Lehre aus dem Hochwasser: Bäume müssen weg

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Kreis Lüneburg

Es ist ein alter Streit zwischen Naturschützern, Landwirten und Behörden: Die Verbuschung an den Ufern von Flüssen. Auch im Elbvorland im Landkreis Lüneburg wird seit Jahren darüber gestritten. Während die einen die natürliche Vegetation in der Elbtalaue erhalten wollen, warnen die anderen vor den Gefahren des Hochwassers. Seit diesem Sommer aber hat sich etwas verändert. Und jetzt werden Konsequenzen gezogen. Denn die Ausmaße des Elbehochwassers haben Spuren hinterlassen, sagt Klaus-Jürgen Steinhoff von der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg). „Auch der Naturschutz muss sich der Tatsache stellen, dass Gehölze, selbst wenn diese in unsere Region gehören, zu Abflusshindernissen werden können“, sagt Steinhoff.

Vorbeugung durch groß angelegten Rückschnitt

Daher stimmte die Naturschutzbehörde einer groß angelegten Rückschnittaktion beidseitig der Elbe zu. „Als Vorbereitung auf das nächste Hochwasser“, wie Steinhoff betont. Dabei kann es gar nicht schnell genug gehen. Dank einer Ausnahmegenehmigung durfte in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Auf insgesamt 13,5 Kilometern hat Baggerführer Marco Heinemann von der beauftragten Firma bereits Büsche und jungen Bäumen entfernt, mehr als 30 Elbkilometer liegen noch vor ihm. „Wenn mir das Hochwasser keinen Strich durch die Rechnung macht, sollte das bis zum Ende des Winters klappen“, sagt Heinemann.

Aus dem Gehölz werden Pellets

Mit Hilfe gigantischer Schneidewerkzeuge zupft Heinemann Busch für Busch aus der Elbe. Totholz und junge Bäume zerlegt der Bagger an Ort und Stelle in seine Einzelteile. So türmen sich entlang der Elbe in regelmäßigen Abständen hohe Berge aus Gehölz. „Das verarbeiten wir später zu Pellets“, erzählt Heinemann. Aus Angst vor Belastungen durch Dioxin aus dem Boden werden Bäume und Büsche nicht mit ihrer Wurzel entfernt. Wie mit dem Nachwuchs in den nächsten Jahren umgegangen wird, dazu gebe es aber auch schon Ideen, sagt Naturschützer Steinhoff: „Im Gespräch ist zum Beispiel eine Beweidung.“

Resolution zu Schnittbestimmungen

Der Kreistag Lüneburg hat unterdessen mehrheitlich für eine weitere Resolution zum Gehölzrückschnitt an der Elbe gestimmt. Unter anderem fordern die Parteien, den Zeitraum für die Rückschnittarbeiten grundsätzlich zu erweitern. Die Resolution geht nun an das Land Niedersachsen.

Quelle: ndr.de

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