Archiv für September 17, 2013

Die Podiumsdiskussion der Bayerischen Architektenkammer in München sucht konkrete Lösungen um in Zukunft Hochwasserkatastrophen zu vermeiden.

Ort: Bayerische Architektenkammer, Haus der Architektur, Waisenhausstraße 4, 80637 München
Datum: Mittwoch, 25.09.2013, 19:00 Uhr

Die Hochwasserkatastrophe im Juni 2013 hat weite Gebiete um Elbe und Donau verwüstet zurückgelassen. Flutwellen infolge von gebrochenen Dämmen haben berufliche Existenzen vernichtet und privates Eigentum zerstört. Die Menschen, die in den hochwassergefährdeten Gebieten zu Hause sind, möchten trotz allem ihre Heimat nicht verlassen. Sie benötigen Unterstützung – nicht nur finanzieller Art, sondern vor allem beim Wiederaufbau und präventiv beim Schutz vor weiteren Flutkatastrophen.
Architekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner sind dabei in besonderer Weise gefordert. Es geht um die Schadenserfassung und –feststellung, um Objektplanung und Baubetreuung, aber auch um eine dem Leben am Fluss angepasste Stadtplanung und eine den Belangen des Hochwasserschutzes gerecht werdende Renaturierung von Flüssen.

Wie können Planer dazu beitragen, solche Katastrophen künftig zu vermeiden? Welche Rolle spielt dabei die Bauleitplanung? Müssen mögliche Gefährdungen durch Hochwasser bereits im Baugenehmigungsverfahren berücksichtigt werden? Und wie ist die Politik in diesem Zusammenhang gefordert?
Diesen und weiteren Fragen geht die Bayerische Architektenkammer in einer Podiumsdiskussion nach. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: info@byak.de

Teilnehmer:
– Dipl.-Ing. (FH) Christian Bernreiter, Landrat des Landkreises Deggendorf
– Dipl.-Ing. Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, Präsidentin des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA)
– Dipl.-Ing. Lutz Heese, Architekt und Stadtplaner, Präsident der Bayerischen Architektenkammer
Moderation:
Stephanie Heinzeller, Bayern 2 Radio

Quelle: detail.de

 

Schwerin (ots) – Bund und Länder hatten im August dieses Jahres eine Verordnung für den Aufbauhilfefonds nach dem Hochwasser 2013 unterzeichnet und damit die Voraussetzungen geschaffen, um den Menschen zu helfen, die vom Hochwasser geschädigt waren.

„Die Gelder aus dem Fonds können auch eingesetzt werden, um Privathaushalte und Wohnungsunternehmen, die im Zeitraum vom 18. Mai bis 04. Juli 2013 im Landkreis Ludwigslust-Parchim vom Hochwasser betroffen waren, zu entschädigen. In den regional zuständigen amtsfreien Städten Lübtheen und Boizenburg sowie in den Ämtern Dömitz-Malliß, Boizenburg-Land und Grabow stellt das Ministerium für Inneres und Sport jetzt entsprechende Antragsformulare auf Gewährung einer Finanzhilfe bereit. Anträge können spätestens bis zum 30. Juni 2015 gestellt werden“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Dort erfolgt auch die Bearbeitung der Anträge und Auszahlung der Gelder .“

Die erforderlichen Antragsformulare werden nicht nur in den genannten Behörden bereit gehalten, sondern sind auch im Internet abrufbar unter www.kreis-swm.eu.

Geschädigten Bürgern und Wohnungsunternehmen können bis zu 80% des entstandenen Schadens ersetzt werden. Versicherungsleistungen sowie andere mit dem Hochwasser zusammenhängende Hilfen Dritter werden berücksichtigt, so dass keine Überkompensation von Schäden erfolgt.

 

Rückfragen bitte an:

Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern
Pressestelle
Michael Teich
Telefon: 0385/588-2008
E-Mail: michael.teich@im.mv-regierung.de
http://www.regierung-mv.de 

Quelle: presseportal.de

Erste Kleingärten sind weg

Veröffentlicht: September 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

In der Tiergartenstraße sind Bagger und Lkws unterwegs – sie reißen die vom Hochwasser betroffenen Anlagen „Am Waldfrieden“ und „Elsteraue“ ab. Die Kleingärtner beschließen den Abriss einstimmig auf einer Versammlung.

Auf dem Radweg hinter der Tiergartenstraße fährt ein Laster mit Schutt Richtung Stadt. Weiter hinten, dort, wo Blumen blühen und Äpfel reifen sollten, rangiert ein Bagger: Die Zeitzer Kleingartenanlage „Am Waldfrieden“ wird gerade dem Erdboden gleich gemacht. Es ist die erste Anlage, die nach dem Hochwasser – und als dessen Folge – aufgelöst wird.

Frank-Dieter Lippert war Vorsitzender der kleinen Anlage mit ihren 20 Parzellen, in der zuletzt zwölf belegt, aber alle gepflegt waren. Das heißt, er ist es noch „bis die Anlage abgewickelt ist. Ein ganz schön aufwendiger Prozess“, sagt er. Er steht vor dem Feld, auf dem auch seine Oase stand – seit über drei Jahrzehnten. Aber sentimental wird er nicht.

„Freilich fiel es schwer“, gibt er zu. Aber es sei nicht zu ändern gewesen. Zwar hätten er und ein Teil der Mitstreiter nach dem Hochwasser gedacht, sie bekämen alles wieder hin. Aber nach wenigen Wochen war klar, es wird viel schwerer als erwartet. Das Wasser habe 1,50 Meter hoch in den Hütten gestanden – seine Fertigteillaube schimmelte anschließend, Pilze wuchsen an der Wand. Und dann wogen die sieben Kleingärtner, die aufhören wollten, umso schwerer. Jedes fehlende Vereinsmitglied würde die Kosten für die Elektroanlage noch höher steigen lassen.

Einstimmig für Auflösung

Es habe eine Versammlung gegeben, bei der einstimmig beschlossen wurde, den Verein aufzulösen. Ohne Gegenstimmen? „Bei uns gab es keine Diskussionen“, bestätigt Lippert. Es lohne sich einfach nicht, wenn die Laube so hoch im Wasser stand und man sie wieder herstellen muss. Oder wenn der Geruch – wie in seiner Holzhütte – einfach nicht verschwindet. Er hatte nach 2011 nicht damit gerechnet, noch mal Wasser in den Garten zu bekommen, doch es kam; und höher denn je.

Was ihn und die Gartenfreunde ärgerte, waren die unterschiedlichen Termine, die die Stadt setzte. Anfangs habe es geheißen, bis Ende des Jahres seien die Parzellen besenrein zu räumen. Das hätte den Gärtnern zugesagt, wollten sie doch Pflanzen mitnehmen, einen Teil des Materials für die nächsten Gärten sichern. Doch plötzlich habe es geheißen: Nicht Dezember, sondern Ende September müssen die Gärten geräumt sein. Und schließlich, bei der letzten Besprechung war daraus Anfang September geworden. „Da musste alles viel schneller gehen“, sagt Lippert, aber sie hätten es hinbekommen. Er versucht, die Stadt in Schutz zu nehmen: Auch sie hätten wahrscheinlich nur Vorgaben befolgt.

Demontage der Nachbarlauben

In der Nachbaranlage „Elsteraue“ hatte man sich schwerer getan. Da gab es Leute, die bleiben wollten. Augenblicklich stehen dort noch Lauben, aber Stadtmitarbeiter kümmern sich. Es wird in ihnen gehämmert, Scheiben krachen klirrend auf den Boden. Der einzige Aushang im Mittelungskasten kündigt an, wann die Abrissarbeiten starten. Der Rückbau hat begonnen. Auch die „Elsteraue“ wird bald Geschichte sein.

Quelle: mz-web.de