Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 28, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Die bayerische Staatsregierung hat nach dem verheerenden Hochwasser 1999 ein Aktionsprogramm auf den Weg gebracht. 1,6 Milliarden Euro sind seitdem in den Hochwasserschutz investiert worden – bis 2020 waren insgesamt Investitionen von 2,3 Milliarden Euro geplant, nach der Jahrhundertflut Anfang Juni ist die Summe auf 3,4 Milliarden aufgestockt worden.

Doch in vielen Regionen haben die Investitionen den Menschen nicht geholfen, als es vor knapp drei Monaten tagelang durchregnete. Gewaltige Flutwellen haben ganze Landstriche vernichtet und Existenzen zerstört. Ist das Geld in die falschen Maßnahmen geflossen?

Nein, sagt Daniel Skublics. Er forscht am Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU München und betont: „Ohne die Investitionen wäre es in einigen Regionen noch viel schlimmer gekommen. Das Aktionsprogramm war ein guter Wurf.“ Die Münchner beispielsweise seien von der Flut weitgehend verschont geblieben, berichtet Skublics. Wasserspeicher wie der Sylvensteinspeicher sind verbessert worden, Dämme verstärkt und Rückhaltepolder eingerichtet worden. Auch im Raum Deggendorf ist seit der letzten Flut viel passiert. Aber als Forscher sagt er auch: „Man kann nicht genug investieren.“ Entlang der Donau seien die Menschen noch relativ wenig geschützt, dort sei bisher zu wenig passiert, es müsse dringend vorangehen.

Genau das fordert auch der Bund Naturschutz Bayern immer wieder – nicht erst seit der Flutkatastrophe 2013. Während des jahrelangen Streits zum Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen sei viel Zeit verschwendet worden, sagt der BN-Regionalmanager Kurt Schmid. „Der Hochwasserschutz hätte unabhängig von der Diskussion um den Ausbau vorangehen müssen.“

Er kritisiert außerdem, dass zu viel Geld in technische Maßnahmen fließe. Der natürliche Hochwasserschutz, zum Beispiel durch Flussauen und Rückhaltebecken, sei grundsätzlich die bessere Methode.

„Extreme Wetterlagen werden durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, sagt Schmid. „Das Thema Hochwasserschutz darf nicht wieder in den Hintergrund rücken, sobald die Katastrophe vorbei ist.“ Und das, sagt er, war in der Vergangenheit eben immer wieder der Fall.

Quelle: ovb-online.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s