Archiv für September 25, 2013

Die Hochwasser können kommen

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Eichstetten feiert die Fertigstellung seines erweiterten zweiten Rückhaltebeckens / Das Land steuerte eine Million Euro bei.

Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Steinenweg ist jetzt offiziell in Betrieb genommen worden. In den vergangenen Jahren wurde das Becken umfassend saniert und sein Fassungsvermögen von 6300 auf nunmehr 18800 Kubikmeter erhöht. An den Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro beteiligte sich das Land mit einer Million Euro. Die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war zu Einweihung gekommen und gratulierte der Gemeinde dafür, dass sie das Problem Hochwasserschutz mutig angegangen sei. Sie erinnerte auch an den Starkregen im Frühjahr, bei welchem sich gezeigt habe, dass vorbeugender Schutz die beste Lösung ist. Wer zuwarte, bis Handlungsbedarf bestehe, habe die Chance nicht genutzt. Nicht unerwähnt blieb, dass der Landeshaushalt rund 47 Millionen Euro für den Hochwasserschutz vorsieht, davon seien fünf Millionen für die Gewässerökologie bestimmt.

Bevor sich die Regierungspräsidentin im goldenen Buch der Gemeinde verewigte, wünschte sie der Gemeinde, dass dieses Rückhaltebecken die Erwartungen erfüllt. Davon ist Bürgermeister Bruder jedenfalls überzeugt. Er betonte, dass die Gemeinde nun den Hochwasserschutz optimiert habe.

Das im Jahre 1972 gebaute Becken hatte ursprünglich ein Fassungsvermögen von rund 8500 Kubikmetern, durch Verlandungen war dieses aber auf 6300 Kubikmeter gesunken. So war es nicht verwunderlich, dass nach einer Sicherheitsüberprüfung Handlungsbedarf bestand.

Das Ingenieurbüro für Tief- und Wasserbau Zink wurde deshalb beauftragt, nach Lösungen zu suchen. Kurzzeitig wurde auch ein weiteres Rückhaltebecken im Rippach als Lösung geprüft. Doch die Kosten-Nutzen-Analyse ergab, dass es sinnvoll wäre, Oberflächenwasser aus dem Rippach-Einzugsgebiet dem Becken im Steinenweg durch entsprechende Leitungen zuzuführen. Letztlich konnte das Einzugsgebiet von 170 auf 200 Hektar erweitert werden. Nun, nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit, ist das Rückhaltebecken wieder funktionsfähig, die Abflussmenge konnte von 500 Litern je Sekunde auf 140 l/s reduziert werden.

Eichstetter Becken liefern Daten für die Wissenschaft

Vorbeugung sei die beste Versicherung meinte Peter Sackmann vom Ingenieurbüro Zink. Das rund 600 Meter oberhalb des Dorfes befindliche Becken schütze mit seinem nun um rund zwei Meter erhöhten Damm die Dorfbewohner.Die Hochwasserentlastungsanlage in Form einer Überlaufscharte gewährleiste auch im Extremfall die Standsicherheit des Dammes. Zusätzlich sorge bei hohem Wasserstand eine Aktivmeldeanlage für die rechtzeitige Alarmierung des Betriebspersonals. An die lange, schon im Jahre 2002 begonnene Planungsphase, erinnerte Dieter Schuster von der unteren Wasserbehörde des Landkreises.

Ausgestattet ist das Becken auch mit einer neuen Mess- und Steuertechnik. Dafür dankte Jens Lange vom Hydrologischen Institut der Uni Freiburg. Er erinnerte an die schon Ende der 70er Jahre begonnene Zusammenarbeit mit der Gemeinde, um hydrologische Untersuchungen an den Pegeln im Breitenweg – dort wurde 2006 das Becken saniert – und im Rippach vorzunehmen. Die Niederschlagsmessung und der Abfluss würden nunmehr hochmodern durch Ultraschall ermittelt. Durch diese berührungslose Messung erhalte die Uni verlässlichere Daten. Diese würden über Eichstetten hinaus repräsentativ auch für die Region von Bedeutung sein. Neu in dem Rückhaltebecken ist auch ein Feuchtgebiet, das ebenfalls wissenschaftlich erforscht wird. Dabei geht es darum, wie dieses Biotop Pestizide aus den Weinbergen und Landwirtschaftsflächen aufnimmt.

Quelle: badische-zeitung.de

Dhünn ist schneller gefährlich

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Bis Ende des Jahres müssen auch die Flüsse in Leverkusen in punkto Überflutungsgefahr bewertet werden. Vor allem bei kleineren Gewässern wie der Dhünn sei der Hochwasserschutz schwieriger als etwa beim Rhein, so eine Expertin.

Wasser bahnt sich immer seinen Weg. Und so haben die Umweltminister der Bundesländer als Konsequenz aus der deutschen Juni-Flut beschlossen, ein gemeinsames Schutzprogramm zu erarbeiten. Das Thema steht in Leverkusen jedoch schon länger auf der Agenda – so will es die EU. Im Rahmen eines Hochwasserrisiko-Managements müssen bis Ende des Jahres alle Flüsse in punkto Überflutungsgefahr bewertet werden. Danach soll bis Ende 2015 ein Hochwasserrisikomanagementplan erstellt werden. Daraufhin geht es in die Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

„In Leverkusen ist Hochwasserschutz ein großes Thema, da wir mit Rhein, Wupper, Dhünn, Wiembach und Mutzbach viele Gewässer haben“ sagte Karla Marschollek von der Unteren Wasserbehörde. Die offizielle Hochwasserzeit ist vom 1. November bis 31. März. „Das heißt aber nicht, dass Hochwasserereignisse nicht auch zu anderen Zeiten auftreten können“, sagte Marschollek. Wie das Juni-Hochwasser.

Vor allem bei kleineren Gewässern wie der Dhünn sei der Hochwasserschutz schwieriger als etwa beim Rhein, sagte Marschollek. Fällt mehr Regen als gewöhnlich, kann der Pegel schnell hochsteigen, der Fluss die großen Wassermengen jedoch nicht schnell genug aufnehmen. Bis der Rhein über die Ufer tritt, müssten deutlich mehr Niederschläge fallen. Hinzu kommt laut Marschollek, dass die Wupper und die Dhünn noch viele kleine Gewässer als Zuflüsse habe.

Wie schnell es zu einer Überschwemmung auch in Leverkusen kommen kann, zeigten die großen Wassermengen vor zwei Jahren in Schlebusch. Das Gut Hummelsheim war betroffen. Die Dhünn war so stark angeschwollen, dass sie beim Wehr des Sensenhammers erst die Felder und den Wald in der Aue überschwemmte. Von da aus lief das Wasser in die Keller, Tiefgarage und einige Erdgeschosswohnungen im hunderte Meter entfernten „Wohnpark Alt-Schlebusch“ neben dem Schlebuscher Altenheim.

Risiko-Szenarien

Das soll nach Plänen der Europäischen Union möglichst vermieden werden. In Hochwassergefahrenkarten wird die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung dargestellt. So soll ermittelt werden, nach welchen Szenarien Einwohner oder Schutzgebiete betroffen wären, wo Kulturobjekte gefährdet sind oder Gefahren für Industrie-Anlagen vorliegen.

Um Vorsichtsmaßnahmen für alle Flüsse treffen zu können, bewerten die Experten die Risiken nach verschiedenen Schweregraden. So gibt es seit 1920 Aufzeichnungen vom Land NRW zu den Niederschlagsmengen und Pegelständen der Flüsse. Damit lassen sich Risiko-Szenarien entwickeln. Bei dem extremsten Szenario „HQ extrem“ würde am Rhein zum Beispiel die Kläranlage vor dem Bayerwerk überschwemmt werden. 1200 Menschen wären von dem Hochwasser betroffen. „Das darf natürlich keinesfalls passieren“, sagte Marschollek.

Markierte Pappeln werden Anfang Oktober gefällt

Die Pappeln am Rheinufer in Hitdorf kommen weg. Das steht seit der Sitzung der Bezirksvertretung I am Montagabend steht fest: „Die Bäume sind eine erhebliche Gefährdung für den Hochwasserschutz“, sagte Reinhard Gerlich, Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL). Beim Hochwasserschutz werden zunehmend mobile Wände eingesetzt. „Wenn eine Pappel auf so eine Wand fällt, dann kracht diese sofort ein“, so der TBL-Chef. Das sei gefährlicher, als wenn da keine Wand stehe.

Bei einer Beschädigung in Hochwasserzeiten würde dann schneller Wasser in die Stadt dringen, als ohne Hindernis. „Hier geht es um Bäume oder Menschenleben“, appellierte Gerlich an die Ausschussmitglieder, die sich überzeugen ließen. Die SPD-Fraktion zog ihren Antrag, der auf einen Fortbestand der Bäume hingewirkt hatte, daraufhin zurück.

Die Pappeln, die bereits mit Schildern markiert worden sind, sollen Anfang Oktober gefällt werden.

Schutzmaßnahmen könnten zum Beispiel eine Deicherhöhung oder mobile Wände sein. Auch über eine Entsiegelung bestimmter Gebiete müsste nachgedacht werden. „Die Maßnahmen müssen mit dem Betreiber, der Feuerwehr, den technischen Betrieben und dem Wupperverband abgestimmt werden“, sagte Marschollek. Auch die Bevölkerung soll mit einbezogen werden. Die Ergebnisse können auch Auswirkungen auf Bauherren haben, denn in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten darf nicht gebaut werden.

Auch das Klinikum Leverkusen ist mit seiner Lage an der Dhünn potenziell gefährdet. „Es wird zukünftig in die Planung mit eingebunden“, sagte Umweltamtsleiter Dirk Terlinden. Einen hundertprozentigen Schutz kann es jedoch gegen Hochwasser nicht geben. „Ziel des Risikomanagements ist die Minimierung des Hochwasserrisikos sowie die Sensibilisierung der Menschen. Mehr lässt sich nicht tun“, sagte Marschollek.

Quelle: ksta.de

Ortschaft Elster bekommt Hochwasserschutzsystem

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Elster im Landkreis Wittenberg soll besser vor kommenden Hochwassern geschützt werden. Am Mittwoch sei nahe des Ortes am Zusammenfluss von Elbe und Schwarzer Elster mit dem Bau eines Deiches und …
dem Aufstellen von Spundwänden begonnen worden, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Es ist der erste Bauabschnitt. Ein etwa 1,6 Kilometer langer Deich soll entstehen. An Stellen, an denen kein Damm errichtet werden kann, werden Spundwände gesetzt. 2,5 Millionen Euro fließen in das Projekt, das zu 80 Prozent mit EU-Mitteln bezahlt wird. Im Oktober 2014 soll es fertig sein. Bisher gab es in Elster kein Hochwasserschutzsystem. Der rund 2600 Einwohner zählende Ort war sowohl bei der Juni-Flut in diesem Jahr als auch beim Hochwasser 2002 überflutet worden.
Quelle: focus.de

Lehre aus dem Hochwasser: Bäume müssen weg

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Kreis Lüneburg

Es ist ein alter Streit zwischen Naturschützern, Landwirten und Behörden: Die Verbuschung an den Ufern von Flüssen. Auch im Elbvorland im Landkreis Lüneburg wird seit Jahren darüber gestritten. Während die einen die natürliche Vegetation in der Elbtalaue erhalten wollen, warnen die anderen vor den Gefahren des Hochwassers. Seit diesem Sommer aber hat sich etwas verändert. Und jetzt werden Konsequenzen gezogen. Denn die Ausmaße des Elbehochwassers haben Spuren hinterlassen, sagt Klaus-Jürgen Steinhoff von der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg). „Auch der Naturschutz muss sich der Tatsache stellen, dass Gehölze, selbst wenn diese in unsere Region gehören, zu Abflusshindernissen werden können“, sagt Steinhoff.

Vorbeugung durch groß angelegten Rückschnitt

Daher stimmte die Naturschutzbehörde einer groß angelegten Rückschnittaktion beidseitig der Elbe zu. „Als Vorbereitung auf das nächste Hochwasser“, wie Steinhoff betont. Dabei kann es gar nicht schnell genug gehen. Dank einer Ausnahmegenehmigung durfte in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Auf insgesamt 13,5 Kilometern hat Baggerführer Marco Heinemann von der beauftragten Firma bereits Büsche und jungen Bäumen entfernt, mehr als 30 Elbkilometer liegen noch vor ihm. „Wenn mir das Hochwasser keinen Strich durch die Rechnung macht, sollte das bis zum Ende des Winters klappen“, sagt Heinemann.

Aus dem Gehölz werden Pellets

Mit Hilfe gigantischer Schneidewerkzeuge zupft Heinemann Busch für Busch aus der Elbe. Totholz und junge Bäume zerlegt der Bagger an Ort und Stelle in seine Einzelteile. So türmen sich entlang der Elbe in regelmäßigen Abständen hohe Berge aus Gehölz. „Das verarbeiten wir später zu Pellets“, erzählt Heinemann. Aus Angst vor Belastungen durch Dioxin aus dem Boden werden Bäume und Büsche nicht mit ihrer Wurzel entfernt. Wie mit dem Nachwuchs in den nächsten Jahren umgegangen wird, dazu gebe es aber auch schon Ideen, sagt Naturschützer Steinhoff: „Im Gespräch ist zum Beispiel eine Beweidung.“

Resolution zu Schnittbestimmungen

Der Kreistag Lüneburg hat unterdessen mehrheitlich für eine weitere Resolution zum Gehölzrückschnitt an der Elbe gestimmt. Unter anderem fordern die Parteien, den Zeitraum für die Rückschnittarbeiten grundsätzlich zu erweitern. Die Resolution geht nun an das Land Niedersachsen.

Quelle: ndr.de