Bis 2020 soll Sachsen-Anhalt vor Hochwasser geschützt sein

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt

In Berlin treffen sich heute die Umweltminister der Länder zu einer Sondersitzung. Es geht um das Hochwasser vom Juni – genauer um den Hochwasserschutz. Eine Frage ist auch, mit welchem Geld Deiche saniert und Polder gebaut werden sollen. Besonders das am meisten betroffene Bundesland Sachsen-Anhalt ist auf Unterstützung von Bund und EU angewiesen. Wie es beim Hochwasserschutz weitergehen soll, berichtet unsere Korrespondentin.

„Halbzeit“ hieß es eigentlich in diesem Jahr beim Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt. Das allerdings war vor dem Juni-Hochwasser 2013. Die Hälfte der Anlagen war erneuert worden. Ein halbe Milliarde Euro hatte das gekostet. Noch einmal so viel Geld sollte bis 2020 in die übrigen Anlagen gesteckt werden. Doch dann kamen neue Schäden dazu. Die hat der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft mittlerweile begutachtet, sagt der Leiter Burkhard Henning: „Es sind erst mal 250 Maßnahmen gelistet worden, da sind natürlich Gewässer-Grundräumungen, Brückenreparaturen und Schöpfwerke dabei.“

Neue Polder und Retentionsflächen

Die gesamten Reparaturen kosten 250 Millionen Euro. Das kann aus dem Fluthilfefonds des Bundes bezahlt werden. Die ersten Schäden sind schon beseitigt: Der gebrochene Deich in Breitenhagen ist repariert. In Fischbeck wurde eine Spundwand errichtet, ab April kommendes Jahr soll der Deich begradigt werden. Ein Teil der Baustellen, die das Juni-Hochwasser aufgerissen hat, überschneidet sich mit dem bisherigen Hochwasserschutzkonzept des Landes. Aber die Pläne müssen auch erweitert werden, sagt Hermann Onko Aeikens, Minister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt: „Dass die bisher bekannten Hochwasserstände überschritten werden können, das ist eine Erkenntnis aus dem Juni-Hochwasser. Das führt dazu, dass wir voraussichtlich mehr Polder und mehr Retentionsflächen als geplant ausweisen werden.“

Lange Genehmigungswege verkürzen

Im Bau ist derzeit ein Polder an der Mulde bei Rösa. Der allein kostet 25 Millionen Euro. Die Planung weiterer Flutungsflächen wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Die Dauer solcher Projekte – das ist ein weiterer Punkt, über den die Umweltminister heute in Berlin sprechen werden, sagt Aeikens: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den furchtbar langen Instanzenweg, die manchmal sehr langen Bearbeitungsfristen, verkürzen können. Wenn Fachbehörden feststellen: So ist die optimale Lösung, dann sind wir es den Bürgern schuldig, gute Lösungen möglichst rasch zu realisieren.“

Alle erneuerten Deiche hielten Stand

Ein praktisches Beispiel ist der Gimritzer Damm in Halle. Schon nach dem Hochwasser 2011 hieß es, er müsse erneuert werden. Zwei Jahre lang tat sich nichts. Nach dem diesjährigen Hochwasser ließ Oberbürgermeister Wiegand kurzerhand mit dem Bau beginnen. Das ist nun wiederum gestoppt und hat einen neuen Weg durch die Instanzen begonnen. Das Ziel 2020 bleibt – dann sollen alle Anlagen zum Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt saniert sein. Auch wenn der Schutz nie vollkommen sein wird, betont Burkhard Henning vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz: „Selbst wenn es Sommer-Hochwässer sind, oder man Winter-Hochwässer vergleicht, die sind in ihrem Verlauf und ihren Auswirkungen immer anders. Das heißt, man wird nie so richtig fertig. Aber dann können wir erst mal sagen, vom Grunde her haben wir einen Hochwasserschutz 2020, dass man mit solchen Ereignissen, wie sie jetzt waren, umgehen kann.“ Davon sei er überzeugt. Denn das habe das Juni-Hochwasser gezeigt: Alle erneuerten Deiche haben gehalten.

Quelle: mdr.de

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