Bereit fürs 500-jährliche Hochwasser

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Im Filmersbach in Ettenheim wird ein neuer Rückhalteraum gebaut, der einmal 29 000 Kubikmeter Wasser stauen kann.

ETTENHEIM. Der neue Rückhalteraum im Filmersbach kann einem 500-jährlichen Hochwasser standhalten. „Wir können nach Abschluss der Arbeiten 29 000 Kubikmeter Wasser einstauen, 19 000 Kubikmeter sind nur nötig für ein hundertjährliches Hochwasser“, hat Geschäftsführer Joachim Corbe vom Planungsbüro Wald + Corbe beim wöchentlichen Besprechungstermin am vergangenen Dienstag betont.

Die geplante Landschaft des Staubeckens mit der Rinne des Filmersbachs, der das Gelände durchströmen wird, sowie mehreren kleinen Tümpeln und ausgedehnten Flachwasserzonen ist bereits angelegt. Zuletzt wurde eine fünf Meter tiefe Grube ausgehoben, in die der zentrale Schacht eingebaut wird, der den Abfluss aus dem Becken regelt. Und zwar so, dass nicht mehr Wasser abfließt als die Leitung, die unter dem Gelände der St. Landolin-Schule verläuft, verkraften kann. „Das sind 1200 Liter pro Sekunde“, rechnet Tiefbauleiter Udo Schneider vor und ruft in Erinnerung, dass eine Sicherheitsprüfung Anlass war, den Rückhalteraum zu planen. Die angrenzende Bebauung, die Heimschule bis zum Quartier am Ettenbach sei bei Hochwasser stark gefährdet, hieß es da, und so haben Stadt, Eigentümer und Planer eine Lösung gefunden, den an die Ortslage angrenzenden Teich der Fischzucht Riegger für das Projekt zu verwenden. Die Stadt kaufte das Gelände, Ende 2012 lag der Planfeststellungsbeschluss für das Landschaftsschutzgebiet vor, sagte Schneider, und Mitte Juli konnten die Arbeiten beginnen. Die Finanzierung mit 750 000 Euro stand, mit Beteiligung der Heimschule von 150 000 Euro und Zuschüssen von 170 000 Euro.

Der Damm zum Gelände der Heimschule bleibt bestehen. Zu Sicherheit wird eine etwa 25 Meter breite Dammscharte eingebaut, über die im Extremfall Wasser ablaufen kann. „Ein bislang unvorstellbares Szenario“, wie Joachim Corbe bemerkte. „Wir haben noch nie Rückhaltebecken für mehr als 200-jährliche Hochwässer gebaut, und hier sind wir im Bereich eines 500-jährlichen Ereignisses.“

Die Arbeiten werden permanent von Fachleuten begleitet wie am Dienstag durch den Geotechniker Klaus Gottheil, der ein Torf-Ton-Gemisch bemerkt hat, das ausgebaggert und ausgetauscht werden muss, weil es bei Entlastung aufschwimmen kann. Bedingungen neben den Wetterereignissen, die die Arbeiten verzögern können. „Wir liegen aber in der Zeit“, sagte Joachim Corbe. Der nächste Schritt sei der Einbau eines Betonschachts. „Dieser Tage wird der untere Teil des Bauwerks geliefert, der 28 Tonnen wiegt“, sagte Werner Meier von der beauftragten Firma Amann aus Sasbach am Kaiserstuhl.

Für den Naturschutz auf dem 1,2 Hektar großen Gelände und dem dazugehörigen Einzugsgebiet ist der Ettenheimer Stadtrat und Vorsitzende der örtlichen Nabu-Gruppe, Thomas Ullrich, als Mitarbeiter der Firma Ö:Konzept in Freiburg zuständig.

Quelle: badische-zeitung.de

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