Nach Saale-Hochwasser: Gutachter schätzt Schaden auf halbe Million Euro Calbenser hoffen auf Sommer 2014 in ihrem städtischen Freibad

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Calbe l Ob das vom Hochwasser beschädigte Schwimmbad auf dem Heger nächsten Sommer wieder eröffnet werden kann, bleibt unklar. Ob der begutachtete Schaden von rund einer halben Million Euro ersetzt wird, hängt jetzt vom Land ab. Einen entsprechenden Antrag hat die Stadt eingereicht.

Die Temperaturen erreichen an diesem Wochenende wieder hochsommerliche Werte. Im Schwimmbad auf dem Heger herrscht gähnende Leere. Seit dem verheerenden Juni-Hochwasser ist dort der Betrieb eingestellt

Für ausgewiesene Wasserratten wie die Seniorengruppe um Christa Kirchhoff, Margot Böhlmann und Bärbel Dittbrenner ein schlimmer Zustand. Die Frauen waren normalerweise die ersten, die am Vormittag im Heger-Schwimmbad ihre Runden schwammen. Die warmen Sommertage mussten die Gruppe wie auch Hortnerinnen mit Kindergruppen auf das Freibad im benachbarten Nienburg ausweichen. Mit Autos, Bus oder Fahrrädern wurden die rund acht Kilometer zurückgelegt. „Wir bedauern sehr, dass die Stadt so wenig Initiative gezeigt hat, nach der Beseitigung der sichtbaren Flutschäden das Schwimmbad in irgendeiner Weise wieder zu eröffnen“, kritisiert Bärbel Dittbrenner. Für die Calbenserin und ihre Schwimmfreunde gehört die Einrichtung zum Erholen und Entspannen einfach zu einer Stadt in der Größenordnung wie Calbe.

Eine Ansicht, die von der Kommunalaufsicht in Bernburg seit Jahren nicht geteilt wird. Der Kostendeckungsgrad des Bades, das in einer guten Saison mehr als 10 000 Besucher anlockt, sei bei der Vielzahl freiwilliger städtischer Aufgaben viel zu niedrig. Immer wieder wird angemahnt, dass Bad zu schließen oder die Einnahmen zu erhöhen mit utopisch kalkulierten Eintrittspreisen.

„Eine Eröffnung war in diesem Jahr aufgrund der zerstörten Technik nicht möglich“, sagt Bürgermeister Dieter Tischmeyer. Auf knapp eine halbe Million Euro habe jetzt ein Gutachter den Flutschaden am Schwimmbad beziffert. Unter Umständen ersetze das Land bis zu 100 Prozent der entstandenen Schäden, auch an weiteren kommunalen Einrichtungen wie Sportlerheim oder Kanuhaus. Städtische Eigenmittel würden bei einem positiven Bescheid somit nicht gebraucht. Ein entsprechender Antrag sei gestellt, so Tischmeyer.

Dennoch bleibt die Frage, ob eine Wiedereröffnung 2014 von dauerhafter Natur ist. Denn das Freibad bleibt weiterhin eine freiwillige Aufgabe mit niedrigem Kostendeckungsgrad, das im Fokus der Kommunalaufsicht bleiben wird.

Quelle: volksstimme.de

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