Rüsselsheimer Katholiken stiften Benzingeld für Fluthilfe-Transport

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Um ein Haar hätte sich der Albtraum des Markus Kuntzsch erfüllt. Die Rettung für den Fluthelfer und seine Mitstreiter, Spender und Helfer, kam in letzter Minute. Zwölf Pfarrgemeinden des katholischen Dekanates Rüsselsheim erklärten sich am Mittwochabend spontan bereit, die noch fehlenden 400 Euro Benzingeld aufzubringen. Damit machten sie es möglich, dass die Hilfsgüter am Donnerstag und Freitag geladen und am heutigen Samstag mit zwei Lastzügen und einem Transporter zu den Familien nach Fischbeck gebracht werden können. Der Caritasverband streckte die Summe vor und holt sich die Beiträge nun bei den Gemeinden zurück, wie Roman Kotyga erklärte. Am Freitag nahmen Kuntzsch und Markus Jonas das Geld freudestrahlend in Empfang.

Unerwartete Fügung

Gleich als die „Main-Spitze“ am Mittwoch dem Caritas-Mann die Notlage geschildert hatte, war Kotyga sicher gewesen: „Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir das nicht hinbekämen. Und der Teufel hat bekanntlich in der Kirche nichts zu suchen.“ Nicht religiöse Menschen würden es Zufall nennen, Christen erkennen so etwas als Fügung: Just für Mittwochabend war aus anderem Anlass ein Treffen Dekan Norbert Kissels, der Pfarrer und weiterer Hauptamtlicher in Groß-Gerau angesetzt. Kotyga konnte dort das Anliegen vortragen und sofort wurde einmütig beschlossen, die Flutopfer, Kuntzsch samt seinen Helfern sowie all die Menschen, die seit Wochen gute Sachspenden in die ehemalige GEL-Speditionshalle in Raunheim gebracht hatten, zu unterstützen. Damit entsprechen die Katholiken dem Ergebnis der Ermittlungen, die wie berichtet im Auftrag ihres Mainzer Bischofs exemplarisch im Dekanat vorangetrieben worden waren und bringen sich noch stärker sozial handelnd in die Gesellschaft ein, als bisher. Wie Kotyga am Freitag der „Main-Spitze“ erläuterte, haben Caritas und die Pfarrgemeinden Kuntzsch und seinen Helfern von der neuen Interessengemeinschaft „2react“ angeboten, künftig häufiger für Menschen in Not zusammenzuwirken.

Ökumenischer Beistand

Die ursprünglich von Bianca Dühnen-Schweitzbacher ins Leben gerufene große Hilfsaktion für die Fischbecker Familien hätte ohne die evangelische Bonhoeffer-Gemeinde nicht in Schwung kommen können, die Lagerraum zur Verfügung stellte sowie mitsortierte und mitbelud. Kuntzsch wirkte als Fahrer am zweiten Transport mit und übernahm schließlich die Organisation. Die Unterstützung von zwölf katholischen Gemeinden hat es nun möglich gemacht, den dritten Transport auf die Reise zu schicken. Eine ökumenische Klammer, für deren Zustandekommen Kuntzsch allen dankt. Glücklich ist er auch über die Qualität fast aller Sachspenden. Während wenige Menschen versuchten, bei ihm Sperrmüll loszuwerden, haben ihm viele so gute Sachspenden gebracht, dass er sich schon jetzt auf die Gesichter der Empfänger in Sachsen-Anhalt freuen kann. Kinderspielzeug wurde so reichlich geschenkt, dass der Fischbecker Bedarf gedeckt ist. Ja noch mehr: Mit Einverständnis der Spenderfamilien wurde der Überschuss jetzt Helfern der Rüsselsheimer „Tafel“ zur Weitergabe an bedürftige hiesige Familien überreicht. Und einige Spiele lenken nun Kinder ab, die in der Kinderstation des hiesigen Krankenhauses auf Genesung warten.

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