Rückstau-Sicherung mit Verwallung oder Siel?

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Wird der Solgraben inmitten von Schönebeck auch beim nächsten Hochwasser wieder enorm zurückstauen? Die Stadtverwaltung will vorsichtshalber ein Siel bauen. Nur fehlt bis dato das Geld für diese rund eine Million Euro teure Investition.

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Folglich sollen nun die Lehren aus dem Juni-Hochwasser gezogen und eventuelle Schwachpunkte beseitigt werden. Deshalb will die Stadt Schönebeck nun ein Siel in Frohse am Sol-graben bauen. Denn der Sol-graben war es am Ende gewesen, der mitten im Stadtgebiet in Dimensionen übergelaufen ist. Einem solchen Szenario soll künftig entgegengewirkt werden.

Aus Sicht von Henrik Scheffler vom Wassermanagement der Stadt hilft hier am besten ein Siel in Frohse. „Am Burgwall müssten wir in diesem Zuge eine Pumpstation bauen“, erklärt Scheffler. Er rechnet mit Kosten von rund einer Million Euro. Für den städtischen Haushalt ist das zu viel. „Deshalb beantrage ich Fördermittel“, sagt Scheffler auf Volksstimme-Nachfrage. Auch wenn das nicht so einfach ist. Denn die Hoffnung, Mittel durch die Richtlinie „Aufbauhilfe“ zu erhalten, ist gestorben. „Siel und Schöpfwerk sind nicht förderfähig, da es sich um ein Neubauwerk und nicht um einen Wiederaufbau nach Flutschaden handelt“, informiert Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz zum aktuellen Stand. „Wir forcieren dieses Thema trotzdem weiter, es läuft unter den Maßnahmen des Pilotprojekts Grundwasser/Vernässung“, sagt er.

Für den mit der Vernässungsfrage betrauten Verwaltungsmitarbeiter ist und bleibt das Siel ein wichtiges Bauprojekt. Mit der Hoffnung auf Fördermittel rechnet Scheffler mit der Umsetzung des Projektes 2014/15. Und bis dahin? „Als Alternative gilt es, die technische Umsetzung manuell zu tätigen“, erklärt Scheffler. Das Siel samt Pumpstation soll insofern funktionieren, dass das Siel bei einer drohenden Hochwasserlage geschlossen wird. Dadurch wird ein Rückstau von der Elbe aus verhindert.

Für Christian Jung, Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, ist dieses Vorhaben der Stadt nach wie vor unsinnig. 2002 schon wollte man von der Verwaltung aus ein Siel in Frohse bauen. Jung hat es damals aus fachlicher Sicht verhindert.

Nach dem diesjährigen Juni-Hochwasser hat sich seine Meinung nicht geändert. „Es ist besser, eine Rückstau-Sicherung mit Verwallung zu bauen“, sagt er im Volksstimme-Gespräch. Unter anderem durch Spundwände würde sich somit das Rückstauen verhindern lassen, sagt er. „Wenn man mit dem Siel nur für ein großes Hochwasser sozusagen abschließen will, müsste man ein riesiges Schöpfwerk bauen“, sagt der Flussbereichsleiter. Aus seiner Sicht lohne sich die dazugehörige Investition nicht. Seine favorisierte Verwallung würde zudem kaum Unterhaltungskosten verursachen, begründet Christian Jung seine Meinung.

Quelle: volksstimme.de

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