Archiv für September 8, 2013

Rückstau-Sicherung mit Verwallung oder Siel?

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Wird der Solgraben inmitten von Schönebeck auch beim nächsten Hochwasser wieder enorm zurückstauen? Die Stadtverwaltung will vorsichtshalber ein Siel bauen. Nur fehlt bis dato das Geld für diese rund eine Million Euro teure Investition.

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Folglich sollen nun die Lehren aus dem Juni-Hochwasser gezogen und eventuelle Schwachpunkte beseitigt werden. Deshalb will die Stadt Schönebeck nun ein Siel in Frohse am Sol-graben bauen. Denn der Sol-graben war es am Ende gewesen, der mitten im Stadtgebiet in Dimensionen übergelaufen ist. Einem solchen Szenario soll künftig entgegengewirkt werden.

Aus Sicht von Henrik Scheffler vom Wassermanagement der Stadt hilft hier am besten ein Siel in Frohse. „Am Burgwall müssten wir in diesem Zuge eine Pumpstation bauen“, erklärt Scheffler. Er rechnet mit Kosten von rund einer Million Euro. Für den städtischen Haushalt ist das zu viel. „Deshalb beantrage ich Fördermittel“, sagt Scheffler auf Volksstimme-Nachfrage. Auch wenn das nicht so einfach ist. Denn die Hoffnung, Mittel durch die Richtlinie „Aufbauhilfe“ zu erhalten, ist gestorben. „Siel und Schöpfwerk sind nicht förderfähig, da es sich um ein Neubauwerk und nicht um einen Wiederaufbau nach Flutschaden handelt“, informiert Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz zum aktuellen Stand. „Wir forcieren dieses Thema trotzdem weiter, es läuft unter den Maßnahmen des Pilotprojekts Grundwasser/Vernässung“, sagt er.

Für den mit der Vernässungsfrage betrauten Verwaltungsmitarbeiter ist und bleibt das Siel ein wichtiges Bauprojekt. Mit der Hoffnung auf Fördermittel rechnet Scheffler mit der Umsetzung des Projektes 2014/15. Und bis dahin? „Als Alternative gilt es, die technische Umsetzung manuell zu tätigen“, erklärt Scheffler. Das Siel samt Pumpstation soll insofern funktionieren, dass das Siel bei einer drohenden Hochwasserlage geschlossen wird. Dadurch wird ein Rückstau von der Elbe aus verhindert.

Für Christian Jung, Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, ist dieses Vorhaben der Stadt nach wie vor unsinnig. 2002 schon wollte man von der Verwaltung aus ein Siel in Frohse bauen. Jung hat es damals aus fachlicher Sicht verhindert.

Nach dem diesjährigen Juni-Hochwasser hat sich seine Meinung nicht geändert. „Es ist besser, eine Rückstau-Sicherung mit Verwallung zu bauen“, sagt er im Volksstimme-Gespräch. Unter anderem durch Spundwände würde sich somit das Rückstauen verhindern lassen, sagt er. „Wenn man mit dem Siel nur für ein großes Hochwasser sozusagen abschließen will, müsste man ein riesiges Schöpfwerk bauen“, sagt der Flussbereichsleiter. Aus seiner Sicht lohne sich die dazugehörige Investition nicht. Seine favorisierte Verwallung würde zudem kaum Unterhaltungskosten verursachen, begründet Christian Jung seine Meinung.

Quelle: volksstimme.de

Calbe l Ob das vom Hochwasser beschädigte Schwimmbad auf dem Heger nächsten Sommer wieder eröffnet werden kann, bleibt unklar. Ob der begutachtete Schaden von rund einer halben Million Euro ersetzt wird, hängt jetzt vom Land ab. Einen entsprechenden Antrag hat die Stadt eingereicht.

Die Temperaturen erreichen an diesem Wochenende wieder hochsommerliche Werte. Im Schwimmbad auf dem Heger herrscht gähnende Leere. Seit dem verheerenden Juni-Hochwasser ist dort der Betrieb eingestellt

Für ausgewiesene Wasserratten wie die Seniorengruppe um Christa Kirchhoff, Margot Böhlmann und Bärbel Dittbrenner ein schlimmer Zustand. Die Frauen waren normalerweise die ersten, die am Vormittag im Heger-Schwimmbad ihre Runden schwammen. Die warmen Sommertage mussten die Gruppe wie auch Hortnerinnen mit Kindergruppen auf das Freibad im benachbarten Nienburg ausweichen. Mit Autos, Bus oder Fahrrädern wurden die rund acht Kilometer zurückgelegt. „Wir bedauern sehr, dass die Stadt so wenig Initiative gezeigt hat, nach der Beseitigung der sichtbaren Flutschäden das Schwimmbad in irgendeiner Weise wieder zu eröffnen“, kritisiert Bärbel Dittbrenner. Für die Calbenserin und ihre Schwimmfreunde gehört die Einrichtung zum Erholen und Entspannen einfach zu einer Stadt in der Größenordnung wie Calbe.

Eine Ansicht, die von der Kommunalaufsicht in Bernburg seit Jahren nicht geteilt wird. Der Kostendeckungsgrad des Bades, das in einer guten Saison mehr als 10 000 Besucher anlockt, sei bei der Vielzahl freiwilliger städtischer Aufgaben viel zu niedrig. Immer wieder wird angemahnt, dass Bad zu schließen oder die Einnahmen zu erhöhen mit utopisch kalkulierten Eintrittspreisen.

„Eine Eröffnung war in diesem Jahr aufgrund der zerstörten Technik nicht möglich“, sagt Bürgermeister Dieter Tischmeyer. Auf knapp eine halbe Million Euro habe jetzt ein Gutachter den Flutschaden am Schwimmbad beziffert. Unter Umständen ersetze das Land bis zu 100 Prozent der entstandenen Schäden, auch an weiteren kommunalen Einrichtungen wie Sportlerheim oder Kanuhaus. Städtische Eigenmittel würden bei einem positiven Bescheid somit nicht gebraucht. Ein entsprechender Antrag sei gestellt, so Tischmeyer.

Dennoch bleibt die Frage, ob eine Wiedereröffnung 2014 von dauerhafter Natur ist. Denn das Freibad bleibt weiterhin eine freiwillige Aufgabe mit niedrigem Kostendeckungsgrad, das im Fokus der Kommunalaufsicht bleiben wird.

Quelle: volksstimme.de

Haldenwang – Handlungsbedarf beim Hochwasserschutz

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Im Ortsteil Eichenhofen fließt das Wasser unkontrolliert ab. Schwachstelle in Hafenhofen ist die Ortseinfahrt. Eine Kostenschätzung soll bei der Entscheidung helfen, welche Hochwasserschutzmaßnahmen letztendlich umgesetzt werden

Das Landratsamt Günzburg weist derzeit alle Kommunen im Landkreis auf ihre Zuständigkeit für Hochwasserschutzmaßnahmen an Gewässern III. Ordnung hin. Für Haldenwangs Bürgermeister Georg Holzinger war dies Anlass, seinem Gemeinderat in der Sitzung am Mittwochabend die hochwassergefährdeten Stellen in allen Ortsteilen der Gemeinde vor Augen zu führen. Handlungsbedarf wird vor allem in Haldenwang gesehen. Von einem Fachbüro soll nun zuerst einmal eine Gesamtkostenschätzung für die Entschärfung der Hochwassersituation an den bekannten Problempunkten vorgenommen werden.

Die Hochwasserereignisse vom Juni und frühere Hochwasser zeigten nach Einschätzung des Landratsamtes vor allem auf, dass viele Gewässer nicht für den Hochwasserabfluss ausreichten, diese oft durch Weiher ohne Notüberlauf führten, Durchlässe oft durch Treibgut beziehungsweise Ablagerungen verstopften oder ganz einfach eine Hochwasserrückhaltung vor Ort ganz fehle. Landrat Hubert Hafner ruft deshalb die Gemeinde auf, eine Gesamtbetrachtung der aktuellen Situation vorzunehmen. Bei der Erstellung eines „integralen Rückhaltekonzeptes“ könne man von einem Zuschuss von 75 Prozent ausgehen. Wenn ein solches Konzept zugrunde liege, könne auch die spätere Umsetzung mit bis zu 65 Prozent gefördert werden.

Da zu erwarten sei, dass die immer extremer werdende Witterung auch der Gemeinde Haldenwang, die bisher von großen Schäden verschont geblieben war, gefährlich werde, sei es gerade auch angesichts der großen Zuschüsse an der Zeit, geeignete Schutzmaßnahmen ins Auge zu fassen. Am wenigsten gefährdet sieht Bürgermeister Holzinger den Ortsteil Konzenberg wegen seiner Berglage. Gefahr bringe lediglich der kleine Angerbach am Schützenheim, wenn der Abfluss nicht funktioniere. Es komme zwar vor, darauf wiesen Gemeinderäte hin, dass bei großen Regenereignissen die Kanäle überliefen, dies sei jedoch, kommentierte Bürgermeister Holzinger, leider nicht zu verhindern, da es keine Kanäle gebe, die bei Jahrhundertereignissen ausreichten. Die Schäden würden sich jedoch in diesen Fällen in Grenzen halten.

Wasser fließt über einen kleinen Bach nach Haldenwang hinein

In Eichenhofen staue sich das Hochwasser vor der Kirche und fließe dann oft unkontrolliert über unterliegende Anwesen ab. Abhilfe könnte das Installieren von Querriegeln im Westen des Ortsteiles bringen. Eine Schwachstelle in Hafenhofen ist die Ortseinfahrt von Konzenberg her. Die Ausspülungen des Grabens im Norden des Ortes bekam man bereits mit dem Einbringen von Wurzelstöcken in Griff. Größte Probleme gibt es im Osten des Ortsteiles Haldenwang, wo aus rund 300 Hektar Ackerflächen die Wassermassen in die unten gelegenen Weiher strömen und sich über einen kleinen Bach in die Ortschaft hinein ergießen. Wenn beim letzten Hochwasser, zeigt sich Bürgermeister Holzinger sicher, nicht die Feuerwehr eingegriffen hätte, wäre ein Teil von Haldenwang „abgesoffen“.

Bei geschätzten Planungskosten von circa 30000 Euro, rechnete Bürgermeister Holzinger vor, verblieben der Gemeinde 7500 Euro Eigenanteil, bei geschätzten Baukosten von 200000 Euro müsste die Gemeinde noch 70000 Euro draufzahlen. Das Gemeindegremium war sich am Schluss einig, auf jeden Fall durch ein Ingenieurbüro eine Kostenschätzung machen zu lassen und danach erst über die Realisierung geeigneter Hochwasserschutzmaßnahmen zu entscheiden. Denn wenn eine Planung mit Zuschüssen erstellt werde, stellte Holzinger klar, müsse danach auch die Durchführung erfolgen.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Handlungsbedarf beim Hochwasserschutz – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Handlungsbedarf-beim-Hochwasserschutz-id26877001.html

Handlungsbedarf beim Hochwasserschutz – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Handlungsbedarf-beim-Hochwasserschutz-id26877001.html

Gute Saison trotz Regenmonat und Hochwasser

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Bayern

Berchtesgaden – Die drei Berchtesgadener Freibäder verzeichneten eine sehr gute Saison, wenn es auch keine Rekordsaison mehr geworden ist. Auf einen verhaltenen Start in die Badesaison folgte das Hochwasser Anfang Juni. Doch dann änderte sich die Wetterlage urplötzlich und ein schöner Tag folgte dem anderen. Morgen schließen die Freibäder ihre Pforten und öffnen sie voraussichtlich am 10. Mai wieder.

Als erstes Bad eröffnete das Marktschellenberger Freibad am 4. Mai seine Pforten, das Schornbad folgte am 9. und das Naturbad Aschauer Weiher begann die Badesaison am 13. Mai. Punkt acht Uhr standen zehn Morgenschwimmer parat, auch wenn die Badetemperatur mit 15 Grad nicht unbedingt einladend war.

»Wenn die Badesaison so gut wird, wie gestern der Auftakt bei herrlichem Wetter, dann dürfen wir nach Langem wieder einmal auf eine besondere Saison hoffen«, befand Bischofswiesens Gemeindekämmerer Robert Mayr und sollte recht behalten. Denn trotz eines Schlechtwettereinbruchs gestaltete sich die Badesaison 2013 zur zweitbesten seit dem Umbau des Bades zum Naturbad im Jahr 2004.

Am vergangenen Sonntag beendete das Marktschellenberger Schwimmbad als erste Badeanstalt im Talkessel die Saison. Etwa 12 500 Besucher wurden bis dahin gezählt. Marktschellenbergs 3. Bürgermeister Volkhard Geiger sprach von einem guten Saisonergebnis, lobte die Verantwortlichen der Wasserwacht für die Durchführung der Schwimmkurse und sprach von Überlegungen für ein neues Energiekonzept.

Im Weiteren erteilte Geiger aber auch Bademeister Stefan Kandler und dessen Gattin Ute ein großes Lob für deren gute Arbeit: »Die beiden haben einen guten Job gemacht und sind mit den vielen Besuchern gut zurechtgekommen.«

Über 42 000 Eintritte

Über 42 000 Eintritte hat Kassier Erich Söll im Schornbad gezählt. Leicht rückläufig seien – wohl auch wegen des schlechten Wetters zu Sommerbeginn – die Saisonkarten gewesen. Chef-Bademeister Peter Tronicsek spricht von einer sehr guten Saison, die er mit seinen Mitarbeitern René Wachtel und Wolfgang Kruis sowie Erich Söll gut gemeistert hat.

Denn das Quartett sorgt im Schornbad für alle Arbeiten, die Vier putzen sogar, alles in Personalunion. Tronicsek fand auch den Sommerbeginn von den Besucherzahlen her gar nicht so schlecht. »Für viele war immer das Hochwasser im Gedächtnis, doch davor und vor allem danach hatten wir durchaus einige Badetage.« Beim herrlichen Wetter im Juli und im August zählte der Kassier stets über 1 000 Besucher pro Tag.

Heute Party im »Schorni«

Für heute ab 15 Uhr lädt Kioskbetreiber Bruno Graßl zum Saisonschluss zu einem Grillfest mit Musik von Kult-DJ Joe Kleffner ein. Ab Montag unterzieht das Bademeister-Quartett im Schornbad die gesamte Anlage einer Generalreinigung und Winterfestaktion.

Bademeister Michael Obraczka vom Naturbad Aschauerweiher kann 115 Betriebstage vorweisen, die er mit seinen Bademeister-Kollegen Robert Aschauer, Florian Buhr, Gerhard Müller, Karl-Heinz Stocker und Franz Wembacher völlig unfallfrei meisterte.

Sehr schlechter Saisonbeginn

Die Saison habe sehr schlecht begonnen und nach sechs Wochen Betrieb dachte man schon, vor der schlechtesten Saison überhaupt zu stehen. Doch weil der Sommer doch noch ein richtiger Sommer geworden war, entwickelte sich die Saison 2013 zur zweitbesten nach 2008. Damals waren es über 51 000 Besucher, heuer waren es gut 50 000.

Positive Rückmeldungen

Eine große Freude für den Chef-Bademeister ist immer wieder eine positive Rückmeldung der Gäste: »Es kommen oft Leute beim Verlassen des Bades zu mir und schwärmen von unserer Naturanlage. Es gibt auch viele Menschen, die nicht zum Baden kommen, sondern die Schönheit der Anlage und die Ruhe genießen. Unsere Gäste mögen Baden ohne Chemie. Uns besuchen sogar Badbetreiber, die sich Anregungen holen«, weiß Obraczka, der sich über einen Topwasserzustand während der gesamten Saison freut. Dies hänge auch mit der Wassertemperatur zusammen, die nie weit über 25 Grad steige. Wenn im Hochsommer die Wassertemperatur einmal über 25 Grad beträgt, wird sie mit Kaltwasser auf 23 Grad reduziert. Die Durchschnittstemperatur betrug 20,4 Grad.

Nach vier recht mageren Jahren zieht auch Aschauer Wirt Hannes Schneider ein sehr gutes Fazit der Badesaison: »Wir haben neben den Berchtesgadener Stammgästen viele Gäste aus dem Salzburger Land. Viele kommen im Sommer zum Baden und im Winter zum Langlaufen«, bilanziert der Wirt. Als Dank an ihre Stammgäste lädt das Wirte-Trio Mucki Köllhofer, Michaela Weinbuch und Hannes Schneider für heute ab 19 Uhr zu einem Abschlussabend mit einem kalt-warmen Büffet ein. Christian Wechslinger

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

Der CSU-Ortsverband Traunstein setzt sich für einen verbesserten Hochwasserschutz an der Traun ein. Vor allem beim DJK-Vereinsheim müsse nachgebessert werden, so der CSU-Ortsvorsitzende.
Bei einer Besichtigung des Vereinsgeländes der DJK Traunstein erklärte CSU-Ortsvorsitzender Dr. Christian Hümmer: „Die Hochwasserschutzmaßnahmen nach dem Hochwasser 2002 haben sich bei dem jüngsten Hochwasser im Juni zwar bewährt, allerdings gibt es noch einige Stellen, an denen noch nachgebessert werden muss. Der Schutz des DJK-Vereinsheims gehört sicher dazu.“ Insbesondere am DJK-Gelände gibt es Nachholbedarf, da das Vereinsheim der DJK nicht gegen Hochwasser geschützt ist. Jedes größere Hochwasser an der Traun führt dazu, dass das Vereinsheim überflutet wird.

 

„Leider hört der Hochwasserschutz hinter dem Viadukt auf, so dass wir nicht mehr geschützt sind. Wir benötigen auf Höhe des Vereinsheims einen Schutz, der ca. 50-60 cm hoch ist. Es handelt sich also um keine monströse Verbauung, sondern um einen schonenden Eingriff, der der DJK aber sehr nützen würde. Wir hoffen hier sehr auf die Unterstützung durch die Politik“, erklärte Gerald Berger, 2. Vorstand der DJK Traunstein. Zweiter Bürgermeister Hans Zillner versprach, das Anliegen in die CSU-Stadtratsfraktion einzubringen und sich dafür einzusetzen: „Wir verstehen, dass die DJK eine Verbesserung möchte. Die CSU will für alle Anlieger einen möglichst optimalen Hochwasserschutz.“

 

Beeindruckt hat die Besucher das Engagement der Vereinsmitglieder beim diesjährigen Hochwasser. Insgesamt haben fast 80 Vereinsmitglieder ehrenamtlich dazu beigetragen, dass sich der Schaden in Grenzen gehalten hat und die Aufräumarbeiten am gesamten Vereinsgelände zügig vorangingen. Manche Vereinsmitglieder waren am 1./2. Juni 2013 Tag und Nacht im Einsatz.

Quelle: wochenblatt.de

 

Einen Millionenschaden hat das Hochwasser in Barby hinterlassen. Vor allem die öffentliche Infrastruktur ist stark geschädigt worden. Das Bauamt kommt auf eine Schadenssumme nur in der Stadt von rund 8,7 Millionen Euro.

 

Barby l Manchmal wäre der Abriss vielleicht sinnvoller als die Sanierung. Zumindest bei Gebäuden, die bei der nächsten Flut wieder vom Wasser bedroht sind, lohne die Überlegung, meint der Ortschaftsrat Barby. Die Volksvertreter trafen sich am Donnerstagabend, um sich auch mit der Schadensliste des Bauamtes zu beschäftigen.

Das Bootshaus an der Elbe soll nun nach Expertenmeinung nicht mehr ersetzt werden, hieß es. Die Verwaltung habe sich dafür entschieden, das Gebäude zu sanieren. Mit vielen gefliesten Wänden soll bei einer erneuten Überflutung der Schaden geringer gehalten werden, heißt es hierzu.

Doch was ist mit der Sporthalle am Gribehner Weg. Auf mehr als eine halbe Million Euro Schaden kommen hier die beauftragten Gutachter. Neben dem Fußboden seien ebenso die Sportgeräte in der Halle unbrauchbar. Doch lohnt hier die Sanierung? Eine Frage, mit der sich die Ortschaftsräte beschäftigen. Die Sporthalle stehe 30 Zentimeter zu tief, hieß es in der Runde. Beim nächsten Hochwasser könnte das Gebäude also wieder unter Wasser stehen. Wer ersetze dann den Schaden? Wäre ein Neubau nicht sinnvoller vor diesem Hintergrund? Zumal das Land, so die Verwaltung, die Kommunen darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Sanierungen der Schäden mit dem Hintergrund erfolgen, dass ein neuer Hochwasserschaden ausgeschlossen werden soll. Bei der Barbyer Sporthalle ist dies einfach unmöglich. Schon beim nächsten Hochwasser könnte die Sporthalle erneut überflutet werden.

Das Problem sei aber, dass die Kommune die vom Land beauftragten Gutachter kaum überzeugen könne, einen Ersatzneubau für die überflutete Sporthalle zu befürworten, meinen die Fachleute aus der Bauverwaltung. Und selbst wenn sich doch ein Gutachter dazu hinreißen ließe, gebe es in der ganzen Stadt kein Grundstück, welches nicht hochwassergefährdet sei, meinte Ortsbürgermeister Ernst Neugebauer (CDU). Es bleibe nichts anderes übrig, als das zur Verfügung gestellte Geld in die Sanierung der betroffenen Objekte zu stecken, auch wenn dies aus heutiger Sicht vielleicht nicht immer sinnvoll erscheine, meinte er weiter. Die Stadt könne kaum den Neubau einer ganzen Sporthalle fordern.

Auf 43 Vorhaben bringt es das Bauamt in der Liste allein für Barby. Auch das Rathaus hat das Bauamt inzwischen auf die Liste gesetzt. Denn im Keller dringt langsam Wasser durch die Wände. Auch hier ist eine Sanierung notwendig.

Daneben sind zahlreiche Straßensanierungen, wo das Drängwasser zu Setzungen auf den öffentlichen Straßen geführt hat.

Sinn machen die Sanierungen aber überhaupt nur, wenn die Drängwasserproblematik überhaupt gelöst werden kann. In einem zweiten Schritt hat sich hierzu die Stadtverwaltung mit Fachleuten beraten, sagte Bürgermeister Jens Strube.

Nach überschlägigen Schätzungen von Experten dürften die notwendigen Investitionen in den Hochwasserschutz im Elbe-Saale-Winkel viele Millionen Euro kosten. Der für die Region beauftragte Fachmann von Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft habe den Bau eines zweiten Dammes an der Saale vorgeschlagen, führte er aus. Das Drängwasser soll hier aufgehalten werden. Gleichzeitig dürfte der zwischen den Deichen steigende Wasserstand dafür sorgen, dass kaum noch Wasser ins Hinterland eindringen könne, schilderte Strube die Idee.

Daneben müssen vor allem viele neue Gräben gebaggert werden, um das Wasser wieder in die Elbe zu bekommen. Außerdem benötige die Stadt ein festes sowie ein mobiles Schöpfwerk, fordern die Fachleute. Auf 15 Maßnahmen kommen die Experten.

Im Vordergrund sollen dabei vor allem Vorhaben stehen, die die Drängwasserproblematik, die wohl auch für den hohen Grundwasserstand verantwortlich ist, zu lösen. Direkt an der Ursache wollen die Fachleute dort angreifen, erklärte Strube.

Doch er weiß ebenso, dass es ein langer Kampf um jedes Projekt sein wird, um die Landesbehörden von der Notwendigkeit zu überzeugen. Sauer sind die Barbyer auf den Chef des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Einen wirschen Brief haben sie noch nicht verdaut, meinten die Volksvertreter. Deswegen soll der Bürgermeister den Behördenvertreter zu einer der nächsten Sitzung einladen, damit sie mit ihm sprechen können, verlangen sie.

Quelle: volksstimme.de

de, das die Zahlen der 131 größten deutschen Städte verglich.

Doch Frank Hoffmann, Vorsitzender des Stadtverbandes der Dresdner  artenfreunde, stehen trotz dieser erfreulichen Zahlen tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. Denn viele Kleingärten in Dresden wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben – sie müssen der Elbe Platz machen. Frank Hoffmann rechnet mit mindestens 120 Gärten, die wohl künftig aufgegeben werden müssen. Konkret betrifft das Parzellen in der Spitze der Kleingartenanlage „Ostragehege“, in der Anlage „An dem Zschierbach I“, im Verein „Die Ufergärten“ in Lockwitz sowie große Teile der Anlage „Leubener Wiesen“, weil sie im Hochwasserfall im Durchströmungs- oder im Abflussbereich der Elbe liegen. Betroffen waren im Juni dieses Jahres vom Hochwasser bzw. vom dadurch  verursachten Anstieg des Grundwassers insgesamt rund 1500 Gärten. Eine konkrete Forderung der Stadt, die Gärten zu beseitigen, gibt es  allerdings noch nicht

. „Die Stadt wird uns auch nicht kündigen, weil sie uns nicht entschädigen kann“, ahnt der Chef der Kleingärtner. Und trotzdem werden die Gärten weichen müssen. Zum Beispiel weil nach der Flut 2002 erteilte, aber bis 30. Juni 2014 befristete  wasserrechtliche Sondergenehmigungen zur Reparatur bzw. zum Wiederaufbau von Lauben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verlängert werden. „Das Umweltamt will keine Verlängerung pro forma vergeben.“ Das hat Hoffmann schon schriftlich. Er geht davon aus, dass die
Lauben abgerissen werden müssen. Zur Disposition stehen allein dadurch 83 Gartenhäuschen in den Anlagen „Elbtal II“, „Berchtesgadener Straße“, „Altleuben“, „Neu-Leuben“ und „An dem Zschierbach I“.

„Zudem dürfen weitere Lauben, die jetzt durch das Hochwasser im Juni beschädigt oder zerstört wurden, nicht mehr repariert, geschweige denn aufgebaut werden“, weiß Hoffmann aus einem Schreiben des Umweltamtes Dresden. „Es wurde auch darauf hingewiesen, dass im Gewässerrandstreifen – beidseitig zehn Meter ab  Löschungsoberkante – keine Gehölze angepflanzt und Baulichkeiten oder andere Abflusshindernisse errichtet werden dürfen.“ Dadurch werden weitere Kleingärten in den Vereinen „Ostragehege“, „An dem Zschierbach I“, in den „Leubener Wiesen“ und in den „Ufergärten“ keine Zukunft haben. In manchen Gartenanlagen entstehe dadurch ein Flickenteppich. In der Kleingartenanlage „Ostragehege“  werden von 79 Gärten voraussichtlich nur 19 erhalten bleiben. Gegenwärtig tourt der Vorsitzende des Stadtverbandes der Kleingärtner durch die betroffenen Vereine, um mit den Pächtern der Parzellen über die Zukunft zu diskutieren. 120 Kleingärtner warfen schon von sich aus das Handtuch.

Sie kündigten ihren Pachtvertrag, weil sie keine Kraft mehr haben, wieder von vorn anzufangen. „Die Stadt hat uns ihre Bereitschaft zugesagt,
die Beräumung der aufgegebenen Gärten zu übernehmen“, ist Frank Hoffmann froh. Doch das reicht ihm und den Dresdner Kleingärtnern nicht. „Meine Forderung an die Stadt ist, den Dresdner Kleingärtnern Ersatzflächen zur Verfügung zu stellen.“

Quelle: dnn-online.de

Die Gemeinde Schwanau wehrt sich gegen das geplante Rückhaltebecken an der Elzmündung. Über die Gründe sprach Alexander Preker mit Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker.

BZ: Was kritisieren Sie am geplanten Polder?
Brucker: Wir befürchten eine Verschmutzung des Grundwassers, die die zentrale Wasserversorgung und die Versorgung über Brunnen gefährdet. Wegen des steigenden Grundwasserpegels könnten außerdem die Keller überschwemmt werden. Die geplanten Pumpen, die den Grundwasserpegel niedrig halten sollen, helfen dabei aus unserer Sicht nicht. Sie können ausfallen, außerdem arbeiten sie mit einer sehr großen Leistung, wodurch sich der Untergrund bewegt und die Statik der Häuser gefährdet wäre. Insbesondere die Schwanauer Ortsteile Wittenweier und Nonnenweier liegen nur wenige hundert Meter vom geplanten Polder entfernt, der für sie, wenn er gefüllt ist, eine zusätzliche Bedrohung zum Rhein bedeutet.
BZ: An dem Konzept stören Sie insbesondere die ökologischen Flutungen. Worum geht es dabei?
Brucker: Zum Polder gehören riesige Beton-Bauwerke, die in die Natur eingreifen. Für sie soll mit den ökologischen Flutungen ein naturschutzrechtlicher Ausgleich geschaffen werden. Mit ihnen soll die Natur wieder ans Wasser gewöhnt werden, das es hier seit Jahrzehnten nicht mehr gibt. Deshalb und weil das Wasser aus unserer Sicht zu stark gestaut wird, sind jedoch erst einmal zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bedroht.

BZ: Aber mit den Flutungen soll doch eine Auenlandschaft für Pflanzen und Tiere entstehen.
Brucker: Sie wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Das zeigt das Beispiel Altenheim, wo bislang nur sehr geringe Erfolge erzielt worden sind. Auch könnte es durch das nahezu stehende Gewässer Insektenplagen geben. Wir meinen, der ökologische Ausgleich für einen Polder muss sofort geschaffen werden und nicht erst in Form einer möglichen Auenlandschaft, die erst sehr viel später kommt und von der niemand weiß, wie sie sich entwickelt.
BZ: Und all diese Probleme lassen sich nur vor dem VGH und nicht mit der Verwaltung im Landratsamt lösen?
Brucker: Das Ergänzungsverfahren, das als Folge des erstinstanzlichen Urteils im Landratsamt läuft, greift längst nicht alle Kritikpunkte auf. Nur der Grundwasserschutz und der Artenschutz für die Windelschnecke werden dort behandelt. Das ist zwar ebenfalls sehr wichtig, aber unsere Kritik ist grundsätzlicher.
BZ: Trotz der Klage sagen Sie von sich, kein Gegner des Hochwasserschutzes zu sein. Wie sollte der denn aussehen?
Brucker: Es ist nicht meine Aufgabe, über Alternativen nachzudenken. Das Land ist für eine umweltverträgliche Lösung zuständig. Dennoch hat die Gemeinde immer wieder andere Lösungen für das Rheinprogramm vorgeschlagen, wie beispielsweise die Hartheimer Lösung. Bei ihr könnte es einen zusätzlichen regulierbaren Rückhalteraum südlich von Breisach geben. Und dort gibt es durchaus Gemeinden, die bereit wären, Flächen für das Wasser bereitzustellen. Das Land jedoch lehnt dies aus Naturschutzgründen immer sehr vorschnell ab.
BZ: Was passiert, wenn Sie es nicht schaffen, den Planfeststellungsbeschluss zum Polder zu kippen?
Brucker: Wir sind guter Dinge, dass das Verfahren in unserem Sinne ausgeht. Aber es gibt immer noch die Möglichkeit, zum Bundesverwaltungsgericht oder zum EuGH zu ziehen, zumal wir bezweifeln, dass die europarechtliche Rechtsgrundlage des Polders, der völkerrechtliche Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich, den Polder überhaupt zulässt.
BZ: Das betrifft den Rechtsweg. In wieweit ist für Sie noch ein Kompromiss in der Sache denkbar?
Brucker: Ich kann mir das nicht vorstellen. Der geplante Polder betrifft uns als Gemeinde seit 20 Jahren sehr stark. Deshalb wollen wir nun endlich auch grundsätzlich Klarheit.

Wolfgang Brucker, 51, wuchs in Freiburg auf. In Ludwigsburg absolvierte der seit 1999 amtierende Bürgermeister von Schwanau die Hochschule für Verwaltung. Er ist CDU-Mitglied, wurde aber als parteiloser Bürgermeister gewählt.
Quelle: badische-zeitung.de

Streit um Hochwasserschutz: Schwanau fühlt sich bedroht

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Ist der Hochwasserschutz am Oberrhein rechtens? Darüber wird im zweiten Prozess um den Rückhalteraum Elzmündung bei Schwanau gestritten. Die Gemeinde will von dem als bedrohlich empfundenen Polder verschont werden.

Nach den Kosten dieses Rechtsstreits darf man nicht fragen: Es sind auf der Seite der Kläger wie auf der der Beklagten sechsstellige Eurobeträge, wenn nicht gar mehr. Entsprechend lang ist die Reihe von Aktenordnern, durch die sich der dritte Senat des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim im Verfahren um den Hochwasserpolder Elzmündung durcharbeiten musste.

Für die Mannheimer wird es wohl die langwierigste mündliche Verhandlung seit dem Streit um das (nie gebaute) Atomkraftwerk Wyhl. Es klagen die Gemeinde Schwanau, die mit ihren Ortsteilen Ottenheim, Nonnenweier und Wittenweier von der Planung am stärksten betroffen ist, so wie eine Reihe von Anwohnern. Ihr Ziel: Schwanau soll von dem als bedrohlich empfundenen Polder ganz verschont werden. Die Beklagten – das Landratsamt Ortenau als Genehmigungsbehörde, verbunden mit dem planenden Regierungspräsidium Freiburg – setzen darauf, dass die Klagen abgewiesen werden. Zumal die Fachleute im Regierungspräsidium inzwischen die Kritik an ihrer Planung aufgearbeitet haben, die das Freiburger Verwaltungsgerichts in erster Instanz geäußert hatte.

Was passiert mit dem Gebiet bei tagelanger Flutung?

Um was geht der Streit? Zum Teil um die Rechtsgrundlagen der gesamten Planung für den Hochwasserschutz am Rhein. Der Anwalt der Kläger, Reinhard Sparwasser, ist der Ansicht, dass der Landtag einen Grundsatzbeschluss zum Hochwasserschutz im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms hätte fassen müssen. Tatsächlich hatte das Parlament nur im Rahmen seiner Etatberatungen mit dem auf insgesamt 800 Millionen Euro veranschlagten Projekt der 13 Rückhalteräume zwischen Basel und Iffezheim zu tun. Die Freiburger Richter hatten daran aber nichts auszusetzen – ob dem auch ihre Mannheimer Kollegen folgen, ist eine der offenen Fragen. Denn in der Vergangenheit hat der VGH immer wieder Entscheidungen aus Freiburg verworfen.

Die zweite zentrale Frage gilt den sogenannten ökologischen Flutungen: Sie sollen helfen, Flora und Fauna im Polder über Jahre hinweg so umzugestalten, dass sie ein natürliches Hochwasser verkraften. Würde das Gebiet in seinem heutigen Zustand mehrere Tage stark überschwemmt, hätten die meisten Bäume wohl keine Überlebenschance. Doch die ökologischen Flutungen genügen nach Auffassung der Kläger nicht dem Naturschutzrecht: Dies verlange für Eingriffe in die Landschaft einen zeitnahen Ausgleich – nicht erst in ein paar Jahren. Auch mit dieser Argumentation hatten sie in Freiburg keinen Erfolg.

Dagegen nahm das Verwaltungsgericht die Bedenken in zwei anderen Punkten ernst: Die Auswirkungen der Flutungen auf eine gefährdete Tierart, nämlich die Windelschnecken, seien nur unzureichend geklärt. Hier hat das Regierungspräsidium nachgebessert – im jetzigen Verfahren wird die Schnecke, anders als die Schnakenplage, keine Rolle spielen.

Könnte das Trinkwasser verschmutzt werden?

Zum anderen monierte das Gericht, dass die Planer über das Verhalten des Grundwassers nicht genügend wüssten. Ihr Grundwassermodell, so die Richter vor zwei Jahren, „sei nicht hinreichend belastbar“. Dahinter steht die Sorge der Schwanauer, ein durch Flutungen steigendes Grundwasser könnte ihnen trotz Pumpen feuchte Keller bescheren und das Trinkwasser aus den vielen privaten Brunnen verschmutzen. Das Regierungspräsidium hat auch hier reagiert. Wie der Artenschutz ist die Grundwasserfrage Teil eines ergänzenden Genehmigungsverfahren. Deshalb werden diese beiden Themen vom VGH ausgeklammert.

Mit einem Eilantrag hatte die Gemeinde Schwanau einen Baustopp für den Polder erwirkt. Allerdings erst in zweiter Instanz beim VGH, nachdem das Verwaltungsgericht Freiburg den Antrag abgewiesen hatte. Ob aus dieser Meinungsverschiedenheit der Gerichte die Kläger Hoffnung auf ein für sie erfreulicheres Urteil als beim ersten Mal ziehen dürfen? Doch egal, wie es ausgeht: Die Prozessbeteiligten sind sich einig, dass auch der VGH, der für den Fall fünf Verhandlungstage angesetzt hat, nicht das letzte Gericht sein wird, das sich durch die Akten des Polders Elzmündung arbeiten muss.

Quelle: badische-zeitung.de

Hochwasserschutz – Gefahrenkarte mit deutlichen Lücken

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Trotz zweier Überflutungen in jüngster Zeit stuft die Bezirksregierung auf neuen Hochwassergefahrenkarten den Frankenforstbach in Refrath als harmlos ein. Bürger und Stadtverwaltung hoffen, dass das Gebiet nachträglich als Risikogebiet eingestuft wird.

Den Wolkenbruch vom 20. Juni werden viele Refrather so schnell nicht vergessen. Denn mit der Beseitigung der Hochwasserschäden sind die Anwohner der Straßen Vürfelser Kaule, Kierspelstraße, Kempershäuschen und Dolmanstraße noch heute beschäftigt: Keller, Souterrains und Erdgeschosse wurden überflutet. Trotzdem ist das Wohnviertel entlang des Frankenforstbachs auf den neuen Hochwassergefahrenkarten der Bezirksregierung nicht als Überschwemmungsgebiet definiert. Und das, obwohl sich das Gewässer bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren in einen braunen Sturzbach verwandelt hat.

„Die Realität wird nicht abgebildet“, bestätigt Martin Wagner, Leiter des Abwasserwerks. Betrachtet man den gerade veröffentlichten Kartenentwurf, stellt sich der Frankenforstbach bei einem statistisch alle 100 Jahre auftretenden Hochwasser als eher harmloses Gewässer dar, von dem lediglich im Gelände rund um die Straße In der Auen Gefahren ausgehen. Dabei sind die Niederschlagsmengen vom 20. Juni lediglich einem 30-jährigen Regenereignis zuzuordnen, haben aber trotzdem ausgereicht, um die Zerstörungen rund um die Vürfelser Kaule anzurichten. Einen entsprechenden Einwand werde die Stadt einreichen, sagt Wagner.

Ob die Bezirksregierung das Gebiet nachträglich noch als Risikogebiet einstufe, müsse abgewartet werden. Die Festlegungen der Hochwasserkarten haben eine Gültigkeit von sechs Jahren. Zwar sollen die Hochwasserkarten zur Vorbeugung solcher Katastrophen dienen – sie wurden für die Gewässer Strunde, Frankenforstbach, Saaler Mühlenbach und Mutzbach erstellt. Aber: „Eine gesetzliche Pflicht zum Hochwasserschutz seitens der Stadt besteht nicht“, betont Arndt Metzen, Sachgebietsleiter beim Stadtentwässerungsbetrieb. In der Innenstadt, wo in diesem Jahr ebenfalls Häuser und Straßen unter Wasser standen, wird die Stadtverwaltung 2014 aber trotzdem tätig: im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes des Strundeverbandes. Von der Buchmühle bis zur Papierfabrik werden neue Rohre mit mehr als doppeltem Durchmesser, 3,70 bis vier Meter, verlegt.

Die Kosten betragen zwölf Millionen Euro, die Bauzeit soll mindestens vier Jahre betragen. Laut Erkenntnissen der Gefahrenkarte für die Strunde würden ohne diese Baumaßnahmen Teile der Innenstadt wie der Tunnel an der Gohrsmühle im Falle eines Jahrhundertregens vier Meter hoch unter Wasser stehen. Damit begründet sich sicher auch das Interesse der Bürger an dem Thema: Viele Gladbacher hätten die Zeit der öffentlichen Auslegung genutzt, um sich zu informieren, sagt Metzen.

Quelle: ksta.de

Bereit fürs 500-jährliche Hochwasser

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Im Filmersbach in Ettenheim wird ein neuer Rückhalteraum gebaut, der einmal 29 000 Kubikmeter Wasser stauen kann.

ETTENHEIM. Der neue Rückhalteraum im Filmersbach kann einem 500-jährlichen Hochwasser standhalten. „Wir können nach Abschluss der Arbeiten 29 000 Kubikmeter Wasser einstauen, 19 000 Kubikmeter sind nur nötig für ein hundertjährliches Hochwasser“, hat Geschäftsführer Joachim Corbe vom Planungsbüro Wald + Corbe beim wöchentlichen Besprechungstermin am vergangenen Dienstag betont.

Die geplante Landschaft des Staubeckens mit der Rinne des Filmersbachs, der das Gelände durchströmen wird, sowie mehreren kleinen Tümpeln und ausgedehnten Flachwasserzonen ist bereits angelegt. Zuletzt wurde eine fünf Meter tiefe Grube ausgehoben, in die der zentrale Schacht eingebaut wird, der den Abfluss aus dem Becken regelt. Und zwar so, dass nicht mehr Wasser abfließt als die Leitung, die unter dem Gelände der St. Landolin-Schule verläuft, verkraften kann. „Das sind 1200 Liter pro Sekunde“, rechnet Tiefbauleiter Udo Schneider vor und ruft in Erinnerung, dass eine Sicherheitsprüfung Anlass war, den Rückhalteraum zu planen. Die angrenzende Bebauung, die Heimschule bis zum Quartier am Ettenbach sei bei Hochwasser stark gefährdet, hieß es da, und so haben Stadt, Eigentümer und Planer eine Lösung gefunden, den an die Ortslage angrenzenden Teich der Fischzucht Riegger für das Projekt zu verwenden. Die Stadt kaufte das Gelände, Ende 2012 lag der Planfeststellungsbeschluss für das Landschaftsschutzgebiet vor, sagte Schneider, und Mitte Juli konnten die Arbeiten beginnen. Die Finanzierung mit 750 000 Euro stand, mit Beteiligung der Heimschule von 150 000 Euro und Zuschüssen von 170 000 Euro.

Der Damm zum Gelände der Heimschule bleibt bestehen. Zu Sicherheit wird eine etwa 25 Meter breite Dammscharte eingebaut, über die im Extremfall Wasser ablaufen kann. „Ein bislang unvorstellbares Szenario“, wie Joachim Corbe bemerkte. „Wir haben noch nie Rückhaltebecken für mehr als 200-jährliche Hochwässer gebaut, und hier sind wir im Bereich eines 500-jährlichen Ereignisses.“

Die Arbeiten werden permanent von Fachleuten begleitet wie am Dienstag durch den Geotechniker Klaus Gottheil, der ein Torf-Ton-Gemisch bemerkt hat, das ausgebaggert und ausgetauscht werden muss, weil es bei Entlastung aufschwimmen kann. Bedingungen neben den Wetterereignissen, die die Arbeiten verzögern können. „Wir liegen aber in der Zeit“, sagte Joachim Corbe. Der nächste Schritt sei der Einbau eines Betonschachts. „Dieser Tage wird der untere Teil des Bauwerks geliefert, der 28 Tonnen wiegt“, sagte Werner Meier von der beauftragten Firma Amann aus Sasbach am Kaiserstuhl.

Für den Naturschutz auf dem 1,2 Hektar großen Gelände und dem dazugehörigen Einzugsgebiet ist der Ettenheimer Stadtrat und Vorsitzende der örtlichen Nabu-Gruppe, Thomas Ullrich, als Mitarbeiter der Firma Ö:Konzept in Freiburg zuständig.

Quelle: badische-zeitung.de

Energie Cottbus gewinnt Benefizspiel für Hochwasser-Opfer mit 8:0

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Fußball-Zweitligist FC Energie Cottbus hat ein Benefizspiel zugunsten der Hochwasser-Opfer an der Elbe gegen eine Nordsachen-Auswahl klar für sich entschieden. Die Lausitzer gewannen vor 1100 Zuschauern im Torgauer Hafenstadion mit 8:0 (7:0).

Die Treffer für die Brandenburger erzielten am Samstag André Formitschow (3), Ivica Banovic und John Jairo Mosquera (je 2) sowie Marco Stiepermann. Geschont wurde bei den Cottbusern Stürmer Boubacar Sanogo, den leichte Knieprobleme plagten. In der sächsischen Kleinstadt wurden die Energie-Kicker von Co-Trainer Uwe Speidel betreut, da Chefcoach Rudi Bommer am Tag zuvor beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich in München weilte. Insgesamt kamen durch die Zuschauereinnahmen 5500 Euro für die Flut-Opfer zusammen.
Quelle: lr-online.de