Hochwasserschutz – Gefahrenkarte mit deutlichen Lücken

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Trotz zweier Überflutungen in jüngster Zeit stuft die Bezirksregierung auf neuen Hochwassergefahrenkarten den Frankenforstbach in Refrath als harmlos ein. Bürger und Stadtverwaltung hoffen, dass das Gebiet nachträglich als Risikogebiet eingestuft wird.

Den Wolkenbruch vom 20. Juni werden viele Refrather so schnell nicht vergessen. Denn mit der Beseitigung der Hochwasserschäden sind die Anwohner der Straßen Vürfelser Kaule, Kierspelstraße, Kempershäuschen und Dolmanstraße noch heute beschäftigt: Keller, Souterrains und Erdgeschosse wurden überflutet. Trotzdem ist das Wohnviertel entlang des Frankenforstbachs auf den neuen Hochwassergefahrenkarten der Bezirksregierung nicht als Überschwemmungsgebiet definiert. Und das, obwohl sich das Gewässer bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren in einen braunen Sturzbach verwandelt hat.

„Die Realität wird nicht abgebildet“, bestätigt Martin Wagner, Leiter des Abwasserwerks. Betrachtet man den gerade veröffentlichten Kartenentwurf, stellt sich der Frankenforstbach bei einem statistisch alle 100 Jahre auftretenden Hochwasser als eher harmloses Gewässer dar, von dem lediglich im Gelände rund um die Straße In der Auen Gefahren ausgehen. Dabei sind die Niederschlagsmengen vom 20. Juni lediglich einem 30-jährigen Regenereignis zuzuordnen, haben aber trotzdem ausgereicht, um die Zerstörungen rund um die Vürfelser Kaule anzurichten. Einen entsprechenden Einwand werde die Stadt einreichen, sagt Wagner.

Ob die Bezirksregierung das Gebiet nachträglich noch als Risikogebiet einstufe, müsse abgewartet werden. Die Festlegungen der Hochwasserkarten haben eine Gültigkeit von sechs Jahren. Zwar sollen die Hochwasserkarten zur Vorbeugung solcher Katastrophen dienen – sie wurden für die Gewässer Strunde, Frankenforstbach, Saaler Mühlenbach und Mutzbach erstellt. Aber: „Eine gesetzliche Pflicht zum Hochwasserschutz seitens der Stadt besteht nicht“, betont Arndt Metzen, Sachgebietsleiter beim Stadtentwässerungsbetrieb. In der Innenstadt, wo in diesem Jahr ebenfalls Häuser und Straßen unter Wasser standen, wird die Stadtverwaltung 2014 aber trotzdem tätig: im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes des Strundeverbandes. Von der Buchmühle bis zur Papierfabrik werden neue Rohre mit mehr als doppeltem Durchmesser, 3,70 bis vier Meter, verlegt.

Die Kosten betragen zwölf Millionen Euro, die Bauzeit soll mindestens vier Jahre betragen. Laut Erkenntnissen der Gefahrenkarte für die Strunde würden ohne diese Baumaßnahmen Teile der Innenstadt wie der Tunnel an der Gohrsmühle im Falle eines Jahrhundertregens vier Meter hoch unter Wasser stehen. Damit begründet sich sicher auch das Interesse der Bürger an dem Thema: Viele Gladbacher hätten die Zeit der öffentlichen Auslegung genutzt, um sich zu informieren, sagt Metzen.

Quelle: ksta.de

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