Schutz vor Hochwasser wird teurer

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

Potsdam (MOZ) Rund 2000 Hausbesitzer in Brandenburg erhalten in diesen Tagen Post von ihrer Versicherung. Die Allianz teilt darin mit, dass sich Kunden mit DDR-Altverträgen in Hochwassergebieten auf höhere Kosten einstellen müssen.

 

Die letzte große Flut ist erst drei Monate her, nun reagiert die Allianz und ändert Alt-Verträge für Gebäudeversicherungen. Mehr zahlen müssen zum Beispiel viele Menschen im Oderbruch. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat sogenannte Gefährdungsklassen ermittelt. In der höchsten Klasse vier ist demnach statistisch aller zehn Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen, in Klasse drei aller zehn bis 50 Jahre.

Das Angebot der Allianz sieht nun so aus: Hausbesitzer in der Gefährdungsklasse drei müssen eine Beitragserhöhung um 100 Euro pro Jahr und eine Selbstbeteiligung von 1500 Euro im Schadensfall akzeptieren. Wer sein Haus in der Zone vier hat, zahlt 150 Euro Jahresprämie mehr und wird mit einem Selbstbehalt bis 3000 Euro zur Kasse gebeten. Die Deckungssummen bleiben gleich.

„Wenn also ein Schaden von 100 000 Euro eintritt, was bei einem Haus leicht passieren kann, muss der Eigentümer 3000 Euro zahlen. Das finde ich fair“, sagt Allianz-Sprecherin Claudia Herrmann. Sie verweist darauf, dass dem Konzern wegen des jüngsten Hochwassers allein in den neuen Ländern 40 000 Schäden gemeldet worden seien. Bundesweit werde man 600 Millionen Euro an die Kunden auszahlen.

Im Gegenzug sei es notwendig, die DDR-Verträge zu verändern. Die Allianz hatte 1990 die DDR-Policen übernommen – Hochwasserschutz inklusive. Bisher wurden alle Schäden zu 100 Prozent ersetzt. „Es gibt in den alten Verträgen keine Selbstbeteiligung im Schadensfall und keine Stafflung der Kosten nach Risiko. Beides sind heute aber Selbstverständlichkeiten“, erklärt Allianz-Sprecherin Claudia Herrmann.

Sie betont, dass die Police auch künftig im Vergleich zu denen anderer Anbieter preiswert sei. Auch Verbraucherschützer verweisen darauf, dass es für Hausbesitzer in Risikogebieten zunehmend schwierig sei, überhaupt einen neuen Vertrag zu bekommen, und wenn, dann nur mit noch höheren Selbstbehalten.

Heike Pestka, Allianz-Kundin aus dem Oderbruch, ist mit dem Vorstoß des Konzerns dennoch nicht einverstanden. „Wir sind Stammkunden, haben alle unsere Versicherungen bei der nicht gerade preisgünstigen Allianz abgeschlossen, vor allem wegen dieses einen guten Altvertrags“, sagt sie. „Ich finde es nicht gut, dass wir nun mehr zahlen müssen.“ Heike Pestka ist sich bewusst, dass sie im Risikogebiet wohnt – 700 Meter vom Oderdeich entfernt. „Wir hatten dreimal Hochwasser, aber noch keinen Schadensfall“, gibt sie zu bedenken. Mit den 3000 Euro Selbstbeteiligung im Schadensfall könne sie leben. „Wenn nach einer Flut alles weg ist, fällt diese Summe nicht so stark ins Gewicht.“ Aber die jährlich 150 Euro mehr würden ihr weh tun. „Das ist viel Geld.“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erneuerte angesichts des Allianz-Vorhabens seinen Appell an sämtliche Hausbesitzer, sich mit einer Elementarschadenversicherung gegen die wachsende Gefahr von Naturkatastrophen abzusichern. Bislang hätten lediglich 28 Prozent der märkischen Eigenheimbesitzer einen solchen Schutz, hieß es.

Quelle: moz.de

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