Archiv für September 2, 2013

Bundesumweltminister Peter Altmaier und die Umweltministerinnen und -minister der Länder haben auf einer Sonderkonferenz beschlossen, ein nationales Programm zum Hochwasserschutz zu erarbeiten. Es geht um mehr länderübergreifende Koordinierung und eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes.

Bund und Länder sprachen sich dafür aus, Maßnahmen zum Hochwasserschutz schneller und auf breiter Front zu verwirklichen. Dabei sei die konstruktive Zusammenarbeit aller Akteure gefordert, unterstrich Altmaier.

Künftig beteiligt sich der Bund stärker auch finanziell an vorbeugenden Maßnahmen des länderübergreifenden Hochwasserschutzes. In Vorbeugung zu investieren sei besser als Schäden zu finanzieren, so die Minister.

Aufbauhilfefonds
Zur Bewältigung der Flutschäden in diesem Jahr wurde ein Aufbaufonds in Höhe von acht Milliarden Euro beschlossen. Die Aufbauhilfeverordnung regelt die Verteilung an die betroffenen Länder sowie die Schadensregulierung. Damit hat der Bund alles getan, um den geschädigten Bürgern die Wiederaufbaumittel schnell zur Verfügung zu stellen.
Direkt nach der Hochwasserkatastrophe hatten die Länder unter Beteiligung des Bundes mit Soforthilfen begonnen. Die Soforthilfen sollten die unmittelbare Not und die dringendsten Bedürfnisse lindern. Auch den betroffenen Landwirten standen Anfang Juli Soforthilfen zur Verfügung.

Vorbeugende Maßnahmen gegen die Flut

Das Hochwasser 2013 hat gezeigt, wie wirksam viele der Schutzmaßnahmen waren, die seit der extremen Flut im August 2002 an Elbe und Donau realisiert werden konnten. Deshalb besteht Einigkeit darin, dass vorbeugende Maßnahmen zum Hochwasserschutz auch künftig dazu beitragen werden, Schäden an Leib und Leben zu vermeiden. Zudem helfen sie dabei, die öffentlichen Infrastrukturen und das Eigentum der Menschen vor den Fluten zu schützen.

Um dem Rechnung zu tragen, setzen Bund und Länder in einem nationalen Hochwasserschutz-Programm gemeinsam Prioritäten für den vorbeugenden Hochwasserschutz.  „Es gilt, als Bund und Länder und als Ober- und Unterlieger eines Flussgebiets künftig stärker zusammenarbeiten, wenn es um dem Wasserrückhalt geht. Das schließt die Finanzierung ein“, unterstrich Jürgen Reinholz, Umweltminister in Thüringen und Vorsitzender der Umweltministerkonferenz.

Spitzen des Hochwassers rechtzeitig auffangen

Umfassende Hochwasservorsorge muss mehrere Punkte kombinieren: ökologisch ausgerichtete Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Einzugsgebiet, technische Schutzmaßnahmen, Reglementierung und Anpassung der Nutzung in überschwemmungsgefährdeten Gebieten und individuelle Hochwasservorsorge.

Besonders wichtig ist es, Spitzen der Hochwasserwellen rechtzeitig aufzufangen. So hat sich in diesem Jahr gezeigt, dass es wirkungsvoll ist, noch vorhandene Auen als natürliche Überschwemmungsflächen zu erhalten und die zusätzliche Flächen zurückzugewinnen.

Bis zur nächsten planmäßigen Sitzung der Umweltminister soll die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser erste Vorschläge für das Hochwasserschutzprogramm erarbeiten. Herzstück wird die Identifizierung der bundesweit wichtigsten Projekte zum Hochwasserschutz. Dazu gehören insbesondere der Wasserrückhalt durch steuerbare Flutpolder und Deichrückverlegungen sowie deren gemeinsame Finanzierung.

Quelle: bundesregierung.de

Hilfe aus Georgenthal für Hochwasser-geschädigte Familie in Berga

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Hilfe

Spende für Flutopfer in der Elsterstadt

Berga „Uns hat das Schicksal von Günter und Ramona Kutschenreuter so sehr berührt, dass wir beschlossen zu helfen“, sagte am Sonnabend Sebastian Böhm, Wehrführer der Feuerwehr aus Nauendorf. Kurz nach der Flut hatten er und die Feuerwehrmänner des Zuges aus Georgental in Berga geholfen. Dabei waren sie auch auf die Familie Kutschenreuter gestoßen, denen sie halfen, die Wohnung leerzuräumen und Möbel und ähnliches hinauszubringen. Die Situation erschwerte, dass Günter Kutschenreuter seit einigen Jahren im Rollstuhl sitzt.

„Als Dank haben wir ihnen damals Tassen geschenkt, die mein Mann Günter bemalt hat“, erklärt Ramona Kutschenreuter. „Nun haben wir beschlossen, diese gefüllt wieder mit herzubringen“, sagte Ronny Prohaska, Ortsbrandmeister aus Georgental. „Gesammelt haben wir zuerst unter den Kameraden“, ergänzte Prohaska. Außerdem habe man die Chance eines Kurkonzerts in Georgental genutzt, um bei den Einwohner noch einmal um Unterstützung zu bitten. 385″Euro kamen zusammen, die Kutschenreuters bewegt entgegennahmen.

„Wir tun uns nach dem Hochwasser noch ein wenig schwer“, gab Ramona Kutschenreuter zu, „aber wir sind auf dem Weg. Es wird langsam.“ Ihr altes Heim musste die Familie jedoch wegen der Flutschäden verlassen. „Wir sind in Berga umgezogen, aber das neue Haus ist sehr schön.“

Quelle: otz.de

Auf einer Sonderkonferenz beraten die Umweltminister von Bund und Ländern heute in Berlin über den künftigen Hochwasserschutz. Dabei geht es auch um die Schaffung eines nationalen Hochwasserschutzprogramms. Im Frühsommer hatten verheerende Überschwemmungen Städte und Landstriche vor allem in Ost- und Süddeutschland schwer getroffen. Zur Bewältigung der Flutschäden wurde ein Aufbaufonds in Höhe von acht Milliarden Euro beschlossen.

Zugleich hatte die jüngste Flut die Diskussion um einen besseren Hochwasserschutz und schnellere Genehmigungsverfahren für Schutzmaßnahmen neu entfacht. Vor der Ministerkonferenz mahnten Umweltverbände erneut die Rückverlegung von Deichen und die Ausweitung von Überschwemmungsflächen an, um Hochwasserschäden künftig zu verringern.

Quelle: welt.de

Vorschläge zum Schutz vor Hochwasser

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Vor der Umweltministerkonferenz zu den Konsequenzen der jüngsten Flut haben Naturschutzverbände ein nationales Hochwasserschutzprogramm angemahnt. Die Rückverlegung von Deichen und die Ausweitung von Überschwemmungsflächen auf früheren Flussauen seien „die wirksamsten Mittel, um Hochwasserschäden zu verringern“, erklärte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, am Sonntag in Berlin. Die für den Hochwasserschutz geeigneten Flächen dürften weder Wohn- oder Wirtschaftszwecken dienen noch dürfe dort Ackerbau betrieben werden.

Auch der Deutsche Naturschutzring (DNR) forderte die Schaffung möglichst großer Überflutungsräume.

An der Elbe beispielsweise seien in den vergangenen 20 Jahren nur 1400 von 20 000 möglichen Hektar für den ökologischen Hochwasserschutz umgewidmet worden.

Um Hochwasserschäden zu vermeiden, könnten in Einzelfällen auch technische Bauten wie Uferschutzwände oder Rückhaltebecken sinnvoll sein; zweckmäßiger sei es aber, die Wassermengen frühzeitig in der Fläche zu verteilen, betonte Weiger. Solange es kein umfassendes Konzept dafür gebe, müsse ein Moratorium für den Verkauf von für den Hochwasserschutz geeigneten Flächen durch Bund, Länder und Wirtschaftsunternehmen gelten. Der BUND-Chef drängte Bund und Länder zugleich, keinen Gesetzen zur beschleunigten Planung von Baumaßnahmen an den Flüssen zuzustimmen

Quelle: tagesspiegel.de

Der Kreis Wittenberg interessiert sich für das in Anhalt-Bitterfeld gestartete Informationssystem über Gefahren wie Hochwasser oder Großbrände. Via SMS, E-Mail oder Smartphone-App können die Bürger mit dem System gewarnt werden.

Das in Anhalt-Bitterfeld gestartete Informationssystem, um Bürger schnell und effizient über Gefahren wie Hochwasser oder Großbrände informieren zu können, trifft im Kreis Wittenberg auf Interesse. „Wir schauen uns das sehr aufmerksam an und werden in Erfahrungsaustausch treten mit den Kollegen in Anhalt-Bitterfeld“, sagte Kreissprecher Ronald Gauert auf Anfrage.

Ob ein solches System für Wittenberg in Frage komme, müsse diskutiert werden – nicht zuletzt spiele die Frage der Finanzierung dabei eine Rolle. Gauert verweist allerdings darauf, dass Informationssysteme bereits existieren – etwa die Internetseite www.unwetterzentrale.de, der auf den Kreis heruntergebrochene Warnhinweise zu entnehmen seien.

Bei dem jetzt in Anhalt-Bitterfeld gestarteten System können Bürger zielgenau via SMS, E-Mail oder Smartphone-App über mögliche Gefahren informiert werden (die MZ berichtete). Sie bekommen zudem Hinweise, was das angemessene Verhalten in dem spezifischen Fall betrifft. Entwickelt wurde das Warn- und Informationssystem namens „Katwarn“ vom Berliner Frauenhofer-Institut. Es ist bereits seit 2009 im Einsatz und wird von 15 Kreisen und Städten in der Republik genutzt.

Die Kosten für die Einführung belaufen sich in Anhalt-Bitterfeld auf 15.000 Euro, 3.000 Euro müssen jährlich für den Betrieb eingeplant werden. Bürger, die das System nutzen wollen, können sich per SMS registrieren lassen oder eine App herunterladen.

Quelle: mz-web.de

Wiederaufbaupläne der Kommunen werden beraten

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Der Wiederaufbau nach dem Hochwasser in Sachsen geht in eine neue Phase. Nunmehr werden die vorliegenden Pläne der Kommunen geprüft und nach Dringlichkeit sortiert, wie die Staatskanzlei am Montag in Dresden mitteilte. Bis zum 20. September soll das abgeschlossen sein, hieß es. Sind die Pläne bestätigt, kann das Geld für die einzelnen Vorhaben beantragt werden.
Sachsens Kommunen hatten nach dem Juni-Hochwasser ihre Schäden auf rund 780 Millionen Euro geschätzt. Diese sollen zu 100 Prozent aus dem nationalen Fluthilfefonds ersetzt werden – vorausgesetzt, die Kommunen versichern sich gegen künftige Hochwasserschäden. Ansonsten gibt es nur einen 90-prozentigen Ersatz.
Quelle: focus.de

Bester Schutz vor Hochwasser: Dem Wasser Raum geben

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Wer vor Hochwasser schützen will, muss dem Wasser Raum geben. So lautete das Fazit der Radtour entlang der Isar, zu der MdL Christian Magerl (Grüne) vor kurzem eingeladen hatte.

Die Teilnehmer starteten an der Isarbrücke bei Mintraching. Dort führte Magerl kurz in das Thema ein. Die heftigen Starkregenfälle Anfang Juni, hätten gezeigt, dass die von den Klimaforschern vorhergesagten Extremereignisse immer häufiger Realität würden. Einige Pegel in Bayern erreichtenWerte, bei denen man vom inzwischen vierten „Jahrhunderthochwasser“ seit dem Pfingsthochwasser 1999 sprechen müsse.

Als erster Besichtigungspunkt stand dann die Deichsanierung bei Hallbergmoos auf dem Programm. Diese zeigte ein negatives Beispiel. Magerl zitierte aus dem Genehmigungsbescheid des Jahres 2010: „Das Gesamtkonzept Isar 2020 sieht in diesem Teilabschnitt eine großräumige Deichrückverlegung bis nahe der S-Bahn-Trasse zum Flughafen vor. Damit kann neuer Rückhalteraum für zirka eine Million Kubikmeter geschaffen werden.“ Er bedauerte, dass diese ursprüngliche Planung nicht weiter verfolgt wurde: „Hier wurde eine riesige Chance vertan, neuen Retentionsraum zu schaffen. Stattdessen wurde der Deich auf der Trasse des alten Deichs neu gebaut.“ Bei Oberhummel und in der Nähe von Rosenau hingegen konnten die Radfahrer zwei Beispiele besichtigen, wo in den vergangenen Jahren neue Rückhalteräume entstanden sind. Die Deichrückverlegung schaffte dort Platz für insgesamt 400 000 Kubikmeter Wasser.

Ziel der Radtour war es zu zeigen, dass ökologischer Hochwasserschutz möglich ist. Dort, wo Uferabbrüche und Aufweitungen des Flussbettes der Isar mehr Raum geben, kann auch das Hochwasser ausweichen.

Quelle: merkur-online.de

Nationales Schutzprogramm

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Bayern

Überschwemmungen machen an Ländergrenzen nicht halt – Hochwasserschutz schon. Damit sich das ändert, dafür haben die Umweltminister von Bund und Ländern ein Programm beschlossen.

Anfang Juni ließ anhaltender Regen die Flüsse über die Ufer treten – betroffen waren vor allem die Regionen an Donau, Elbe und Saale. Überall versuchten lokale und regionale Krisenstäbe, das Schlimmste zu verhindern. Doch was in der akuten Notsituation erforderlich ist, sollte in der vorbeugenden Arbeit vermieden werden: Die kleinteilige Konzentration nur auf das eigene Gebiet. Deshalb liegt heute bei der Umweltministerkonferenz die Idee eines nationalen Schutzprogramms auf dem Tisch.

Es geht ums Geld und um Ländereien

Bisher ist der Hochwasserschutz Ländersache. Damit das anders wird, müssen Zuständigkeiten und vor allem Finanzierungsfragen neu geregelt werden. Und da gibt es Streit – zum einen ums Geld, zum anderen aber auch um die erforderlichen Maßnahmen. Experten fordern, mehr natürliche Überschwemmungsgebiete vorzuhalten und Deiche zurückzuversetzen.

„Wir brauchen nicht nur die Aktionspläne, wir brauchen auch eine länderübergreifende Verbindlichkeit. Die gibt es heute noch nicht.“

Otto Schaaf, DWA-Vorsitzender.

Ziel müsse es sein, den Flüssen mehr Raum zu geben und so den Hochwasserscheitel abzusenken, sagte Otto Schaaf. Er ist Vorsitzender der Deutschen Vereinigung Wasserwirtschaft (DWA). In vielen Aktionsplänen gebe es schon ganz konkrete Vorschläge, wo Überschwemmungsräume zur Verfügung gestellt werden könnten. Trotzdem würden diese Vorschläge dann vor Ort nicht umgesetzt.

Quelle: br.de

Werra-Meißner. Hat das bekanntermaßen verunreinigte Wasser der Werra beim Überfluten der Auen im Juni dieses Jahres Schadstoffe hinterlassen?

Danach wurde beim Erntegespräch des Kreisbauernverbandes am Donnerstag im Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ellershausen gefragt.

In Herleshausen seien mehrere Proben des Bodens genommen worden, um den Gehalt an Kaliumchlorid zu bestimmen, berichtete Verbandsgeschäftsführer Uwe Roth. Dabei sei überhaupt kein Salz aus der Kali-Industrie nachgewiesen worden.

Und der weiße Belag auf den Pflanzen, der manchen Landwirt beunruhigte, erwies sich ebenfalls nicht als Hinweis auf Salz. Vielmehr habe es sich um feinsten Sand gehandelt.

In den Proben seien allerdings Fäkalkeime nachgewiesen worden, die von überfluteten Kläranlagen stammen dürften.

Weitere Folge des Hochwassers laut Roth: Nie gekannte Unkräuter hätten sich auch auf Feldern im hiesigen Werratal breitgemacht.

Und wurde eventuell das Gras auf den Wiesen, das als Futter fürs Vieh zu Silage verarbeitet wurde, durch das Werra-Hochwasser belastet? Vom Regierungspräsidium Gießen seien Proben aus mehreren Silostöcken gezogen worden, teilte Roth mit. Über Ergebnisse sei man aber nicht informiert worden. Daraus schließt er, dass vermutlich keine Belastung vorliegt, zumindest keine erwähnenswerte.

Quelle: hna.de

 

Mit einer B-Elf hat Rekordmeister FC Bayern  ein Benefizspiel für die Opfer der jüngsten Hochwasser-Katastrophe klar für sich entschieden.

Passau – Ohne die meisten seiner Stammkräfte hat Triple-Sieger FC Bayern ein Benefizspiel für die Opfer der jüngsten Hochwasser-Katastrophe gewonnen. Vor 12 000 Zuschauern siegte Bayern unter den Augen von Trainer Pep Guardiola gegen eine Regionalauswahl mit 5:1 (3:0).

Die Tore für die Münchner erzielten Mitchell Weiser (2. Minute), Christian Derflinger (23./77.), Xherdan Shaqiri (45.+1) und Tobias Schweinsteiger per Foulelfmeter (84.). Zuvor hatte der älterer Bruder des verletzten Vize-Kapitäns Bastian Schweinsteiger aus elf Metern verschossen (62.), Auswahl-Torwart Andreas Rixinger hielt.

Den Ehrentreffer für die Regionalauswahl erzielte Michael Pillmeier (89.).

Wichtiger als das Ergebnis war die Aktion vor dem Anpfiff: Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Vereinspräsident Uli Hoeneß überreichten einen Spendenscheck über 250 000 Euro.

Quelle: .abendzeitung-muenchen.de

In Berlin treffen sich heute die Umweltminister der Länder zu einer Sondersitzung. Es geht um das Hochwasser vom Juni – genauer um den Hochwasserschutz. Eine Frage ist auch, mit welchem Geld Deiche saniert und Polder gebaut werden sollen. Besonders das am meisten betroffene Bundesland Sachsen-Anhalt ist auf Unterstützung von Bund und EU angewiesen. Wie es beim Hochwasserschutz weitergehen soll, berichtet unsere Korrespondentin.

„Halbzeit“ hieß es eigentlich in diesem Jahr beim Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt. Das allerdings war vor dem Juni-Hochwasser 2013. Die Hälfte der Anlagen war erneuert worden. Ein halbe Milliarde Euro hatte das gekostet. Noch einmal so viel Geld sollte bis 2020 in die übrigen Anlagen gesteckt werden. Doch dann kamen neue Schäden dazu. Die hat der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft mittlerweile begutachtet, sagt der Leiter Burkhard Henning: „Es sind erst mal 250 Maßnahmen gelistet worden, da sind natürlich Gewässer-Grundräumungen, Brückenreparaturen und Schöpfwerke dabei.“

Neue Polder und Retentionsflächen

Die gesamten Reparaturen kosten 250 Millionen Euro. Das kann aus dem Fluthilfefonds des Bundes bezahlt werden. Die ersten Schäden sind schon beseitigt: Der gebrochene Deich in Breitenhagen ist repariert. In Fischbeck wurde eine Spundwand errichtet, ab April kommendes Jahr soll der Deich begradigt werden. Ein Teil der Baustellen, die das Juni-Hochwasser aufgerissen hat, überschneidet sich mit dem bisherigen Hochwasserschutzkonzept des Landes. Aber die Pläne müssen auch erweitert werden, sagt Hermann Onko Aeikens, Minister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt: „Dass die bisher bekannten Hochwasserstände überschritten werden können, das ist eine Erkenntnis aus dem Juni-Hochwasser. Das führt dazu, dass wir voraussichtlich mehr Polder und mehr Retentionsflächen als geplant ausweisen werden.“

Lange Genehmigungswege verkürzen

Im Bau ist derzeit ein Polder an der Mulde bei Rösa. Der allein kostet 25 Millionen Euro. Die Planung weiterer Flutungsflächen wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Die Dauer solcher Projekte – das ist ein weiterer Punkt, über den die Umweltminister heute in Berlin sprechen werden, sagt Aeikens: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den furchtbar langen Instanzenweg, die manchmal sehr langen Bearbeitungsfristen, verkürzen können. Wenn Fachbehörden feststellen: So ist die optimale Lösung, dann sind wir es den Bürgern schuldig, gute Lösungen möglichst rasch zu realisieren.“

Alle erneuerten Deiche hielten Stand

Ein praktisches Beispiel ist der Gimritzer Damm in Halle. Schon nach dem Hochwasser 2011 hieß es, er müsse erneuert werden. Zwei Jahre lang tat sich nichts. Nach dem diesjährigen Hochwasser ließ Oberbürgermeister Wiegand kurzerhand mit dem Bau beginnen. Das ist nun wiederum gestoppt und hat einen neuen Weg durch die Instanzen begonnen. Das Ziel 2020 bleibt – dann sollen alle Anlagen zum Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt saniert sein. Auch wenn der Schutz nie vollkommen sein wird, betont Burkhard Henning vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz: „Selbst wenn es Sommer-Hochwässer sind, oder man Winter-Hochwässer vergleicht, die sind in ihrem Verlauf und ihren Auswirkungen immer anders. Das heißt, man wird nie so richtig fertig. Aber dann können wir erst mal sagen, vom Grunde her haben wir einen Hochwasserschutz 2020, dass man mit solchen Ereignissen, wie sie jetzt waren, umgehen kann.“ Davon sei er überzeugt. Denn das habe das Juni-Hochwasser gezeigt: Alle erneuerten Deiche haben gehalten.

Quelle: mdr.de

Hochwasser: Raum für Flüsse statt höhere Deiche

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Was hilft besser, wenn die Flut kommt: höhere Deiche oder Überschwemmungsräume für die Flüsse? Für den Experten Otto Schaaf steht die Antwort fest. Er fordert eine schnelle und gemeinsame Umsetzung.

Für einen wirksamen Hochwasserschutz müssen nach Expertenmeinung mehr Überschwemmungsräume an Flüssen gebaut werden. Durch eine Erhöhung der Deiche werde das Hochwasser-Risiko nur vergrößert, sagte der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung Wasserwirtschaft (DWA), Otto Schaaf.

In der DWA arbeiten Experten aus Wissenschaft und Technik an Verbesserungen zum Hochwasserschutz. An diesem Montag beraten die Umweltminister der Länder über dieses Thema. Der Diplom-Ingenieur Schaaf ist Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe Köln.

Ziel müsse es sein, den Flüssen mehr Raum zu geben und so den Hochwasserscheitel abzusenken, sagte Schaaf. In vielen Aktionsplänen gebe es schon ganz konkrete Aussagen, wo Überschwemmungsräume zur Verfügung gestellt werden könnten.

Pläne werden nicht umgesetzt

Trotzdem würden die Pläne vor Ort nicht umgesetzt. „Wir brauchen nicht nur die Aktionspläne, wir brauchen auch eine länderübergreifende Verbindlichkeit. Die gibt es heute noch nicht.“

Wenn sich eine Gemeinschaft in einem Flussgebiet auf ein sinnvolles Konzept verständigt habe, dann müsse sie auch verbindlich für die Umsetzung eintreten. Gerade bei den für Überschwemmungen vorgesehenen Gebieten – so genannten Retentionsräumen – sei die Bereitschaft vor Ort „unterschiedlich ausgeprägt“. Denn sie dienten ja nicht unmittelbar dem Schutz der eigenen Gemeinde, sondern der Solidargemeinschaft entlang des Flusses.

Quelle: welt.de

Bund und Länder wollen beim Hochwasserschutz künftig an einem Strang ziehen. Die Umweltminister beschlossen deshalb, ein nationales Hochwasserschutzprogramm auszuarbeiten. Sie vereinbarten, ihre Schutzmaßnahmen besser aufeinander abzustimmen und gemeinsam zu planen.

Gemeinsame Finanzierung geplant

Vorgesehen sind unter anderem mehr Überflutungsflächen. Flüsse sollen mehr Platz erhalten und Deiche zurückverlegt werden. Agrarflächen sollen stärker als Flutpolder genutzt werden. In den Hochwasserschutz sollen zudem die Nachbarländer eingebunden werden.

Die Zusammenarbeit beim Hochwasserschutzprojekten soll auch die Finanzierung einschließen. Die Fluten würden an den Ländergrenzen auch nicht halt machen. Die Länder forderten den Bund auf, sich zu beteiligen und zusätzliche Gelder bereitzustellen. Es sei schließlich besser, Hochwasser zu verhindern, als die Beseitigung der Schäden zu bezahlen.

Bis Herbst 2014 soll die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser Vorschläge für einen einheitlichen Hochwasserschutz vorlegen. So gibt es in den Ländern unterschiedliche Hochwasserstufen, und die Deichhöhen werden unterschiedlich gemessen. Die Experten sollen sich auch Gedanken machen, wie Betroffene durch eine Elementarschadensversicherung besser vorsorgen können.

Lehren aus dem Juni-Hochwasser

Die Umweltminister ziehen damit die Konsequenzen aus dem Juni-Hochwasser. Nach tagelangen heftigen Regenfällen waren die Flüsse über die Ufer getreten und hatte Überschwemmungen mit Milliardenschäden verursacht. Deutschlandweit waren Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Bayern besonders betroffen.

Diese Erfahrung machte deutlich, dass das als Jahrhundertflut bezeichnete Hochwasser von 2002 nicht so eine Ausnahme war wie angenommen. Die nach 2002 beschlossenen Schutzmaßnahmen waren noch nicht alle in Angriff genommen oder fertig gestellt.

Außerdem waren Vorwürfe laut geworden, die Länder an den Oberläufen der Flüsse hätten zu viele Deiche gebaut und den Flüssen die natürlichen Überschwemmungsgebiete genommen. Dadurch sei die Länder an den Unterläufen der Flüsse besonders stark von den Fluten betroffen gewesen.

Quelle: mdr.de

Lünen. Von den kleineren Bächen in Lünen geht ein größeres Hochwasserrisiko aus als von den Flüssen Lippe und Seseke. Wie hoch es genau ist, will die Stadt im Detail analysieren.

Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), kündigte das im Verwaltungsrat an. Bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser blieben Wohngebiete nahe der Lippe und Seseke wohl verschont, hätten Untersuchungen im Auftrag des Landesumweltministeriums ergeben.

Gefahr für Gahmener Senke

Hochwasser: Das Risiko der kleinen Bäche | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/luenen/hochwasser-das-risiko-der-kleinen-baeche-id8405093.html#1467950504Lünen. Von den kleineren Bächen in Lünen geht ein größeres Hochwasserrisiko aus als von den Flüssen Lippe und Seseke. Wie hoch es genau ist, will die Stadt im Detail analysieren.

 

Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), kündigte das im Verwaltungsrat an. Bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser blieben Wohngebiete nahe der Lippe und Seseke wohl verschont, hätten Untersuchungen im Auftrag des Landesumweltministeriums ergeben.

 

Gefahr für Gahmener Senke

 

Hochwasser: Das Risiko der kleinen Bäche | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/luenen/hochwasser-das-risiko-der-kleinen-baeche-id8405093.html#1467950504

Lünen. Von den kleineren Bächen in Lünen geht ein größeres Hochwasserrisiko aus als von den Flüssen Lippe und Seseke. Wie hoch es genau ist, will die Stadt im Detail analysieren.

 

Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), kündigte das im Verwaltungsrat an. Bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser blieben Wohngebiete nahe der Lippe und Seseke wohl verschont, hätten Untersuchungen im Auftrag des Landesumweltministeriums ergeben.

 

Gefahr für Gahmener Senke

 

Hochwasser: Das Risiko der kleinen Bäche | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/luenen/hochwasser-das-risiko-der-kleinen-baeche-id8405093.html#1467950504

Bundesumweltminister Peter Altmaier und die Umweltministerinnen und -minister der Länder haben auf einer Sonderkonferenz beschlossen, ein nationales Programm zum Hochwasserschutz zu erarbeiten. Es geht um mehr länderübergreifende Koordinierung und eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes.

Bund und Länder sprachen sich dafür aus, Maßnahmen zum Hochwasserschutz schneller und auf breiter Front zu verwirklichen. Dabei sei die konstruktive Zusammenarbeit aller Akteure gefordert, unterstrich Altmaier.

Künftig beteiligt sich der Bund stärker auch finanziell an vorbeugenden Maßnahmen des länderübergreifenden Hochwasserschutzes. In Vorbeugung zu investieren sei besser als Schäden zu finanzieren, so die Minister.

Aufbauhilfefonds
Zur Bewältigung der Flutschäden in diesem Jahr wurde ein Aufbaufonds in Höhe von acht Milliarden Euro beschlossen. Die Aufbauhilfeverordnung regelt die Verteilung an die betroffenen Länder sowie die Schadensregulierung. Damit hat der Bund alles getan, um den geschädigten Bürgern die Wiederaufbaumittel schnell zur Verfügung zu stellen.
Direkt nach der Hochwasserkatastrophe hatten die Länder unter Beteiligung des Bundes mit Soforthilfen begonnen. Die Soforthilfen sollten die unmittelbare Not und die dringendsten Bedürfnisse lindern. Auch den betroffenen Landwirten standen Anfang Juli Soforthilfen zur Verfügung.

Vorbeugende Maßnahmen gegen die Flut

Das Hochwasser 2013 hat gezeigt, wie wirksam viele der Schutzmaßnahmen waren, die seit der extremen Flut im August 2002 an Elbe und Donau realisiert werden konnten. Deshalb besteht Einigkeit darin, dass vorbeugende Maßnahmen zum Hochwasserschutz auch künftig dazu beitragen werden, Schäden an Leib und Leben zu vermeiden. Zudem helfen sie dabei, die öffentlichen Infrastrukturen und das Eigentum der Menschen vor den Fluten zu schützen.

Um dem Rechnung zu tragen, setzen Bund und Länder in einem nationalen Hochwasserschutz-Programm gemeinsam Prioritäten für den vorbeugenden Hochwasserschutz.  „Es gilt, als Bund und Länder und als Ober- und Unterlieger eines Flussgebiets künftig stärker zusammenarbeiten, wenn es um dem Wasserrückhalt geht. Das schließt die Finanzierung ein“, unterstrich Jürgen Reinholz, Umweltminister in Thüringen und Vorsitzender der Umweltministerkonferenz.

Spitzen des Hochwassers rechtzeitig auffangen

Umfassende Hochwasservorsorge muss mehrere Punkte kombinieren: ökologisch ausgerichtete Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Einzugsgebiet, technische Schutzmaßnahmen, Reglementierung und Anpassung der Nutzung in überschwemmungsgefährdeten Gebieten und individuelle Hochwasservorsorge.

Besonders wichtig ist es, Spitzen der Hochwasserwellen rechtzeitig aufzufangen. So hat sich in diesem Jahr gezeigt, dass es wirkungsvoll ist, noch vorhandene Auen als natürliche Überschwemmungsflächen zu erhalten und die zusätzliche Flächen zurückzugewinnen.

Bis zur nächsten planmäßigen Sitzung der Umweltminister soll die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser erste Vorschläge für das Hochwasserschutzprogramm erarbeiten. Herzstück wird die Identifizierung der bundesweit wichtigsten Projekte zum Hochwasserschutz. Dazu gehören insbesondere der Wasserrückhalt durch steuerbare Flutpolder und Deichrückverlegungen sowie deren gemeinsame Finanzierung.

Quelle: bundesregierung.de