Archiv für September 5, 2013

Acht Wochen nach dem Hochwasser sind am Mittwochabend rund 1.200 Gäste der Einladung zur Kultussommernacht in Sachsen-Anhalts Landesvertretung nach Berlin gefolgt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warb bei der Gelegenheit um Touristen und lobte das „Wir-Gefühl“ der Sachsen-Anhalter.

 

Die Kultussommernacht in Sachsen-Anhalts Landesvertretung blickt bereits auf eine elfjährige Tradition zurück – und doch war die Veranstaltung am Mittwochabend eine besondere, wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) vor mehr als 1.200 Gästen sagte: „Acht Wochen nach der Flut müssen wir gerade hier in Berlin für die Schönheiten Sachsen-Anhalts und den Tourismus werben.“

Haseloff hob zudem ausdrücklich hervor, dass das „Wir-Gefühl“ der Sachsen-Anhalter auch nach der Flut anhalte. Selbst in Berlin, sagte er und blickte auf die zahlreichen Unternehmen des Landes, die mit Ständen vertreten waren. Auch der Chef der Landesvertretung, Staatssekretär Michael Schneider (CDU), lobte das ungebrochene Engagement zahlreicher Firmen, vor allem aus dem Nahrungsmittel-Branche. Das sei für beide Seiten ein Gewinn: die Landesvertretung profitiere von den Köstlichkeiten, die Firmen von der Werbung in der Bundeshauptstadt.

Es gab dabei aber auch Überraschungen: Die Kaffeerösterei Hannemann aus Köthen etwa. Inhaber Torsten Vogel hatte 2010 mit seiner Frau bei einem Ostseeurlaub ein Schaurösten erlebt. Ein Schlüsselerlebnis: „Wir haben selbst in guten Restaurants nie anständigen Kaffee bekommen, da haben wir gedacht, da machen wir es eben selber.“ Der Erfolg gibt den ihnen Recht – die Vogels können inzwischen von ihrer Rösterei leben und beschäftigen eine Mitarbeiterin.

Im Gegensatz zu den vorherigen Kultursommernächten fehlte dieses Jahr aber die große Politprominenz aus Berlin: Grund dafür war vor allem der laufende Bundestags-Wahlkampf. Für eine kleine Überraschung sorgte Haseloff, als er mit Amtsvorgänger Wolfgang Böhmer (CDU) aus dem Dienstwagen stieg. Das Verhältnis beider galt als unterkühlt, was Böhmer auch schon öffentlich beklagt hatte. Offenbar ist Haseloff nun an einer Verbesserung interessiert – die beiden plauderten entspannt im Kaminzimmer der Landesvertretung.

Quelle: mz-web.de

Trotz Flaute wurde in der Elbaue investiert

Veröffentlicht: September 5, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

In der Elbaue gibt es nach dem Juni-Hochwasser und der darauffolgenden Mückenplage einen leichten Aufwärtstrend. Seit August sind wieder steigende Gästezahlen in Klöden und Umgebung zu verzeichnen.

Irgendwie hat sie etwas Besonders, die Zufahrt zur Pension „Auf der Tenne“ in Klöden. Sie führt über eine von jungen Bäumen gesäumte Allee, an deren Ende sich ein Blick auf eine große, saftig grüne Wiese eröffnet. Ihr ist nicht anzusehen, dass hier auch Zelte stehen oder Wohnanhänger ihren Platz finden. Das einzige sichtbare Gebäude ist eben jene Pension, deren Inhaber Dietmar Wartenburger heißt.

Auf einer ebenfalls mit Gras bewachsenen Terrasse unter einem gewaltigen Apfelbaum stehen rustikale Tische und Bänke, laden zum Verweilen ein. Kurz, alles ist einfach idyllisch, ruhig. Hier kann man sich sicher gut entspannen, vom Alltagsstress erholen.

Neuer Anstrich

Wer dagegen mit seinem Fahrrad von der Straße her zur Pension kommt, der denkt, hier auf einen Bauernhof, wie es in Klöden viele gibt, gestoßen zu sein, und liegt zumindest von der Geschichte her nicht falsch. Auffallend ist ein offensichtlich neu gestrichenes Seitengebäude. Hier war, wie Dietmar Wartenburger zu erzählen weiß, einmal ein Stallgebäude. Das ist natürlich nicht mehr zu erkennen. Mit Mitteln aus dem Leader-Programm der Europäischen Union wurde die Außenanlage neu gestaltet. Neben der Fassade fallen ein Balkon und zwei Terrassen auf. Ebenfalls zum Vorhaben gehört eine Ferienwohnung, die in der oberen Etage entstanden ist.

Im Erdgeschoss wurde, ausschließlich mit eigenem Kapital, eine behindertengerechte Ferienwohnung ausgebaut. Das helle und freundliche Zimmer und eine kleine Küche laden zum Verweilen ein. Auch der Sanitärbereich ist großzügig gestaltet.

Bei Familientreffen und anderen Feiern sind oft auch ältere Menschen dabei, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, so der Pensionsinhaber. An sie habe er bei diesem Umbau insbesondere gedacht. Mit der Gestaltung des Seitenflügels sei seine „Tenne“ noch attraktiver geworden, ist sich Dietmar Wartenburger sicher, auch wenn es die jüngsten Zahlen nicht unbedingt beweisen. Durch die Lage direkt am Elberadwanderweg hat er in den vergangenen Jahren immer wieder eine gute Auslastung erreicht. Doch 2013 hat ihm, wie vielen anderen Betreibern von Pensionen, Ferienhäusern und Hotels, das Juni-Hochwasser einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Bis Mai ist alles super gelaufen“, erinnert sich Dietmar Wartenburger. Dann kam der große Einbruch, vor allem in puncto Radtouristen. Er habe das etwas auffangen können, bekennt der Klödener. Durch Feiern und durch die Unterbringung von Monteuren. Aber so richtig glücklich macht ihn das dennoch nicht.

Unstrategisch

Neben dem Hochwasser nennt er noch einen zweiten Grund für die Misere: die öffentliche Diskussion über das Mückenproblem. „Das war ganz klar kontraproduktiv, zumindest für das Gastgewerbe.“ Zumal es nicht nur lokal, sondern auch in den deutschlandweiten Medien eine Rolle spielte. „Wer fährt schon in eine Region mit so vielen Plagegeistern?“ Dabei sei es in Klöden und Umgebung gar nicht so schlimm gewesen.

Seit August, so weiß Dietmar Wartenburger zu berichten, steigen die Gästezahlen bei den Radtouristen wieder. Aber Größenordnungen der zurückliegenden Jahre werden nicht mehr erreicht. Der Pensionsinhaber hofft dennoch auf weitere Besserung.

Deshalb denkt er schon über nächste Investitionen nach, möchte in einem bislang als Garten genutzten Bereich einen Biergarten entstehen lassen, denn seine Terrasse unter dem erwähnten Apfelbaum steht zu dicht am Haus. Das kann schon mal zu einer Lärmbelästigung führen. Stehen Tische und Bänke etwas abseits, vielleicht noch hinter Sträuchern, könnte die wesentlich minimiert werden.

Quelle: mz-web.de

FDP beklagt Verzögerung bei Deich-Notreparatur in Greiz

Veröffentlicht: September 5, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Nach dem verheerenden Hochwasser der Weißen Elster Anfang Juni hat die FDP der Landesregierung vorgeworfen, Notreparaturen an einem Deich in Greiz zu lange aufzuschieben. Damals standen nicht nur Teile der Greizer Innenstadt unter Wasser; die Fluten richteten auch einen Millionenschaden im berühmten Greizer Landschaftspark an. Die trockenen Wochen im August mit Niedrigwasser wären nun ein guter Zeitpunkt gewesen, die Lücke, die das Wasser an dem Deich am Park gerissen hatte, provisorisch zu…
Bergner forderte die Landesregierung auf, das Problem rasch anzupacken. Bisher seien aber noch nicht einmal Planungsleistungen in die Wege geleitet worden. Die Verzögerungen seien umso bedauerlicher, da der Deich nach Einschätzung von Fachleuten bei einem erneuten Hochwasser weiter abzubrechen drohe.
Quelle: focus.de

Vom Hochwasser gebeutelte Erfurter bangen um ihre Kleingärten

Veröffentlicht: September 5, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Erfurt. Die Stimmung ist schlecht in drei Erfurter Kleingartenvereinen. Der Vorschlag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, für den Hochwasserschutz die erste Reihe der Gärten am Fluss rückzubauen oder zu verkleinern, verhagelt die Spätsommerlaune.

„Bei uns ist Chaos“, sagt Ines Dörig, die dem Verein Hochheim vorsteht. „Die Informationspolitik ist miserabel. Wir erfahren nur aus den Medien von den Plänen. Und die sind weder logisch noch nachvollziehbar.“

Die Anlage bestehe seit 99 Jahren. „Ich habe allein drei Überflutungen erlebt. Wenn das Wasser weg ist, nehmen wir die Schippe in die Hand. Sechs Wochen später sind die Gärten wieder in Ordnung.“ Die Landesanstalt habe im November 2012 versprochen, dass die Gärten bleiben könnten, wenn die Uferbereiche aufgeräumt würden. „Das haben wir getan.“

Marcel Glebe von der Landesanstalt für Umwelt widerspricht: “ Unser Erstkonzept sah vor, die Uferbereiche zu räumen, Komposthaufen zu beseitigen. Dann die entsprechenden Parzellen, wenn das Land sie von der Stadt Erfurt erworben hat, nach und nach leerzuziehen.“ Doch das sei so nicht gewollt, verweist er auf Gespräche mit dem Stadtverband der Kleingärtner.

„Wir haben mit den Vorsitzenden der drei Anlagen gesprochen“, bestätigt Eberhard Schindler, Vizechef des Stadtverbands, „Es wird wohl im Prinzip so kommen, dass Gärten aufgegeben werden müssen. Aber wir möchten mehr wissen, auch über zeitliche Abläufe. Wann soll was geschehen?“ Noch seien die Flächen Eigentum der Stadt. Wenn am 17. September der Kleingartenbeirat tage, seien Vertreter der Stadt anwesend und der Fraktionen. „Ein wichtiger Termin, auch wenn der Beirat keine Entscheidungsbefugnis hat.“ Der Stadtverband wolle nicht, dass einzelne Vereine mit der Landesanstalt verhandeln. So werde das Chaos nur größer. Es seien Entschädigungssummen für Pächter zwischen 5000 und 15.000 Euro im Gespräch.

„Wir könnten sehr schnell Gelder auszahlen, wenn das Rechtliche geklärt ist“, bestätigt Marcel Glebe. „Aber die genannten Summen stammen nicht von uns.“ Es seien wohl Erfahrungswerte. Es gebe einen Schätzkatalog.

Der Stadtverband könnte sich vorstellen, dass die Gärten bewertet und die Pächter ausgezahlt werden. „Und dass sie dann für die weitere Nutzung der Gärten bis zu einem späteren Abriss Miete zahlen“, sagt Eberhard Schindler.

Das sei nicht im Sinn des Hochwasserschutzes, so Glebe. „Wir wollen dort sehr schnell Schutzmaßnahmen veranlassen.“ Dazu gehöre auch, den immer wieder abrutschenden Bachstelzenweg auf die andere Gera-Seite zu verlegen, die Uferzonen abzuflachen und dem Wasser Raum zu geben.

Er habe in den letzten Wochen mehrere Anrufe von Kleingärtnern bekommen, die bereit seien, ihre Gärten am Wasser aufzugeben. Doch Glebe will nicht der Buhmann sein. „Die Stadt muss sagen, was sie will. Noch besitzt sie die Flächen.“ Er, Glebe, vertrete die Fachbehörde – und die unterbreite fachliche Vorschläge. „100.000 Leute in Erfurt hätten was vom Hochwasserschutz“, sagt er. „Etwa 50 müssten ihre Gärten hergeben.“

Vereinschefin Ines Dörig meint: „Wenn die erste Reihe weg wäre, würde sich nichts ändern. An dieser Stelle gibt es immer wieder Hochwasser. Das Wasser muss in jedem Fall unter der Bahnbrücke durch, es sei denn, man trägt die Brücke ab.“ Ihr Vorschlag an die Landesanstalt lautet: „Lasst unsere Anlagen, wie sie sind. Pflegt endlich die Uferbäume. Und legt nachvollziehbare Pläne vor.“ Für politische Entscheidungen ist der Beigeordnete Uwe Spangenberg zuständig, der wiederum dem Stadtrat Rede und Antwort stehen muss. Spangenberg ist derzeit im Urlaub. Man sei sich der Tragweite des Themas bewusst, hieß es heute Mittag aus seinem Dezernat. Termine zu Gärten

  • Am Samstag treffen sich 11 Uhr betroffene Kleingärtner intern in Hochheim an der Trafostation.
  • Am 17. September tagt der Kleingartenbeirat.
  • Am 18. September bietet Marcel Glebe von der Umwelt-Landesanstalt eine Führung in der nördlichen Gera-Aue an. Treffpunkt ist 16 Uhr an der „Entenbrücke“ oberhalb der Straße der Nationen.

 

Quelle: thueringer-allgemeine.de