Bislang erfasste Flutschäden betragen rund 8,7 Millionen Euro für die Kleinstadt

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

 

Einen Millionenschaden hat das Hochwasser in Barby hinterlassen. Vor allem die öffentliche Infrastruktur ist stark geschädigt worden. Das Bauamt kommt auf eine Schadenssumme nur in der Stadt von rund 8,7 Millionen Euro.

 

Barby l Manchmal wäre der Abriss vielleicht sinnvoller als die Sanierung. Zumindest bei Gebäuden, die bei der nächsten Flut wieder vom Wasser bedroht sind, lohne die Überlegung, meint der Ortschaftsrat Barby. Die Volksvertreter trafen sich am Donnerstagabend, um sich auch mit der Schadensliste des Bauamtes zu beschäftigen.

Das Bootshaus an der Elbe soll nun nach Expertenmeinung nicht mehr ersetzt werden, hieß es. Die Verwaltung habe sich dafür entschieden, das Gebäude zu sanieren. Mit vielen gefliesten Wänden soll bei einer erneuten Überflutung der Schaden geringer gehalten werden, heißt es hierzu.

Doch was ist mit der Sporthalle am Gribehner Weg. Auf mehr als eine halbe Million Euro Schaden kommen hier die beauftragten Gutachter. Neben dem Fußboden seien ebenso die Sportgeräte in der Halle unbrauchbar. Doch lohnt hier die Sanierung? Eine Frage, mit der sich die Ortschaftsräte beschäftigen. Die Sporthalle stehe 30 Zentimeter zu tief, hieß es in der Runde. Beim nächsten Hochwasser könnte das Gebäude also wieder unter Wasser stehen. Wer ersetze dann den Schaden? Wäre ein Neubau nicht sinnvoller vor diesem Hintergrund? Zumal das Land, so die Verwaltung, die Kommunen darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Sanierungen der Schäden mit dem Hintergrund erfolgen, dass ein neuer Hochwasserschaden ausgeschlossen werden soll. Bei der Barbyer Sporthalle ist dies einfach unmöglich. Schon beim nächsten Hochwasser könnte die Sporthalle erneut überflutet werden.

Das Problem sei aber, dass die Kommune die vom Land beauftragten Gutachter kaum überzeugen könne, einen Ersatzneubau für die überflutete Sporthalle zu befürworten, meinen die Fachleute aus der Bauverwaltung. Und selbst wenn sich doch ein Gutachter dazu hinreißen ließe, gebe es in der ganzen Stadt kein Grundstück, welches nicht hochwassergefährdet sei, meinte Ortsbürgermeister Ernst Neugebauer (CDU). Es bleibe nichts anderes übrig, als das zur Verfügung gestellte Geld in die Sanierung der betroffenen Objekte zu stecken, auch wenn dies aus heutiger Sicht vielleicht nicht immer sinnvoll erscheine, meinte er weiter. Die Stadt könne kaum den Neubau einer ganzen Sporthalle fordern.

Auf 43 Vorhaben bringt es das Bauamt in der Liste allein für Barby. Auch das Rathaus hat das Bauamt inzwischen auf die Liste gesetzt. Denn im Keller dringt langsam Wasser durch die Wände. Auch hier ist eine Sanierung notwendig.

Daneben sind zahlreiche Straßensanierungen, wo das Drängwasser zu Setzungen auf den öffentlichen Straßen geführt hat.

Sinn machen die Sanierungen aber überhaupt nur, wenn die Drängwasserproblematik überhaupt gelöst werden kann. In einem zweiten Schritt hat sich hierzu die Stadtverwaltung mit Fachleuten beraten, sagte Bürgermeister Jens Strube.

Nach überschlägigen Schätzungen von Experten dürften die notwendigen Investitionen in den Hochwasserschutz im Elbe-Saale-Winkel viele Millionen Euro kosten. Der für die Region beauftragte Fachmann von Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft habe den Bau eines zweiten Dammes an der Saale vorgeschlagen, führte er aus. Das Drängwasser soll hier aufgehalten werden. Gleichzeitig dürfte der zwischen den Deichen steigende Wasserstand dafür sorgen, dass kaum noch Wasser ins Hinterland eindringen könne, schilderte Strube die Idee.

Daneben müssen vor allem viele neue Gräben gebaggert werden, um das Wasser wieder in die Elbe zu bekommen. Außerdem benötige die Stadt ein festes sowie ein mobiles Schöpfwerk, fordern die Fachleute. Auf 15 Maßnahmen kommen die Experten.

Im Vordergrund sollen dabei vor allem Vorhaben stehen, die die Drängwasserproblematik, die wohl auch für den hohen Grundwasserstand verantwortlich ist, zu lösen. Direkt an der Ursache wollen die Fachleute dort angreifen, erklärte Strube.

Doch er weiß ebenso, dass es ein langer Kampf um jedes Projekt sein wird, um die Landesbehörden von der Notwendigkeit zu überzeugen. Sauer sind die Barbyer auf den Chef des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Einen wirschen Brief haben sie noch nicht verdaut, meinten die Volksvertreter. Deswegen soll der Bürgermeister den Behördenvertreter zu einer der nächsten Sitzung einladen, damit sie mit ihm sprechen können, verlangen sie.

Quelle: volksstimme.de

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