der Elbe und ihrer Rückstaubereiche mit Schwerpunkt auf das Juni-Hochwasser finden jeweils ab 9.00 Uhr

– am 9. Oktober 2013 für den Schaubereich Boizenburg (Baubezirk des StALU WM, Am Elbberg 20, 19258 Boizenburg) und

– am 23. Oktober 2013 für den Schaubereich Dömitz (Bauhof des StALU WM, Schweriner Str. 23, 19303 Dömitz) statt.

Die Deichschau dient der Prüfung des ordnungsgemäßen Zustandes der Deiche einschließlich der anderen Hochwasserschutzbauwerke wie Schöpfwerke, Flutschleusen und Deichsiele in der Örtlichkeit.

Während des „Rekordhochwassers“ der Elbe im Juni 2013 wurden die Deiche erheblich belastet. Wasserstände bis zu 0,5 m über den Bemessungswasserständen konnten erfolgreich gekehrt werden. Das Hochwasser und die umfangreichen Abwehrmaßnahmen haben aber Spuren hinterlassen, die durch umfangreiche Sofortmaßnahmen gemindert werden müssen. Diese Arbeiten werden zu den Herbstdeichschauen jedoch noch nicht vollumfänglich abgeschlossen sein.

Insbesondere wird durch die Kommission geprüft, wie sich der Unterhaltungszustand der Hochwasserschutzanlagen darstellt und ob in der Winterhochwasserperiode mit Einschränkungen in der Funktionssicherheit der Deiche und Anlagen zu rechnen ist. Dies könnte zu zusätzlichen Aufwendungen bei der Hochwasserabwehr führen.

Auf dem Kontrollprogramm stehen zudem die Baustellen zur Sanierung des Deiches am Randkanal bei Boizenburg und die Sanierung des rechten Löcknitzdeiches zwischen dem Löcknitzdüker und der ehemaligen Eisenbahnlinie im Bereich Dömitz.

Weiterhin wird über erste Schlussfolgerungen aus dem Juni-Hochwasser, aber auch über den Stand zur Verbesserung der Abflussbedingungen im Hochwasserabflussprofil der Elbe informiert.

Der Kommission gehören an: Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V, weiterer Landesbehörden, des Landkreises Ludwigslust-Parchim, der Kommunen im Schaubereich, der Bundeswehr, der Wasserschutzpolizei, der Wasser- und Bodenverbände, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der zuständigen Behörden und Verbände für den Hochwasserschutz der benachbarten Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie des StALU WM.

 


Quelle: StALU WM – Dienststelle Schwerin

Spendenlager in Köthen stellt Arbeit ein

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Das wegen des Juni-Hochwassers eingerichtete Spendenlager in der Augustenstraße in Köthen wird seine Arbeit einstellen. Nach Angaben der Landeskreisverwaltung enden die Arbeit ab dem 01. Oktober. Künftiger Ansprechpartner werde dann der Deutsche Förderverein für Sanitätswesen sein.

Das während des Hochwassers 2013 eingerichtete Spendenlager in der Augustenstraße in Köthen stellt ab dem 1. Oktober seine Arbeit ein. Darüber informierte die Landkreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Als Ansprechpartner steht auch künftig der Deutsche Förderverein für Sanitätswesen zur Verfügung, der bei Bedarf über die Rufnummer 03496/50 89 99 erreichbar ist. „Über die weitere sinnvolle Verwendung der noch vorhandenen Sachen und Gegenstände wird im Nachgang entschieden“, hieß es in der Mitteilung.

Quelle: mz-web.de

Nach Hochwasser liegen die Nerven blank

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Rangendingen – Bei den hochwassergeplagten Anliegern des Rangendinger Mühlwegs liegen die Nerven blank. Gemeinderat und Bürgermeister mussten sich heftige Kritik anhören – aus ihrer Sicht jedoch zu unrecht.

Anwohner forderten in der Sitzung des Gemeinderats am Montag einen besseren Hochwasserschutz für ihre Straße, die zweimal innerhalb eines Jahres überflutet worden war. Das Kanalisationssystem müsse endlich verbessert werden, sagten sie.

Das Ingenieurbüro Renner, das die Lage im Auftrag der Gemeinde untersucht hat, kam zu einem anderen Ergebnis. Man müsse unterscheiden zwischen den Hochwassern der Starzel und einem Hochwasser aus Talbach und Sendelgraben. Laufe die Starzel über, fließe kein Wasser mehr aus der Kanalisation in den Bach. „Ohne Rückstauklappen geht dann nichts mehr“, so Renner. Der Sendelgraben liege dann zwei Meter höher als die Kanalisation. Auch die Einwände, man müsse die Einläufe weiter flussabwärts verlegen, sahen Renner und Widmaier somit als entkräftet. „Die Gesetze der Physik gelten halt auch in Rangendingen“, so Widmaier.

Anders sehe es bei den Hochwassern der beiden Bäche aus, dem Sendel und dem Talbach. Am Mühlweg, am tiefsten Punkt im Ort, laufen auch die Abwasserrohre der Baugebiete Winterrain und Gasse zusammen. Es stimme aber nicht, dass der Anschluss der „Gasse“ an das Kanalisationsnetz Ursache für Überschwemmungen sei, so Widmaier und Renner. Schon 2005 habe Rangendingen seine Hausaufgaben im Hochwasserschutz für Sendel und Dorfbach erledigt. Das System „funktioniert“. Trotz des Anschlusses der „Gasse“ im Jahr 2006 sei kein Hochwasser mehr aus diesen Bächen gekommen. Dem konnte kein Anlieger widersprechen.

Walter Müller platzte zwischenzeitlich der Kragen. Der Gemeinderat sei immer wieder angegriffen worden, obwohl er sich seit Jahren intensiv mit dem Thema befasse. Gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhold Dieringer verließ er demonstrativ den Ratstisch. Magdalena Dieringer versuchte am Ende die Wogen zu glätten. „Was wir machen konnten, haben wir gemacht“, fasste sie den Hochwasserplan der Gemeinde zusammen. Der Ingenieur riet, die Ausläufe der Bäche regelmäßig zu warten und Rückstauklappen in Häuser einzubauen. Denkbar sei ferner, die Kanalisation nachzuberechnen. Trotz aller Investitionen könne die Gemeinde nicht jedes Hochwasser im Ort verhindern, so Bürgermeister Widmaier.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Hochwasser: Geld für Schutzkonzept

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Wermsdorf. Die Gemeinde Wermsdorf setzt weiter auf Hochwasserschutz. Am Donnerstag beschlossen die Räte einstimmig die Finanzierung, um das Schutzkonzept für Saubach und Schallenteichbach fortzusetzen. Das ist das Startsignal für das Ingenieurbüro, weiter nach machbaren Möglichkeiten zu suchen, um Anwohner bei Starkregen und Überschwemmungen effektiv zu schützen.

Quelle: oaz-online.de

Hausgemachtes Hochwasser am Hang

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Dem Steinenbrücker Metzgermeister Karl Höck steht das Wasser zwar nicht bis zum Hals, dafür aber gelegentlich in der Wurstküche. „Immer wenn Starkregen ist, zittern wir“, berichtet der alteingesessene Meister

Overath. Dem Steinenbrücker Metzgermeister Karl Höck steht das Wasser zwar nicht bis zum Hals, dafür aber gelegentlich in der Wurstküche. „Immer wenn Starkregen ist, zittern wir“, berichtet der alteingesessene Meister, und schuld daran sei keineswegs allein die Klimaveränderung, sondern vor allem die Stadt Overath – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn erstens funktioniere die Entwässerung der Kindertagesstätte in der unmittelbaren Nachbarschaft zu der mittlerweile von Höcks Sohn geführten Metzgerei nicht so, wie sie sollte. Zweitens funktioniere die Entwässerung des bergauf angrenzenden Sportplatzes nicht so, wie sie sollte. Das Gebäude der Kita gehört wie auch der Sportplatz der Stadt. Und drittens funktioniere auch das noch weiter bergauf liegende Hochwasserrückhaltebecken für den Dresbach nicht so, wie es sollte. Wem das gehört? Der Stadt.

Fragt man die Stadt nach der Misere am Westhang es Heiligenhauser Berges, so erhält man die Antwort, dass Höck und der von ihm mittlerweile eingeschaltete Anwalt im Grundsatz recht haben mit ihrer Darstellung. Bei einem großen Behördentermin mit Angehörigen der Stadtverwaltung am 17. Oktober soll nun besprochen werden, was in Steinenbrück wann und wie geschehen kann, um die Lage zu entschärfen.

Teilnehmen sollen unter anderem Bürgermeister Andreas Heider persönlich, sein Bau-Beigeordneter Wolfgang Bürger sowie Vertreter von Bauverwaltungsamt und Stadtwerke und zwei Ingenieurbüros.

Denn ein bisschen kompliziert ist die Lage schon. So weist etwa der Hochwasser-Experte der Stadtwerke Overath, Michael Schubert, darauf hin, dass das Hochwasserrückhaltebecken der Stadt, so verlandet sei, dass das Wasser dort nicht mehr zurückgehalten werde. Das sei aber im Übrigen primär nicht die Ursache für die Probleme Höcks, wohl aber anderer Anlieger der Straße, die hinter Höcks Haus herführt. Was nun mit dem Becken ist? Die Sprecherin der rheinisch-bergischen Kreisverwaltung, Birgit Bär, weist darauf hin, dass eine Vergrößerung vom Kreis bereits genehmigt worden sei und es nun auf die Umsetzung durch den Aggerverband ankomme. Der Aggerverband gibt an, dass er das Becken tatsächlich bald bearbeiten wolle, aber noch auf die Mittelbewilligung warte. Der dortige Hochwasserexperte Uwe Widerek zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Verband im 2014 oder 2015 mit dem Bau beginnen könne.

Was die städtischen Liegenschaften in der Nachbarschaft Höcks angeht, räumt der Leiter des Overather Bauverwaltungsamtes, Manfred Allmayer, Probleme ein: „Zum Sportplatz Steinenbrück ist zu sagen, dass die bestehende Entwässerung Schäden aufweist und somit nicht zu 100 Prozent funktioniert. Hier wird es in Kürze entsprechende Untersuchungen geben, die uns dann Handlungsempfehlungen aufzeigen sollten.“

Auch in Sachen Kindergarten bekennt sich die Stadt schuldig. Allmayer: „Die Kita befindet sich auf städtischen Grund und somit ist die Entwässerung im Außenverhältnis Aufgabe der Stadt. Auch hier haben bereits erste Gespräche stattgefunden.“ Die Stadt sei sich der Probleme bewusst und suche nach „umsetzbaren Lösungen“.

Jedoch kommen in Steinenbrück solche Äußerungen nicht besonders gut an: „Darauf warten wir schon seit Jahren“, heißt es dort.

Quelle: rundschau-online.de

Alte Schäden, neue Konzepte: Sachsen-Anhalts Hochwasser-Bilanz

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Fischbeck, Klietz, Breitenhagen, Aken – lauter kleine Orte in Sachsen-Anhalt, die im Juni eine eher traurige Berühmtheit erlangt haben. Sie waren wie viele andere Städte in Mitteldeutschland stark vom Hochwasser betroffen. Rund drei Monate ist das nun her. Der MDR schaut heute in einem Thementag, wie es mittlerweile in den betroffenen Gebieten aussieht. Auch Sachsen-Anhalt, das am stärksten betroffene Bundesland, zieht Bilanz.

Die Spuren des Hochwassers sind noch vielerorts zu sehen. Viele Häuser, die überschwemmt waren, sehen immer noch aus wie im Rohbau, einige müssen sogar abgerissen werden. 70,2 Millionen Euro Soforthilfe hat das Land bisher ausgezahlt: für Privatleute, Bauern, Unternehmer und Kommunen. Dazu kommt die Wiederaufbauhilfe. Von 1.600 Anträgen sind bisher 300 bewilligt worden. Viele Bürger klagen, es dauere zu lange, bis sie das Geld bekommen. Aber erst müssen die Ansprüche und Versicherungsfragen geklärt werden, heißt es aus der Staatskanzlei.

Aeikens: Haben schon viel geschafft

Auch beim Hochwasserschutz laufen die Reparaturarbeiten. „Wir sind dabei und haben schon eine ganze Menge geschafft, die Deiche winterfest zu machen, denn wir wissen nicht, wann das nächste Hochwasser kommt“, berichtet Hermann Onko Aeikens, Minister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt. „In Fischbeck ist eine Spundwand installiert worden, die für den Winter Schutz bietet. In Breitenhagen laufen die letzten Arbeiten, um den Deich zu schließen, ebenso an der Schwarzen Elster.“ Parallel wird auch das Hochwasserschutz-Konzept des Landes überarbeitet: Bis 2020 sollen neue Deiche und Flutungsflächen fertiggestellt sein. Auch die Arbeit der Krisenstäbe während des Hochwassers wird nun überprüft. Sie haben die Hilfskräfte vor Ort koordiniert, über Evakuierungen entschieden und die Bürger informiert. Das Innenministerium befragt zurzeit alle Beteiligten, wo Probleme lagen. Noch bis Ende des Jahres soll die Auswertung dauern.

Arbeit über Landesgrenzen hinweg nicht immer einfach

Insgesamt habe man die Katastrophe gut gemeistert, sagt Innenminister Holger Stahlknecht. Streit gab es manchmal darüber, ob Land oder Landkreis zuständig sind. Zum Beispiel über die Landesgrenzen hinweg an der Goitzsche: Sie drohte, überzulaufen und Teile Bitterfelds zu überschwemmen. Der Landrat von Anhalt-Bitterfeld diskutierte mit dem nordsächsischen Kollegen. Der lehnte es jedoch ab, zur Entlastung einen Deich an der Mulde zu sprengen. Innenminister Stahlknecht ist im Rückblick überzeugt, dass der Krisenstab des Landes hätte übernehmen sollen: „Das wäre dort die richtige Entscheidung gewesen, nicht weil ich die Arbeit des Krisenstabes dort kritisiere, sondern wir hätten da die Sache eher an uns ziehen sollen, weil dann die Koordination zwischen den verschiedenen Landesbehörden einfacher ist.“

Innenministerium denkt über ständige Katastrophen-Fachgruppe nach

Außerdem schlägt das Innenministerium vor, eine Fachgruppe zu gründen. Zu ihr sollen Experten gehören, die sich mit verschiedenen Katastrophenfällen auskennen, sagt der Innenminister. „Wenn man mal einen Chemieunfall oder einen Unfall mit biologischen Stoffen hat, oder einen Waldbrand oder andere Katastrophen – dass für jeden Fachbereich ein exzellenter Mann oder eine exzellente Frau vorhanden ist, die nicht ausgetauscht werden und dann auch einem örtlichen Stab immer zu Verfügung gestellt werden“, beschreibt Stahlknecht das Konzept, das ihm vorschwebt. An das nächste Hochwasser wollen viele Betroffene aber eigentlich noch gar nicht denken. Ihr nächstes Ziel ist Weihnachten. Dann wollen alle wieder in ihren Häusern feiern.

Quelle: mdr.de

Vielzahl der Hinweise und Vorschläge werden ausgewertet und fließen bis spätestens Anfang 2014 in Hochwasserschutzplan ein

Die Geschehnisse der Hochwasserkatastrophe in diesem Jahr im Juni werden derzeit intensiv durch die Arbeitsgruppe Hochwasser der Stadt aufgearbeitet und ausgewertet, um Schlussfolgerungen für etwaige künftig auftretende ähnliche Schadensereignisse zu ziehen. Nach den beiden Auftaktberatungen im Juli und August fand nun die vierte Regionalberatung mit Bürgern und Unternehmern aus Debschwitz und Untermhaus statt. Zuvor tagten am 9. September Betroffene aus Zwötzen und Liebschwitz, am 12. September aus Thieschitz, Milbitz und Rubitz und am 16. September aus Heinrichsgrün, Langenberg und Stublach. Der Vorschlag für die Mitarbeit in einer AG entstand durch die Bürger selbst auf der öffentlichen Hauptausschusssitzung am 25. Juni.

Unter Leitung von Holger Steinbach, Leiter der Unteren Wasserbehörde, berieten die AG-Teilnehmer am 25. September im Dezernat Bau und Umwelt in der Amthorstraße gemeinsam mit Fachdienstleiter für Brand- und Katastrophenschutz Ludwig Geiger, Fachdienstleiter Umwelt Konrad Nickschick, Jürgen Kroll von der OTWA GmbH und Patricia Reißhauer von der TLUG Jena über Sofortmaßnahmen in Sachen Hochwasserschutz. Besonders das Interesse der Unternehmer aus Untermhaus war groß. Sie waren alle vom letzten Hochwasser stark betroffen, hatten in den kritischen Tagen mit hoher Einsatzbereitschaft nicht nur sich selbst versucht zu schützen, sondern Seite an Seite mit den Bewohnern und gemeinsam mit ihrer Belegschaft, unter Einsatz der eigenen Technik gegen die Fluten gekämpft. Ob Ronny Laudenbach von der Bäckerei + Konditorei Laudenbach GmbH und Co. KG, Uwe Meißner von der Adelheid Meißner GmbH Gera, Martin Grötsch von der Grötsch Fensterbau GmbH, René Starke von STARKE Möbeltransporte, Jutta Bensch-Klabunde und Frank Klabunde von der JFK Rings GmbH, die Bürger Reinhard Schmalwasser aus Untermhaus sowie Dieter Neuhold und Tilo Wetzel aus Debschwitz, sie alle brachten ihre Vorschläge in die über dreistündige Diskussionsrunde ein.

Auf dem Tisch lagen zwei große Karten von jeweils Debschwitz und Untermhaus, auf denen sie akribisch versuchten, den Weg des Wassers in ihrem Stadtteil nachzuvollziehen. Die entsprechenden Stellen wurden farblich markiert. Da ging es um solche Schwachstellen wie Vertiefungen in Dämmen, wie man mit Hilfe von Sandsäcken dem Wasser wo Einhalt gebieten könnte und welche Plätze sich im Katastrophenfall für die Zwischenlagerung von Sandsäcken eignen würden. Wenn der Greizer Pegel steigt, haben die Geraer noch etwa sechs Stunden Zeit, um Maßnahmen zu ergreifen. Die müssen zielgerichtet genutzt werden. Bitte der Teilnehmer auch: Bei einem künftigen Hochwasser sollte die Polizei Schaulustige, die im Juni die Wege verstopften und die Arbeiten behinderten, von den Hochwasserschwerpunkten fernhalten

„Wir tragen all diese vielen Hinweise und Erkenntnisse zusammen. Sie sind in den kommenden Wochen die Grundlage für die Überarbeitung des Hochwasserschutzplanes. Aus der Vielzahl der übermittelten Ereignisse und aus dem Vergleich mit Zeit, Ort und Pegelständen werden konkrete Maßnahmen abgeleitet. Es gibt auch noch Ortsbegehungen mit der OTWA GmbH in Debschwitz und Liebschwitz. Bis Ende 2013 / Anfang 2014 soll der Plan stehen. Dann werden wir die Regionalarbeitsgruppen Hochwasser erneut einladen und zu den Ergebnissen informieren. Allen Bürgern und Unternehmen, allen Betroffenen, die bisher so engagiert mitgearbeitet haben, ein großes Dankeschön“, so Holger Steinbach.

Quelle: gera.de