Das Hochwasser in der Kunst verarbeitet

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Kabarettistin Barbara Dorsch zu Gast beim Babenhauser Künstler Adi Hoesle

Babenhausen Die Musikerin und Kabarettistin Barbara Dorsch aus Passau kann sich noch genau an die Nacht zum 2. Juni 2013 erinnern: „Das Wasser kam über die Stiege gekrochen – weiter und weiter. Wir mussten das Kerzerl Stufe für Stufe höher stellen.“ Als sie von einem Konzert zurückkehrte, erreichte die steigende Ilz höchste Pegelstände. Das Wasser zerstörte die Wohnung an der Freyunger Straße samt dem geliebten Klavier. Barbara Dorsch konnte nur Noten, zwei Geigen und ihre Pneuma Organa retten.

Diese elektrische Tischorgel hat die sympathische Künstlerin mit nach Babenhausen gebracht. Der seit einigen Jahren mit der Passauerin befreundete Künstler Adi Hoesle hat das Instrument auf einem kleinen Tisch in seinem Garten platziert, für ein Konzert vor erlesenem Kreis. Dorsch wollte sich bei Freunden und Bekannten, die sie nach der Flutkatastrophe mit Spenden unterstützt haben, mit einer kleinen Vorstellung erkenntlich zeigen.

Dank Freunden den Mut nicht verloren

Doch zunächst einmal muss sie über jenes schicksalsträchtige Hochwasser erzählen, das ihr ganzes Hab und Gut mitgerissen hat. „Ich kam von einem Konzert im Zeughaus“, berichtet sie. Mit barocken Klängen von Passauer Komponisten bringt sie ihren Zuhörern die unerbittliche Macht und Folgen des Hochwassers akustisch näher und zeigt Fotos ihres zerstörten Heims. Derzeit wohne sie im zwölf Quadratmeter umfassenden Speicher des Hauses. Da sich der Kostenvoranschlag allein für die Renovierung der Wände auf 28 000 Euro belaufe, sei die Instandsetzung ihrer Wohnung „ein Fass ohne Boden“.

Mit der augenzwinkernd zitierten Steigerung „nass, nasser am nassesten“ signalisiert Dorsch, dass sie nicht zuletzt dank Unterstützung zahlreicher Freunde trotz allem den Mut nicht verloren und ihr Leben voll im Griff hat.

Nach ein paar ätzenden Orgelklängen von Franz Xaver Hochmayr beweist die Künstlerin auch mit dem Gedicht des österreichischen Lyrikers und Schriftstellers H. C. Artmann bewundernswerten Humor: „Nach anner Sintflut samma alle mitanand samt de Hexnberg versoffa.“ Aus dem Stück „Jubiläum“ von George Tabori zitiert Dorsch den bizarren Tod einer Frau in einer vom Wasser umschlossenen Telefonzelle. Dass sie nicht nur eine grandiose Kabarettistin, sondern auch eine erstklassige Musikerin ist, demonstriert Dorsch mit temperamentvollen und feierlichen Vorträgen auf ihrer Pneuma Organa. Dazwischen zeigt sie sich im Gedicht „Theke, Syntheke, Antitheke“ des deutschen Schriftstellers Robert Gernhardt voll in ihrem Element.

Dann erfahren die Zuhörer, dass im Dialekt der Künstlerin mit „Duddlgruabn“ ein Dekolleté gemeint ist.

Und sie müssen schmunzeln: „Steht dir das Wasser bis zur Duddlgruabn, freun sich die Fische und die Buabn.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Das Hochwasser in der Kunst verarbeitet – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Das-Hochwasser-in-der-Kunst-verarbeitet-id26713531.html

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