Mobile Schutzwände an neuralgischen Punkten

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Drei Monate nach dem Echaz-Hochwasser sind viele Haus- und Grundstücksbesitzer, aber auch die Kommunen immer noch damit beschäftigt, die Schäden zu beheben. In Pfullingen wird sich die Sanierung der Sporthalle des Friedrich-Schiller-Gymnasiums noch eine Weile hinziehen (siehe obenstehenden Bericht), in Lichtenstein sind zwischenzeitlich zu den Folgen der Überflutung noch gravierende Hagelschäden hinzugekommen. In den Rathäusern gibt es daher bereits erste Überlegungen, was getan werden kann, damit Überschwemmungen dieses Ausmaßes sich nicht so schnell wiederholen können.

In der Echazstadt Pfullingen sind zum Beispiel Brücken ein Thema, sagt Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle auf Nachfrage. Manche sind für derartige Wassermassen offenbar falsch dimensioniert; an anderer Stelle – zum Beispiel am Steg über die Echaz hinter dem Schloss – setzte sich jede Menge Treibgut fest, sodass eine Art Staumauer entstand. Die Flutwelle suchte sich daraufhin ihren Weg am Hindernis vorbei, das Wasser floss auch über die Fußwege ab und drang von dort schließlich sogar bis in die Kurt-App-Halle ein.

Dem Hochwasser-Schutz der Sporthallen werde künftig eine größere Bedeutung zukommen, ist sich Oehrle sicher. So könnte zum Beispiel der Erdwall hinter dem Gymnasium an der Hohen Straße erhöht werden. Überlegt wird im Stadtbauamt auch, ob vielleicht mobile Hochwasserschutzwände an neuralgischen Punkten in der Stadt eine Lösung sein könnten. »Die Ständer dafür würden dauerhaft installiert, die Wände dann bei Bedarf eingebaut«, schildert Oehrle das Prinzip. Entscheiden wird darüber letztendlich der Gemeinderat.

Echazsohle ausbaggern

Darüber hinaus ist auch die Stadt Pfullingen dabei, eine Konzeption zum Schutz vor Hochwasser zu erarbeiten, wie es das Land für die Hochwasserrisiko-Managementpläne vorschreibt. Neben den ganz konkreten Schutzprojekten für Hallen oder Gebäude sollen darin auch übergeordnete Maßnahmen, die möglicherweise gemeinsam mit anderen Echaz-Anliegern wie Lichtenstein oder Reutlingen angegangen werden müssen, dargestellt werden, sagt der Stadtbaumeister.

Auch sein Lichtensteiner Kollege Eberhard Heyd sieht die Notwendigkeit, in Sachen Hochwasserschutz tätig zu werden. »Allerdings liegen uns ja noch keine fertigen Hochwassergefahrenkarten vor«, betont er auf Nachfrage. Auf der Basis der bisherigen Berechnungen, die das Regierungspräsidium der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, und aus den eigenen Erfahrungen aus der Juni-Katastrophe müssten aber schon jetzt Konsequenzen gezogen werden, sagt er.

Ganz konkret stellt er bereits Überlegungen an, die Echazsohle ausbaggern zu lassen. »Alles, was je dort hineingefallen ist, sei es ein Fahrrad oder seien es Balken, versintert in dem kalkhaltigen Wasser mit der Zeit«, erklärt Heyd. An diesen Hindernissen lagerten sich dann weitere Schichten an, was nach und nach dazu führe, dass die Fluss-Sohle ansteige.

Alle 50 Jahre einmal

Ob darüber hinaus Maßnahmen ergriffen werden, um zum Beispiel künftig alle Überschwemmungen zu verhindern, die als sogenanntes 100-jährliches Hochwasser eingestuft werden, müsse zunächst in den Gremien diskutiert werden. »Das Juni-Hochwasser ist vom Regierungspräsidium als ein 50-jährliches Ereignis eingestuft worden«, berichtet er. Es gab große Überschwemmungsflächen, obwohl, wie Heyd betont, die Echaz tatsächlich nur an wenigen Stellen über die Ufer getreten sei.

Diese neuralgischen Punkte am Flusslauf sind jetzt bekannt. »Für diese Bereiche werden wir uns etwas überlegen müssen«, erklärt der Lichtensteiner Ortsbaumeister.

Quelle: gea.de

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