Archiv für September 1, 2013

KENZINGEN. Ein weiterer wichtiger Schritt für den örtlichen Hochwasserschutz sei der Entlastungsgraben zwischen dem Bombacher Dorfbach und der Alten Elz. Dies betonte Bürgermeister Matthias Guderjan beim Spatenstich am Donnerstag.

Der knapp ein Kilometer lange Graben bekommt dann seine entscheidende Rolle für den Schutz der Innenstadt vor Hochwasser, wenn die Kapazität des Rückhaltebeckens Hummelberg erschöpft ist. Das heißt, dass bei einem sogenannten hundertjährigen Hochwasserereignis von den 3,6 Kubikmetern Wasser, die pro Sekunden den Bach herunter rauschen, 2,5 Kubikmeter in den Entlastungsgraben umgeleitet werden, wie Planer Joachim Corbe ausführte. Dazu ist zum einen nötig, ein Ableitungsbauwerk im Dorfbach zu installieren. Zum anderen muss der früher existierende, dann aber verfüllte Graben in Richtung Alte Elz wieder aufgebaggert werden. Dabei gelte es, das Wasser unter sechs Wegen durchzuführen, so Corbe.

Das Ganze kostet rund 1,2 Millionen Euro und soll bis vor den Sommerferien 2014 fertig sein. Dabei sei auch wichtig, dass die 50 Grundeigentümer auf dem Weg des Grabens mitgespielt haben und man nicht habe zu Mitteln wie einem Planfeststellungsverfahren greifen müssen, sagte Guderjan. Auch nach der Anlage des Entlastungsgrabens werde der Dorfbach erhalten und gepflegt, versicherte der Bürgermeister.

Der Entlastungsgraben ist Teil der Sanierung des Rückhaltebeckens Hummelberg. Die Beckensanierung ist bereits vor zwei Jahren abgeschlossen worden und hat rund 630 000 Euro gekostet. Zusammen mit dem Bau des Entlastungsgrabens kostet die Sanierung etwa 1,83 Millionen Euro. 350 000 Euro davon muss die Stadt selber zahlen, der Rest wird über Landesmittel finanziert.

Quelle: badische-zeitung.de

Engagement der Braunschweiger Feuerwehr hat Menschen in Magdeburg in großer Not geholfen

Mit insgesamt 455 Einsatzkräften, überwiegend aus den ehrenamtlichen Ortswehren, hat die Feuerwehr Braunschweig vom 4. bis 10. Juni die Einsatzkräfte aus der Partnerstadt Magdeburg bei der Bekämpfung des schweren Elbe-Hochwassers unterstützt.

Im Industriehafen in Magdeburg-Rothensee wurde unter Braunschweiger Leitung eine 2.400 Meter lange Hochwasserbarriere aus Sandsäcken errichtet, gesichert und unter zum Teil dramatischen Bedingungen nach einem Durchbruch wieder geschlossen. Für diesen aufopferungsvollen Einsatz hat Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann den Einsatzkräften heute bei einem Hoffest auf der Südwache gedankt.

„Mit ihrem Engagement haben Sie unbestritten einen großen Anteil daran, dass unsere Partnerstadt Magdeburg im Juni einer ganz großen Katastrophe entgangen ist“, sagte Dr. Hoffmann. „Auf die Braunschweiger ist Verlass“, dies hätten die Kräfte eindrucksvoll wieder unter Beweis gestellt, sagte der OB, der an den Einsatz in Wörlitz, insbesondere zur Rettung des Wörlitzer Gartenreichs, in 2002 erinnerte. Dr. Hoffmann ist Ehrenvorsitzender der Gesellschaft des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches.

„Besonders bemerkenswert finde ich, dass der Großteil der Kräfte von der Freiwilligen Feuerwehr kam. „Sie haben ihre Freizeit und ihre ganze Einsatzkraft unter schweren, sehr anstrengenden Bedingungen in den Dienst der Menschen unserer Partnerstadt gestellt. Dafür danke ich Ihnen.“ Dies zeige einmal mehr, wie wichtig ehrenamtliches Engagement – auch in einer Großstadt mit Berufsfeuerwehr – sei. „Selbstverständlich ist es nicht und ich freue mich darüber, dass die Zusammenarbeit der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr in unserer Stadt problemlos läuft – quasi im Schulterschluss“

All dies habe die Feuerwehr nur wenige Tage nach den Überschwemmungen in Braunschweig selbst geleistet, die ebenfalls eine Herausforderung gewesen seien und außergewöhnlichen Arbeitseinsatz erfordert hätten. Er hoffe, dass dieser vorbildliche Einsatz und das ehrenamtliche Engagement Signalwirkung hätten, insbesondere für junge Leute. „Hier wird deutlich: Jeder kann etwas bewirken und Menschen in großer Not helfen.“ Hoffmann dankte auch den Führungskräften der Berufsfeuerwehr für ihre umsichtige und souveräne Arbeit in diesen schwierigen Tagen des Braunschweiger und des Elbehochwassers.

Im Anschluss ehrte Dr. Hoffmann Peter Meier, langjähriges ehrenamtliches Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr (Ortsfeuerwehr Wenden). Die Ernennung zum Ehrenbrandmeister hatte der Rat der Stadt beschlossen. Dies ist eine besondere Auszeichnung, denn unter den etwa 1.100 Freiwilligen Feuerwehrleuten gibt es bisher nur 14 Ehrenbrandmeister.

Weiterhin wurden dann von Stadtbrandmeister Wolfgang Schulz mehrere Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbands und des Feuerwehrverbands Braunschweig Stadt e.V. verliehen.

Quelle: hessen-tageblatt.com

 

Gera: Verkauf von Hochwasser-Spenden vehement bestritten

Veröffentlicht: September 1, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Nachdem sich ein ehemaliger Geraer mit den Vorwürfen an die Rechtsabteilung der Stadt gewendet hatte, dass von ihm mitgesammelte Sachspenden für Hochwasseropfer verkauft worden sein sollen , hat sich „der Beschuldigte“ bei der Stadt gemeldet.

Gera. In einer „ausführlichen Stellungnahme“ wurden die Vorwürfe „vehement bestritten“, heißt es auf Nachfrage aus dem Sozialdezernat. Es sei zudem angekündigt worden, der Beschuldigte wolle sich direkt mit dem Bamberger Unternehmen in Verbindung setzen, um diesen Vorgang klären zu können. Das Unternehmen, in dem der Ex-Geraer tätig ist, hatte nach dem Juni-Hochwasser eine Spendenaktion gestartet und die Sachspenden nach Gera gebracht.

Weitere Schritte wohl nicht vor Mitte September

Sobald ein Ergebnis des Gespräches der Parteien vorliegt, werde die Stadtverwaltung abschätzen können, ob der Vorgang strafrechtlich relevant sein könnte oder sich erledigt hat. „Eine Entscheidung hierzu wird durch die Stadt nicht vor Mitte September getroffen werden können“, heißt es.

Sollten sich die Vorwürfe aber bestätigen, „ist die Form der weiteren Zusammenarbeit mit dem Beschuldigten durch die Stadt in Frage zu stellen“, stellt das Sozialdezernat der Stadt in Aussicht.

Quelle: otz.de

Die Hochwasserkatastrophe in Gößnitz bescherte der Fleischerei Stötzner Totalschaden. Ans Aufgeben dachte Inhaberin Katrin Schmidt indes nie ernsthaft. Im Oktober will sie das Familien-Geschäft wieder öffnen.

Gößnitz. „Kommt doch rein in die Ruine“, sagt Kathrin Schmidt. Ironisch gemeint ist diese Begrüßung nicht. Das wird ihren Berufskollegen von Landesinnung des Thüringer Fleischverbandes, der Freien Fleischerinnung Altenburger Land oder der hiesigen Kreishandwerkerschaft schnell klar, als sie den Laden der Familie Stötzner in der Gößnitzer Bahnhofstraße betreten. Stippvisite unter Kollegen nach der Hochwasserkatastrophe sozusagen.

„Totalschaden“, sagt Kathrin Schmidt, die das Familienunternehmen der Stötzners in vierter Generation – und als erste Frau – führt. Und den Totalschaden erkennt selbst ein Laie. Der Putz fehlt an den Wänden aus Ziegelsteinen, aus dem Erdreich ragen Rohre, Kabel und Drähte. Es gibt keinen Strom, keinen Festnetzanschluss fürs Telefon. Mehrere Wochen lang mussten die Trockner laufen – ohne Unterbrechung. Dass hier bis zum 1. Juni täglich rund 700 Kilo Wurst pro Woche hergestellt und verkauft wurden, daran erinnern eigentlich nur noch die gläserne Decke und die grün-weißen Fliesen an den Wänden im einstigen Verkaufsraum. Beides gehört zu den wenigen Dingen, die heile geblieben sind in der Hochwasserflut und die in den Wochen danach nicht durch den Gutachter verworfen werden mussten.

Schadlos überstanden hat die Katastrophe auch die geflieste Wand im ältesten Teil des Hauses, da wo sonst die Wurst gemacht wird. Dieser Raum entstand um1906 und damit zu Zeiten von Kathrin Schmidts Urgroßvater. Damals arbeitete man noch ohne Trockenbau. weshalb dieser Teil in der Fleischerei Stötzner heute zu den wenigen im Haus gehört, wo keine Wand vollgesogen ist mit Pleiße-Wasser, deren Material nicht aufquillt und die nicht herausgenommen werden musste. Der Gesamtschaden im Geschäft der Stötzners beläuft sich auf gut und gerne 400 000 Euro.

Gegenwärtig werden die Maschinen repariert, einige weitere müssen neu gekauft werden. Das steht seit vergangener Woche fest. Seit Anfang August befand sich der gesamte Maschinenpark in einem Chemnitzer Unternehmen und wurde für die Versicherung begutachtet. Praktisch jede einzelne Schraube, jede Dichtung wurde angeschaut, um festzustellen, ob sie durch das Hochwasser kaputt gegangen ist oder nicht. Für Neubeschaffung oder Reparatur wird nun noch einige Zeit ins Land gehen. Dabei will Kathrin Schmidt ihren Laden am 6. November wieder öffnen. „Erst war ja September das Ziel, dann der Oktober“, erzählt die 41-Jährige. Doch nach ihren ersten Erfahrungen, die sie als Hochwasser-Opfer mit Versicherungen, Ämtern und Behörden sammeln musste, korrigierte sie das ehrgeizige Unterfangen nun auf November. So musste die Unternehmerin beispielsweise einen Nachweis erbringen, dass ihre Mitarbeiter in den Zeiten vor dem Hochwasser regelmäßig Lohn bekamen. „Sonst mache ich Wurst. Nun muss ich mich mit all diesen Verwaltungsdingen beschäftigen und mitunter sogar nachweisen, dass ich mich an der Situation jetzt nicht bereichern möchte“, erzählt Kathrin Schmidt.Von bereichern kann indes keine Rede sein. Zwar ist die Fleischerei gut versichert unter anderem auch bei einer Betriebsunterbrechung. Aber angesichts des Umfanges der zu stemmenden Aufgaben, wird es wohl Abstriche geben müssen.

Den Laden gar nicht mehr zu öffnen nach der Katastrophe vom 2. Juni stand für Kathrin Schmidt und ihre Familie nie ernsthaft zur Debatte. „Dafür mache ich viel zu gerne Wurst“, sagt sie und lacht. Und eine weitere wichtige Information für all ihre Kunden hat sie auch noch: „Die roten Bonuskarten konnten komplett gerettet werden.“

 

Quelle: otz.de

Umweltminister Onko Aeikens gegen Hochwasser-Pflichtversicherung

Veröffentlicht: September 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

In einem Radio-Interview hat sich Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens am Sonnabend gegen eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden ausgesprochen.

 

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat sich gegen eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden ausgesprochen. Er setze auf freiwillige Lösungen, sagte Aeikens am Samstag Deutschlandradio Kultur.

Eine Pflichtversicherung bedeute, dass Menschen versichert werden müssten, die dies gar nicht wollten oder es aus geografischen Gründen nicht nötig hätten. Aeikens räumte allerdings ein, dass sich bislang zu wenige Menschen gegen Hochwasserschäden versichert hätten. „Hier ist mehr Aufklärung vonnöten“, sagte der Minister dem Radiosender. Am Montag kommen die Umweltminister in Berlin zu einer Sonderkonferenz zum Thema Hochwasser zusammen.

Quelle: mz-web.de

Geschätzte 260 Millionen Euro Schaden an Schutzanlagen

Veröffentlicht: September 1, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Die Deichbrüche während der Flut in Sachsen-Anhalt machten Schlagzeilen. Jetzt sind die Schäden aufgenommen, und die Bagger rollen. Experten suchen nach Lehren für die Zukunft.

Die Flut im Juni hat an Deichen und anderen Hochwasserschutzanlagen in Sachsen-Anhalt einen Schaden von geschätzten 260 Millionen Euro angerichtet. Wie hoch allerdings genau die Schadenssumme für die Deiche, Schöpfwerke sowie Wehr- und Sielanlagen sei, könne noch nicht beurteilt werden, sagte der Direktor des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhard Henning, der Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg. Vielfach zeige sich das Schadensmaß erst beim Baggern. Die höchsten Schadenssummen seien bei Wittenberg, Schönebeck, Genthin und Osterburg zu verzeichnen. Die Beseitigung der Schäden werde mehrere Jahre dauern.

Die Sanierung der Deiche bei Groß Rosenburg sowie im Elbe-Havel-Winkel bei Schönhausen und Fischbeck läuft laut Henning inzwischen. Rund um die Stelle, an der der Deich bei Fischbeck gebrochen war, würden fast acht Kilometer Deich gebaut. Er sei so alt und nachhaltig geschädigt, dass er nicht in Teilen saniert werden könne. Zudem würden landesweit viele Deiche und Böschungen im Rahmen einer sofortigen Schadensbeseitigung so hergerichtet, dass sie einem Hochwasser im Herbst oder Winter standhalten könnten.

„Wir müssen uns vor Augen führen, dass es ein unermessliches Naturereignis war“, sagte Henning. Nach der Erfahrung mit der Flut 2002 habe niemand ein solches Ausmaß für möglich gehalten. Die nach DIN-Norm gebauten Deiche – das seien immerhin gut 50 Prozent im Land – hätten dem Hochwasser Stand gehalten. In der Regel sei auch die Höhe des Hochwassers nicht das Problem gewesen, sondern die Dauer.

Wie geht es nun weiter? Die Rufe nach mehr Raum für die Flüsse versteht Henning, hält die Umsetzung aber teilweise für schwierig. Teils sei Besiedelung da, zum anderen würden Straßen und Fernleitungen für Gas und Erdöl solche Pläne erschweren. Henning setzt auf die wissenschaftliche Aufarbeitung.

Einen 100-prozentigen Hochwasserschutz könne es nicht geben, betonte Henning. „Es bleibt ein Restrisiko, weil keiner weiß, was die Natur parat hat.“ Wichtig sei, dass die Menschen um die Hochwassergefahren und Überschwemmungsgebiete wissen. „Man muss sich offener der Problematik stellen.“ Auch Kommunen dürften das Thema Hochwasser nicht verdrängen, weil sie etwa ihre Entwicklung in Gefahr sehen.

Quelle: mz-web.de