Geschätzte 260 Millionen Euro Schaden an Schutzanlagen

Veröffentlicht: September 1, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Die Deichbrüche während der Flut in Sachsen-Anhalt machten Schlagzeilen. Jetzt sind die Schäden aufgenommen, und die Bagger rollen. Experten suchen nach Lehren für die Zukunft.

Die Flut im Juni hat an Deichen und anderen Hochwasserschutzanlagen in Sachsen-Anhalt einen Schaden von geschätzten 260 Millionen Euro angerichtet. Wie hoch allerdings genau die Schadenssumme für die Deiche, Schöpfwerke sowie Wehr- und Sielanlagen sei, könne noch nicht beurteilt werden, sagte der Direktor des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhard Henning, der Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg. Vielfach zeige sich das Schadensmaß erst beim Baggern. Die höchsten Schadenssummen seien bei Wittenberg, Schönebeck, Genthin und Osterburg zu verzeichnen. Die Beseitigung der Schäden werde mehrere Jahre dauern.

Die Sanierung der Deiche bei Groß Rosenburg sowie im Elbe-Havel-Winkel bei Schönhausen und Fischbeck läuft laut Henning inzwischen. Rund um die Stelle, an der der Deich bei Fischbeck gebrochen war, würden fast acht Kilometer Deich gebaut. Er sei so alt und nachhaltig geschädigt, dass er nicht in Teilen saniert werden könne. Zudem würden landesweit viele Deiche und Böschungen im Rahmen einer sofortigen Schadensbeseitigung so hergerichtet, dass sie einem Hochwasser im Herbst oder Winter standhalten könnten.

„Wir müssen uns vor Augen führen, dass es ein unermessliches Naturereignis war“, sagte Henning. Nach der Erfahrung mit der Flut 2002 habe niemand ein solches Ausmaß für möglich gehalten. Die nach DIN-Norm gebauten Deiche – das seien immerhin gut 50 Prozent im Land – hätten dem Hochwasser Stand gehalten. In der Regel sei auch die Höhe des Hochwassers nicht das Problem gewesen, sondern die Dauer.

Wie geht es nun weiter? Die Rufe nach mehr Raum für die Flüsse versteht Henning, hält die Umsetzung aber teilweise für schwierig. Teils sei Besiedelung da, zum anderen würden Straßen und Fernleitungen für Gas und Erdöl solche Pläne erschweren. Henning setzt auf die wissenschaftliche Aufarbeitung.

Einen 100-prozentigen Hochwasserschutz könne es nicht geben, betonte Henning. „Es bleibt ein Restrisiko, weil keiner weiß, was die Natur parat hat.“ Wichtig sei, dass die Menschen um die Hochwassergefahren und Überschwemmungsgebiete wissen. „Man muss sich offener der Problematik stellen.“ Auch Kommunen dürften das Thema Hochwasser nicht verdrängen, weil sie etwa ihre Entwicklung in Gefahr sehen.

Quelle: mz-web.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s