Archiv für September, 2013

500.000 Euro für Hochwasser-Betroffene in der Region

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Spendenbereitschaft ist Vertrauensbeweis für die Bürgerstiftungen Berchtesgadener Land und Traunsteiner Land.

Mehr als 500.000 Euro für die Betroffenen des Juni-Hochwassers sind seit dem Spendenaufruf am 3. Juni bei den Bürgerstiftungen Berchtesgadener Land und Traunsteiner Land eingegangen. Über 1.600 Spenden mit einem Gesamtvolumen von 372.000 Euro konnte Stiftungsgeschäftsführer Rolf Hasslach verzeichnen. Dazu kommen 100.000 Euro aus dem Matching Funds der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost, mit dem Spenden von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen verdoppelt wurden und weitere 28.000 Euro aus den Mitteln der Bürgerstiftungen.

 

Die große Welle der Hilfsbereitschaft ist für den Stiftungsgeschäftsführer ein Vertrauensbeweis gegenüber den Bürgerstiftungen. Sie bestätigt zudem das Stiftungskonzept, das finanzielle Engagement von Bürgern sowie Unternehmen zu bündeln und damit gezielt zu fördern und zu helfen. Mehr als 1.000 Spenden sind allein bei der Bürgerstiftung Berchtesgadener Land eingegangen. Aus den Spenden, den Mitteln der Bürgerstiftung und dem Anteil am Matching Funds der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost stehen für die Betroffenen des Hochwassers im Landkreis Berchtesgadener Land rund 353.000 Euro zur Verfügung.

Quelle: Reichenhaller Tagblatt

Dickes Dankeschön an Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Prien – 500 Personen waren Anfang Juni an den Hochwassertagen in Prien fünf Tage lang im Einsatz, um größeren Schaden abzuwenden. Betroffene von den Wassermassen waren auch einige Mitglieder der Priener Wirte-Elf. Sie und die PrienPartner haben nun die 500 Helfer von 20 Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bauhof, Ortsvereinen, Priener Tourismusgesellschaft, Wasser- und Bergwacht sowie Privatleute zusammen mit der Chiemsee-Schifffahrt zu einem geselligen Abend an Bord von zwei Chiemsee-Schiffen im Hafen von Prien-Stock eingeladen.

In ihren Rückblicken erinnerten Peter Wulf von der Gastgeberseite, Priens Kommandant Stefan Pfliegl, Rosenheims Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer und Bürgermeister Jürgen Seifert an das erfolgreiche Zusammenwirken in den Hochwassertagen und -nächten. Insgesamt hatten 320 Einsätze koordiniert werden müssen, aus dem Landkreis gingen an vier Tagen 6500 Notrufe ein, die die Leitstelle in Rosenheim abarbeitete.

Wie Kreisbrandrat Ruhsamer sagte, waren in Prien insgesamt 28000 Sandsäcke notwendig. Als die Kräfte der Feuerwehrler und die Sandsäcke zu Ende gegangen seien, habe der Krisenstab im Feuerwehrhaus einen Aufruf an die Bevölkerung abgesetzt. Die Hoffnung sei gewesen, 25 Helfer zu bekommen. Am Ende seien dann dreimal so viele wie erhofft, nämlich 75 Jugendliche, Frauen und Männer, gekommen.

Anschließend gab es für die große Helferschar auf den Schiffen reichlich Kulinarisches vom Büffet und aus der Gulaschkanone der Familie Hoffmann. Auf verschiedenen Leinwänden wurden über 250 Fotos gezeigt, die die Hochwassertage in Erinnerung brachten.

Quelle: ovb-online.de

Nußdorfer Schiffleut spenden für vom Hochwasser betroffene Familien

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Als in der Nacht auf den 3. Juni der Damm der Mangfall in Kolbermoor brach, waren bereits seit vielen Stunden unermüdlich Helfer im Einsatz. So auch Stephan Klimke und Wolfgang Draxinger von der Feuerwehr Kolbermoor. Sie halfen, obwohl ihre Familien selber vom Hochwasser stark betroffen waren. Szenenwechsel: Am 21. Juni feierten die Nußdorfer Schiffleute gut gelaunt ihr Jahresfest. Längst war das Hochwasser kein großes Gesprächsthema mehr. Schließlich hielten sich die Schäden in Nußdorf in Grenzen. In seiner Festansprache erinnerte der Vorsitzende der Schiffleute, Hans Dettendorfer, dennoch an das Hochwasser und deren Opfer. Und er betonte, dass sich der 1620 gegründete Schiffleutverein in der Fürsorge derjenigen sieht, die vom Unheil des Wassers getroffen wurden. Als noch auf dem Inn reger Handel betrieben und Waren mit Innplätten transportiert wurden, riskierten viele Schiffleute auf den Handelsfahrten ihre Gesundheit. Aus den Beiträgen, die von den Innschiffern in die Kasse des Schiffleutvereins gezahlt wurden, wurden Gelder zur Linderung der ärgsten Not an die vom Unheil betroffenen Familien gezahlt – ein erstes Modell einer Sozialversicherung. In Erinnerung daran schlug Dettendorfer vor, dass der Reinerlös des Festes Opfern der Hochwasserkatastrophe aus der Region zu Gute kommen soll. Bei einem Gespräch mit Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer kristallisierte sich heraus, dass es in Kolbermoor die Familien der Feuerwehrler Klimke und Draxinger besonders hart getroffen hat. Ihnen übergaben die Nußdorfer Schiffleut jetzt eine Spende von 3155 Euro. Anlässlich einer kleinen Feierstunde wurde im Beisein von Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo der Scheck übergeben.

Quelle: ovb-online.de

Ehrenzeichen für Hilfe gegen Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Potsdam  Fünf Feuerwehrleute aus dem Landkreis Märkisch-Oderland tragen seit Freitag das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber an ihren Uniformen. Das teilt der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes MOL Hans-Dieter Kandzia mit.

Auf der zentralen Auszeichnungsveranstaltung des Brand- und Katastrophenschutzes des Landes Brandenburg mit Ministerpräsident Dietmar Woidke in Potsdam hätten sie dieses aus den Händen von Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) erhalten.

Für ihren Einsatz gegen das diesjährige Hochwasser wurden an diesem Tag aber nicht nur Ralf Gastegger von der Freiwilligen Feuerwehr Eggersdorf (Petershagen-E.), Klaus Kinzel von der FF Altlandsberg, Henry Elsner von der FF Trebnitz, Ralf-Tore Fabig von der FF Lebus und Fred Jacob von der FF Libbenichen geehrt.

Stellvertretend für die Brandschutzeinheit des Landkreises Märkisch-Oderland wurden zu diesem Anlass auch Kreisbrandmeister Willi Rossow und der Führer der Sondereinsatzgruppe Betreuung des DRK-Kreisverbandes MOL-Ost Michael Weckwerth geehrt. Sie sind einen Tag zuvor in die Ehrenchronik der Stadt Cottbus eingetragen worden.

Quelle: moz.de

Zuverlässige Hochwasser-Frühwarnung

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Hochwasser des Sommers 2013 haben wieder deutlich gemacht, wie wichtig Frühwarnsysteme für hochwassergefährdete Flüsse sind. Und das nicht nur für die Einsatzkräfte, sondern auch für die Bevölkerung, die gerade in solchen Zeiten eines braucht: Zuverlässigkeit.

Microtronics Engineering hat sich bereits seit 2006 auf kabellose Datenübertragung spezialisiert und zu diesem Zweck den Bürgerservice „wasserstand.info“ entwickelt. Die Wartung und Installation des Frühwarnsystems wird von Inaut Automation durchgeführt.

Die Pegelwerte werden dabei von einem Datenlogger zyklisch erfasst und an den Datenserver übertragen. Sobald die Werte kritisch werden, verkürzt der Datenlogger automatisch die Messintervalle. Im kritischsten Fall stellt er in den Online Modus um und meldet alle 5 Minuten die aktuellen Werte.

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr ist dieses Frühwarnsystem von besonderer Bedeutung. Sie bestimmen, ab welchem Pegelstand eine Alarmierung an sie erfolgen soll. So ist eine ressourcenschonende Reaktion möglich schon bevor ein Sammelruf über die Bezirksalarmzentrale erfolgt. Nach erfolgter Erstalarmierung wird die Situation von den Einsatzkräften analysiert, vorbereitende Maßnahmen getroffen und entschieden, ob eine Warnung der Bevölkerung notwendig ist. Gegebenenfalls erhalten alle registrierten BürgerInnen einen Alarm per SMS.

Dieses Messsystem von Microtronics kann von Gemeinden ganz einfach für jeden hochwassergefährdeten Fluss eingesetzt werden. Die Pegelstation, die die Messungen vornimmt, wird fix und fertig geliefert und muss nur noch an einer Brücke montiert werden. Die Station besteht aus einem Radarsensor (Messbereich bis 15m), einem Solarpanel (besonders robust durch Panzerverglasung), dem integrierten Übertragungsgerät und einer Brückenhalterung zur einfachen Selbstmontage. Inaut Automation sorgt dabei für die Wartung des Systems sowie Unterstützung bei Installation und Integration beim Kunden vor Ort. Feuerwehrtechnische Fragen wie Angaben zu den Schwellwerten, Bestimmung der Ansprechpartner etc. werden geklärt und das System dementsprechend installiert.

Auf wasserstand.info werden die Daten in Echtzeit grafisch dargestellt. Aber auch der Zugriff auf historische Daten ist möglich. BürgerInnen können sich hier für die kostenlose SMS-Alarmierung registrieren. Der Bürgerservice selber kann wiederum in die Website von Gemeinden integriert und auch über die Hochwasserfrüherkennung hinaus eingesetzt werden. Eine Ausweitung auf beispielsweise Wetterdaten, Wasserqualität, Ozonwerte, Pollen- oder Strahlenbelastung ist mit den flexiblen und international einsetzbaren Datenübertragungs- und Datenvisualisierungstools von Microtronics ebenfalls möglich.

Interview mit Ing. Harald Hömstreit von Inaut Automation

Inaut Automation ist der Ansprechpartner für alle Gemeinden, die ihren BürgerInnen zusätzliche Services anbieten möchten.Ing. Harald Hömstreit von Inaut Automation ist selber Feuerwehrmann und hat sein Expertenwissen mit uns geteilt.

Microtronics Redaktionsteam: Was macht den Bürgerservice wasserstand.info für Gemeinden so interessant?
Harald Hömstreit: Das System kann ein Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung durch die direkte und aktuelle Information in Unwettersituation schaffen. Darüber hinaus bietet es durch seine Vielseitigkeit aber auch eine Informationsplattform für weitere interessante Umweltfaktoren. Auch Fremdsysteme wie bestehende Pegel lassen sich einbinden.

MR: Welche Vorteile bietet wasserstand.info für Einsatzkräfte?
HH: Der größte Vorteil ist die objektive Information über das tatsächliche Bedrohungsbild vor Ort. Dieses Monitoring ermöglicht durch die ständige Verfügbarkeit einen deutlichen Zeitgewinn im Ernstfall. Dadurch können Einsatzkräfte sparsamer eingesetzt und Vorbereitungen früher eingeleitet werden.

MR: Was hat sich seit der Verwendung von wasserstand.info für Einsatzkräfte verändert?
HH: Wir bekommen durch die Messdaten ein gutes Bild der Lage und deren Tendenzen. Bevor noch erste Einsatzorte gemeldet werden sind wir bereits bestens gerüstet.

MR: Können Einsatzkräfte nun schneller reagieren und wenn ja welche Zeitersparnis bietet wasserstand.info konkret?
HH: Die Zeitersparnis besteht durch die gewonnene Vorlaufzeit. Wir können dadurch besser planen und uns gezielt auf eine bevorstehende Situation vorbereiten.

MR: Konnten damit auch finanzielle Einsparungen verbucht werden?
HH: Es gibt diesbezüglich keine konkreten Zahlen. Die Information über die Lage ermöglicht aber sowohl Einsatzkräften als auch der Bevölkerung schützende Maßnahmen einzuleiten, und dadurch bereits im Vorfeld einen möglichen Schaden zu minimieren.

MR: Wie einfach ist wasserstand.info in der Handhabung? Benötigt man irgendeine Art von Vorwissen?
HH: Der Zugriff auf die Messdaten findet über eine einfache, übersichtliche Webseite per Computer oder Smartphone statt. Es sind weder Vorkenntnisse noch Registrierung erforderlich.

MR: Wie kann ich wasserstand.info für meine Gemeinde nutzen?
HH: Der Bürgerservice kann problemlos international in allen aufgeschlossenen Gebieten eingesetzt werden. Vereinfacht kann man sagen, wo das Handy funktioniert, dort klappt’s auch mit dem Bürgerservice.

MR: Wie kann das Früherkennungssystem integriert und angewendet werden?
HH: Inaut ist Ihr kompetenter Partner für die Integration des Bürgerservice.

MR: Was passiert wenn das Messsystem ausfällt?
HH: Die Messstationen sind unabhängig vom Stromnetz und der Server hat eine hohe Ausfallsicherheit. Falls dennoch ein Problem auftreten sollte, wird ein Techniker sofort und automatisch informiert. Dadurch können – sollte es tatsächlich dazu kommen – mögliche Störungen rasch analysiert und behoben werden.

MR: Welche Vorteile bietet wasserstand.info für BürgerInnen?
HH: Die BürgerInnen bekommen die Informationen kostenlos und überall. Dadurch kann sich jeder schützen und informieren. Denn wir wissen, dass die Einsatzkräfte im Ernstfall nicht an jedem Ort gleichzeitig eingreifen können.

MR: Wie beurteilen Sie als Experte wasserstand.info? Warum sollten Gemeinden auf diesen Bürgerservice setzen?
HH: Die Gefahr von Unwettern wird mit Sicherheit nicht geringer. Mit dem Bürgerservice stehen jedem die Informationen der Einsatzkräfte zur persönlichen Sicherheit zur Verfügung. Abseits von Gefahrensituationen bietet die Plattform interessante regionale Messdaten.

Quelle: funkschau.de

Nach der Flut-Katastrophe vom Juni sollte der Hochwasserschutz in Bayern vorangetrieben werden, etwa durch neue Polder. In Regensburg machen Landrat, Bürgermeister und Donau-Anrainer schon jetzt dagegen mobil.

Im Landkreis Regensburg gibt es noch gar keine konkreten Planungen für einen Flutpolder – dennoch wehren sich der Regensburger Landrat, Bürgermeister und Donau-Anrainer gegen die Polder-Pläne.

Rechtsanspruch auf Flut-Polder

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter kündigte im Bayerischen Rundfunk an, prüfen zu wollen, ob die Donau-Unterlieger einen Rechtsanspruch auf Flutpolder bei den Oberliegern haben. Bernreiter sagte, der Landkreis Deggendorf mache seine Hausaufgaben, erwarte das aber auch von allen anderen an der Donau.

Polder lässt Grundwasserspiegel steigen

Regensburgs Landrat Herbert Mirbeth (CSU) wehrt Kritik vorsorglich ab: Unsolidarisch mit den Donau-Unterliegern in Deggendorf oder Passau sei er keinesfalls. Es seien allein fachliche Gründe, warum Lokal-Politiker und Anrainer gegen einen Flutpolder an der Donau sind, betont Mirbeth. So würde ein Polder im östlichen Landkreis Regensburg den ohnehin schon hohen Grundwasserspiegel steigen lassen. Nasse Keller und überflutete Äcker könnten die Folge sein, fürchten der Landrat sowie Markus Hörner von einer Interessensgemeinschaft gegen Flutpolder.

Hochwasser an Überläufen bekämpfen

Hörner spricht von „Gigantomanie“ an der Donau. Sinnvoller sei es, Hochwasser schon an den Oberläufen der Donauzuflüsse zu bekämpfen, also etwa an Isar und Inn, meint er. Wasserbau-Experten, wie Hans Helmut Bernhart von der Uni Karlsruhe, halten die Regensburger Polder-Gegner für unsolidarisch. Bernhart sagte dem Bayerischen Rundfunk, die „Egoismen“ der Oberlieger seien im Hochwasserschutz schon immer das Problem gewesen.

Josef Feuchtgruber vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg verspricht, dass man steigendes Grundwasser durch einen Flutpolder in den Griff bekommen könne. Schäden an landwirtschaftlichen Flächen in einem Poldergebiet würden ohnehin entschädigt, so Feuchtgruber. Die Donau-Unterlieger sind – wie zu erwarten – enttäuscht von der Haltung im Landkreis Regensburg.

Mit Regensburger Kollegen reden

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) kündigte im Bayerischen Rundfunk an, mit seinem Regensburger Kollegen und Parteifreund Mirbeth reden zu wollen. Er sagt: „Es kann nicht sein, dass sich jemand ausklinkt.“

Die Diskussion um mögliche Flutpolder beschäftigte den Landkreis Regensburg bereits vor mehreren Jahren. Sie ging vom Regionalen Planungsverband aus und mündete im Jahr 2006 in einem Kreistagsbeschluss, mit dem Vorranggebiete für Flutpolder abgelehnt wurden. Die Akteure von damals (Landrat, Bürgermeister im östlichen Landkreis, „Interessengemeinschaft gegen Flutpolder“) treten jetzt erneut gemeinsam auf.

Quelle: br.de

Hochwasser: Urkunden und Party für die Helfer

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Witzenhausen. „Diejenigen, die geholfen haben, sollen heute im Blickpunkt stehen“, hatte sich Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer bei der Helferparty am Samstag in der Deula zum Ziel gesetzt.

So gab es keine großen Reden, und der Dank an die Helfer beim Hochwasser im Sommer in Witzenhausen ließ nicht lange auf sich warten. „Schauen sie, wie viel Platz wir hier vorn gelassen haben, mal gucken, wie viele sich beteiligt haben“, hatte Fischer den Marathon gestartet, bei dem sie jeweils einen Vertreter eines Vereins oder einer Institution nach vorn bat, um eine Dankurkunde zu überreichen. Damit das Ganze keinen ermüdenden Charakter bekam, hatte sie von den Gästen Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Witzenhausens Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Koschel-Naahs gebeten, die Urkunden zu verteilen, während die Bürgermeisterin Schlag auf Schlag die Namen verlas, sodass sich schnell der Halbkreis vorn geschlossen hatte. Natürlich versäumte die Bürgermeisterin nicht, Stefan Fross von der VR-Bank Werra-Meißner zu danken, dem noch während des Hochwassers auf dem Weg zur Arbeit der Gedanke gekommen war, eine Spende für eine Helferparty bereitzustellen. Damit war der Grundstein gelegt, ein solches Treffen zu organisieren.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung leisteten Dr. Joachim Krug von der Reitanlage am Sande und die Stadtwerke Witzenhausen, sodass mit der Zusage von Geschäftsführer Henry Thiele, die Räumlichkeiten der Deula-Lehranstalt für die Helferparty zur Verfügung zu stellen, der Veranstaltung nichts mehr im Wege stand. So durften sich die Hochwasser-Einsatzkräfte an diesem Nachmittag am Grill sowie an der Kuchen- und Getränketheke nach Herzenslust bedienen. Bei herrlichem Spätsommerwetter hatte sich die Party auf das Freigelände der Deula verlagert.

Ökumenischer Gottesdienst

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hatten Dekanin Ulrike Laakmann und ihr katholischer Kollege Hans-Jürgen Wenner die Helferparty begonnen. „Ora et labora“ (bete und arbeite) sei das Motto der schweren Stunden während Hochwassers gewesen, erinnerte die Dekanin. Beten, dass der Deich hält, und arbeiten, um das Überfluten in Grenzen zu halten.

Quelle: hna.de

DLRG ehrt ihre Helfer für Einsatz beim Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der neue Pinneberger Wasserrettungszug bestand seine Bewährungsprobe. Die in Lauenburg eingesetzten Kräfte stammten aus Pinneberg, Wedel, Elmshorn, Barmstedt, Quickborn, Norderstedt und Kaltenkirchen.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat sich bei ihren 150 Helfern, die im Juni in Lauenburg und Schönebeck (Sachsen-Anhalt) im Hochwassereinsatz waren, mit einer Sonderauszeichnung bedankt. Unter den Geehrten befinden sich auch zahlreiche DLRG-Helfer aus dem Kreis Pinneberg, die in Lauenburg die Deiche gegen das Elbehochwasser verteidigt hatten.

„Der Wasserrettungszug Pinneberg, der landesweit erste seiner Art, hat dabei seine Feuertaufe bestanden, und es ist deutlich geworden, dass die Wasserrettung aus Hochwassergefahrenlagen nicht wegzudenken ist“, sagte Landesverbandspräsident Christoph Mager während der Feierstunde im DLRG-Landeszentrum in Eckernförde. Die neu aufgestellte Einheit ist als Einheit des Katastrophenschutzes im Kreis Pinneberg anerkannt. Sie ist gegliedert in einen Zugtrupp, zwei Bootsgruppen, eine Rettungstauchgruppe und zwei Fachgruppen und umfasst etwa 40 Einsatzkräfte. Die in Lauenburg eingesetzten Kräfte aus diesem Zug stammten aus den Städten Pinneberg, Wedel, Elmshorn, Barmstedt, Quickborn, Norderstedt und Kaltenkirchen.

„Uns ist daran gelegen, möglichst zeitnah zum Einsatz allen Einsatzkräften unabhängig von der Dauer und der Art ihres Einsatzes unsere Anerkennung zukommen zu lassen, damit die Motivation, wieder Hilfe zu leisten nicht nachlässt. Die DLRG hat dazu unabhängig von allen Ehrungen durch Bund und Ländern, die in den nächsten Monaten vergeben werden, eine Auszeichnung ausgelobt“, so Mager weiter. Für die Zukunft forderte er, dass das Land Schleswig-Holstein die Wasserrettung vollständig in den Katastrophenschutz integriert, um auf die Gefahren durch Hochwasser umfassender reagieren zu können.

Quelle: abendblatt.de

Neue Verträge und höhere Preise nach Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Juni-Hochwasser hat jetzt auch für Versicherte mit DDR-Verträgen ein Nachspiel. Die Versicherungsgesellschaft Allianz will neue Kontrakte mit höherer Selbstbeteiligung.

Das Juni-Hochwasser hat jetzt für Versicherte mit DDR-Verträgen ein teures Nachspiel. Die Allianz setzt auf neue Kontrakte bei der Wohngebäudeversicherung, die unter dem Strich deutlich kostspieliger wird. Je nach Vertrag können sich die Mehrkosten pro Jahr auf 100 Euro und mehr belaufen. Bis zu 15 000 Haushalte sind vermutlich betroffen, schätzungsweise rund 8 000 davon in Sachsen-Anhalt.

Kritik von Haseloff

Obwohl die Allianz in einer Stellungnahme beteuert, dass der Gebäudeversicherungsschutz für alle bezahlbar bleibt, stößt das Vorhaben auch in Sachsen-Anhalt auf Unverständnis. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht von „einem verheerenden Signal an die Eigenvorsorge“. Das Land werbe bei potenziellen Flutopfern für umfassenden Versicherungsschutz. Durch eine solche Aktion, so Hase-loff, würden diese Bemühungen aber konterkariert und die Menschen vor den Kopf gestoßen. „Zudem werden bis 2020 in Sachsen-Anhalt nahezu alle Deiche den Normen entsprechen.“ Auch deshalb bestehe für die Allianz kein Grund die Verträge zu kündigen, sagte Haseloff am Sonntag der MZ.

Die Allianz-Briefe sollen die Kunden schon in den kommenden Tagen erreichen. Diese Post bedeutet praktisch eine Vertragskündigung. Damit müssen nun alle rechnen, die in besonders hochwassergefährdeten Gebieten wohnen. Bislang gelten für diesen Kundenkreis die nach Expertenmeinung vergleichsweise günstigen Vereinbarungen aus DDR-Zeiten.

Nun sollen die Betroffenen neue Vertragsangebote erhalten, wie sie im Kern in den alten Bundesländern schon lange üblich sind. Auffälligste Änderung: Künftig gibt es eine Selbstbeteiligung in Schadensfällen – Medienberichten zufolge zwischen 1 500 bis zu 3 000 Euro. Auch die Beiträge insgesamt werden spürbar steigen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg geht – als Faustregel – von einem Preisanstieg von bis zu 50 Prozent aus.

Bis spätestens 31. Oktober sollen die Kunden den Vertragsentwurf zu den neuen Bedingungen unterschrieben zurück an die Allianz schicken. Wer die enthaltenen Änderungen nicht akzeptieren will oder den Termin stillschweigend verstreichen lässt, verzichtet damit künftig auf den Allianz-Schutz.

Verbraucherzentralen helfen

Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt rät den Betroffenen, die Post ernst zu nehmen. „Rechtlich lässt sich gegen die Änderungskündigung nichts ausrichten, so lange sie vertrags- und fristgemäß erfolgt“, erklärte sie. Emmrich zufolge sollte die Zeit genutzt werden, um nach günstigeren Policen zu suchen. Dabei könne die Verbraucherzentrale helfen. Es werde sich aber nicht immer eine bessere Lösung finden lassen, vor allem, wenn das Haus in der höchsten Gefährdungszone liege.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser-Soforthilfe im Saale-Orla-Kreis abgeschlossen

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Insgesamt wurde eine Summe von rund 350.000 Euro im Saale-Orla-Kreis für Schäden aus 127 Anträgen bewilligt.

Schleiz. Im Saale-Orla-Kreis sind die Bewilligungen der durch den Freistaat Thüringen bereitgestellten Mittel infolge des Hochwassers im Juni dieses Jahres abgeschlossen. Insgesamt gingen 127 Anträge von Privathaushalten, Kleinunternehmen und Kommunen im Landratsamt ein, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit.

Eine Summe von 347″259,54 Euro wurde vom Land Thüringen über den Landkreis an die Betroffenen weitergereicht.

Für private Haushalte und Kleinunternehmen im Saale- Orla-Kreis stellte die Soforthilfe Thüringen insgesamt 500″000 Euro zur Verfügung, heißt es weiter. 57 Privatleute hatten Anträge auf Soforthilfe gestellt. An sie wurden insgesamt 63″150 Euro ausgezahlt. Zudem beantragten 17 Kleinunternehmen ­finanzielle Förderung – hier wurden insgesamt 34″000 Euro ausgezahlt.

53 Kommunen haben Anträge für Mittel aus dem Soforthilfe-Fonds eingereicht – für sie wurden Gelder in Höhe von 250″109,54 Euro bewilligt. Da der Freistaat Thüringen für Kommunen des Saale-Orla-Kreises im Vorfeld eine Summe von 200″000 Euro vorgesehen hatte, beantragte der Landkreis eine Nachforderung in Höhe von 50″109,54 Euro, die vom Land auch gezahlt wurde.

Nicht verbrauchte Fördermittel in Höhe von 402″850 Euro, die dem Landkreis dank der „gemeinsamen Richtlinie des Thüringer Innenministeriums und des Thüringer Finanzministeriums zur Gewährung der Soforthilfe Thüringen für private Haushalte und Kleinunternehmen“ (Soforthilfe Thüringen) zur Verfügung gestellt, aber nicht benötigt wurden, werden an den Freistaat zurückgeführt, teilt die Kreisverwaltung mit.

Quelle: otz.de

Flutopfer bekommen 15.000 Euro aus Spendentopf

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, finanzielle Hilfen

In Deggendorf ist am Freitag (27.09.13) über die Verwendung eines Teils der Spendengelder für die Hochwasseropfer beraten worden. Die Spendenkommission hat beschlossen: in bestimmten Fällen bekommen Betroffene 15.000 Euro.

Mehr als 200 Häuser in und um Deggendorf müssen wegen der Flut komplett abgerissen werden. Davon Betroffene ohne Versicherung bekommen aus dem Spendentopf eine Pauschale von 15.000 Euro.

„In der Zwischenzeit muss man sich eine andere Bleibe suchen, muss Miete bezahlen. Das lässt sich nicht über staatliche Hilfen abdecken. Das ist so ein typischer Fall, in dem wir Spenden verteilen.“

Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter

Allein für Flutopfer in Stadt und Landkreis Deggendorf stehen mehrere Millionen Euro Spendengelder zur Verfügung. Ein Teil davon stammt aus dem Erlös des großen Fluthilfetags des Bayerischen Rundfunks, bei dem insgesamt rund zehn Millionen Euro zusammengekommen sind.

Oberste Gebote der Spendenkommission sind höchstmögliche Transparenz und höchstmögliche Gerechtigkeit, so Kommissionssprecher und Landrat Christian Bernreiter. Der Kommission gehören Vertreter aller betroffenen Kommunen sowie Vertreter zehn großer Hilfsorganisationen, wie Arbeiter-Samariter-Bund, Rotes Kreuz, Caritas und Malteser, an.

Quelle: br.de

Dem nächsten Hochwasser sollen die Brunnen standhalten

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Nach dem Hochwasser im Sommer war in Leipheim die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Jetzt investiert die Stadt.

Tagelang kam kein oder nur wenig Wasser aus dem Hahn, fast einen Monat lang musste man Wasser zum Trinken, Kochen und Spülen abkochen. Die Trinkwasserprobleme waren im Sommer eine Herausforderung für die Leipheimer, besonders für Eltern mit kleinen Kindern, Gewerbetreibende und die Industrie. Am Donnerstag hat der Stadtrat jetzt erste Maßnahmen beschlossen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren.

Beim Hochwasser im Juni war sie für mehrere Tage ausgefallen. Das schmutzige Wasser der Donau hatte die fünf Brunnen des dortigen städtischen Wasserwerks mit Kolibakterien verunreinigt. Sie mussten nach und nach abgestellt werden. Für solche Fälle hat die Stadt eigentlich noch zwei Brunnen auf dem Fliegerhorst. Doch diesen Sommer mussten die Verantwortlichen feststellen, dass die nicht mehr die Leistung bringen, die sie bringen müssten, um die ganze Stadt mit Trinkwasser zu versorgen. Bürgermeister Christian Konrad erklärte im Stadtrat: „Sie können derzeit 17 Liter pro Sekunde leisten, wir brauchen aber 20 Liter pro Sekunde.“ Das sei mit den Brunnen durchaus möglich, sagte Bauamtsleiter Jürgen Mößle: Die wasserrechtliche Genehmigung habe man sogar für 25 Liter pro Sekunde.

Um die Leistung wieder zu steigern und so die Notversorgung zu sichern, müssen die beiden Brunnen regeneriert werden. Das ist zum letzten Mal vor zehn Jahren durch die Bundeswehr geschehen. Den ersten Schritt dafür hat der Stadtrat jetzt beschlossen.

Eine Firma aus Küps (Oberfranken) wird die beiden Tiefbrunnen untersuchen. Dafür müssen Pumpen und sogenannte Saugstromsteuerleitungen ausgebaut werden, um dann diverse chemische Untersuchungen vornehmen zu können. Erst danach könne man sagen, ob eine Regenerierung sinnvoll ist, erklärte Mößle. Dieser erste Schritt kostet die Stadt 36 000 Euro – vorausgesetzt, es gibt keine Versandung und keine technischen Schwierigkeiten beim Ausbau.

Wenn sich nach dieser Untersuchung herausstellt, dass die beiden Tiefbrunnen regeneriert werden können – davon geht die Stadt aus –, dann werde der Stadtrat voraussichtlich in der Novembersitzung den Auftrag dazu vergeben, sagte Mößle. „So hätten wir bis Anfang 2014 wieder ein leistungsfähiges Wasserwerk auf dem Fliegerhorst.“

Gleichzeitig wird auch das Wasserwerk an der Donau untersucht. „Wir prüfen, wie wir die Durchhaltefähigkeit bei Hochwasser noch steigern können“, sagte der Bürgermeister. Dafür sei man schon im Gespräch mit mehreren Experten. Die Möglichkeiten sollen demnächst im Stadtrat vorgestellt werden.

Schon im Juni hatte Konrad klar gemacht, dass Leipheim kaum Alternativen zu seinen bestehenden Brunnen hat: Ein weiteres Wasserschutzgebiet für neue Brunnen sei im Stadtgebiet nicht möglich, eine Versorgung über andere Anbieter (zum Beispiel die Landeswasserversorgung oder die Stadtwerke Günzburg) sehr teuer. „Wir müssen die Wasserversorgung möglichst schnell in den Griff bekommen“, machte Konrad klar. „Damit uns so was wie im Sommer nicht wieder passiert.“ Der Stadtrat stimmte dann auch einstimmig für die Auftragsvergabe.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Dem nächsten Hochwasser sollen die Brunnen standhalten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Dem-naechsten-Hochwasser-sollen-die-Brunnen-standhalten-id27171377.html

Dem nächsten Hochwasser sollen die Brunnen standhalten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Dem-naechsten-Hochwasser-sollen-die-Brunnen-standhalten-id27171377.html

Das Hochwasser im Juni 2013 war verheerend. In Sachsen-Anhalt ist nun auch das Ausmaß der Naturkatastrophe für die Wälder bekannt geworden. Laut Umweltministerium seien 20.000 Hektar überschwemmt gewesen.

Vernässte Stämme, abgeknickte Äste und brachliegende Wurzeln: Die Hochwasserkatastrophe von Juni hat die Baumbestände im Land stark beschädigt. Etwa 20.000 Hektar Wald seien überschwemmt gewesen, teilte das Umweltministerium in Magdeburg mit. Besonders betroffen seien mit 12.000 Hektar vor allem private Wälder. In einigen Gebieten der einstigen Hochwasserregionen im Land müssten Bäume wieder aufgeforstet werden. Das gesamte Ausmaß könne erst mit der kommenden Vegetationszeit im Frühjahr abgeschätzt werden.

Quelle: mz-web.de

Bislang mehr als 1700 Anträge auf Fluthilfe

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Sachsen-Anhalt
Magdeburg – Knapp vier Monate nach dem Hochwasser läuft der Wiederaufbau vielerorts auf Hochtouren. Bei der Investitionsbank in Sachsen-Anhalt sind bisher mehr als 1700 Anträge für Geld aus dem Wiederaufbaufonds eingegangen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Erste Gelder wurden auch schon genehmigt. Bund und Länder hatten sich nach der Rekordflut verständigt, bis zu acht Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen.
Die landeseigene Investitionsbank übernimmt in Sachsen-Anhalt die Prüfung der Anträge von Bürgern und Unternehmen. „Das Antragsverfahren für die Wiederaufbauhilfen ist über die Investitionsbank gut angelaufen“, erklärte Sprecher Rainer Metke.

Von den 1700 Anträgen fällt der größte Teil auf Privatleute. 1100 Anträge im Bereich Wohngebäude und Hausrat wurden bislang gezählt. In 251 Fällen wurde auch schon Hilfe bewilligt.

Im Bereich der Landwirtschaft wurden bislang 365 Anträge gezählt, davon wurden bislang 150 bewilligt. Die kleinste Zahl – aber mit oftmals auch größeren Summen – kommt aus der Wirtschaft mit 236 Anträgen. Hier muss vor einer Genehmigung noch eine Freigabe durch die EU abgewartet werden, die spätestens Anfang Oktober erwartet wird.

Von dem Wiederaufbaufonds soll nach vorläufigen Berechnungen der größte Anteil auf Sachsen-Anhalt entfallen, weil hier die Regionen an Elbe und Saale am stärksten von der Flut betroffen waren. Schätzungen gingen von rund 2,7 Milliarden Euro Schäden aus. Für die Hilfe nimmt der Bund neue Schulden auf, die Bundesländer sollen für ihren Beitrag dafür in den kommenden Jahren weniger Finanzzuweisungen erhalten. Ein Teil des Geldes soll auch für einen besseren Schutz vor künftigen Fluten investiert werden.

Unabhängig von der Wiederaufbauhilfe hatte die Landesregierung nach der Flut auch Soforthilfen ermöglicht. Diese sind in Höhe von 70,2 Millionen Euro inzwischen fast komplett ausgezahlt, wie die Staatskanzlei erläuterte. Zudem kamen auf einem Spendenkonto der Landesregierung rund 700 000 Euro zusammen, die unter anderem für besondere Härten genutzt werden sollen.
Quelle: focus.de

Niederorschel. In einem Punkt sind sich die Wetter-Experten einig: Der Regen nimmt zu. Die Hochwasser-Gefahr wächst.

In Niederorschel wurde reagiert. Innerhalb von elf Monaten erschufen Fachleute an der Ohne ein Dammbauwerk. Sie verwandelten eine Wiese, die so groß wie drei Fußballfelder war, in ein Hochwasser-Rückhaltebecken. Mit einem Fassungsvermögen von 30 000 Kubikmetern. Das Projekt ist beendet. Jetzt konnte es besichtigt werden. Etliche Niederorschler nutzten diese Gelegenheit.

„Eine Million Euro wurden hier verbuddelt“, erklärte Bürgermeister Hans Dannoritzer. Eine absolute Sicherheit im Hochwasserschutz werde es zwar nie geben, weiß der Ortschef, „aber hier haben wir ein Rückhaltebecken für den Notfall, das uns helfen wird, unser Dorf zukünftig besser zu schützen. Wir haben vorgesorgt.“

Gegen ein Jahrhundert-Hochwasser ist auch in Niederorschel kein Kraut gewachsen. Aber jene Überschwemmungen, wie sie alle zwei bis fünf Jahre zu erwarten sind, sollten künftig keine größeren Probleme mehr bereiten. „Wenn das Wasser kommt, dann wird es hier zwischengespeichert“, zeigte Bauingenieur Martin Kellner vom Damm auf das 300 Meter lange Rückhaltebecken. Während das Becken vollläuft, wird das Wasser kontrolliert und gedrosselt wieder abgelassen. Im Einlaufbereich ließen die Ingenieure die Sohle der Ohne ein wenig anheben. Um den Flussbewohnern keinen Kummer zu bereiten, errichteten sie hier eine Fisch-Treppe.

„Das letzte wirklich große Hochwasser erlebte Niederorschel vor 30 Jahren“, erinnerte sich Hans Dannoritzer. „Wir alle wünschen uns, dass wir dies nicht noch einmal durchstehen müssen.“ Die Birkunger Talsperre puffere schon viel ab, so der Bürgermeister. Aller Sorgen ledig ist die Ohne aber nicht. Auch in der Bauzeit brachte der Fluss phasenweise viel Wasser mit. So fehlten an einem Tag nur noch zwei Zentimeter, sonst wäre das Becken erstmals vollgelaufen.

Geplant wurde das Becken vom Mühlhäuser Ingenieurbüro Kellner. Die Firma ETG aus Walschleben führte den Bau aus. Hans Dannoritzers Dank galt auch dem Bauamt der VG.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Volksbank ehrt Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Dessau
Die Volksbank Dessau-Anhalt hat im Kernhaus 103 Freiwillige Feuerwehren für ihren Einsatz beim Hochwasser geehrt geehrt. 200 Euro gab es für jede Freiwillige Feuerwehr von Gommern über die Doppelstadt bis hin nach Griebo im Landkreis Wittenberg.

Dessau Es gibt Zahlen, die können selbst noch einen Bankvorstand beeindrucken. Die 103 zum Beispiel. „Ich hätte im Einzugsgebiet der Volksbank Dessau-Anhalt vielleicht mit 60 bis 80 Freiwilligen Wehren gerechnet. Aber 103 hat mich dann doch überrascht“, sagt Manfred Bähr. Vor allem ließ ihn das auch tiefer als erwartet in die Ertragskasse seines Instituts greifen. Denn nach dem jüngsten Hochwasser im Juni stand für seine Bank schnell fest, dass man ein finanzielles Zeichen der Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz an vorderster Front leisten wollte. 200 Euro sollte es für jede Freiwillige Feuerwehr von Gommern über die Doppelstadt bis hin nach Griebo im Landkreis Wittenberg geben. Aus den veranschlagten 12.000 bis 16.000 sind am Ende 20.600 Euro geworden. Doch jeden einzelnen Euro sieht Bähr gut angelegt. Am Donnerstagabend lud die Volksbank zur Ehrung und stellvertretenden Scheckübergabe an elf Wehrleiter und Bürgermeister sowie Ortsbürgermeister in das Kornhaus.

„Den Ort haben wir ganz bewusst gewählt“, so Bankvorstand Bähr in seiner Ansprache zur Ehrung. Zuerst 2002 und dann in diesem Juni zum zweiten Mal, mit teils noch heftigerer Wucht, haben die Elbe und zahlreiche andere Gewässer gezeigt, wie trügerisch die Idylle dieser Tage sein kann. Denn vor vier Monaten hieß es hier Land unter. Bis auf vielleicht eine Stufe stand die gesamte Treppe am Kornhaus unter Wasser. Als Roland Schneider, der Chef der Dessau-Roßlauer Berufsfeuerwehr, diesen Scheitel am Donnerstag markierte, wurde schnell deutlich, dass die neue sichtbare Hochwassermarke die von 2002 locker übertrumpfen würde.

„Sie haben ihren Mann und ihre Frau gestanden“

Und doch ist Dessau-Roßlau, anders als viele andere Orte, mit einem blauen Auge davon gekommen. Einzelschicksale von zerstörten Kleingartenanlagen und Vereins- sowie Gasthäusern sind freilich diesmal nicht ausgeblieben. Doch haben die Deiche vor erheblicheren Schäden geschützt. Wo diese Maßnahmen alleine nicht ausreichten, haben viele Bürger mit angepackt und vor allem auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. „Sie haben in erster Reihe uneigennützig und mit einem bewundernswerten Engagement ihren Mann und ihre Frau gestanden“, lobt Bähr. Der ehrenamtliche Dienst an der Gesellschaft in der Freiwilligen Feuerwehr, für den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Dessau-Anhalt ist es „ein Ehrenamt, das mit dem Risiko für das eigene Leben verbunden, etwas Außergewöhnliches ist und deswegen unsere uneingeschränkte Hochachtung verdient“.

Diese lebensgefährlichen Situationen sind dem Akener Bürgermeister Hansjochen Müller noch lebhaft in Erinnerung. „Viele waren irgendwann nervlich am Ende, aber haben sich gegenseitig am Ärmel gepackt und das durchgestanden“, bewundert Müller den ungebrochenen Einsatzwillen. Selbst wenn das eigene Haus Opfer der Fluten wurde, kümmerten sich sehr viele erst um andere. „In dieser Situation haben die Bürger begriffen, wie wertvoll die Feuerwehr ist“, so der Akener Bürgermeister.

Auch Jürgen Dornblut, der Stadtwehrleiter von Zerbst, ist vom Engagement beeindruckt. „Wir haben maximale Pumpleistungen gefahren, um nicht evakuieren zu müssen. Bis auf wenige Häuser ist uns das glücklicherweise gelungen. Dafür haben viele bis zur Erschöpfung gearbeitet und sind manchmal an ihren Pumpstationen eingeschlafen“, erinnert er sich. Doch es bleiben ihm auch sehr andere beeindruckende Bilder im Gedächtnis. Von der Bevölkerung, die größtenteils auch uneigennützig mit anpackte, wo Hilfe nötig war, und vor allem von den Jugendlichen.

Quelle: mz-web.de

Das Thema Hochwasser spielte in der jüngsten Elbe-Pareyer Gemeinderatssitzung erneut eine Rolle: die Mittelbeantragung für Wegebau und Schadensbeseitigung, die Frage, was getan wird zur Verbesserung der Sicherheit, und, wie die Koordination im Katastrophenfall noch besser laufen könnte.

Im ersten Teil der Sitzung gab der stellvertretende Elbe-Pareyer Gemeindewehrleiter Steve Flügge einen Bericht zum Hochwassereinsatz der Feuerwehren. Aus den Reihen des Gemeinderats war eine entsprechende Bitte gekommen, der Flügge gern und sehr ausführlich nachkam.

Während des Hochwassers hatten die Elbe-Pareyer Wehren ihre Zentrale am Gerätehaus in Zerben, ein zweiter Stützpunkt für den Hochwassereinsatz sei dann noch in Derben eingerichtet worden, während in Güsen Kameraden für den Grundschutz, das heißt für Brände oder technische Hilfeleistungen, in Bereitschaft gehalten wurden, erklärte Flügge. Die Schichten wurden auf jeweils zwölf Stunden festgelegt. Kürzer wäre es nicht möglich gewesen, weil man schon so hart an die Grenze bei der Anzahl der verfügbaren Feuerwehrleute kam. Die Frage der Freistellung von der Arbeit sei ein Problem gewesen: Die sollte aus Kostengründen minimal gehalten werden, am Ende mussten aber doch alle herangezogen werden. Weniger, als in den Mitgliedslisten der Wehren stehen, seien es aber immer noch gewesen.

Die erste Anforderung von Außerhalb der Gemeinde kam früh am 6. Juni: Die Zerbener Wehr ist mit neun Kameraden nach Vogelsang gefahren, wo sie 16 Stunden im Einsatz waren. „Mehr Leute konnten wir nicht abstellen.“

Einige Kameraden sind zwischenzeitlich auch zu Stellen im Deich, wo Biber gegraben haben, mit rausgefahren. Weiterhin wurden zunächst mehrere kleinere Einsätze abgearbeitet. Durch das Heranziehen von freiwilligen Helfern konnten immer wieder Kameraden aus den Einsätzen herausgelöst werden, um in Bereitschaft für den nächsten Notfall zu sein. In Abstimmung mit Günter Fricke vom Gemeindeamt gelang das sehr gut.

Eine riesiges Problem auch für die Feuerwehren der Gemeinde war der Hilfsdeich bei Ferchland. Flügge stellte den Ablauf hier noch einmal dar. Trotz der vielen Helfer einschließlich 50 Mann Verstärkung vom THW war der Damm nicht mehr zu halten, so dass schließlich entschieden werden musste, die Leute aus dem Bereich wegzuholen, um sie nicht zu gefährden. „Das war für uns hart“, betont Flügge. Insbesondere Marko Gummelt, stellvertretender Einsatzleiter beim Hochwasser und hier vor Ort von Seiten der Feuerwehr zuständig, ist die Entscheidung schwer gefallen.

So gut wie möglich wurde über alles Protokoll geführt, obwohl auch das mitunter nicht leicht war. So hat Steve Flügge zusammenrechnen können, dass die Elbe-Pareyer Feuerwehrfahrzeuge während des Hochwassers insgesamt 3 736 Kilometer unterwegs waren, davon allein 345 Kilometer die Zerbener wegen des Einsatzes in Vogelsang. Fast 65 Betriebsstunden waren die Pumpen im Einsatz.

Kritisch merkte Flügge an, dass es großen Nachholebedarf bei den Kenntnissen in der Deichverteidigung gebe. Einen Lehrgang Deichbau habe nur Günter Fricke besucht, der neben seiner Tätigkeit im Amt auch bei der Feuerwehr ist. Für das nächste Jahr sei ein entsprechender Lehrgang für mehrere Kameraden bereits vereinbart, kündigte Flügge an. Zudem gab er zu bedenken, dass die Leute, die lange Zeit in der Wasserwehr waren, großteils schon sehr alt sind und teilweise schon nicht mehr leben. Es müssten unbedingt jüngere Leute gewonnen werden.

Erschreckend sei auch die Ausstattung, wenn es zu einem solchen Katastrophenfall kommt: Es gebe nicht genügend Stromerzeuger in der Gemeinde, und auch die Beleuchtung für Einsätze während der Dunkelheit reiche nicht aus, von Fahrzeugen und Technik ganz zu schweigen. „Wir waren froh, dass private Firmen Technik gestellt haben, und wir hatten auch Kameraden zum Fahren, die freigestellt wurden.

In der Risikoanalyse müssen solche Fragen mit bedacht werden. Eine Schmutzwasserpumpe zum Beispiel habe nur die Zerbener Wehr. In anderen Gemeinden seien Feuerwehrpumpen durch den Einsatz bei Schmutzwasser kaputt gegangen, zum Glück sei das hier nicht passiert.

Mangelhaft sei aus seiner Sicht die Kommunikation mit dem Gemeindeamt gewesen. „Unser Vorschlag ist, dass im Katastrophen-Fall jemand von der Feuerwehr mit im Stab sitzt, der Bescheid weiß, wer welche Technik hat, und die Feuerwehren koordiniert.“ Gefehlt habe auch eine technische Einsatzleitung vom Landkreis.

Das Positivste an jener Zeit sei der Zusammenhalt der Kameraden der einzelnen Ortsfeuerwehren gewesen. „Wir sind in dieser Zeit so zusammengewachsen, das hätte keiner gedacht. Ein Dankeschön an alle Kameraden für diesen Zusammenhalt!“

Dank sagten im Anschluss auch Gemeinderatsvorsitzender Egon Buchmann und Bürgermeisterin Jutta Mannewitz den Kameraden der Feuerwehr.

Quelle: volksstimme.de

Der Hochwasserschutz geht alle an und betrifft nicht nur einzelne Kommunen, wurde bei der Informationsveranstaltung in der Stadthalle, zu der Experten und Planer des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der RMD Wasserstraßen GmbH geladen waren, besonders deutlich.

Zwei klare Signale gingen am Montagabend von der Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in der Stadthalle Osterhofen aus: Die Bürgerinnen und Bürger wollen sachlich diskutieren. Unter dem Eindruck des verheerenden Hochwassers vom Frühjahr schauen sie aber auch besonders genau hin und hinterfragen die Detailplanung.

Quelle: idowa.de

„SIE ERINNERN SICH: EIN JUNGER BIBER WIRD VOR DEM HOCHWASSER …“

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Tier Fluthilfe

Tierglück: Allein bibbern ist uncool Sie erinnern sich: Ein junger Biber wird vor dem Hochwasser gerettet und lebt nun im Tierheim München – allein! *schnüff* Doch die Verantwortlichen haben ein Einsehen und sorgen für soziale Interaktivität: Mit einem echten Biberkumpel!

Hier der Link zum Beitrag:

Allein bibbern ist uncool

Quelle: br.de

Hochwasser-Spende – Erlös geht an die Grundschule

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Jörg Betke, Fleischermeister in Jüterbog bei Edeka, spendet Geld für Schüler in Elster, das er gesammelt hat. Die Schüler hoffen nun auf neues Spielzeug für die Hofpausen und die Reperatur der durch das Hochwasser beschädigten Töpferei.

Die Freude war groß bei Schulleiterin Yvonne Höhne, als sie jüngst einen Anruf von Jörg Betke erhielt. Er arbeitet als Fleischermeister in Jüterbog bei Edeka. Sein Chef Holger Habedank sprach ihn an: „Ihr seid doch in Elster fürchterlich vom Hochwasser gezeichnet. Unser Briefkasten für den guten Zweck ist voll.“ Hier können Kunden ihre Flaschen-Bons hinein tun, wenn sie eine soziale Einrichtung mit einer Spende unterstützen möchten.

Es ist nicht die erste Spende, die der Händler verteilt. Wichtig ist Holger Habedank und seinen Kollegen, dass sie immer Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Jörg Betke übergab immerhin, nachdem Holger Habedank aufgerundet hatte, vier niegelnagelneue 100-Euro-Scheine an die Kinder. Einige wünschen sich jetzt Spielzeug für die Hofpausen, die meisten aber, dass sie wieder in der Töpferei kreativ werden können, die durch das Hochwasser geschädigt wurde.

Quelle: mz-web.de

Anwohner aus dem Mühlweg in Rangendingen machten am Montag ihrem Ärger in der Gemeinderatssitzung Luft. Sie finden den Hochwasserschutz unzureichend und fordern Verbesserungen.

Es hat sich viel Ärger aufgestaut bei den Anwohnern des Mühlweges. Sie beklagen, dass man, vor allem seit dem Anschluss des Baugebiets Gasse, im Mühlweg „immer und immer wieder mit Hochwasser und Überschwemmungen zu kämpfen“ hatte. Die Anwohner, die schon lange nach mehr Hochwasserschutz rufen, fühlen sich allein gelassen und „nur noch vertröstet“. Jetzt sei „die Jovialität zu Ende“, heißt es in einem Schreiben.

Entsprechend heftig waren die Vorwürfe gegen den Bürgermeister und den Gemeinderat am Montag in der Bürgerfragestunde. Bürgermeister Johann Widmaier musste die Zuhörer, denen Rederecht eingeräumt wurde, mehrmals zur Ordnung rufen: „Beleidigungen und Unterstellungen weise ich aufs Schärfste zurück.“

Die zentrale Fragestellung formulierte schließlich Mühlweg-Anlieger Christoph Schoder: „Wie sieht das weitere Vorgehen beim Hochwasserschutz aus? Ist die Gemeinde bereit, den Schutz zu erhöhen und, angesichts des Klimawandels, vorbeugend sogar noch einen Schritt weiter zu gehen, als es die Norm erfordert?“ Felicitas Schoder forderte: „Ich möchte einfach nur, dass was passiert.“

Bürgermeister Widmaier und Ingenieur Bernd Renner waren um Aufklärung bemüht. Widmaier listete die fünf schweren Hochwasser seit 2002 einzeln auf, trennte aber scharf zwischen Starzelhochwasser und Kanalüberlastung. Es sei nämlich nur einmal wegen überlasteter Kanäle zu Überschwemmungen im Ort gekommen. Das sei im Juni 2003 gewesen. Die Gemeinde habe darauf reagiert, den Sendelgraben tiefer gelegt und zur Entlastung des 1200 Kubikmeter fassenden Regenüberlaufbeckens IV zwischen Sendelgraben und Talbach ein zusätzliches Regenüberlaufbecken gebaut. Es seien nach dem Hochwasser 2003 auch gezielt weitere Engstellen im Kanalnetz entschärft worden. Seit Abschluss dieser Maßnahmen im Jahr 2005 habe es in Rangendingen „nie mehr ein Hochwasser mit eigenem Wasser“ gegeben, betonte Widmaier – das Unwetter vor knapp zwei Monaten ausgenommen, wo aber wiederum nicht das Kanalnetz versagte, sondern taubeneigroße Hagelkörner und Blattwerk die Einlaufschächte verstopften.

Ganz anders sieht es dagegen bei den Starzelhochwassern aus, wie sie sich 2002, 2008 und 2013 ereignet haben. Gegen ein Ansteigen des Grundwasserpegels sei jede Kanaltechnik machtlos. „Physik gilt auch in Rangendingen“, so Widmaier. „Wir können physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen.“ Der einzige Weg, die Fluten zu zähmen, sei das Hochwasserschutzkonzept, das das Fachbüro Hydrotec für den ganzen Starzellauf erarbeitet hat. Die Wassermengen müssen bereits in Jungingen und Hechingen aufgehalten werden. Genau dieses Ziel werde im Zweckverband „Hochwasserschutz Starzeltal“ verfolgt. „Aber auch wenn alle Projekte des Zweckverbandes umgesetzt sind, wird das keine Lösung für alle Zeiten sein“, warnte Widmaier.

Zur Beruhigung informierte Ingenieur Bernd Renner die Mühlweg-Anwohner darüber, dass das Kanalnetz in Rangendingen gemäß der Eigenkontrollverordnung kontinuierlich optimiert wird. Aktuell werde der Kanalplan neu überrechnet und Einzelmaßnahmen, wo diese angezeigt sind, umgesetzt. Als Sofortmaßnahme sollen auch die Regenauslässe streng kontrolliert und gewartet werden. Individueller Gebäudeschutz, etwa in Form von Rückstauklappen, sei aber zukünftig unerlässlich. Sandsäcke zum Eigenschutz werden in Rangendingen kostenlos ausgegeben.

Renner stellte auch klar, dass das Baugebiet Gasse nicht ursächlich für Kanalüberlastungen sein kann. Die Entwässerung der Neubaugebiete Gasse und Winterrain wurde im Trennsystem und mit eigener Retention angelegt. Zu den mittelfristigen Hochwasserschutzmaßnahmen zählt der Bau eines fünften Regenüberlaufbeckens. Außerdem wird, wie Widmaier wissen ließ, der Stausee noch in diesem Winter abgelassen und mit einer neuen, 200 000 Euro teuren Regelungstechnik versehen.

Die Gemeinderäte fühlten sich am Montag jedenfalls zu Unrecht der Untätigkeit beschuldigt. „Ich verstehe nicht, das wir hier so angegriffen werden. Wir hatten zum Thema Hochwasserschutz viele Sitzungen und viele Fachleute hier und brauchen uns nicht beleidigen und als Idioten beschimpfen zu lassen“, empörte sich Walter Müller. August Wannenmacher äußerte Verständnis für die Sorgen und Ängste der Hochwassergeschädigten, befand aber einige ihrer Argumente als „nicht in Ordnung“. „Was wir machen können, machen wir, und nehmen dafür auch Geld in die Hand, aber die Physik können wir nicht aus den Angeln heben“, stellte Magdalena Dieringer fest. Abschließend forderte Rudolf Strobel den Bürgermeister auf, die Botschaft der besorgten Rangendinger mit in den Zweckverband zu nehmen. Strobel drängte: „Mir geht das alles viel zu langsam.

Quelle: zak.de

Maßnahmeplan zur Beseitigung der Schäden

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Die Abgeordneten des Jessener Stadtrates verabschiedeten einen Maßnahmeplan zu der Beseitigung der Hochwasserschäden. Der Beschluss fiel einstimmig. Insgesamt werden 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten benötigt.

 

Obwohl es kurzzeitig den Anschein hatte, als wenn im Jessener Stadtrat der Beschluss zum Hochwasser-Maßnahmeplan wieder von der Tagesordnung genommen wird, fiel letztlich doch eine Entscheidung. Und diese wurde sogar einstimmig getroffen.

Die Abgeordneten hatten sich zuvor mit dem Maßnahmeplan zum Beseitigen hochwasserbedingter Schäden befasst. Das Papier war ihnen erst wenige Tage vor der Ratssitzung zugegangen, eine Vorberatung in Ausschüssen deshalb nicht möglich. Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) begründete das kurzfristige Einbringen dieses Themas damit, dass der Rat aufgefordert sei, rasch, bereits bis zum Ende des Monats, darüber zu befinden. In der Begründung des Beschlussentwurfs heißt es dazu: „Bis zum 15. September musste die Stadt Jessen die jeweiligen Einzelmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Infrastruktur in einer Übersicht zusammenstellen und an den Landkreis Wittenberg melden. Um die einzelnen Maßnahmen beim Landesverwaltungsamt beantragen zu können, ist der Beschluss des Maßnahmeplans im Stadtrat notwendig.“

Knapp 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten

Darin aufgelistet sind vor allem erforderliche Arbeiten an der kommunalen Infrastruktur. Die Zuwendungen können bis zu 100 Prozent der Aufwendungen betragen. Es gehe somit immerhin um einen Geldbetrag von 2,6 Millionen Euro, war zu hören. Da sei doch, so sagte Stadtratsvorsitzender Gunter Danneberg (CDU), der Auftrag des Rates klar. Aber nicht alle Details erschlossen sich, wie Stadträtin Bärbel Köhlerschmidt (Linke) deutlich machte, so der Satz in der Betreffzeile auf dem Beschlussentwurf mit immerhin 13 Abkürzungen (mehr unter „Stark abgekürzt“. Auch wollte sie mehr zu Details im Maßnahmeplan wissen, so zum Badesee Jessen-Süd. Diese Nachfragen brachten den Bürgermeister in Rage. Er sah wohl aufgrund der Erkundigungen gleich den gesamten Beschluss in Gefahr und wollte dazu eine Sonderratssitzung am letzten Septembertag.

Doch Unterstützung gab es hierfür nicht. Es seien normale Fragen gestellt worden, „die es zu beantworten gilt“, meinte CDU-Fraktionschef Frank Brettschneider. Gabriele Wolf (BBP-Bürgerinitiative Jessen) erkundigte sich, nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, ob denn die im Maßnahmeplan enthaltenen Schäden von Gutachtern betrachtet wurden, was der Bürgermeister bestätigte.

Dietmar Brettschneider bestand darauf, dass über seinen Antrag zur Sondersitzung abgestimmt wird. Doch niemand votierte dafür. Und der Maßnahmeplan, um Geld für die Beseitigung von Hochwasserschäden zu bekommen, passierte, wie erwähnt, einstimmig die Ratsrunde und kann ohne Probleme fristgerecht an das Landesverwaltungsamt übermittelt werden.

Quelle: mz-web.de

Handwerker kämpfen weiter um ihre Existenz

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Das Hochwasser war im Juni das beherrschende Nachrichtenthema. Inzwischen ist es ruhig geworden. Das Wasser ist weg, die Aufräumarbeiten scheinen weitgehend abgeschlossen, die finanziellen Hilfen auf dem Weg. Doch entspannt ist die Situation bei vielen betroffenen Betrieben aus dem Handwerk noch längst nicht, wie Gespräche mit den Geschädigten zeigen.

Gerhard Lallinger führt seinen Malerbetrieb im niederbayerischen Deggendorf. Das Hochwasser hatte ihm beinahe die Existenz genommen. Sowohl das Firmen- als auch das Wohngebäude wurden komplett zerstört. Der Schaden belief sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. Kaum etwas konnte gerettet werden, das Wasser kam mit 500.000 Litern pro Sekunde. Um eine Elementarschutz-Versicherung hatte sich der Betrieb zuletzt 2012 vergeblich bemüht. Heute herrscht bei Lallinger leiser Optimismus. Schien die Situation vor drei Monaten noch aussichtslos, sind inzwischen Soforthilfen von 200.000 Euro geflossen. Ein Bruchteil des entstandenen Schadens. Weitere Anträge sind noch in Bearbeitung. „So ist halt die Bürokratie, es geht alles nicht so schnell, wie es gesagt wird“, ärgert sich Lallinger.

Zu 100 Prozent soll ihm der Schaden ersetzt werden, lauten die Versprechungen. Sorge macht dem Malermeister der bevorstehende Winter. So lange aber keine Bewilligungsbescheide vorliegen, kann Lallinger keine Reparaturen in Auftrag geben. Der Aufbau der alten Existenz dürfte noch ein Jahr in Anspruch nehmen, vielleicht sogar zwei, schätzt er.

Elektroinstallateur wartet auf Geld

Auch Elektroanlagen Johann Vogl in Passau hat das Hochwasser hart getroffen. Fast eine Woche waren die Elektroinstallateure von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Innbrücke für den Verkehr gesperrt war. Hof und Lager waren überflutet, 20 cm mehr und das Büro hätte unter Wasser gestanden. Was ging, wurde in Sicherheit gebracht, das Gebäude hatte einen Schaden von 130.000 Euro.

Einige Wochen später ist Geschäftsführer Christian Vogl die Katastrophe immer noch anzumerken. Bekommen hat Vogl bisher nur die Soforthilfe von 5.000 Euro und weitere 1.500 Euro für das Gebäude. Jetzt hofft er auf das Hilfspaket, das jene Betriebe unterstützen soll, die keinen Versicherungsschutz geltend machen können.

Doch das Geld zu bekommen, ist nicht einfach. „Jede entstandene Handwerksrechnung muss einzeln vorgelegt werden“, sagt Vogl. Der Elektroinstallateur ist enttäuscht über die bürokratischen Hürden. Vor allem denkt er an die Firmen, die wegen mangelnder Sicherheiten keine Überbrückungskredite von der Bank bekommen.

Vogl kann seinen Geschäftsbetrieb fortsetzen. Zum Glück waren die Betriebsräume mit den Computern nicht vom Hochwasser betroffen. Um dringende Reparaturen an Maschinen durchzuführen, konnte Vogl eigene Rücklagen mobilisieren.

Überbrückungskredit hat geholfen

Auf rund 200.000 Euro belief sich der materielle Schaden bei Bernd U. Beyer, Diplomingenieur für Nachrichtentechnik aus Gera. Davon hat der Betrieb bisher 50 Prozent über das Sofortprogramm des Landes von der Thüringer Aufbaubank erstattet bekommen. Von der Antragstellung bis zur Erstattung hat es rund sechs Wochen gedauert. „Wir haben das Geld Ende August bekommen und mussten dafür die entsprechenden Nachweise und Rechnungen einreichen“, berichtet Beyer. Ein Schadensersatz von insgesamt 80 Proerhofft sich der Ingenieur.

Die schwierige finanzielle Situation direkt nach dem Hochwasser konnte der Betrieb durch einen Kredit zu Sonderkonditionen von der Hausbank überbrücken. Ein Teil der beschädigten Technik wurde selbst repariert, einiges musste aber auch neu angeschafft werden. „Trotz der finanziellen Hilfen wird es noch Jahre dauern, bis wir wieder auf dem Stand sind wie vor dem Hochwasser“, glaubt Beyer.

Hauser Naturstein aus Rosenheim wirkt zuversichtlicher. Die sichtbaren Schäden sind größtenteils aufgeräumt und der Betrieb läuft. „Wenn man die Augen etwas verschließt, könnte man meinen, es hätte kein Hochwasser gegeben“, sagt Chef Georg Hauser mit einem Augenzwinkern. Soforthilfen sind geflossen, weiter Anträge sind gestellt.

Trotzdem steht dem Unternehmen noch ein langwieriger Prozess bevor. Die Maschinen konnten zwar alle instand gesetzt werden, aber die Folgeschäden sind noch nicht absehbar. Durch Korrosion könnten sie irgendwann plötzlich ausfallen. Das finanzielle Ausmaß des Hochwassers kann Hauser deshalb immer noch nicht genau abschätzen. Bis zu 230.000 Euro könnten es am Ende sein.

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

Starker Regen und Renaturierung Ursachen für Lachte-Hochwasser?

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

LACHTEHAUSEN. „Es war schon ein mulmiges Gefühl“, erinnert sich Willi Wiessatty an die Zeit des Hochwassers in Lachtehausen ungern zurück. Denn gerade als das Wasser seinen Hochstand erreichte und in sein Haus eindrang, weilte er in der Heide und sah sich das Unheil auf Fotos über das Internet an. Eine unbequeme Situation.

Unbequeme Fragen stellte Wiessatty dagegen gestern dem Ortsrat Altenhagen, Bostel und Lachtehausen bei dessen Sitzung im bis auf den letzten Sitz mit Lachtehäusern gefüllten Schießsportheim Altenhagen. Die Frage, ob eventuell bei der Renaturierung der Lachte Fehler gemacht wurden, interessierte die Zuhörer ebenso wie der künftige Schutz vor Hochwasser.

Jens Hanssen, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen bei der Stadt Celle, stellte die Ursachen für das Hochwasser anhand einer Karte vor. Laut seinem Bericht ist die Hauptursache für die Lachte-Flut der Dauerregen – sogenannter „Katastrophenregen“. 123 Millimeter Niederschlag seien innerhalb acht Tagen gefallen – und das großflächig im betroffenen Raum. „Ein Jahrhundertereignis“, so Hanssen. Zum Vergleich: Im Mittel fallen im Mai 61 und im Juni 76 Millimeter.

Der Wasserstand am Pegel Lachendorf betrug danach 2,94 Meter. Entsprechend hoch war der Zufluss der Lachte in den Freitagsgraben vor dem Mühlengrundstück in Lachtehausen. Hier wurde das Wasser in großen Teilen über die Wiesen in Richtung Flutmuldenbrücke unter der Wittinger Straße und zum neuen Lachteverlauf abgeschlagen.

„So schnell kann das Wasser aber nicht steigen“, sagt Wiessatty. Er erinnert sich noch, dass am Tag vor dem Hochwasser alles normal gewesen war. So vermutet der Anwohner, dass sich das Wasser am Wehr gestaut habe. Tatsächlich hat das Wehr laut Hanssen aber keine Schuld, es wurde über die Wiesen umströmt. „Wenn man ein Wehr in die renaturierte Lachte eingebaut hätte, hätten wir aber weniger Schaden gehabt“, entgegnete Wiessatty.

Nach Aussagen vieler Bewohner sei das Wasser zunächst durch die Kanaldeckel geströmt, dann trat der Freitagsbach über die Ufer. Wie dies in Zukunft verhindert werden könnte, skizzierte Hanssen ebenfalls: So könnten in der Lachte Pegelmarken installiert werden – eine Art Vorwarnsystem. Wenn zusätzliche Gräben geräumt werden, hätte das Wasser zudem mehr Platz. Ein Deichsystem am Freitagsbach ist ebenfalls angedacht: „Bisher spielte der keine Rolle“, sagt Hans-Martin Schaake, stellvertretender Ortsbürgermeister Lachtehausens. „Deshalb hatte er bisher keinen ausreichenden Schutz.“ So wie auch die renaturierte Lachte: Dort wird erwogen, einen Wall zu errichten, damit nicht wieder Wasser überschwappt.

Einen Wall sollen auch die Bürger schneller errichten können. Die Sandsack-Situation im Mai war laut Schaake katastrophal. „Wir möchten, dass jeder über ausreichend Sandsäcke verfügt und auch einen Ansprechpartner der Stadt Celle am Wochenende erreichen kann“, sagt er. Deshalb soll eine Art Notruf-Hotline eingerichtet werden.

Quelle: cellesche-zeitung.de

Wegen des Juni-Hochwassers haben in den vergangenen drei Monaten 171 Thüringer Unternehmen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.
Mehr als 1500 Mitarbeiter waren davon betroffen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Halle (Saale) mitteilte. Rund 70 Prozent der Unternehmen hatten demnach bis zu neun Angestellte. Nur in zwei Fällen hätten Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern Kurzarbeitergeld beantragt. Bislang zahlte die Bundesagentur rund 320 000 Euro an Unterstützung, unter anderem für die Sozialversicherungsbeiträge, die den Angaben zufolge komplett übernommen wurden.
Quelle: focus.de

Still ruht der Deich in Neubleesern

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Als das Hochwasser das Siel in Neubleesern im Juni erreichte, hielt der Schutz nicht lange stand. Die Sanierung des zerstörten Siels steht still, weil der Schwerpunkt der Hochwasserschäden an der Mulde liegt. In Neubleesern könnte im nächsten Frühjahr begonnen werden.

Neubleesern/Prettin „Hier baut der Freistaat Sachsen“, heißt es auf dem großen Bauschild bei Neubleesern, gleich hinter der Landesgrenze zu Sachsen gelegen. Und zwar: „Grundhafte Instandsetzung des Elbedeiches Zwethau-Schützberg“. Im Moment allerdings baut hier gar niemand, kein Bagger dreht sich, kein Lkw bewegt Sand und Erde. Der Deich ist verwaist. Lediglich der stählerne Kasten um das während des Hochwassers geborstene Siel verrät, dass hier nach dem schweren Hochwasser Anfang Juni doch etwas getan wurde.

Allerdings, so räumt Axel Bobbe, Betriebsleiter bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, ein, dass nach der Sicherung des Siels tatsächlich weitere Arbeiten „seit einigen Wochen“ gestoppt wurden. Entgegen den noch zu Flutzeiten geäußerten Planungen. Sein Betrieb ist das Pendant zum sachsen-anhaltischen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.

Elbe kein Schwerpunkt

„Wir haben durch das Hochwasser Schäden an Elbe, Mulde und Weißer Elster in Höhe von 280 Millionen Euro zu reparieren“, erklärt der sächsische Hochwasserschützer den Grund. Schwerpunkt sei daher im Moment für seinen Zuständigkeitsbereich die Mulde, wo die durch das Hochwasser verursachten Schäden am größten seien.

„Wir haben für dieses Jahr 70 Millionen Euro zur Verfügung, die allein in Reparaturen fließen werden. Und im nächsten Jahr ist noch mal so eine Größenordnung nötig“, erläutert Bobbe. Daher stünde im Moment nur fest, dass erst einmal das kaputte Siel erneuert wird. „Wir erarbeiten dafür gegenwärtig die Ausschreibung. Sie wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Den Bau bereiten wir für das nächste Jahr vor.“ Wenn alles gut laufe, dann könne der nach dem Frühjahr starten.

Die Sanierung des gesamten Deichabschnittes werde sicher um ein Jahr verschoben, so der Betriebsleiter der in Rötha (südlich von Leipzig) ansässigen Zweigstelle der Landesbehörde. Wie seinerzeit berichtet, liegt das während der Flut geborstene Siel in dem einzigen in diesem Bereich noch nicht sanierten Abschnitt der Schutzanlage. Von Zwethau her bis an das Siel heran ist der Damm inzwischen saniert. Schon zu Zeiten des Hochwassers Anfang Juni war dieser Teil weitgehend fertiggestellt. Dann schließt sich in Richtung Sachsen-Anhalt der Altdeich an. Ab der folgenden Linkskrümme ist die Anlage wiederum bereits grundhaft ertüchtigt, da sich in diesem Abschnitt die Bruchstelle befindet, die im Jahr 2002 zur Flutkatastrophe in hiesiger Region führte. Gerade aus diesem Grund verfolgen die Einwohner in Prettin und Umgebung – die sächsischen Orte in diesem Gebiet einbezogen – sehr aufmerksam, was sich in puncto Hochwasserschutz auf sächsischer Seite tut.

„Kaum Informationen“

Den möglichen Aufschub der Sanierung des Deiches „finde ich nicht in Ordnung“, merkt daher Prettins Ortsbürgermeisterin Helga Welz (parteilos) an. So sehr sie auch die von Bobbe genannten Gründe anerkennt. „Vor allem ist es aber der Umstand, dass wir von sächsischer Seite wieder einmal kaum Informationen bekommen. Uns fragen die Leute, aber wir wissen nicht die Antworten.“ Das widerspreche aus ihrer Sicht dem allgemeinen Eindruck, dass die Zusammenarbeit über die Ländergrenze hinweg nun besser wäre. „Es müsste aber dringend etwas passieren, um die Ängste der Leute in Sachsen-Anhalt zu beruhigen“, meint Helga Welz.

Und nicht zuletzt waren damals ja auch einige sächsische Orte von dem Dammbruch betroffen. Wie während der jüngsten Hochwassersituation mehrfach berichtet, hatten sich Einwohner aus Dautzschen, Zwethau und anderen Orten in großer Sorge an die Feuerwehren der Stadt Annaburg, insbesondere Prettins, gewandt, weil sie den Eindruck hegten, dass ihre Landesbehörden die Verteidigung des Deiches aufgäben. Darauf wurde auch sofort reagiert.

Quelle: mz-web.de

Herbstdeichschauen 2013 nach dem Juni-Hochwasser

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Mecklenburg Vorpommern

Schwerin/MVPO  Die Herbstdeichschauen der im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) liegenden Landesschutzdeiche im Bereich der Elbe und ihrer Rückstaubereiche mit Schwerpunkt auf das Juni-Hochwasser finden jeweils ab 9.00 Uhr

– am 9. Oktober 2013 für den Schaubereich Boizenburg (Baubezirk des StALU WM, Am Elbberg 20, 19258 Boizenburg) und

– am 23. Oktober 2013 für den Schaubereich Dömitz (Bauhof des StALU WM, Schweriner Str. 23, 19303 Dömitz) statt.

Die Deichschau dient der Prüfung des ordnungsgemäßen Zustandes der Deiche einschließlich der anderen Hochwasserschutzbauwerke wie Schöpfwerke, Flutschleusen und Deichsiele in der Örtlichkeit.

Während des „Rekordhochwassers“ der Elbe im Juni 2013 wurden die Deiche erheblich belastet. Wasserstände bis zu 0,5 m über den Bemessungswasserständen konnten erfolgreich gekehrt werden. Das Hochwasser und die umfangreichen Abwehrmaßnahmen haben aber Spuren hinterlassen, die durch umfangreiche Sofortmaßnahmen gemindert werden müssen. Diese Arbeiten werden zu den Herbstdeichschauen jedoch noch nicht vollumfänglich abgeschlossen sein.

Insbesondere wird durch die Kommission geprüft, wie sich der Unterhaltungszustand der Hochwasserschutzanlagen darstellt und ob in der Winterhochwasserperiode mit Einschränkungen in der Funktionssicherheit der Deiche und Anlagen zu rechnen ist. Dies könnte zu zusätzlichen Aufwendungen bei der Hochwasserabwehr führen.

Auf dem Kontrollprogramm stehen zudem die Baustellen zur Sanierung des Deiches am Randkanal bei Boizenburg und die Sanierung des rechten Löcknitzdeiches zwischen dem Löcknitzdüker und der ehemaligen Eisenbahnlinie im Bereich Dömitz.

Weiterhin wird über erste Schlussfolgerungen aus dem Juni-Hochwasser, aber auch über den Stand zur Verbesserung der Abflussbedingungen im Hochwasserabflussprofil der Elbe informiert.

Der Kommission gehören an: Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V, weiterer Landesbehörden, des Landkreises Ludwigslust-Parchim, der Kommunen im Schaubereich, der Bundeswehr, der Wasserschutzpolizei, der Wasser- und Bodenverbände, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der zuständigen Behörden und Verbände für den Hochwasserschutz der benachbarten Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie des StALU WM.

 


Quelle: StALU WM – Dienststelle Schwerin

Spendenlager in Köthen stellt Arbeit ein

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Das wegen des Juni-Hochwassers eingerichtete Spendenlager in der Augustenstraße in Köthen wird seine Arbeit einstellen. Nach Angaben der Landeskreisverwaltung enden die Arbeit ab dem 01. Oktober. Künftiger Ansprechpartner werde dann der Deutsche Förderverein für Sanitätswesen sein.

Das während des Hochwassers 2013 eingerichtete Spendenlager in der Augustenstraße in Köthen stellt ab dem 1. Oktober seine Arbeit ein. Darüber informierte die Landkreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Als Ansprechpartner steht auch künftig der Deutsche Förderverein für Sanitätswesen zur Verfügung, der bei Bedarf über die Rufnummer 03496/50 89 99 erreichbar ist. „Über die weitere sinnvolle Verwendung der noch vorhandenen Sachen und Gegenstände wird im Nachgang entschieden“, hieß es in der Mitteilung.

Quelle: mz-web.de

Nach Hochwasser liegen die Nerven blank

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Rangendingen – Bei den hochwassergeplagten Anliegern des Rangendinger Mühlwegs liegen die Nerven blank. Gemeinderat und Bürgermeister mussten sich heftige Kritik anhören – aus ihrer Sicht jedoch zu unrecht.

Anwohner forderten in der Sitzung des Gemeinderats am Montag einen besseren Hochwasserschutz für ihre Straße, die zweimal innerhalb eines Jahres überflutet worden war. Das Kanalisationssystem müsse endlich verbessert werden, sagten sie.

Das Ingenieurbüro Renner, das die Lage im Auftrag der Gemeinde untersucht hat, kam zu einem anderen Ergebnis. Man müsse unterscheiden zwischen den Hochwassern der Starzel und einem Hochwasser aus Talbach und Sendelgraben. Laufe die Starzel über, fließe kein Wasser mehr aus der Kanalisation in den Bach. „Ohne Rückstauklappen geht dann nichts mehr“, so Renner. Der Sendelgraben liege dann zwei Meter höher als die Kanalisation. Auch die Einwände, man müsse die Einläufe weiter flussabwärts verlegen, sahen Renner und Widmaier somit als entkräftet. „Die Gesetze der Physik gelten halt auch in Rangendingen“, so Widmaier.

Anders sehe es bei den Hochwassern der beiden Bäche aus, dem Sendel und dem Talbach. Am Mühlweg, am tiefsten Punkt im Ort, laufen auch die Abwasserrohre der Baugebiete Winterrain und Gasse zusammen. Es stimme aber nicht, dass der Anschluss der „Gasse“ an das Kanalisationsnetz Ursache für Überschwemmungen sei, so Widmaier und Renner. Schon 2005 habe Rangendingen seine Hausaufgaben im Hochwasserschutz für Sendel und Dorfbach erledigt. Das System „funktioniert“. Trotz des Anschlusses der „Gasse“ im Jahr 2006 sei kein Hochwasser mehr aus diesen Bächen gekommen. Dem konnte kein Anlieger widersprechen.

Walter Müller platzte zwischenzeitlich der Kragen. Der Gemeinderat sei immer wieder angegriffen worden, obwohl er sich seit Jahren intensiv mit dem Thema befasse. Gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhold Dieringer verließ er demonstrativ den Ratstisch. Magdalena Dieringer versuchte am Ende die Wogen zu glätten. „Was wir machen konnten, haben wir gemacht“, fasste sie den Hochwasserplan der Gemeinde zusammen. Der Ingenieur riet, die Ausläufe der Bäche regelmäßig zu warten und Rückstauklappen in Häuser einzubauen. Denkbar sei ferner, die Kanalisation nachzuberechnen. Trotz aller Investitionen könne die Gemeinde nicht jedes Hochwasser im Ort verhindern, so Bürgermeister Widmaier.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Hochwasser: Geld für Schutzkonzept

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Wermsdorf. Die Gemeinde Wermsdorf setzt weiter auf Hochwasserschutz. Am Donnerstag beschlossen die Räte einstimmig die Finanzierung, um das Schutzkonzept für Saubach und Schallenteichbach fortzusetzen. Das ist das Startsignal für das Ingenieurbüro, weiter nach machbaren Möglichkeiten zu suchen, um Anwohner bei Starkregen und Überschwemmungen effektiv zu schützen.

Quelle: oaz-online.de

Hausgemachtes Hochwasser am Hang

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Dem Steinenbrücker Metzgermeister Karl Höck steht das Wasser zwar nicht bis zum Hals, dafür aber gelegentlich in der Wurstküche. „Immer wenn Starkregen ist, zittern wir“, berichtet der alteingesessene Meister

Overath. Dem Steinenbrücker Metzgermeister Karl Höck steht das Wasser zwar nicht bis zum Hals, dafür aber gelegentlich in der Wurstküche. „Immer wenn Starkregen ist, zittern wir“, berichtet der alteingesessene Meister, und schuld daran sei keineswegs allein die Klimaveränderung, sondern vor allem die Stadt Overath – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn erstens funktioniere die Entwässerung der Kindertagesstätte in der unmittelbaren Nachbarschaft zu der mittlerweile von Höcks Sohn geführten Metzgerei nicht so, wie sie sollte. Zweitens funktioniere die Entwässerung des bergauf angrenzenden Sportplatzes nicht so, wie sie sollte. Das Gebäude der Kita gehört wie auch der Sportplatz der Stadt. Und drittens funktioniere auch das noch weiter bergauf liegende Hochwasserrückhaltebecken für den Dresbach nicht so, wie es sollte. Wem das gehört? Der Stadt.

Fragt man die Stadt nach der Misere am Westhang es Heiligenhauser Berges, so erhält man die Antwort, dass Höck und der von ihm mittlerweile eingeschaltete Anwalt im Grundsatz recht haben mit ihrer Darstellung. Bei einem großen Behördentermin mit Angehörigen der Stadtverwaltung am 17. Oktober soll nun besprochen werden, was in Steinenbrück wann und wie geschehen kann, um die Lage zu entschärfen.

Teilnehmen sollen unter anderem Bürgermeister Andreas Heider persönlich, sein Bau-Beigeordneter Wolfgang Bürger sowie Vertreter von Bauverwaltungsamt und Stadtwerke und zwei Ingenieurbüros.

Denn ein bisschen kompliziert ist die Lage schon. So weist etwa der Hochwasser-Experte der Stadtwerke Overath, Michael Schubert, darauf hin, dass das Hochwasserrückhaltebecken der Stadt, so verlandet sei, dass das Wasser dort nicht mehr zurückgehalten werde. Das sei aber im Übrigen primär nicht die Ursache für die Probleme Höcks, wohl aber anderer Anlieger der Straße, die hinter Höcks Haus herführt. Was nun mit dem Becken ist? Die Sprecherin der rheinisch-bergischen Kreisverwaltung, Birgit Bär, weist darauf hin, dass eine Vergrößerung vom Kreis bereits genehmigt worden sei und es nun auf die Umsetzung durch den Aggerverband ankomme. Der Aggerverband gibt an, dass er das Becken tatsächlich bald bearbeiten wolle, aber noch auf die Mittelbewilligung warte. Der dortige Hochwasserexperte Uwe Widerek zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Verband im 2014 oder 2015 mit dem Bau beginnen könne.

Was die städtischen Liegenschaften in der Nachbarschaft Höcks angeht, räumt der Leiter des Overather Bauverwaltungsamtes, Manfred Allmayer, Probleme ein: „Zum Sportplatz Steinenbrück ist zu sagen, dass die bestehende Entwässerung Schäden aufweist und somit nicht zu 100 Prozent funktioniert. Hier wird es in Kürze entsprechende Untersuchungen geben, die uns dann Handlungsempfehlungen aufzeigen sollten.“

Auch in Sachen Kindergarten bekennt sich die Stadt schuldig. Allmayer: „Die Kita befindet sich auf städtischen Grund und somit ist die Entwässerung im Außenverhältnis Aufgabe der Stadt. Auch hier haben bereits erste Gespräche stattgefunden.“ Die Stadt sei sich der Probleme bewusst und suche nach „umsetzbaren Lösungen“.

Jedoch kommen in Steinenbrück solche Äußerungen nicht besonders gut an: „Darauf warten wir schon seit Jahren“, heißt es dort.

Quelle: rundschau-online.de

Alte Schäden, neue Konzepte: Sachsen-Anhalts Hochwasser-Bilanz

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Fischbeck, Klietz, Breitenhagen, Aken – lauter kleine Orte in Sachsen-Anhalt, die im Juni eine eher traurige Berühmtheit erlangt haben. Sie waren wie viele andere Städte in Mitteldeutschland stark vom Hochwasser betroffen. Rund drei Monate ist das nun her. Der MDR schaut heute in einem Thementag, wie es mittlerweile in den betroffenen Gebieten aussieht. Auch Sachsen-Anhalt, das am stärksten betroffene Bundesland, zieht Bilanz.

Die Spuren des Hochwassers sind noch vielerorts zu sehen. Viele Häuser, die überschwemmt waren, sehen immer noch aus wie im Rohbau, einige müssen sogar abgerissen werden. 70,2 Millionen Euro Soforthilfe hat das Land bisher ausgezahlt: für Privatleute, Bauern, Unternehmer und Kommunen. Dazu kommt die Wiederaufbauhilfe. Von 1.600 Anträgen sind bisher 300 bewilligt worden. Viele Bürger klagen, es dauere zu lange, bis sie das Geld bekommen. Aber erst müssen die Ansprüche und Versicherungsfragen geklärt werden, heißt es aus der Staatskanzlei.

Aeikens: Haben schon viel geschafft

Auch beim Hochwasserschutz laufen die Reparaturarbeiten. „Wir sind dabei und haben schon eine ganze Menge geschafft, die Deiche winterfest zu machen, denn wir wissen nicht, wann das nächste Hochwasser kommt“, berichtet Hermann Onko Aeikens, Minister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt. „In Fischbeck ist eine Spundwand installiert worden, die für den Winter Schutz bietet. In Breitenhagen laufen die letzten Arbeiten, um den Deich zu schließen, ebenso an der Schwarzen Elster.“ Parallel wird auch das Hochwasserschutz-Konzept des Landes überarbeitet: Bis 2020 sollen neue Deiche und Flutungsflächen fertiggestellt sein. Auch die Arbeit der Krisenstäbe während des Hochwassers wird nun überprüft. Sie haben die Hilfskräfte vor Ort koordiniert, über Evakuierungen entschieden und die Bürger informiert. Das Innenministerium befragt zurzeit alle Beteiligten, wo Probleme lagen. Noch bis Ende des Jahres soll die Auswertung dauern.

Arbeit über Landesgrenzen hinweg nicht immer einfach

Insgesamt habe man die Katastrophe gut gemeistert, sagt Innenminister Holger Stahlknecht. Streit gab es manchmal darüber, ob Land oder Landkreis zuständig sind. Zum Beispiel über die Landesgrenzen hinweg an der Goitzsche: Sie drohte, überzulaufen und Teile Bitterfelds zu überschwemmen. Der Landrat von Anhalt-Bitterfeld diskutierte mit dem nordsächsischen Kollegen. Der lehnte es jedoch ab, zur Entlastung einen Deich an der Mulde zu sprengen. Innenminister Stahlknecht ist im Rückblick überzeugt, dass der Krisenstab des Landes hätte übernehmen sollen: „Das wäre dort die richtige Entscheidung gewesen, nicht weil ich die Arbeit des Krisenstabes dort kritisiere, sondern wir hätten da die Sache eher an uns ziehen sollen, weil dann die Koordination zwischen den verschiedenen Landesbehörden einfacher ist.“

Innenministerium denkt über ständige Katastrophen-Fachgruppe nach

Außerdem schlägt das Innenministerium vor, eine Fachgruppe zu gründen. Zu ihr sollen Experten gehören, die sich mit verschiedenen Katastrophenfällen auskennen, sagt der Innenminister. „Wenn man mal einen Chemieunfall oder einen Unfall mit biologischen Stoffen hat, oder einen Waldbrand oder andere Katastrophen – dass für jeden Fachbereich ein exzellenter Mann oder eine exzellente Frau vorhanden ist, die nicht ausgetauscht werden und dann auch einem örtlichen Stab immer zu Verfügung gestellt werden“, beschreibt Stahlknecht das Konzept, das ihm vorschwebt. An das nächste Hochwasser wollen viele Betroffene aber eigentlich noch gar nicht denken. Ihr nächstes Ziel ist Weihnachten. Dann wollen alle wieder in ihren Häusern feiern.

Quelle: mdr.de

Vielzahl der Hinweise und Vorschläge werden ausgewertet und fließen bis spätestens Anfang 2014 in Hochwasserschutzplan ein

Die Geschehnisse der Hochwasserkatastrophe in diesem Jahr im Juni werden derzeit intensiv durch die Arbeitsgruppe Hochwasser der Stadt aufgearbeitet und ausgewertet, um Schlussfolgerungen für etwaige künftig auftretende ähnliche Schadensereignisse zu ziehen. Nach den beiden Auftaktberatungen im Juli und August fand nun die vierte Regionalberatung mit Bürgern und Unternehmern aus Debschwitz und Untermhaus statt. Zuvor tagten am 9. September Betroffene aus Zwötzen und Liebschwitz, am 12. September aus Thieschitz, Milbitz und Rubitz und am 16. September aus Heinrichsgrün, Langenberg und Stublach. Der Vorschlag für die Mitarbeit in einer AG entstand durch die Bürger selbst auf der öffentlichen Hauptausschusssitzung am 25. Juni.

Unter Leitung von Holger Steinbach, Leiter der Unteren Wasserbehörde, berieten die AG-Teilnehmer am 25. September im Dezernat Bau und Umwelt in der Amthorstraße gemeinsam mit Fachdienstleiter für Brand- und Katastrophenschutz Ludwig Geiger, Fachdienstleiter Umwelt Konrad Nickschick, Jürgen Kroll von der OTWA GmbH und Patricia Reißhauer von der TLUG Jena über Sofortmaßnahmen in Sachen Hochwasserschutz. Besonders das Interesse der Unternehmer aus Untermhaus war groß. Sie waren alle vom letzten Hochwasser stark betroffen, hatten in den kritischen Tagen mit hoher Einsatzbereitschaft nicht nur sich selbst versucht zu schützen, sondern Seite an Seite mit den Bewohnern und gemeinsam mit ihrer Belegschaft, unter Einsatz der eigenen Technik gegen die Fluten gekämpft. Ob Ronny Laudenbach von der Bäckerei + Konditorei Laudenbach GmbH und Co. KG, Uwe Meißner von der Adelheid Meißner GmbH Gera, Martin Grötsch von der Grötsch Fensterbau GmbH, René Starke von STARKE Möbeltransporte, Jutta Bensch-Klabunde und Frank Klabunde von der JFK Rings GmbH, die Bürger Reinhard Schmalwasser aus Untermhaus sowie Dieter Neuhold und Tilo Wetzel aus Debschwitz, sie alle brachten ihre Vorschläge in die über dreistündige Diskussionsrunde ein.

Auf dem Tisch lagen zwei große Karten von jeweils Debschwitz und Untermhaus, auf denen sie akribisch versuchten, den Weg des Wassers in ihrem Stadtteil nachzuvollziehen. Die entsprechenden Stellen wurden farblich markiert. Da ging es um solche Schwachstellen wie Vertiefungen in Dämmen, wie man mit Hilfe von Sandsäcken dem Wasser wo Einhalt gebieten könnte und welche Plätze sich im Katastrophenfall für die Zwischenlagerung von Sandsäcken eignen würden. Wenn der Greizer Pegel steigt, haben die Geraer noch etwa sechs Stunden Zeit, um Maßnahmen zu ergreifen. Die müssen zielgerichtet genutzt werden. Bitte der Teilnehmer auch: Bei einem künftigen Hochwasser sollte die Polizei Schaulustige, die im Juni die Wege verstopften und die Arbeiten behinderten, von den Hochwasserschwerpunkten fernhalten

„Wir tragen all diese vielen Hinweise und Erkenntnisse zusammen. Sie sind in den kommenden Wochen die Grundlage für die Überarbeitung des Hochwasserschutzplanes. Aus der Vielzahl der übermittelten Ereignisse und aus dem Vergleich mit Zeit, Ort und Pegelständen werden konkrete Maßnahmen abgeleitet. Es gibt auch noch Ortsbegehungen mit der OTWA GmbH in Debschwitz und Liebschwitz. Bis Ende 2013 / Anfang 2014 soll der Plan stehen. Dann werden wir die Regionalarbeitsgruppen Hochwasser erneut einladen und zu den Ergebnissen informieren. Allen Bürgern und Unternehmen, allen Betroffenen, die bisher so engagiert mitgearbeitet haben, ein großes Dankeschön“, so Holger Steinbach.

Quelle: gera.de

Elster im Landkreis Wittenberg soll künftig besser vor Hochwassern geschützt sein. Am Mittwoch wurde in der Nähe des Ortes am Zusammenfluss von Elbe und Schwarzer Elster mit dem Bau eines Deiches und dem Aufstellen von Spundwänden begonnen.

2,5 Millionen für ersten Bauabschnitt

Wie die Magdeburger Staatskanzlei mitteilte, soll in einem ersten Bauabschnitt ein 1,6 Kilometer langer Deich entstehen. An Stellen, an denen kein Damm errichtet werden kann, werden Spundwände gesetzt. 2,5 Millionen Euro fließen den Angaben zufolge in das Projekt, das zu 80 Prozent mit EU-Mitteln finanziert wird. Der Rest kommt von Bund und Land. Der erste Bauabschnitt soll im Oktober 2014 fertig sein.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte beim Baustart: „Wir haben seit 2002 rund 500 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert und 525 Kilometer Deiche DIN-gerecht erneuert.“ Ziel sei es, bis 2020 nahezu alle Deiche in Sachsen-Anhalt in einen DIN-gerechten Zustand zu bringen. Auch der Gewinn von Überschwemmungsflächen sei ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz, erklärte der CDU-Politiker.

Knapp sieben Kilometer Deiche und Spundwände

Im kommenden Jahr soll in Elster mit dem zweiten Bauabschnitt der Hochwasserschutzanlage begonnen werden. Insgesamt entsteht dort eine Deich- und Spundwandlinie von rund 6,6 Kilometern Länge. Auch die Ortschaften Iserbegka und Listerfehrda sollen auf diese Weise einen Hochwasserschutz erhalten.

Bisher gab es rund um Elster überhaupt kein Hochwasserschutzsystem. Der rund 2.600 Einwohner zählende Ort in der Einheitsgemeinde Zahna-Elster war sowohl bei der Juni-Flut in diesem Jahr als auch beim Hochwasser 2002 komplett überflutet worden.

Quelle: mdr.de

Hilfskonto wird aufgestockt

Veröffentlicht: September 26, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Wittenberg

Die Stadtfest-Plaketten und viele Aktionen bringen 22.670 Euro Spenden für vom Juni-Hochwasser betroffene Anwohner im Landkreis Wittenberg. Das Geld wurde am Mittwoch übergeben und soll nun den Menschen helfen.

Der Spendentopf für Betroffene des Juni-Hochwassers im Landkreis Wittenberg ist um ein beträchtliches Stück gewachsen. 22.670,40 Euro wurden am Mittwoch übergeben, zum einen von der Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH (ehemals WittenbergKultur), zum anderen von der Tourist-Information Wittenberg.

Das Geld stammt zum größten Teil von nicht zurückgegebenen Plaketten aus dem Vorverkauf des ausgefallenen Stadtfestes. Als angekündigt war, dass diese Einnahmen dem Hochwasserkonto gespendet werden, „hatten wir eine große positive Resonanz“, sagte GmbH-Geschäftsführer Johannes Winkelmann. Man habe sich bewusst entschieden, es nicht nur einer einzigen Einrichtung zukommen zu lassen. Weitere Spenden stammen von Baustellenführungen und Spenden von Stadtführern, so Tourismus-Frau Kristin Ruske. Und auch die Auktion der „Kunstwege“ hatte 1.400 Euro eingebracht. Zuvor waren bereits knapp 70.000 Euro auf dem Spendenkonto des Landkreises eingegangen, zum Teil zweckgebunden.

Quelle: mz-web.de

Die Hochwasser können kommen

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Eichstetten feiert die Fertigstellung seines erweiterten zweiten Rückhaltebeckens / Das Land steuerte eine Million Euro bei.

Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Steinenweg ist jetzt offiziell in Betrieb genommen worden. In den vergangenen Jahren wurde das Becken umfassend saniert und sein Fassungsvermögen von 6300 auf nunmehr 18800 Kubikmeter erhöht. An den Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro beteiligte sich das Land mit einer Million Euro. Die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war zu Einweihung gekommen und gratulierte der Gemeinde dafür, dass sie das Problem Hochwasserschutz mutig angegangen sei. Sie erinnerte auch an den Starkregen im Frühjahr, bei welchem sich gezeigt habe, dass vorbeugender Schutz die beste Lösung ist. Wer zuwarte, bis Handlungsbedarf bestehe, habe die Chance nicht genutzt. Nicht unerwähnt blieb, dass der Landeshaushalt rund 47 Millionen Euro für den Hochwasserschutz vorsieht, davon seien fünf Millionen für die Gewässerökologie bestimmt.

Bevor sich die Regierungspräsidentin im goldenen Buch der Gemeinde verewigte, wünschte sie der Gemeinde, dass dieses Rückhaltebecken die Erwartungen erfüllt. Davon ist Bürgermeister Bruder jedenfalls überzeugt. Er betonte, dass die Gemeinde nun den Hochwasserschutz optimiert habe.

Das im Jahre 1972 gebaute Becken hatte ursprünglich ein Fassungsvermögen von rund 8500 Kubikmetern, durch Verlandungen war dieses aber auf 6300 Kubikmeter gesunken. So war es nicht verwunderlich, dass nach einer Sicherheitsüberprüfung Handlungsbedarf bestand.

Das Ingenieurbüro für Tief- und Wasserbau Zink wurde deshalb beauftragt, nach Lösungen zu suchen. Kurzzeitig wurde auch ein weiteres Rückhaltebecken im Rippach als Lösung geprüft. Doch die Kosten-Nutzen-Analyse ergab, dass es sinnvoll wäre, Oberflächenwasser aus dem Rippach-Einzugsgebiet dem Becken im Steinenweg durch entsprechende Leitungen zuzuführen. Letztlich konnte das Einzugsgebiet von 170 auf 200 Hektar erweitert werden. Nun, nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit, ist das Rückhaltebecken wieder funktionsfähig, die Abflussmenge konnte von 500 Litern je Sekunde auf 140 l/s reduziert werden.

Eichstetter Becken liefern Daten für die Wissenschaft

Vorbeugung sei die beste Versicherung meinte Peter Sackmann vom Ingenieurbüro Zink. Das rund 600 Meter oberhalb des Dorfes befindliche Becken schütze mit seinem nun um rund zwei Meter erhöhten Damm die Dorfbewohner.Die Hochwasserentlastungsanlage in Form einer Überlaufscharte gewährleiste auch im Extremfall die Standsicherheit des Dammes. Zusätzlich sorge bei hohem Wasserstand eine Aktivmeldeanlage für die rechtzeitige Alarmierung des Betriebspersonals. An die lange, schon im Jahre 2002 begonnene Planungsphase, erinnerte Dieter Schuster von der unteren Wasserbehörde des Landkreises.

Ausgestattet ist das Becken auch mit einer neuen Mess- und Steuertechnik. Dafür dankte Jens Lange vom Hydrologischen Institut der Uni Freiburg. Er erinnerte an die schon Ende der 70er Jahre begonnene Zusammenarbeit mit der Gemeinde, um hydrologische Untersuchungen an den Pegeln im Breitenweg – dort wurde 2006 das Becken saniert – und im Rippach vorzunehmen. Die Niederschlagsmessung und der Abfluss würden nunmehr hochmodern durch Ultraschall ermittelt. Durch diese berührungslose Messung erhalte die Uni verlässlichere Daten. Diese würden über Eichstetten hinaus repräsentativ auch für die Region von Bedeutung sein. Neu in dem Rückhaltebecken ist auch ein Feuchtgebiet, das ebenfalls wissenschaftlich erforscht wird. Dabei geht es darum, wie dieses Biotop Pestizide aus den Weinbergen und Landwirtschaftsflächen aufnimmt.

Quelle: badische-zeitung.de

Dhünn ist schneller gefährlich

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Bis Ende des Jahres müssen auch die Flüsse in Leverkusen in punkto Überflutungsgefahr bewertet werden. Vor allem bei kleineren Gewässern wie der Dhünn sei der Hochwasserschutz schwieriger als etwa beim Rhein, so eine Expertin.

Wasser bahnt sich immer seinen Weg. Und so haben die Umweltminister der Bundesländer als Konsequenz aus der deutschen Juni-Flut beschlossen, ein gemeinsames Schutzprogramm zu erarbeiten. Das Thema steht in Leverkusen jedoch schon länger auf der Agenda – so will es die EU. Im Rahmen eines Hochwasserrisiko-Managements müssen bis Ende des Jahres alle Flüsse in punkto Überflutungsgefahr bewertet werden. Danach soll bis Ende 2015 ein Hochwasserrisikomanagementplan erstellt werden. Daraufhin geht es in die Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

„In Leverkusen ist Hochwasserschutz ein großes Thema, da wir mit Rhein, Wupper, Dhünn, Wiembach und Mutzbach viele Gewässer haben“ sagte Karla Marschollek von der Unteren Wasserbehörde. Die offizielle Hochwasserzeit ist vom 1. November bis 31. März. „Das heißt aber nicht, dass Hochwasserereignisse nicht auch zu anderen Zeiten auftreten können“, sagte Marschollek. Wie das Juni-Hochwasser.

Vor allem bei kleineren Gewässern wie der Dhünn sei der Hochwasserschutz schwieriger als etwa beim Rhein, sagte Marschollek. Fällt mehr Regen als gewöhnlich, kann der Pegel schnell hochsteigen, der Fluss die großen Wassermengen jedoch nicht schnell genug aufnehmen. Bis der Rhein über die Ufer tritt, müssten deutlich mehr Niederschläge fallen. Hinzu kommt laut Marschollek, dass die Wupper und die Dhünn noch viele kleine Gewässer als Zuflüsse habe.

Wie schnell es zu einer Überschwemmung auch in Leverkusen kommen kann, zeigten die großen Wassermengen vor zwei Jahren in Schlebusch. Das Gut Hummelsheim war betroffen. Die Dhünn war so stark angeschwollen, dass sie beim Wehr des Sensenhammers erst die Felder und den Wald in der Aue überschwemmte. Von da aus lief das Wasser in die Keller, Tiefgarage und einige Erdgeschosswohnungen im hunderte Meter entfernten „Wohnpark Alt-Schlebusch“ neben dem Schlebuscher Altenheim.

Risiko-Szenarien

Das soll nach Plänen der Europäischen Union möglichst vermieden werden. In Hochwassergefahrenkarten wird die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung dargestellt. So soll ermittelt werden, nach welchen Szenarien Einwohner oder Schutzgebiete betroffen wären, wo Kulturobjekte gefährdet sind oder Gefahren für Industrie-Anlagen vorliegen.

Um Vorsichtsmaßnahmen für alle Flüsse treffen zu können, bewerten die Experten die Risiken nach verschiedenen Schweregraden. So gibt es seit 1920 Aufzeichnungen vom Land NRW zu den Niederschlagsmengen und Pegelständen der Flüsse. Damit lassen sich Risiko-Szenarien entwickeln. Bei dem extremsten Szenario „HQ extrem“ würde am Rhein zum Beispiel die Kläranlage vor dem Bayerwerk überschwemmt werden. 1200 Menschen wären von dem Hochwasser betroffen. „Das darf natürlich keinesfalls passieren“, sagte Marschollek.

Markierte Pappeln werden Anfang Oktober gefällt

Die Pappeln am Rheinufer in Hitdorf kommen weg. Das steht seit der Sitzung der Bezirksvertretung I am Montagabend steht fest: „Die Bäume sind eine erhebliche Gefährdung für den Hochwasserschutz“, sagte Reinhard Gerlich, Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL). Beim Hochwasserschutz werden zunehmend mobile Wände eingesetzt. „Wenn eine Pappel auf so eine Wand fällt, dann kracht diese sofort ein“, so der TBL-Chef. Das sei gefährlicher, als wenn da keine Wand stehe.

Bei einer Beschädigung in Hochwasserzeiten würde dann schneller Wasser in die Stadt dringen, als ohne Hindernis. „Hier geht es um Bäume oder Menschenleben“, appellierte Gerlich an die Ausschussmitglieder, die sich überzeugen ließen. Die SPD-Fraktion zog ihren Antrag, der auf einen Fortbestand der Bäume hingewirkt hatte, daraufhin zurück.

Die Pappeln, die bereits mit Schildern markiert worden sind, sollen Anfang Oktober gefällt werden.

Schutzmaßnahmen könnten zum Beispiel eine Deicherhöhung oder mobile Wände sein. Auch über eine Entsiegelung bestimmter Gebiete müsste nachgedacht werden. „Die Maßnahmen müssen mit dem Betreiber, der Feuerwehr, den technischen Betrieben und dem Wupperverband abgestimmt werden“, sagte Marschollek. Auch die Bevölkerung soll mit einbezogen werden. Die Ergebnisse können auch Auswirkungen auf Bauherren haben, denn in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten darf nicht gebaut werden.

Auch das Klinikum Leverkusen ist mit seiner Lage an der Dhünn potenziell gefährdet. „Es wird zukünftig in die Planung mit eingebunden“, sagte Umweltamtsleiter Dirk Terlinden. Einen hundertprozentigen Schutz kann es jedoch gegen Hochwasser nicht geben. „Ziel des Risikomanagements ist die Minimierung des Hochwasserrisikos sowie die Sensibilisierung der Menschen. Mehr lässt sich nicht tun“, sagte Marschollek.

Quelle: ksta.de

Ortschaft Elster bekommt Hochwasserschutzsystem

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Elster im Landkreis Wittenberg soll besser vor kommenden Hochwassern geschützt werden. Am Mittwoch sei nahe des Ortes am Zusammenfluss von Elbe und Schwarzer Elster mit dem Bau eines Deiches und …
dem Aufstellen von Spundwänden begonnen worden, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Es ist der erste Bauabschnitt. Ein etwa 1,6 Kilometer langer Deich soll entstehen. An Stellen, an denen kein Damm errichtet werden kann, werden Spundwände gesetzt. 2,5 Millionen Euro fließen in das Projekt, das zu 80 Prozent mit EU-Mitteln bezahlt wird. Im Oktober 2014 soll es fertig sein. Bisher gab es in Elster kein Hochwasserschutzsystem. Der rund 2600 Einwohner zählende Ort war sowohl bei der Juni-Flut in diesem Jahr als auch beim Hochwasser 2002 überflutet worden.
Quelle: focus.de

Lehre aus dem Hochwasser: Bäume müssen weg

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Kreis Lüneburg

Es ist ein alter Streit zwischen Naturschützern, Landwirten und Behörden: Die Verbuschung an den Ufern von Flüssen. Auch im Elbvorland im Landkreis Lüneburg wird seit Jahren darüber gestritten. Während die einen die natürliche Vegetation in der Elbtalaue erhalten wollen, warnen die anderen vor den Gefahren des Hochwassers. Seit diesem Sommer aber hat sich etwas verändert. Und jetzt werden Konsequenzen gezogen. Denn die Ausmaße des Elbehochwassers haben Spuren hinterlassen, sagt Klaus-Jürgen Steinhoff von der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg). „Auch der Naturschutz muss sich der Tatsache stellen, dass Gehölze, selbst wenn diese in unsere Region gehören, zu Abflusshindernissen werden können“, sagt Steinhoff.

Vorbeugung durch groß angelegten Rückschnitt

Daher stimmte die Naturschutzbehörde einer groß angelegten Rückschnittaktion beidseitig der Elbe zu. „Als Vorbereitung auf das nächste Hochwasser“, wie Steinhoff betont. Dabei kann es gar nicht schnell genug gehen. Dank einer Ausnahmegenehmigung durfte in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Auf insgesamt 13,5 Kilometern hat Baggerführer Marco Heinemann von der beauftragten Firma bereits Büsche und jungen Bäumen entfernt, mehr als 30 Elbkilometer liegen noch vor ihm. „Wenn mir das Hochwasser keinen Strich durch die Rechnung macht, sollte das bis zum Ende des Winters klappen“, sagt Heinemann.

Aus dem Gehölz werden Pellets

Mit Hilfe gigantischer Schneidewerkzeuge zupft Heinemann Busch für Busch aus der Elbe. Totholz und junge Bäume zerlegt der Bagger an Ort und Stelle in seine Einzelteile. So türmen sich entlang der Elbe in regelmäßigen Abständen hohe Berge aus Gehölz. „Das verarbeiten wir später zu Pellets“, erzählt Heinemann. Aus Angst vor Belastungen durch Dioxin aus dem Boden werden Bäume und Büsche nicht mit ihrer Wurzel entfernt. Wie mit dem Nachwuchs in den nächsten Jahren umgegangen wird, dazu gebe es aber auch schon Ideen, sagt Naturschützer Steinhoff: „Im Gespräch ist zum Beispiel eine Beweidung.“

Resolution zu Schnittbestimmungen

Der Kreistag Lüneburg hat unterdessen mehrheitlich für eine weitere Resolution zum Gehölzrückschnitt an der Elbe gestimmt. Unter anderem fordern die Parteien, den Zeitraum für die Rückschnittarbeiten grundsätzlich zu erweitern. Die Resolution geht nun an das Land Niedersachsen.

Quelle: ndr.de

„Wölfe“ beseitigen Hochwasser-Schäden

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Hilfe

Bewegung der anderen Art stand für die Fußball-Teams des VfL Wolfsburg auf dem Programm. Beim TSG Calbe südlich von Magdeburg beteiligten sie sich an den Restaurierungsarbeiten.

Bewegung der anderen Art stand für die Fußball-Teams des Männer-Bundesligisten und Frauen-Triple-Gewinners VfL Wolfsburg auf dem Programm. Beim TSG Calbe südlich von Magdeburg beteiligten sich die Niedersachsen im Rahmen einer Freiwilligen-Initiative an den Restaurierungsarbeiten nach dem Saale-Hochwasser im vergangenen Juni. Auch VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs und Männer-Cheftrainer Dieter Hecking packten mit an, auf dem Spielfeld sowie den Trainingsstätten die Schäden durch das vier Wochen lang bis zu 1,50 m hoch stehende Wasser zu beseitigen.

„Es ist eine ganz wichtige Sache, zu zeigen, dass man helfen möchte. Dass das nicht so professionell ist, was wir machen, steht nicht im Vordergrund, sondern das Signal, dass wir gemeinsam anreisen und gemeinsam etwas schaffen“, verdeutlichte Allofs.

Hecking bewertete die Maßnahme ähnlich: „Für uns Profisportler ist es auch mal gut, sich mit den ganz einfachen Dingen des Lebens zu beschäftigen. Das ist keine lästige Pflichtaufgabe. Es ist wichtig, dass die Jungs, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, auch mal wieder ganz normale Dinge machen müssen. Ich glaube nicht, dass ganz viele meiner Spieler im letzten Jahr einen Pinsel in der Hand gehabt haben.“

Quelle: handelsblatt.com

Hochwasser-Folgen  43 Posten auf Schadensliste in Bernburg

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Die Schäden des Juni-Hochwassers sind noch lange nicht aufgearbeitet. Der Salzlandkreis meldet in einem Maßnahmeplan die Schäden an kreiseigenen Gebäuden und Straßen an das Landesverwaltungsamt.

Bernburg „Wir könnten immer noch etwas nachmelden“, meinte Karin Pfeiffer, Fachdienstleiterin Kreisentwicklung, Bauen und Umwelt in der Bernburger Kreisverwaltung. Auf der Tagesordnung des Kreisausschusses stand der so genannte Maßnahmeplan des Salzlandkreises. Es geht dabei um eine Auflistung von Hochwasserschäden an kreiseigenen Immobilien und Kreisstraßen, die Mitarbeiter des Landratsamtes in den vergangenen Monaten auch fotografisch dokumentiert haben.

Richtlinie herausgegeben

Demnach ist das Aufbauhilfegesetz des Bundes am 19. Juli in Kraft getreten. Die zur Umsetzung notwendige Verordnung über die Verteilung der Mittel gilt seit 18. August. Inzwischen hat das Land Sachsen-Anhalt eine Richtlinie herausgegeben, die Anhaltspunkte geben soll über die Gewährung von Zuwendungen zur Beseitigung der Hochwasserschäden 2013. Diese Richtlinie ist auch im Internet einzusehen.

Die in der Richtlinie aufgeführten Einzelprogramme sind in acht Gruppen unterteilt. Die Gemeinden, Verbandsgemeinden und Landkreise sind aufgefordert, „alle notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden an der Infrastruktur“ nach dem Einzelprogramm E zu erfassen. Darunter sind gefasst die Hilfen zur Schadensbeseitigung bei der Infrastruktur in den Gemeinden und weiterer Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Dieses Programm setzt voraus, dass zuvor das genannte Maßnahmeplanverfahren durchgeführt wird. Die Gemeinden und Verbandsgemeinden waren gehalten, ihre Schäden an den Salzlandkreis bis zum 15. September zu melden. Die Kreisverwaltung prüft die Schäden und leitet sie dann bis 15. Oktober ans Landesverwaltungsamt weiter.

Land prüft die Angaben

Nach Angaben von Landrat Ulrich Gerstner (SPD) wird die Plausibilität der einzelnen Maßnahmen durch das Land geprüft. Damit stehe jedoch noch keineswegs fest, wann die Reparaturarbeiten durchgeführt werden.

Schäden des Salzlandkreises an Gebäuden, an Infrastruktur und an Kreisstraßen waren bis 15. September an das Landesverwaltungsamt zu melden. Diese Landesbehörde prüft wiederum die einzelnen Maßnahmen und den Maßnahmeplan nach der Kausalität und der Höhe des Schadens, außerdem den Zeitraum für die Umsetzung einer Maßnahme. Die Sportstätten werden nicht vom Landesverwaltungsamt geprüft.

In den vergangenen Monaten haben der Kreiswirtschaftsbetrieb und der Fachdienst Gebäudemanagement die Schäden an Einrichtungen des Salzlandkreises erfasst und in dem Maßnahmeplan zusammengefasst. Wichtig ist dabei, dass die Reihenfolge in der Liste bereits Auskunft geben soll zum geplanten Beginn der Umsetzung.

Quelle: mz-web.de

Idee von Klaus Schultheiß – Prototyp für Burghauser Hochwasserschutz

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Bayern
Um Burghausens Altstadt besser vor Hochwasser zu schützen, hat Klaus Schultheiß eine mobile Mauererhöhung erdacht

Das Gedanke an das Juni-Hochwasser lässt viele Burghauser noch immer erschaudern. Damals stand die Salzach nur noch knapp unter der Mauer an der Salzlände. Mit nicht befestigten Sandsäcken wurde versucht, einen noch höheren Wasserstand abzuhalten – zum Glück trat der Testfall nicht ein. Denn ob diese Säcke gehalten hätten, ist fraglich.

 

Gleich in der ersten Stadtratssitzung nach dem Hochwasser wurden Ideen für einen verbesserten Hochwasserschutz gesucht. Stadtrat Klaus Schultheiß kündigte schließlich an, er werde nach der Sommerpause etwas gefunden haben und vorstellen.

 

Gesagt, getan. Am Dienstag, 24. September, wurde der Presse der Prototyp für die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Salzlände präsentiert! Es handelt sich um verschweißte Winkelhalterungen aus IPE 100 Doppel-Eisenträgern mit einer Wand aus massiven Kanthölzern. Diese 2 Meter breiten und 40 Zentimeter hohen mobilen Steckteile werden über die Ufermauer gestülpt und nicht verschraubt. Damit gibt es keinen baulichen Eingriff in die Ufermauer, die dem Staatlichen Wasserwirtschaftsamt untersteht.

 

Von der Salzachseite her können bis zu drei Lagen Sandsäcke zur Abdichtung der Erhöhung gestapelt werden, möglicherweise würde sogar eine Lage ausreichen. Damit wäre die Burghauser Altstadt mit 40 Zentimeter vor Hochwasser geschützt.

 

Die Kosten pro Bauteil belaufen sich auf ca. 300 Euro. Bei einer Ufermauerlänge von ca. 500 Metern würden damit auf die Stadt Burghausen Kosten von ca. 150.000 Euro zukommen – ein vergleichsweise kleiner Beitrag für ein großes Plus an Hochwasserschutz.

 

Einen ausführlichen Bericht dazu sowie über die Pläne der Stadt für weitere Schutzmaßnahmen in Häusern entlang der Salzach, lesen Sie im nächsten Wochenblatt.

Quelle: wochenblatt.de

Nach der Flut ist die Stadt Passau größtenteils wieder auf den Beinen. Dennoch will man das Hochwasser im Juni nicht so schnell vergessen. Der Hochwasserschutz soll Thema eines öffentlichen Informationsabends sein, den Oberbürgermeister Jürgen Dupper ins Leben gerufen hat.

Sechs Referenten werden am Donnerstag den 26. September Maßnahmen gegen das Hochwasser erläutern und Erfahrungsberichte aus anderen betroffenen Regionen geben. Anschließend stehen die Redner für Fragen in einer offenen Diskussionsrunde zur Verfügung.

Die Stadt Passau lädt alle interessierten Bürger und Bürgerinnen ein, teilzunehmen. Beginn der Veranstaltung ist um 16 Uhr im Großen Rathaussaal des Alten Rathauses.

Quelle: mediendenk.de

Schutz vor Hochwasser wird teurer

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

Potsdam (MOZ) Rund 2000 Hausbesitzer in Brandenburg erhalten in diesen Tagen Post von ihrer Versicherung. Die Allianz teilt darin mit, dass sich Kunden mit DDR-Altverträgen in Hochwassergebieten auf höhere Kosten einstellen müssen.

 

Die letzte große Flut ist erst drei Monate her, nun reagiert die Allianz und ändert Alt-Verträge für Gebäudeversicherungen. Mehr zahlen müssen zum Beispiel viele Menschen im Oderbruch. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat sogenannte Gefährdungsklassen ermittelt. In der höchsten Klasse vier ist demnach statistisch aller zehn Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen, in Klasse drei aller zehn bis 50 Jahre.

Das Angebot der Allianz sieht nun so aus: Hausbesitzer in der Gefährdungsklasse drei müssen eine Beitragserhöhung um 100 Euro pro Jahr und eine Selbstbeteiligung von 1500 Euro im Schadensfall akzeptieren. Wer sein Haus in der Zone vier hat, zahlt 150 Euro Jahresprämie mehr und wird mit einem Selbstbehalt bis 3000 Euro zur Kasse gebeten. Die Deckungssummen bleiben gleich.

„Wenn also ein Schaden von 100 000 Euro eintritt, was bei einem Haus leicht passieren kann, muss der Eigentümer 3000 Euro zahlen. Das finde ich fair“, sagt Allianz-Sprecherin Claudia Herrmann. Sie verweist darauf, dass dem Konzern wegen des jüngsten Hochwassers allein in den neuen Ländern 40 000 Schäden gemeldet worden seien. Bundesweit werde man 600 Millionen Euro an die Kunden auszahlen.

Im Gegenzug sei es notwendig, die DDR-Verträge zu verändern. Die Allianz hatte 1990 die DDR-Policen übernommen – Hochwasserschutz inklusive. Bisher wurden alle Schäden zu 100 Prozent ersetzt. „Es gibt in den alten Verträgen keine Selbstbeteiligung im Schadensfall und keine Stafflung der Kosten nach Risiko. Beides sind heute aber Selbstverständlichkeiten“, erklärt Allianz-Sprecherin Claudia Herrmann.

Sie betont, dass die Police auch künftig im Vergleich zu denen anderer Anbieter preiswert sei. Auch Verbraucherschützer verweisen darauf, dass es für Hausbesitzer in Risikogebieten zunehmend schwierig sei, überhaupt einen neuen Vertrag zu bekommen, und wenn, dann nur mit noch höheren Selbstbehalten.

Heike Pestka, Allianz-Kundin aus dem Oderbruch, ist mit dem Vorstoß des Konzerns dennoch nicht einverstanden. „Wir sind Stammkunden, haben alle unsere Versicherungen bei der nicht gerade preisgünstigen Allianz abgeschlossen, vor allem wegen dieses einen guten Altvertrags“, sagt sie. „Ich finde es nicht gut, dass wir nun mehr zahlen müssen.“ Heike Pestka ist sich bewusst, dass sie im Risikogebiet wohnt – 700 Meter vom Oderdeich entfernt. „Wir hatten dreimal Hochwasser, aber noch keinen Schadensfall“, gibt sie zu bedenken. Mit den 3000 Euro Selbstbeteiligung im Schadensfall könne sie leben. „Wenn nach einer Flut alles weg ist, fällt diese Summe nicht so stark ins Gewicht.“ Aber die jährlich 150 Euro mehr würden ihr weh tun. „Das ist viel Geld.“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erneuerte angesichts des Allianz-Vorhabens seinen Appell an sämtliche Hausbesitzer, sich mit einer Elementarschadenversicherung gegen die wachsende Gefahr von Naturkatastrophen abzusichern. Bislang hätten lediglich 28 Prozent der märkischen Eigenheimbesitzer einen solchen Schutz, hieß es.

Quelle: moz.de

Angst vor weiterem Hochwasser bleibt

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

RMD und Wasserwirtschaftsamt informierten Stadtrat über Schutzmaßnahmen

Die geplanten Maßnahmen, die für Deggendorf und alle Stadtteile einen Schutz vor 100-jährlichen Hochwasser bieten sollen, standen auf der Tagesordnung der Sondersitzung des Stadtrats. Für den Endausbau der Hochwasserschutzmaßnahmen von Straubing bis Deggendorf läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren.

Frühestens im ersten Quartal 2014 seien die Pläne auslegungsreif, so Dr. Schmautz von der RMD. „Wenn wir es sehr optimistisch betrachten, dauert das Planfeststellungsverfahren mindestens zwei Jahre.“ „Die Betroffenen müssen jetzt über zwei Jahre mit der Angst leben, dass das Hochwasser bei einem ähnlichen Ereignis von der Isar wiederkommen kann“, meinte Renate Franzel (Grüne).

Quelle: http://www.idowa.de

Zwei Becken zum Schutz vor Hochwasser

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Bayern

Wasser der Lohe soll zurückgehalten werden können – Arbeiten kommen gut voran

Kräftige Erdbewegungen waren in den letzten Wochen an der Kreuzung bei Neuhausen und an der Straße von Haidenkofen nach Büchling zu beobachten. Im Rahmen der Flurbereinigung Haidlfing V entstehen dort ökologische Flächen, die Hochwasser entlang der Lohe verhindern sollen. Ausgeschoben wurden in den beiden Becken rund 15 000 Kubikmeter Erdreich durch die Firma Terratop Landshut. Die Erde wurde auf dem Gebiet des ehemaligen Flugplatzes – das Lager Ganacker – ausgebracht. In den dadurch entstandenen Senken soll Hochwasser aufgefangen werden.

Rodewisch. Knapp vier Monate nach der Flutkatastrophe in Sachsen haben die ersten Kommunen von der Staatsregierung konkrete Förderzusagen zum Wiederaufbau erhalten. Justiz- und Europaminister Jürgen Martens (FDP) übergab am Montag zusammen mit dem Landrat des Vogtlandkreises, Tassilo Lenk, in Rodewisch einen entsprechenden Wiederaufbauplan. Darin vorgesehen sind zehn Einzelprojekte mit einem Volumen von drei Millionen Euro, wie die Staatskanzlei mitteilte. Weitere Pläne seien den Kommunen Plauen, Reichenbach und Mylau übergeben worden. In den nächsten Tagen sollen alle 357 vom Hochwasser betroffenen Gemeinden Wiederaufbaupläne erhalten.

In ganz Sachsen sind den Angaben zufolge Wiederaufbaupläne mit insgesamt rund 6.800 Einzelmaßnahmen im Volumen von rund einer Milliarde Euro bestätigt worden. Die Städte und Gemeinden sollen bis zu 100 Prozent der Flutschäden aus dem nationalen Fluthilfefonds ersetzt bekommen. Gelder für den Wiederaufbau der Infrastruktur können noch bis Mitte 2015 beantragt werden. (dpa)

Quelle: sz-online.de

Im jahrelangen Streit um den Hochwasserschutz am Rhein bei Schwanau in Südbaden haben die Gegner eines vom Land geplanten Polders eine weitere juristische Niederlage erlitten.
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg bestätigte am Montag die bisherige Polder-Planung. Damit blieben die Berufungen der Gemeinde Schwanau im Ortenaukreis und zahlreicher Bürger gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg zwar erfolglos – das heißt aber nicht, dass am Rhein nun die Bagger für das Rückhaltebecken rollen können: Freiburg hatte dem Land unter anderem aufgetragen, zunächst die Folgen gezielter Flutungen für die öffentliche Trinkwasserversorgung näher zu untersuchen. Die Gegner sehen Gefahren für die Umwelt.
Quelle: focus.de

Neue Fragen zum Hochwasser-Einsatz

Veröffentlicht: September 22, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Stadtbrandinspektor Schraufstetter äußert sich zu Vorwürfen von Fischerdorfern

Mehr als ein Viertel Jahr liegt das verheerende Hochwasser schon zurück – doch die komplette Aufarbeitung der immensen Schäden liegt noch in weiter Ferne. An den örtlichen Einsatzleiter, Stadtbrandinspektor Alois Schraufstetter, wurden nun zwei Vorwürfe herangetragen, zu denen er nun im „Donau-Anzeiger“ Stellung bezieht.

Wie Schraufstetter erfahren hat, stehen in den Schadensgebieten folgende Aussagen zur Diskussion – und beschäftigen die Anwohner:

1. Der Isardamm wurde durch Entscheidung aufgegeben. Die Freiwillige Feuerwehr Fischerdorf wurde durch oberen Befehl abgezogen, der Damm wurde geopfert.

2. Die Wasserspeicher im Gebirge wurden durch Stromlieferanten wegen Gewinnerzielung gefüllt und zu spät abgelassen (erst als sie übervoll waren, was mehr Wasser in der Isar zur Folge hatte).

Zum ersten Vorwurf äußerte sich Schraufstetter wie folgt:

„Es ist richtig, dass der Isardamm aufgegeben werden musste, allerdings zum Schutz der Einsatzkräfte, die noch 30 Minuten vorher dort arbeiteten!

Ich war selbst als Einsatzleiter noch ca. 30 Minuten vor dem Dammbruch auf diesem Teilstück. Die Fischerdorfer kennen dieses Stück und es wurde alles menschenmöglichste versucht, diesen Damm zu verteidigen. Die Fischerdorfer Wehr kämpfte zu diesem Zeitpunkt an allen Fronten. Im Gebiet Isardamm waren überwiegend massive Kräfte der Bundeswehr eingesetzt. Die Sandsäcke mussten zum Teil über weite Wegstrecken getragen werden. Dammhinterwege gibt es im Isarbereich nicht.

Die Lage spitzte sich zu und obwohl die Deichkrone trotz Sandsackbarriere (siehe Bild SAM 0362 Barriere reicht bis Bruchstelle) bereits stellenweise überflutet war, wurde immer noch gearbeitet. Der Damm war bereits im Zustand eines „Wackelpuddings“, als mir der zuständige Oberstleutnant mitteilte, dass er seine Leute wegen akuter Lebensgefahr zurückzieht. Ich selbst war es dann, der allein auf den Damm ging und die Sache in Augenschein nahm. Ich fuhr zurück und wollte weitere Überlegen anstellen, allerdings brach der Damm bevor ich im Stützpunkt eintraf.

Liebe Betroffene, wir haben alles versucht was machbar war. Ab der Überflutung der mit Sandsäcken deutlich erhöhten Deichkrone ist keine weitere Maßnahme mehr möglich, ohne Menschenleben zu gefährden. Dieses Dammstück ist auch nicht mit Ruckasing vergleichbar, wo Lastwagen bis zur Rissstelle vorfahren konnten. Diese Wege gibt es im Isarbereich nicht. Nicht auszudenken wäre es gewesen, wenn der Dammbruch erfolgt wäre, als noch viele Leute dort arbeiteten.“

Zum zweiten Vorwurf sagte Schraufstetter:

„Diese Frage kann ich nicht beantworten, aber es war immer schon klar, dass wenn Isar und Donau mit einem Hochwasser zusammentreffen, es ernst wird. Wären die anfänglichen Wassermassen im Gebirge nicht „reguliert“ aufgefangen worden, hätte es definitiv andere Szenarien gegeben.

Es war einfach zu viel.

Liebe Betroffene: „Wir haben alles gegeben, mehr als geplant möglich war“. Wir stehen auch jetzt wieder zur Verfügung und wenn Sie Fragen haben, bitte einfach melden.

Geschehenes kann nicht wieder umgedreht werden. Die Hilfskräfte geben niemals auf, auch im Juni nicht. Nun müssen alle zusammenspielen, die Politik, die Naturschützer und die für den Hochwasserschutzverantwortlichen. Wenn wir in Zukunft Hochwässer über 8m positiv überstehen wollen, muss jeder der Genannten Zugeständnisse machen. Das Leben am Fluß ist ein Leben mit dem Wasser und wenn wir die Hausaufgaben machen, können wir positiv in die Zukunft schauen. Arbeiten wir an den Schwachstellen, jetzt kennen wir sie“.

Quelle: idowa.de

Baden-Württemberg: Antragstellung für Hochwasser-Soforthilfe läuft an

Veröffentlicht: September 21, 2013 von fluthelfer in Hilfe

Nachdem das Land Baden-Württemberg am 9. September 2013 die Verwaltungsvorschrift Hochwasser-Soforthilfe in Kraft gesetzt hat, die die finanziellen Hilfen für die vom Juni-Hochwasser betroffenen Unternehmen der Landwirtschaft sowie des Gartenbaus regelt, läuft nun das Antragsverfahren an. „Betriebe, die bereits eine Schadensmeldung abgegeben haben, erhalten in den nächsten Tagen einen Förderantrag zugesandt. Nach den bisher vorliegenden Zahlen können in Baden-Württemberg rund 1.000 landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe mit einer finanzieller Unterstützung rechnen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am 19. September in Stuttgart.

Hintergrundinformationen:
Die Finanzmittel für die Hochwasser-Soforthilfe stammen aus dem von Bund und Ländern vereinbarten Aufbauhilfefonds. Der Zuschuss beträgt bis zu 50% der hochwasserbedingten Aufwuchs- und Ernteschäden und bis zu 80% für sonstige betriebliche Hochwasserschäden. Der Zuwendungshöchstbetrag liegt bei 50.000 Euro je Antragsteller, in begründeten Härtefällen können auch höhere Ausgleichszahlungen gewährt werden.

Die Hilfe wird allen Landwirten und Gartenbaubetrieben gewährt, die bereits eine Schadensmeldung abgegeben und als Folge des Hochwasserereignisses Schäden von mindestens 1.000 Euro erlitten haben. Die hochwasserbedingten Schäden umfassen alle Schäden, die durch Ausuferung von oberirdischen Gewässern oder durch Druckwasser infolge des Hochwassers verursacht wurden. Als Schäden gelten insbesondere Aufwuchs- und Ernteschäden, nicht versicherbare Schäden an Gebäuden, Einrichtungen, Anlagen und landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, am Vieh sowie die Kosten für Aufräumarbeiten und für die Schadensermittlung. Die Anträge müssen bis zum 31. Oktober 2013 beim zuständigen Landratsamt eingehen. Fehlende Unterlagen können noch bis zum 30. November 2013 nachgereicht werden.

Voraussetzung für die Beantragung einer Zuwendung für hochwasserbedingte Schäden in der Landwirtschaft ist die vollständige Abgabe einer Schadensmeldung auf dem hierzu vorgesehenen Meldeformular bei dem für den Betriebssitz zuständigen Landratsamt bis zum 31. Juli 2013.

Die Antragsformulare können ab 23. September 2013 auch im Internet unter der Adresse www.landwirtschaft-bw.info heruntergeladen werden. Unter der gleichen Adresse finden betroffene Unternehmen auch weitere Informationen.

Quelle: gabot.de