Archiv für August 30, 2013

Fluthilfe für das „Zwergenland“

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Gemeinde Langenorla erhält Gelder aus Hilfsfonds, um vom Hochwasser zerstörte Kläranlage ihres Kindergartens zu erneuern

Kleindembach. Das Hochwasser Anfang Juni im Orlatal ist 13 Wochen nach dem Ereignis nach wie vor in lebendiger Erinnerung. „Das Wasser blieb wenige Zentimeter vor der Türschwelle des Kindergartens stehen“, schildert Georg Graven (Bündnis für Langenorla), Bürgermeister der Gemeinde Langenorla, die damals angespannte Situation am Kindergarten „Zwergenland“ im Ortsteil Kleindembach. Dennoch blieben teils massive Schäden nicht aus. Um diese beheben und die notwendigen Investitionen und Arbeiten vor allem finanzieren zu können, hat die Gemeinde Langenorla als Träger des Kindergartens „Zwergenland“ jetzt Gelder aus dem gemeinsamen Fluthilfefonds des Landkreises Saale-Orla, der Kreissparkasse Saale-Orla und des DRK-Kreisverbandes Saale-Orla erhalten.

„Für uns sind solche Summen immens“, verdeutlichte Steffi Mudrich, Leiterin des Kindergartens „Zwergenland“, welche Herausforderung die Schäden für die Kindereinrichtung und die Gemeinde darstellen. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 800 Euro hatte die Gemeinde beantragt und diese wird ihr in vollem Umfang aus dem Fonds ausgezahlt. Die entsprechende Bestätigung überreichte Landrat Thomas Fügmann (CDU) am Mittwochnachmittag vor Ort dem Bürgermeister.

Mit der Summe ist die Instandsetzung der vollbiologischen Kläranlage des Kindergartens finanziert. „Die Kläranlage ist durch das Hochwasser zu 100 Prozent geschädigt worden. Sie musste kurzfristig und schnell erneuert werden“, berichtete Georg Graven. Die Gemeinde hatte die Investition trotz angespannter Haushaltslage vorfinanziert und kann die Summe nun wieder ihrem Haushalt zuführen.

Insgesamt seien lediglich knapp zehn Anträge im Landratsamt auf finanzielle Unterstützung aus dem Fluthilfefonds eingegangen. Davon habe ein Antrag abgelehnt werden müssen, weil der Schaden nicht durch Hochwasser verursacht sein kann, wie es hieß. „Bis auf diesen können wir alle Anträge positiv bescheiden“, so Thomas Fügmann . Im Ergebnis werden derzeit insgesamt 15 000 Euro ausgereicht.

Knapp 90 000 Euro liegen momentan auf dem Konto des Fluthilfefonds, informierte Helmut Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla. „Daraus erwächst auch die Verpflichtung, dass die Mittel im Saale-Orla-Kreis bleiben“, sagte er. Denn die Gelder haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen aus dem Landkreis gespendet. Mit 40000 Euro habe dabei ein deutschlandweit anerkanntes Unternehmen, das nicht genannt werden möchte, die größte Spende eingezahlt. Die Kreissparkasse hatte mit 25 000 Euro die Anschubfinanzierung übernommen. Die Schadenssumme im Landkreis liege, sowohl die kommunalen als auch die privaten Schäden berücksichtigt, bei insgesamt zwei Millionen Euro, sagte der Landrat.

„Das Geld, das übrig ist, werden wir zweckgebunden auf einem Konto aufbewahren, weil uns ein solches Ereignis wieder passieren kann“, kündigte Thomas Fügmann einen sorgsamen Umgang mit den Spenden an. Die Idee eines solchen Rücklagenkontos begrüßte Georg Graven, „denn wir können davon ausgehen, dass wir langfristig nicht gefeit sind vor neuen Hochwasserereignissen“, sagte er und bedankte sich herzlich für die gerade selbst erfahrene Hilfe für die Gemeinde.

Ein Dankeschön an die spendenfreudigen Bürgerinnen und Bürger sprach Helmut Schmidt aus. „Die Spendenbereitschaft ist ein Zeichen, dass noch Anteil genommen wird am Schicksal anderer“, schätzte er ein.

Quelle: otz.de

Mobile Schutzwände an neuralgischen Punkten

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Drei Monate nach dem Echaz-Hochwasser sind viele Haus- und Grundstücksbesitzer, aber auch die Kommunen immer noch damit beschäftigt, die Schäden zu beheben. In Pfullingen wird sich die Sanierung der Sporthalle des Friedrich-Schiller-Gymnasiums noch eine Weile hinziehen (siehe obenstehenden Bericht), in Lichtenstein sind zwischenzeitlich zu den Folgen der Überflutung noch gravierende Hagelschäden hinzugekommen. In den Rathäusern gibt es daher bereits erste Überlegungen, was getan werden kann, damit Überschwemmungen dieses Ausmaßes sich nicht so schnell wiederholen können.

In der Echazstadt Pfullingen sind zum Beispiel Brücken ein Thema, sagt Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle auf Nachfrage. Manche sind für derartige Wassermassen offenbar falsch dimensioniert; an anderer Stelle – zum Beispiel am Steg über die Echaz hinter dem Schloss – setzte sich jede Menge Treibgut fest, sodass eine Art Staumauer entstand. Die Flutwelle suchte sich daraufhin ihren Weg am Hindernis vorbei, das Wasser floss auch über die Fußwege ab und drang von dort schließlich sogar bis in die Kurt-App-Halle ein.

Dem Hochwasser-Schutz der Sporthallen werde künftig eine größere Bedeutung zukommen, ist sich Oehrle sicher. So könnte zum Beispiel der Erdwall hinter dem Gymnasium an der Hohen Straße erhöht werden. Überlegt wird im Stadtbauamt auch, ob vielleicht mobile Hochwasserschutzwände an neuralgischen Punkten in der Stadt eine Lösung sein könnten. »Die Ständer dafür würden dauerhaft installiert, die Wände dann bei Bedarf eingebaut«, schildert Oehrle das Prinzip. Entscheiden wird darüber letztendlich der Gemeinderat.

Echazsohle ausbaggern

Darüber hinaus ist auch die Stadt Pfullingen dabei, eine Konzeption zum Schutz vor Hochwasser zu erarbeiten, wie es das Land für die Hochwasserrisiko-Managementpläne vorschreibt. Neben den ganz konkreten Schutzprojekten für Hallen oder Gebäude sollen darin auch übergeordnete Maßnahmen, die möglicherweise gemeinsam mit anderen Echaz-Anliegern wie Lichtenstein oder Reutlingen angegangen werden müssen, dargestellt werden, sagt der Stadtbaumeister.

Auch sein Lichtensteiner Kollege Eberhard Heyd sieht die Notwendigkeit, in Sachen Hochwasserschutz tätig zu werden. »Allerdings liegen uns ja noch keine fertigen Hochwassergefahrenkarten vor«, betont er auf Nachfrage. Auf der Basis der bisherigen Berechnungen, die das Regierungspräsidium der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, und aus den eigenen Erfahrungen aus der Juni-Katastrophe müssten aber schon jetzt Konsequenzen gezogen werden, sagt er.

Ganz konkret stellt er bereits Überlegungen an, die Echazsohle ausbaggern zu lassen. »Alles, was je dort hineingefallen ist, sei es ein Fahrrad oder seien es Balken, versintert in dem kalkhaltigen Wasser mit der Zeit«, erklärt Heyd. An diesen Hindernissen lagerten sich dann weitere Schichten an, was nach und nach dazu führe, dass die Fluss-Sohle ansteige.

Alle 50 Jahre einmal

Ob darüber hinaus Maßnahmen ergriffen werden, um zum Beispiel künftig alle Überschwemmungen zu verhindern, die als sogenanntes 100-jährliches Hochwasser eingestuft werden, müsse zunächst in den Gremien diskutiert werden. »Das Juni-Hochwasser ist vom Regierungspräsidium als ein 50-jährliches Ereignis eingestuft worden«, berichtet er. Es gab große Überschwemmungsflächen, obwohl, wie Heyd betont, die Echaz tatsächlich nur an wenigen Stellen über die Ufer getreten sei.

Diese neuralgischen Punkte am Flusslauf sind jetzt bekannt. »Für diese Bereiche werden wir uns etwas überlegen müssen«, erklärt der Lichtensteiner Ortsbaumeister.

Quelle: gea.de

Zur Sonderumweltministerkonferenz am 2.9.2013 in Berlin erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. Jana Pinka:

Flüsse machen weder an Gemeindegebiets-, Landkreis-, Länder- oder Staatengrenzen halt! Es bedurfte erst einiger Hochwässer, bis die Umweltminister verstanden haben, dass vorsorgender Hochwasserschutz und eine integrierende Hochwassermanagementplanung auf einem tragfähigen und bestmöglichen Niveau nur gemeinsam mit allen Flussanrainern organisiert werden können. Ich begrüße daher das Zustandekommen dieser Sonderumweltministerkonferenz.

Dieses Treffen wird erst der Anfang einer neuen Denkweise in der Zusammenarbeit der Bundesländer sein. Ich hoffe, die Umweltminister setzen hier wichtige Impulse. So haben wir in Sachsen festgestellt, dass insbesondere die kommunalen Gewässer II. Ordnung deutliche Defizite in der Gewässerunterhaltung und im Hochwasserschutz aufweisen. Je schlechter die Kommunen aber aufgrund finanzieller, personeller und fachlicher Defizite im Oberlauf von großen Vorflutern agieren, umso schwieriger wird es, die Unterlieger zu schützen. Daher ist es an der Zeit, keine Unterteilung von Gewässerordnungen mehr vorzunehmen, und das klein-klein im Hochwasserschutz aufzugeben. Dieser Impuls könnte von Sachsen ausgehen, denn hier befinden sich wichtige Hochwasserentstehungsgebiete in den Mittelgebirgen.

Ich hoffe, dass von der Umweltministerkonferenz ein Signal für die Verbesserung des Versicherungsschutzes für Elementarschäden ausgeht. Viele Tausend Menschen sind in Sachsen nicht versicherbar. Nach Hochwässern bleibt ihnen nur die Hoffnung auf staatliche Hilfe oder Spenden. Daher ist es an der Zeit, dass Bund und Länder gegenüber der Versicherungswirtschaft auf schnellstmögliche Einführung eines bezahlbaren Versicherungsschutzes gegen Naturgewalten und Extremwetterereignisse als obligatorische Elementarschadenversicherung drängen.

Sachsen hat für seine Hochwasserschutzkonzepte Überschwemmungsgebiete ausgewiesen und plant die Darstellung von überschwemmungsgefährdeten Gebieten. Leider plant Sachsen nicht, Kommunen finanziell zu unterstützen, um bestehende Bebauungspläne in diesen Bereichen umgehend aufzuheben, um eine weitere Versieglung in Auen zu verhindern. Hinzu kommt, dass nach dem Hochwasser 2013 viele vom Hochwasser betroffene Bürgerinnen und Bürger den Wunsch geäußert haben umzusiedeln. Es zeichnet sich aber erneut ab, dass dieser Wille infolge fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen oder finanzieller Unterstützung keinen Erfolg haben wird. Aber sollten wir nicht darüber nachdenken, ob nicht manchmal ein Rückbau in einem Überschwemmungsgebiet sinnvoller ist als der (eins-zu-eins-)Wiederaufbau des Objektes, in dem Menschen wohnen, die in Angst vor dem nächsten Starkregen leben?

Quelle: http://bundespresseportal.de

Das Hochwasser hinterließ auch in der Gößnitzer Firma für Stahlrohrmöbel seine Spuren und der Produktionsausfall wirkt bis heute nach. Doch der Lärm in der Halle sendet gute Signale. Landeshilfe haben die Gößnitzer noch nicht bekommen, der Antragsaufwand macht zu schaffen.

Gößnitz. Die Funken sprühen wieder am Arbeitsplatz von Steven Kretzschmar aus Hainichen. Und in der 6000 Quadratmeter großen Maschinenhalle der Firma Stahlrohrmöbel Gößnitz herrscht auch wieder dieser optimistisch stimmende Lärm, den Produktion verursacht. Für Geschäftsführer Christoph Martsch nach dem Hochwasser und überhaupt in dieser Zeit ein Zeichen, dass es vorwärts geht.

Man sei noch ganz glimpflich davon gekommen, aber noch mal passieren darf das nicht, sagt Martsch im Gespräch mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) vor Ort. Linke-Bundestagsabgeordneter und wieder Kandidat Frank Tempel ist auch dabei. Es ist Wahlkampf.

Man wolle sich informieren über die Situation nach der Flut in Gößnitzer Betrieben, Hilfe anbieten, betont Sojka. Und Martsch hat die Schäden aufgelistet. Um die 100″000 Euro kommen zusammen. Allein im Stofflager seien es 19″000 Euro, auch seien Beschichtungspulver und Metallfertigteile vernichtet. Zwei Paletten Blech sind angerostet. Der neue Fußboden splittert ab. Im Musterkeller habe es die Schweißvorrichtungen und Nullserien erwischt, so Martsch. Das Wasser sei in über einem Meter Höhe angekommen und habe dann 20 Zentimeter hoch in der Produktionshalle gestanden. Da sei viel Angst gewesen um die fünf bis sechs Millionen Euro teuren Maschinen. Zwei Tage hat die Mannschaft die Folgen beseitigt, der Produktionsausfall wirkt bis heute nach.

Denn die Stahlrohrmöbel-Macher haben gefüllte Auftragsbücher. 8,5 Millionen Euro Jahresumsatz und 63 Mitarbeiter zählt die eigenständige Firma, die zur Stechert-Unternehmensgruppe gehört. Pro Jahr werden 50″000 Stühle, 20″000 Tische produziert, hinzu kommt die Lohnfertigung für andere Hersteller. 60 Prozent des Umsatzes macht die Gößnitzer Stahlrohrmöbel GmbH durch Aufträge der Bundeswehr. Europaweit sei man tätig, Konstruktionsteile aus Gößnitz stehen in der Philharmonie Paris, so Martsch stolz. Aber nicht nur die Stadien in Meuselwitz und Luzern haben die Gößnitzer bestuhlt. Ihre Stadion-Stuhl-Idee ist auch nach Brasilien verkauft worden. Ein Prototyp steht in der Ausstellung des Unternehmens. Landrätin Sojka probiert ihn aus – Brasiliengefühl in der Pleißestadt. Doch um die Spezialitäten der Gößnitzer, die vom Holzschalenstuhl über die Stadionbestuhlung bis zu Drehstuhl und Bürobestuhlung reicht, geht es fast nur nebenbei.

Dass die Firma noch keine Soforthilfe ausgezahlt bekam, verwundert. Die Beantragung endet diesen Monat. Martsch habe eine Fristverlängerung bekommen, um den Antrag dafür zu vervollständigen, sagt er. Es sei ein immenser Aufwand, um alle geforderten Unterlagen für die Beantragung zusammenzubekommen. Eine Pauschalsumme und anschließende Prüfung sei schneller wirksam, findet Martsch. Ein Unternehmer habe auch nicht immer 100-prozentige Sicherheit und müsse Risiken einrechnen, schiebt er nach.

Und offenbar stiftete das Hin und Her über die Höhe und Vergabe der unterschiedlichen Hilfsgelder viel Verwirrung. „Die Soforthilfe beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zu einer Summe von maximal 100 000 Euro. Die Aufbauhilfe leistet 80 Prozent ohne Deckelung“, so Olaf Rühmeier, Pressesprecher der Thüringer Aufbaubank. Mit der Soforthilfe sollten Kosten für die Beseitigung der Schäden oder Reparaturen oder die Wiederbeschaffung von vernichteten Lagerbeständen geregelt werden.

Für den Antrag auf Aufbauhilfe hat der Unternehmer noch etwas Zeit. Bis Ende Juni 2015 muss er belegen, was das Hochwasser zerstörte und was er ersetzen oder neu investieren musste, um weiter produzieren zu können. Die bis dann gezahlte Soforthilfe wird natürlich eingerechnet. Doch dazu muss er sich durch Rechnungen und Belege wühlen und gegebenenfalls Gutachter bestellen. Da scheint der bürokratische Aufwand entgegen anderer Versprechen dann doch ziemlich groß.

Quelle: otz.de

Hochwasser 2013: Alle in einem Boot

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

WEMAG spendet Gemeinde Neu Kaliß 15.000 Euro für Behebung der Flutschäden

Rund 3000 Einsatzkräfte und ehrenamtliche Helfer waren in der Gemeinde Neu Kaliß bei der diesjährigen Elbflut im Einsatz. Das berichtete Bürgermeister Burkhart Thees, der sich über eine großzügige Spende der WEMAG freute.

Gemeinsam mit einem seiner Anteilseigner, der ebenfalls kommunalen Thüga AG, unterstützt der Energieversorger WEMAG die vom Hochwasser betroffene Gemeinde mit einem Betrag in Höhe von 15.000 Euro. „Ich finde es wichtig, dass wir nicht nur in den schweren Tagen der Flut, sondern auch darüber hinaus gemeinsam Verantwortung für unsere Region übernehmen. Wir sitzen alle in einem Boot. Die WEMAG ist mit ihren Netzen Teil der Infrastruktur. Wir sind dankbar dafür, dass durch das Engagement der vielen Helferinnen und Helfer die Deiche in der Gemeinde gehalten haben. So blieben wir von größeren Schäden verschont“, so WEMAG-Vorstandsmitglied Caspar Baumgart bei der symbolischen Scheckübergabe am 29. August in Dömitz.

Überall nach den Jahrhundertfluten 2002, 2006 und 2011 hat die Elbe im WEMAG-Netzgebiet neue Höchstmarken gesetzt. „Wir hatten großes Glück. Dass lediglich punktuell einzelne Hausanschlüsse und Stromkreise in Dömitz und Umgebung außer Betrieb genommen werden mussten, ist der Umsicht und Tatkraft unserer Kollegen in der Netzdienststelle Perleberg aber auch der Aufmerksamkeit der vielen spontanen Helfer hier vor Ort zu verdanken „, meint Andreas Casper, Koordinator des Krisenstabes der WEMAG Netz GmbH.

„Es ist von großer Bedeutung für uns, dass wir das Geld jetzt schnell einsetzen können. Viele Gehwege und Straßen haben bei uns während der Flut großen Schaden genommen. Die Spendenmittel können wir in den Wiederaufbau der Infrastruktur gut investieren“, erklärte Bürgermeister Thees zum Ende des Treffens.

Eine Spendenzahlung in gleicher Höhe erhielt auch die Gemeinde Breese. Insgesamt nehmen WEMAG und Thüga 40.000 Euro in die Hand, um Hochwasserhilfe im Netzgebiet der WEMAG zu leisten.

Über Thüga:

450 Städte und Gemeinden haben aus Verantwortung für den Lebensraum von rund acht Millionen Menschen ihre 100 kommunalen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in die Thüga-Gruppe eingebunden. Ziel ist, durch Zusammenarbeit Mehrwert für den einzelnen Lebensraum zu schaffen und kommunale Werte nachhaltig zu sichern. Insgesamt arbeiten 18.100 Mitarbeiter in der Thüga-Gruppe. Diese versorgen knapp 3,6 Millionen Kunden mit Strom, gut 2,1 Millionen Kunden mit Erdgas und 0,9 Millionen Kunden mit Trinkwasser. Der Umsatz des Thüga-Netzwerks lag 2012 bei 22,3 Milliarden Euro. Die Thüga-Gruppe ist deutschlandweit das größte kommunale Netzwerk lokaler und regionaler Energieversorger. In der Thüga-Gruppe sind die Rollen klar verteilt: Die 100 Partner sorgen für die aktive Marktbearbeitung mit ihren lokalen und regionalen Marken. Thüga – Kapitalpartner der Städte und Gemeinden und in dieser Funktion Minderheitsgesellschafter bei den Partnerunternehmen – ist als Kern der Gruppe mit der unternehmerischen Entwicklung beauftragt: Gewinnung neuer Partner, Wertsicherung und -entwicklung des einzelnen Unternehmens, Koordination und Moderation von Projekten sowie Steuerung der Zusammenarbeit in der Gruppe.

Quelle: pressebox.de

Die Interessenvereinigung „Wir gegen die Flut“ und der Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule veranstalten im Hofwiesenpark ein Zwölf-Stunden-Konzert für Geraer, Hochwasser-Betroffene und Helfer. Der Erlös geht an die Flutopfer.

Gera. Auf zwölf Stunden Musik und gute Laune hofft die private Initiative „Wir gegen die Flut“ gemeinsam mit ihren Partnern DRK-Kreisverband Gera und Commerzbank Gera am Sonnabend, 14. September, von 13 bis 1 Uhr morgens. Dann nämlich wird im Veranstaltungsoval des Hofwiesenparkes ein Benefizkonzert stattfinden, bei dem alle, die während des Hochwassers in der Stadt selbst betroffen waren, anderen in ihrer Not geholfen haben oder jetzt im Nachhinein noch ihren Beitrag leisten wollen, gemeinsam feiern werden.

„Während des Hochwassers hat sich über Facebook schnell die Idee entwickelt, eine Benefizveranstaltung ins Leben zu rufen. Menschen, die sich vorher nicht kannten, haben sich der Sache wegen zusammengetan und haben mit dem Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule Gleichgesinnte gefunden, die die Benefizidee auf eine höhere Stufe gestellt haben“, sagte Mitinitiator Mike Fabisch zur Pressekonferenz und betont, Zusammenhalt und Wir-Gefühl untereinander fördern zu wollen.

Das Line-Up bestreiten vor allem Musiker und Bands aus der Region. Zwar habe man auch große Namen angefragt, doch deren Gagen waren für die Privatinitiative schlicht nicht zu stemmen. Doch es gehe ja auch nicht um große Namen, sondern eher um große Herzen und darum, dass überhaupt eine solche Aktion zustande kommt, betont auch Mike Grauel, der ebenfalls im Organisations-Team sitzt.

„Das Engagement der vielen Bands aus Thüringen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist auf jeden Fall ehrlich. Sie haben sich teilweise sogar selbst angeboten und verzichten allesamt auf ihre Gagen“, ist man über die Zusagen von Jesse Ritch, Revolving Door, Hella Donna, den 1. Vollmershainer Schalmeienverein und vielen anderen erfreut.

Der DRK-Kreisverband übernimmt sowohl die Abwicklung der Spendenverteilung sowie die medizinische Absicherung der Großveranstaltung. Die Geraer Commerzbankfiliale richtet ein Spendenkonto und eine Sammelstelle für Sachspenden im eigenen Haus ein. Außerdem soll es Foto-Ausstellungen, Präsentationen von Feuerwehr, DRK und Vereinen geben, dazu Angebote für Tattoos für den guten Zweck, Liveübertragungen der Veranstaltung über deutschlandweite Internetradios und Angebote für Kinder.

Die „Wir gegen die Flut“-Macher hätten liebend gern auch die Stadt Gera mit im Boot gehabt. Nach ersten Vorstellungen ihrer Idee im Büro der Oberbürgermeisterin am 24. Juni hatte es auch ganz danach ausgesehen, Viola Hahn hatte sogar Schirmherrin werden wollen. Doch irgendwie kam es nicht dazu. Die OB sagte ihre Schirmherrschaft wieder ab. Ohne Begründung, sagen die Benefiz-Veranstalter und wörtlich: „Es ist für uns unverständlich, dass trotz mehrfacher Zusage der Unterstützung durch die Stadt diese letztlich nicht zustande kam und am 21. August vom Pressebüro der Stadt zurückgezogen wurde. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und freuen uns, mittlerweile positive Zeichen in Form von finanziellen Nachlässen zu erhalten.“

Die Nachfrage unserer Zeitung im OB-Büro brachte folgende Stellungnahme: „Die Stadt Gera hat die private Initiative für eine Benefiz-Veranstaltung Wir gegen die Flut ausdrücklich begrüßt. … Für die Vorbereitung eines Vertrages fehlten bis heute (Anm. d. Redaktion: Mittwoch) noch Zuarbeiten des Veranstalters.“ Auf unser Nachhaken betreffs eines Entgegenkommens der Stadt hinsichtlich Miete des Areals, antwortet man uns: „Die Gera Kultur GmbH kann die von ihr verwalteten Flächen grundsätzlich nicht mietfrei zur Verfügung stellen.“

Sobald der Veranstalter seine Gemeinnützigkeit nachgewiesen habe, sei die Stadt bereit, das Areal mietfrei zur Verfügung zu stellen. „Die reguläre Miete für das Areal beträgt 2000 Euro, für Vereine werden üblicherweise 1000 Euro berechnet. Die Nutzung der Wiesen über das Oval hinaus ist kostenfrei. Bei den Anschlusskosten für Strom und Wasser gewähren wir 50 Prozent Rabatt.“ Wieso die Stadt die Veranstalter jedoch so lange hingehalten habe und sich nachweislich wenig um das Zustandekommen der Spenden-Veranstaltung bemüht, war auch von der Redaktion nicht in Erfahrung zu bringen.

Quelle: otz.de

Hochwasserschutz besiegelt Freibad-Aus

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Dem Zschopauer Stadtrat wurde eine Liste mit zehn Vorhaben zur Flutschadensbeseitigung vorgestellt. Allein 1,49 Millionen Euro sollen ins Badgelände fließen.

Zschopau. Um die Schäden nach dem Frühjahrs-Hochwasser und dem wenige Tage später niedergegangenen Unwetter an der öffentlichen Infrastruktur in Zschopau zu beseitigen, sind reichlich 2,67 Millionen Euro nötig. Das hat das Bauamt der Stadtverwaltung ausgerechnet. Eine Liste mit zehn Maßnahmen stellte Bauamtsleiterin Kerstin Buschmann am Mittwochabend dem Stadtrat vor.

Das vom Umfang größte und zugleich umstrittenste Projekt ist die Offenlegung des verrohrten Gansbaches im Badgelände. Der Bach hatte nach Starkregen sein Bett verlassen, die Becken geflutet und die Traversen in Mitleidenschaft gezogen. Als Buschmann die Baukosten auf 1,49 Millionen Euro bezifferte, ging ein Raunen durch die Besucherreihen. „Für das Geld könnten wir doch gleich das Freibad sanieren“, flüsterte jemand. Für einige Abgeordnete hörte sich das Projekt so an, als wolle die Stadt vollendete Tatsachen schaffen und damit eine eventuell später mögliche Sanierung des Bades ausschließen. Dass der verrohrte Zulauf, der einst die Becken speiste, offengelegt werden soll, sah BFW-Fraktionschef Frieder Meyer als Widerspruch zur Bekundung des Stadtrates, dass die Freizeitstätte erhalten bleiben soll: „Für mich stellt sich das konträr dar.“ Otmar Müller (FDP) beklagte, dass sich der Ratsbeschluss, das Bad nicht abzureißen und demzufolge zu erhalten, nicht im aktuellen Haushalt widerspiegele.

Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU) bestritt, den Ratsbeschluss mit dem Abbruch der Gansbach-Verrohrung umgehen zu wollen. Schließlich müsse man zuerst den Hochwasserschutz gewährleisten. Nach der jüngsten Flut liege es ohnehin nahe, dass es für die Einrichtung keine Baugenehmigung mehr geben wird, fügte er hinzu.

Zuvor hatte Buschmann erklärt, dass nach dem Hochwasser nur ein Rückbau des Freibades konsequent sei: „Eigentlich müssten wir das Gelände an die Zschopau zurückgeben, weil es Schwemmland ist.“ Gegenüber „Freie Presse“ bestätigte sie, dass mit der Offenlegung des Gansbaches das Bad nicht mehr an dieser Stelle saniert werden könne.

Vor dem Stadtrat dämpfte sie Erwartungen, wonach Zschopau wie die Stadt Leisnig (Mittelsachsen) für die Badsanierung in den Genuss von Fördermitteln kommen könnte. Auf das Beispiel aus dem Nachbarlandkreis hatte die Freibad-Bürgerinitiative auf ihrer Internet-Seite verwiesen. Mitstreiter Frank Heyde bat Baumann zu prüfen, ob sich die Leisniger Erfahrungen auf die Motorradstadt übertragen ließen.

Theoretisch könne Zschopau zwar das Sanierungsgebiet für das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ auf ein Gebiet mit dem Bad und etwa dem Zweigwerkufer erweitern. Allerdings sei es schwierig, Entwicklungsziele zu definieren. Neben der Badsanierung müsste es im Flussgebiet gleichzeitig um den Rückbau von Gebäuden gehen. Das passe nicht zusammen, sagte Buschmann gestern der „Freien Presse“.

Vor dem Stadtrat machte sie am Mittwoch deutlich, dass die Situation von Leisnig nicht mit der von Zschopau vergleichbar sei. Die nächsten Bäder im Umfeld der 8700 Einwohner zählenden Stadt Leisnig mit 40 Ortsteilen befinden sich 12, 17 und 18 Kilometer von der Kommune entfernt. „Dagegen gibt es bei Zschopau im Umkreis von zehn Kilometern allein sieben Bäder“, so Buschmann. Das Leisniger Freibad befinde sich zudem schon mehr als 15 Jahre im Fördergebiet der Stadt.

Die Liste mit den Zschopauer Vorhaben ist laut Bauamtsleiterin inzwischen vom Landkreis geprüft und bestätigt worden. Der Gesetzgeber räumt die Möglichkeit einer 100-prozentigen Förderung ein.

Bauvorhaben im Umfang von 2,76 Millionen Euro

Zschopau hat neben der Offenlegung des Ganzbaches im Badgelände (1,49 Millionen Euro) vom Kreis neun weitere Projekte bestätigt bekommen:

 

Gewässerausbau Gräbelbach (10.000 Euro), Einlaufbauwerk und Durchlass Stadtgutbach (309.400 Euro), Sportanlage Sandgrube (408.900 Euro), Wasserstraße Krumhermersdorf (80.100 Euro), Uferweg (18.000 Euro), Wasserweg und Weg zur Bodemerkanzel (47.600 Euro), Wurzelweg (188.600 Euro), Brücke über den Nesselbach und Bachlauf am Freibad Krumhermersdorf (209.440 Euro), Altbergbauanlage „Heilige Dreifaltigkeit“ (3800 Euro).

Quelle: freiepresse.de

Camburg will nicht auf Hochwasser-Kosten sitzen bleiben

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Im Camburger Freibad sind die Hochwasserschäden längst behoben. Von der durch die Fluten zerstörten Zaunanlage direkt an der Saale und dem mit Fäkalien verschmutzten Sand der Volleyballanlage war schnell nichts mehr zu sehen.

Camburg. Jetzt hat die Stadt Dornburg-Camburg Gewissheit, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Gedeckt werden sie durch den Fluthilfefonds für Kommunen, den das Land Thüringen für den Wiederaufbau der Infrastruktur bereit gestellt hat. Den Beschluss für die außerplanmäßige Ausgabe haben die Stadträte der Stadt Dornburg-Camburg in ihrer jüngsten Sitzung getroffen. Sie stimmten der überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von rund 22 000 Euro zu.

Ebenfalls beschlossen wurde die Wiederherstellung des Brauereiplatzes in Camburg. Ein Teil des Platzes ist nach wie vor abgesperrt und gilt damit als nicht befahrbar. Schaden hatte er durch das Hochwasser, aber auch durch Einsatzfahrzeuge genommen. Unter anderem muss hier neuer Hartsteinschotter aufgebracht werden. Kosten in Höhe von 12 400 Euro wurden dafür von den Stadträten mehrheitlich abgesegnet. Auch diese Maßnahme soll durch ­Mittel des Fluthilfefonds be­glichen werden, hieß es zur Stadtratsitzung.

Quelle: otz.de

Vom Hochwasser geschädigte Privatleute, Kommunen und Wohnungsunternehmen in Brandenburg können nun Aufbauhilfen beantragen. Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) unterzeichnete am Freitag die dafür notwendige Richtlinie, wie sein Ministerium in Potsdam mitteilte. Gefördert werden Maßnahmen zur Schadensbeseitigung beispielsweise an privaten Häusern und Hausrat, sowie an der kommunalen Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Gebäuden. Anträge können bei der Investitionsbank des Landes gestellt werden. Laut Ministerium hat das Hochwasser rund 25 Millionen Euro Schaden für die Kommunen und rund 2,1 Millionen Euro Schaden für private Haushalte angerichtet. Seit Mitte August können bereits Landwirte und Gartenbaubetriebe die Hochwasser-Aufbauhilfen beantragen.

Quelle: t-online.de

Grimma – Die Situation in den Anfang Juni vom Hochwasser betroffenen Gebieten hat sich entspannt: Schutt und Schlamm wurden vielerorts weggeräumt, Arztpraxen und Geschäfte öffnen wieder, Gelder zum Wiederaufbau fließen. Auch in der 30.000 Einwohner zählenden sächsischen Stadt Grimma, die nach 2002 schon zum zweiten Mal stark von der Flutkatastrophe betroffen war, geht es weiter, wie zwei niedergelassene Ärzte dem Deutschen Ärzteblatt berichten.

„Es sind enorm viele private Spenden eingegangen. Die Hilfsbereitschaft  war einfach großartig“, sagt Arne Drews. Diese Spenden seien über die Stadt oder die Kirchengemeinden  an von der Flut stark betroffene und hilfsbedürftige Menschen verteilt worden, sofern sie nicht ganz konkret für eine bestimmte Einrichtung, bestimmt gewesen seien. Der in Grimma niedergelassene Internist und Arbeitsmediziner zählte nicht dazu. Denn er hatte Glück: Seine Praxis im ersten Stockwerk war nicht direkt betroffen.

Glücklicherweise sei diesmal die Flut langsam gekommen, und die Behörden hätten die Bevölkerung rechtzeitig informieren können, erzählt Drews: „So hatten wir noch Zeit, alle wichtigen Unterlagen aus dem Keller, in dem wir Patientenakten und Röntgenbilder aufbewahren, nach oben zu tragen.“ Auch die Apotheke, die sich im Erdgeschoss des Hauses befindet, wurde in Eigeninitiative in die Praxisräume des Arztes evakuiert. Nach drei Tagen ohne Strom konnte die Praxis von Drews bereits am 6. Juni wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Stark betroffen war hingegen Andreas Nolopp. Die Praxis des Gastroenterologen in der Altstadt von Grimma stand nun schon das zweite Mal unter Wasser. Doch während 2002 dort das Wasser bis unter die Decke reichte, waren diesmal die Wände nur im unteren Bereich  nass geworden, auch der nach 2002 geflieste Fußboden hat gehalten. „Ich denke, dass ich Mitte September die Praxis wieder eröffnen kann“, erzählt Nolopp optimistisch.

Computer und Endoskope konnte der Arzt diesmal rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dennoch sei der Schaden groß gewesen: „Alle Möbel waren aufgequollen, die Türen verzogen“, berichtet Nolopp. Glücklicherweise habe er nach der Flut 2002 eine Elementarversicherung abgeschlossen. „Ein Freund hatte mir das damals empfohlen, obwohl natürlich keiner gedacht hat, dass es so bald wieder eine Flut geben würde. Mit der Zahlung hat jetzt auch alles gut und zügig geklappt.“ Die Kosten für die Renovierung könne er so decken.

Hilfe hat Nolopp auch von vielen Kollegen bekommen. Seinen Praxisbetrieb konnte er – wenn auch reduziert in einem Raum fortsetzen, den ihm das Krankenhaus in Grimma zur Verfügung gestellt hat. „Viele zu einer Magenspiegelung angemeldete Patienten kamen aber nicht“, berichtet er. Zwar gebe es immer ein „Sommerloch“, doch in diesem Jahr hätten die Menschen vermutlich noch ganz andere Sorgen gehabt.

Den betroffenen sächsischen Ärzten hatte die Sächsische Landesärztekammer schon im Juni günstige Darlehen angeboten. „17 Ärzte haben sich nach dem Hochwasser wegen persönlicher Betroffenheit bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. 15 haben die Hilfe in Anspruch genommen“, berichtet Knut Köhler, Sprecher der Kammer. Ein Arzt muss es auch nicht zurückzahlen.

Auch der Weg für die Auszahlung der staatlichen Wiederaufbauhilfen nach der Hochwasserkatastrophe ist jetzt frei. Nachdem der Bundesrat Mitte August die rechtlichen Grundlagen geschaffen und der Verordnung über die Wiederaufbauhilfen aus dem vom Bund und den Ländern getragenen Fonds zugestimmt hatte, beschloss das sächsische Kabinett am 26. August die entsprechenden Landesregelungen.  Nach der „Richtlinie Hochwasserschäden 2013“ können Privatpersonen, Unternehmen und Vereine bis zu 80 Prozent der Schäden ersetzt bekommen. Dabei werden Schäden bis einem Betrag von 5.000 Euro berücksichtigt. Die Anträge auf Zuschüsse können sie bis zum 31. Dezember 2014 stellen.

Nach dem Verteilungsschlüssel stehen Sachsen knapp 29 Prozent der an die betroffenen Länder zu verteilenden Gelder aus dem Fonds zur Verfügung. Das sind rund 1,7 Milliarden Euro. Sachsen hat in den Verhandlungen zudem erreicht, dass es diese Förderung auch für einen Wiederaufbau an anderer, hochwassersicherer Stelle geben kann. Darüber hinaus plant Sachsen, Umsiedlungswilligen mit günstigen Darlehen in Höhe von 20 Prozent des Schadens unter die Arme zu greifen. Gefördert werden Umsiedlungen innerhalb Sachsens.

Dass viele Leute umziehen wollen, beobachten auch Nolopp und Drews. „2002 hatten die Menschen noch viel Elan und haben die Altstadt wunderbar rekonstruiert“, erzählt Nolopp. Doch jetzt werde es in der Altstadt, wo sich auch seine Praxis befindet, wohl Lücken geben werden. „Ich weiß von einigen Geschäftsleuten, die noch an dem Kredit von 2002 zu knabbern haben und jetzt aufgeben“, berichtet er.

Auch Drews erzählt von einem Ausdünnen der Altstadt: „Mietshäuser außerhalb des Flutgebiets gehen jetzt weg wie warme Semmeln. Die einfachen Leute wollen nicht mehr in der Stadtmitte wohnen. Für eine Wohnung außerhalb des Flutgebiets gibt es jetzt 80 Bewerbungen“, weiß er. Die beliebten Ausflugshotels und Restaurants an der Mulde bis Nimbschen oder Höfgen würden vermutlich erhalten bleiben, aber frühestens im Oktober, wohl aber erst im Januar wieder eröffnen können.

Quelle: aerzteblatt.de