Archiv für August 24, 2013

Kleingärtner in Dessau erhalten Soforthilfe

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Dessau, finanzielle Hilfen
Nach dem Hochwasser flossen viele Spenden, jetzt gilt es die Summen auf die Betroffenen aufzuteilen. In Dessau erhalten Kleingärtner 350 Euro Soforthilfe. Das hat die Spendenkommission bei ihrer ersten Beratung beschlossen.

34 besonders von der Flut betroffene Kleingärtner sollen vom städtischen Hochwasser-Spendenkonto eine nicht zurückzahlbare Soforthilfe von 350 Euro bekommen. Das hat die Spendenkommission Hochwasser beschlossen, die sich in dieser Woche unter Leitung vom Dessau-Roßlauer Sozialdezernenten Gerd Raschpichler konstituiert hat. Der Kommission gehören vor allem Stadträte an. Auf der nächsten Tagung am 19. September sollen aber auch Vertreter von Wohlfahrtsverbänden beratend teilnehmen.

Mit Datum vom 20. August waren auf dem Hochwasser-Spendenkonto der Stadt 84 258,58 Euro eingegangen. Davon wurden 4 568,97 Euro zweckgebunden eingezahlt, so dass insgesamt 79 689,61 Euro als Spendenmittel aufgeteilt werden können. Die Summe wurde von 549 Spendern aufgebracht.

Grundsätzlich hat sich die Kommission darauf verständigt, dass das Spendengeld für Härtefälle verwendet werden soll, bei denen andere Förderprogramme und Hilfe nicht zum Tragen kommen. „Für alle Antragsteller gilt, zuerst die verfügbaren staatlichen Programme auszuschöpfen, die zusätzlich noch durch Zahlungen von Wohlfahrtsverbänden aufgestockt werden können“, verdeutlichte Stadtsprecher Carsten Sauer. „Es soll auf diese Weise sichergestellt werden, dass die Spenden nur an die ausgezahlt werden, bei denen andere Hilfen nicht greifen“, erläuterte Raschpichler das Verfahren. Über den Weg des Zuwendungsbescheides soll eine Rückzahlung vereinbart werden, wenn der Geschädigte noch auf anderem Wege finanzielle Unterstützung erhält.

Insgesamt sind bei der Stadt bislang 88 Anträge auf Hilfe eingegangen. 34 stellten Pächter aus Kleingartensparten, die nun eine Soforthilfe erhalten, trotzdem aber bei der weiteren Verteilung der Spenden berücksichtigt werden. Schon jetzt sei, so Sauer, absehbar, dass die Spendensumme nicht ausreichen wird, um alle Härtefälle auszugleichen. „Wer den Hochwasseropfern noch finanziell unter die Arme greifen möchte“, appellierte deshalb Raschpichler, „kann dies auch jetzt noch tun.“

Das Spendenkonto ist bei der Stadtsparkasse Dessau eingerichtet. Die Kontonummer ist 115009558, die Bankleitzahl 80053572. Der Betreff ist „Spendenkonto Hochwasser 2013“

Quelle: mz-web.de

Tourismus-Branche sieht Licht am Ende des Tunnels

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hatte Teile von Sachsen-Anhalt geradezu zerstört. Überschwemmte Innenstädte, schwer beschädigte historische Ortskerne, vollgelaufene Geschäfte. Nach der Flut folgte für viele Orte die Touristenflaute. Doch jetzt hellt sich die Stimmung in der Branche langsam wieder auf.

Die Stornierungswelle nach dem Juni-Hochwasser könnte die Tourismusbranche in Sachsen-Anhalt rund 20 Prozent der Jahreseinnahmen kosten. Diese Zahl nannte die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes. Zugleich erklärte sie, dass die Talsohle inzwischen wohl durchschritten ist. Inzwischen könnten jetzt fast überall im Land wieder Buchungen in den Hotels und Gaststätten vorgenommen werden. Auch die Mückenplage, die nach der Flut viele Touristen abschreckte, sei kein Thema mehr. Von Euphorie in der Branche könne aber noch keine Rede sein.

Rund 300 Hotels und Gaststätten hatten nach dem Hochwasser mit Flutschäden zu kämpfen. Das bedeutete für die wichtigste Zeit des Jahres zwischen Juni und August Ausfälle von bis zu 40 Prozent. Und das, nachdem das Jahr 2013 ohnehin schon schlecht gestartet war.

Die Zahl der Gästeübernachtungen ging dem Statistischen Bundesamt zufolge in den ersten fünf Monaten um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Bis Ende Mai wurden demnach rund 2,5 Millionen Übernachtungen erfasst. Für Juni und Juli gibt es noch keine Zahlen.

Regionale Unterschiede bei Buchungen

Besonders in der Altmark hat in den letzten Wochen nach Angaben der Investitions- und Marketinggesellschaft die Nachfrage in der Tourismusbranche wieder deutlich angezogen. Viele Hoteliers würden jetzt auf einen goldenen Herbst hoffen. Besonders an Saale und Unstrut. Dort befindet sich das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands. Traditionell kommen viele Gäste während der Weinlese im September und Oktober in die Region. Den Experten zufolge normalisiert sich die Lage auch rund um Magdeburg und im Harz. Obwohl der Harz vom Hochwasser kaum betroffen war, stornierten hier zahlreiche Touristen ihre Buchungen. Weiterhin schwierig bleibe die Lage in der Region Anhalt rund um Wittenberg und Dessau, erklärte die Gesellschaft. In der von der Flut besonders betroffenen Gegend gebe es noch bis Ende August übermäßig viele Stornierungen. Für den September sehe es allerdings auch dort schon besser aus.

Quelle: mdr.de

 

Der Deich wächst

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Zwischen der Bockwindmühle und dem Bootshaus wird gebaut. Anlagen wird es auf 6.400 Metern Länge geben. Die Arbeiten werden bis Ende 2015 veranschlagt.

So könnte es weitergehen. Sonnige Witterung und niedrige Wasserstände in den Flüssen sind günstige Voraussetzungen für die Deichbauarbeiten an der Elbe und der Schwarzen Elster. „Es sieht ganz gut aus“, sagt Barbara Gurschke, Projektleiterin beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), in Elster.

Archäologen haben Arbeit beendet

In dem Ort, der im Juni vom Hochwasser der Elbe erneut hart getroffen wurde, ist inzwischen der Deichbau unmittelbar an der B 187 gut vorangekommen. Nachdem die Archäologen ihre Arbeiten vor Ort beendet haben und jetzt ihre Ergebnisse analysieren und dokumentieren, kann der Dammbau in diesem Bereich rasch fortgesetzt werden. Neben den Schutzwall kommt ein Deichverteidigungsweg. Er wird nicht allein bei Hochwasser benötigt, sondern bereits jetzt, um über ihn die Radler, die auf dem stark frequentierten Elberadweg unterwegs sind, umzuleiten und von den Baustellen fern zu halten, erläutert Barbara Gurschke.

Einschränkungen wird es in dieser Hinsicht an der Elbe über Jahre geben. Vier Bauabschnitte sind vorgesehen. Zwischen Iserbegka und der Straße nach Gorsdorf, die auf die B 187 mündet, werden Hochwasserschutzanlagen gebaut, auf einer Länge von 6 400 Metern. Die Hauptleistungen sollen möglichst Ende 2015 ausgeführt sein.

Der erste Bauabschnitt beginnt am Zufahrtsweg zur Bockwindmühle, läuft zunächst an der B 187 entlang, biegt dann vor den ersten Häusern zur Elbe ab und wird weiter am Strom entlanggeführt. „Wir versuchen alles, das zu beschleunigen.“ Mit dem Baubetrieb seien entsprechende Absprachen getroffen worden. Die Deichhöhen in diesem Bereich liegen je nach Geländeprofil zwischen 1,30 Meter und drei Metern. Die Bauphase hier werde bis Oktober nächsten Jahres währen. Wenn das Bootshaus erreicht ist, wird auf einer Länge von 1,6 Kilometern ein neuer Damm gezogen sein.

Erde muss entsorgt werden

Dann sind auch die Probleme mit der alten Mülldeponie, die sich zwischen der historischen Bockwindmühle und dem Ortsrand befindet, längst Geschichte. Hier muss in größerem Umfang Erdreich fachgerecht entsorgt werden. Anschließend ist neuer Boden aufzubringen, um eine ordentliche Standfläche für den neuen Deich zu bekommen, erläutert die Projektleiterin. Währenddessen lädt ein Bagger unablässig Erde, die zuvor zu einem Haufen zusammengeschoben wurde, auf einen Lastwagen. Mal ragen Metallteile heraus, im nächsten Moment ein alter Fahrradreifen. In den 90er Jahren, so erinnert sich Anwohner Karsten Hoffmann, der sich bei Barbara Gurschke nach dem Fortgang der Arbeiten erkundet, sei die Mülldeponie mit Erde bedeckt und bepflanzt worden.

Klar ist bereits, dass im Frühjahr der zweite Damm-Bauabschnitt begonnen werden kann. „Das Geld dafür steht zur Verfügung.“ Dann wird der Bereich zwischen der Bockwindmühle und Iserbegka geschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden immense Erdmassen benötigt. Aus Jessen und Lindwerder, so informiert der Baubetrieb Ezel, werde das Gros der Baustoffe angefahren. Am Zugbach zwischen Elster und Iserbegka, so ist noch von Barbara Gurschke zu erfahren, wird ein Schöpfwerk errichtet. Und die Planungen für die Bauabschnitte drei und vier werden forciert. Es wird auf Tempo gedrückt.

Quelle: mz-web.de

Land gibt Geld für Flutschutz von Lauenburgs Altstadt

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

Das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Um dafür gerüstet zu sein, soll die Altstadt von Lauenburg jetzt endlich einen effektiven Flutschutz bekommen. Das Land hat finanzielle Hilfe zugesagt – für ein Konzept, aber auch für dessen konkrete Umsetzung.

Lauenburg. Die Stadt Lauenburg erhält vom Land Schleswig-Holstein rund 80.000 Euro für den Hochwasserschutz für die historische Altstadt. Das sei ein wichtiger Schritt, um die Menschen und die historische Bausubstanz in Zukunft besser vor Überflutungen zu schützen, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in Lauenburg. Das Geld ist für ein Realisierungskonzept für den Hochwasserschutz bestimmt, das Mitte 2014 vorliegen soll. Beim Elbhochwasser im Juni 2013 waren Teile der Altstadt überflutet worden, mehrere Hundert Anwohner hatten für eine Woche ihre Häuser verlassen müssen.

Mit einem Stand von 9,55 Metern am Pegel Hohnstorf war das Hochwasser von 2013 das zweithöchste jemals gemessene, nur 1855 stand die Elbe mit 9,88 Metern noch höher. „Das war bereits das vierte Extremhochwasser innerhalb weniger Jahre. Angesichts dieser Entwicklung reicht es nicht, die Deiche einfach zu erhöhen. Wir brauchen mehr effektive Überflutungs- und Rückhalteflächen im Ober- und Mittellauf der Elbe“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Das werde Schleswig-Holstein auf der Sonderkonferenz der Umweltminister am 2. September deutlich machen. Außerdem sprach er sich dafür aus, dass das Land dem Staatsvertrag zum Hochwasserschutz beitreten solle.

In Lauenburg sind inzwischen die Planungen für einen Hochwasserschutz für die tief gelegene Altstadt in eine konkrete Phase eingetreten. „Das Hochwasser vom Juni hat den Bürgern die Augen geöffnet. Inzwischen haben fast alle die Notwendigkeit effektiver baulicher Schutzvorkehrungen erkannt“, sagte Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede (CDU). In einem Ingenieurwettbewerb soll zusammen mit Denkmalschutzexperten und Anliegern ein Konzept erarbeitet werden, das aber wohl frühestens Ende 2014 umgesetzt werden kann. Auch beim Bau einer Hochwasserschutzanlage könne Lauenburg auf die Hilfe des Landes zählen, versicherte Habeck. Das Land könne bis zu 80 Prozent der Kosten übernehmen. „Das ist teuer, aber nichts zu unternehmen, wäre noch viel teurer“, sagte er.

In Lauenburg und den umliegenden Gemeinden sind nach aktuellem Stand durch das Hochwasser Schäden von 27,28 Millionen Euro entstanden. An Soforthilfe sind bislang mehr als 700 000 Euro ausgezahlt worden. Außerdem stehen nach Angaben der Staatskanzlei bislang 11,5 Millionen Euro Soforthilfe des Bundes zur Verfügung, eine zweite Tranche soll folgen.

Quelle: abendblatt.de

Hochwasserschutz: Ein weiterer Schritt in Burtenbach

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Landratsamt Günzburg leitet Planfeststellungsverfahren ein. Bürger können bis 2. Oktober die Pläne einsehen und Einwendungen erheben

Burtenbach In Burtenbach wurde nun ein wichtiger Schritt in Sachen Hochwasserschutz gemacht. Wie das Landratsamt Günzburg berichtet, habe die Behörde das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren für das Projekt des Freistaats Bayern zum Hochwasserschutz im Markt Burtenbach eingeleitet.

Die Bürger in Burtenbach und dem Ortsteil Kemnat sollen nach dem vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth geplanten Projekt vor einem statistisch einmal in 100 Jahren zu erwartenden Hochwasser („HQ 100“) der Mindel und Kleinen Mindel geschützt werden.

Aber auch für Thannhausen und Münsterhausen rückt der Hochwasserschutz damit wieder ein Stück näher, denn das Projekt für Thannhausen darf erst gebaut werden, wenn die Schutzmaßnahmen für Kemnat verwirklicht sind. Sonst würde es dort nämlich zusätzliche Hochwasser-Probleme geben. Münsterhausen wird wiederum durch das Projekt Thannhausen mit geschützt.

Landrat Hubert Hafner habe sich in der Vergangenheit mehrfach für eine rasche Umsetzung des Projekts eingesetzt, nachdem sich die Planung wiederholt verzögert hatte, heißt es in der Pressemitteilung. Hafner zeigte sich erleichtert, als ihm die Mitarbeiter die Nachricht übermittelten. „Die Bürger im Mindeltal haben genug durch die Hochwasser gelitten. Es wird Zeit, dass die Bagger anrollen. Das Landratsamt wird seinen Teil dazutun und das Verfahren zügig durchführen.“

Das Landratsamt Günzburg hat die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die Bürger in Burtenbach, Münsterhausen und Jettingen-Scheppach können nach Angaben der Behörde von 2. September bis 2. Oktober die Pläne in den jeweiligen Rathäusern einsehen und Einwendungen erheben.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Leipzig. Der 40 Meter hohe Forschungskran im Leipziger Auwald steht seit gut zwei Monaten still. Grund sind die Schäden nach dem Juni-Hochwasser. Damals hatte die Talsperrenverwaltung das benachbarte Nahle-Auslaufbauwerk geöffnet und Wasser auf die Waldflächen umgeleitet. „Der Kran wurde dabei unterspült und hat sich um rund einen Meter geneigt“, sagte Christian Wirth, Professor für funktionelle Botanik an der Universität Leipzig. Es bestehe nach wie vor die Gefahr, dass er umkippe. Zum Schutz habe die Hochschule jetzt im Radius von 70 Metern einen Zaun aufstellen lassen. Zuvor hatte nur Flatterband vor der Gefahr gewarnt.

Das genaue Ausmaß des Schadens ist noch immer unklar. „Experten der Mibrag haben sich den Kran angeschaut, nächste Woche will ein Unternehmen aus Halle seine Leute schicken“, so Wirth. Erst wenn die genauen Expertisen vorlägen, könne eine Strategie zur Reparatur erarbeitet werden. „Für so einen Schaden hat man keine Gebrauchsanleitung im Regal“, meint der Professor. Klar ist auch, die Instandsetzung gibt es nicht zum Nulltarif. Zahlen kann Wirth noch nicht nennen. „Wir haben aber bereits Fluthilfe beantragt“, sagt der Biologe.

Verzichten will er auf den 2001 installierten Kran keineswegs. Ein Doktorand stehe bereits in den Startlöchern. Er soll die Kühlwirkung des Auwalds untersuchen und dabei auch die Temperaturen der Blätter auf Baumkronen messen. Der Kran sei für solche Untersuchung ideal. Forscher könnten in eine Gondel klettern und sich über einen 45 Meter langen Arm bequem den Messpunkten nähern. Ohne das Bauwerk lasse sich die Arbeit nur mühsam mit viel Kletterei umsetzen.

Nicht zuletzt sei der Kran auch für das in Leipzig entstehende Biodiversitätszentrum eine wichtige Plattform. „An der Einrichtung hängen immerhin acht Professuren“, berichtet Wirth. Leipzig hatte sich mit seinen Uni-Partnern Jena und Halle-Wittenberg in der Endrunde gegen die FU Berlin durchgesetzt. Insgesamt 15 Hochschulen hatten sich beworben. Das Zentrum wird für zunächst vier Jahre mit 33 Millionen Euro gefördert.

Der Kran steht seit 2001 im Auwald. Wirths Vorgänger, der inzwischen verstorbene Hochschullehrer und Botanik-Chef der Universität, Wilfried Morawetz, ließ ihn aufstellen. In den Jahren darauf machten die Forscher spektakuläre Entdeckungen und gestochen scharfe Fotos. So wiesen sie im Jahr 2003 Laubfrösche in 25 Metern Höhe, inmitten dichter Baukronen, nach.

Quelle:lvz-online.de

Schwerin/MVPO  „Für einen nachhaltigen präventiven Hochwasserschutz ist die heutige Ausgestaltung (23.08.) der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) nicht geeignet.“ Das stellt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus (Foto/SPD) in Vorbereitung der Sonder-Umweltminister-Konferenz der Länder am 2. September fest.

 

Auch die Agrarministerkonferenz wird sich in der kommenden Woche mit dem Thema Hochwasser beschäftigten.

 

Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich federführend für die Ausgestaltung eines Nationalen Hochwasserschutzprogrammes. Dieses muss eine flussgebietsbezogene Überprüfung beispielsweise für die Elbanlieger sowie ein Programm prioritärer Maßnahmen zur Verbesserung des präventiven Hochwasserschutzes ebenso umfassen wie eine gemeinsame Finanzierungsstrategie.

 

„Endlich muss sich auch der Bund an der Koordinierung und Finanzierung dieser bedeutenden Aufgabe beteiligen“, fordert der Minister. „Nur so sind Maßnahmen mit nationaler Bedeutung verbindlich zwischen Bund und Ober- und Unterliegern zu vereinbaren.“ Das nächste „Jahrhundert“-Hochwasser komme bestimmt, eine „Solidarität vor der Flut“ sei notwendig, um jetzt entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

 

„Der richtige Weg wäre ein Sonderrahmenplan Hochwasserschutz im Binnenland in der GAK,“ betont Dr. Backhaus weiter. „Ich erwarte, dass der Bund zur Entlastung zukünftiger Haushalte die im Jahre 2011 erfolgte Kürzung in der GAK zurücknimmt und für den Förderbereich „Hochwasserschutz“ zusätzliche Haushaltsmittel in angemessener Höhe bereitstellt.“

 

Knapp 17,5 Mio. Euro Kosten im Wasserbau verursachten die Hochwasserereignisse seit 2002 allein in M-V. Dazu kommen 2, 7 Mio. Euro, die als Ausgleichzahlungen an landwirtschaftliche Unternehmen gezahlt wurden. Für das Jahr 2013 wird von Schäden in der Landwirtschaft von 1,4 Mio. Euro ausgegangen.

 

„Die Erfahrungen des Hochwassers 2013 haben gezeigt, dass die Investitionen der Vergangenheit noch größere Schäden verhindert haben“, betont Dr. Backhaus. So hat M-V seit 1991 rund 96 Mio. € für die Sanierung und den Ausbau sowie die Unterhaltung der Deichanlagen ausgegeben. Jährlich werden 500.000 € für die Unterhaltung der Hochwasserschutzanlagen gezahlt. Von den 1991 noch sanierungsbedürftigen 94,9 km Deiche sind inzwischen 86,2 km ertüchtigt.

 

„Aber Flüsse brauchen Raum, Deicherhöhungen allein reichen nicht aus“, so der Minister. Er fordert präventive Hochwasser-Schutzmaßnahmen zur Schaffung von Retentionsräumen in Ober- bzw. Mittelläufen der Flüsse. Überschwemmungsgebiete müssen durch ein langfristiges Flächenmanagement auch künftig in ihrer Funktion erhalten werden. Flussräume sollen ausgeweitet werden. Großen Nutzen für den Hochwasserschutz bringen steuerbare Flutpolder zur gezielten Kappung von Hochwasserscheiteln. Landwirtschaftliche Nutzflächen müssen künftig stärker zur Retention und als Flutpolder genutzt werden.

 

„Neben den erheblichen Schäden – allein die Hochwasserereignisse von 2002 und 2013 haben in Deutschland Schäden von 20 Mrd. Euro angerichtet – müssen wir auch das große menschliche Leid der Betroffenen sehen“, betont Dr. Backhaus. „Deshalb hat jeder Cent für präventive Maßnahmen einen mehrfachen Nutzen für die Gesellschaft. Es ist Zeit zu handeln.“

 


 

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

DRK Thüringen sieht durch Anrechnung von Spenden die Hochwasseropfer diskreditiert

Erfurt. Thüringen will bei den Geldern für die Hochwasser­hilfe offenbar zu Lasten von Spenden sparen, fürchtet das Deutsche Rote Kreuz im Freistaat.

 

Das DRK bezieht sich in seiner Kritik auf die Richtlinie des Thüringer Bauministeriums über die Gewährung von Zuwendungen aus dem Aufbauhilfefonds des Bundes und der Länder. Darin werden Spenden auf die staatliche Förderung für die Beseitigung von Hochwasserschäden angerechnet. Dies wird vom DRK Thüringen kritisiert. „Es war sicher nicht der Wille der zahlreichen Spender für die Hochwasseropfer, dass ihre Spende mit staatlichen Zuschüssen verrechnet wird“, sagte Gerhard Günther , Präsident des DRK-Landesverbandes Thüringen. Man habe deshalb schon Anfragen von Kommunen gehabt, ergänzte Hartmut Reiter vom DRK-Landesverband. Es müsse zumindest möglich sein, dass der nicht förderfähige Eigenanteil der Hochwasser­opfer in Höhe von mindestens 20 Prozent des Gesamtschadens durch die Spenden gedeckt werden kann und ohne Anrechnung auf die staatliche Hilfe bleibe. „Der Höchstbetrag von 6000 Euro für die Wiederbeschaffung von Hausrat für einen Zwei­personenhaushalt wird ohnehin in vielen Fällen nicht ausreichen, um die Schäden auszugleichen“, fürchtet der DRK-Präsident.

 

Die Förderrichtlinie sieht zudem vor, dass der staatliche Zuschuss anteilig zurück gezahlt werden muss, wenn nach der Förderung Spendengelder ausgezahlt werden sollten. Das laufe dem Ziel, „Menschen spenden für Menschen“, entgegen, so Gerhard Günther weiter.

Quelle: otz.de

Stadt probt für das nächste Hochwasser

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Dresden

Wegen eines Testaufbaus der Fluttore am Ostra-Ufer und in der Weißeritzstraße kommt es am Sonntag zu Straßensperrungen und Umleitungen für Autofahrer. Zwischen 6.30 Uhr und 16 Uhr ist die Kreuzung Ostra-Ufer/Weißeritzstraße/Pieschener Allee komplett dicht. Die Umleitung führt über die Magdeburger Straße, Kleine Packhofstraße, Ostra-Allee und Maxstraße. Das Ostragehege ist nur über die Schlachthofstraße erreichbar. Nötig ist der Probeaufbau, weil die Anlagen nach dem Juni-Hochwasser noch einmal gereinigt und gewartet werden sollen. Außerdem ist der Test für die Mitarbeiter der Stadt wichtig, um im Katastrophenfall alle Handgriffe schnell ausführen zu können. Die 20 Meter langen, zwei bis drei Meter hohen und 20 Tonnen schweren Flutschutztore aus Stahl sind die technisch kompliziertesten Teile des Hochwasserschutzes in der Altstadt. Die Tore sind normalerweise in geschlossenen Kammern an der Straße untergebracht. Bei Hochwassergefahr werden sie elektrisch auf Laufschienen ausgefahren. Im Notbetrieb können die Tore auch ohne Strom geschlossen werden. (SZ/win)

Quelle: sz-online.de

Das Hochwasser in der Kunst verarbeitet

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Kabarettistin Barbara Dorsch zu Gast beim Babenhauser Künstler Adi Hoesle

Babenhausen Die Musikerin und Kabarettistin Barbara Dorsch aus Passau kann sich noch genau an die Nacht zum 2. Juni 2013 erinnern: „Das Wasser kam über die Stiege gekrochen – weiter und weiter. Wir mussten das Kerzerl Stufe für Stufe höher stellen.“ Als sie von einem Konzert zurückkehrte, erreichte die steigende Ilz höchste Pegelstände. Das Wasser zerstörte die Wohnung an der Freyunger Straße samt dem geliebten Klavier. Barbara Dorsch konnte nur Noten, zwei Geigen und ihre Pneuma Organa retten.

Diese elektrische Tischorgel hat die sympathische Künstlerin mit nach Babenhausen gebracht. Der seit einigen Jahren mit der Passauerin befreundete Künstler Adi Hoesle hat das Instrument auf einem kleinen Tisch in seinem Garten platziert, für ein Konzert vor erlesenem Kreis. Dorsch wollte sich bei Freunden und Bekannten, die sie nach der Flutkatastrophe mit Spenden unterstützt haben, mit einer kleinen Vorstellung erkenntlich zeigen.

Dank Freunden den Mut nicht verloren

Doch zunächst einmal muss sie über jenes schicksalsträchtige Hochwasser erzählen, das ihr ganzes Hab und Gut mitgerissen hat. „Ich kam von einem Konzert im Zeughaus“, berichtet sie. Mit barocken Klängen von Passauer Komponisten bringt sie ihren Zuhörern die unerbittliche Macht und Folgen des Hochwassers akustisch näher und zeigt Fotos ihres zerstörten Heims. Derzeit wohne sie im zwölf Quadratmeter umfassenden Speicher des Hauses. Da sich der Kostenvoranschlag allein für die Renovierung der Wände auf 28 000 Euro belaufe, sei die Instandsetzung ihrer Wohnung „ein Fass ohne Boden“.

Mit der augenzwinkernd zitierten Steigerung „nass, nasser am nassesten“ signalisiert Dorsch, dass sie nicht zuletzt dank Unterstützung zahlreicher Freunde trotz allem den Mut nicht verloren und ihr Leben voll im Griff hat.

Nach ein paar ätzenden Orgelklängen von Franz Xaver Hochmayr beweist die Künstlerin auch mit dem Gedicht des österreichischen Lyrikers und Schriftstellers H. C. Artmann bewundernswerten Humor: „Nach anner Sintflut samma alle mitanand samt de Hexnberg versoffa.“ Aus dem Stück „Jubiläum“ von George Tabori zitiert Dorsch den bizarren Tod einer Frau in einer vom Wasser umschlossenen Telefonzelle. Dass sie nicht nur eine grandiose Kabarettistin, sondern auch eine erstklassige Musikerin ist, demonstriert Dorsch mit temperamentvollen und feierlichen Vorträgen auf ihrer Pneuma Organa. Dazwischen zeigt sie sich im Gedicht „Theke, Syntheke, Antitheke“ des deutschen Schriftstellers Robert Gernhardt voll in ihrem Element.

Dann erfahren die Zuhörer, dass im Dialekt der Künstlerin mit „Duddlgruabn“ ein Dekolleté gemeint ist.

Und sie müssen schmunzeln: „Steht dir das Wasser bis zur Duddlgruabn, freun sich die Fische und die Buabn.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Das Hochwasser in der Kunst verarbeitet – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Das-Hochwasser-in-der-Kunst-verarbeitet-id26713531.html

Das Hochwasser in der Kunst verarbeitet – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Das-Hochwasser-in-der-Kunst-verarbeitet-id26713531.html

Sonneberg bringt Spendenscheck und Spielsachen in die Kita Caaschwitz

Caaschwitz. Das hatte man noch nicht gesehen: Kaum war die Tür des Transporters geöffnet, waren die Mädchen und Jungen der großen Gruppe aus der Awo-Kita „Märchenbuche“ auch schon dabei, alle Spielgeräte aus eigener Kraft in den Hof zu bugsieren. Die Kinder waren so froh, über die neuen Sachen, dass sie noch ganz hibbelig waren, als sie ihr zum Dank vorbereitetes Stück „Vom Rübchen“ aufführten.

 

Diese Aufführung hatte sich die Stadt Sonneberg aber auch redlich verdient, denn nicht nur mit einem Auto voller Spielzeug waren Bürgermeisterin Sibylle Abel (CDU) und Hauptamtsleiter Harald Wicklein nach Caaschwitz gekommen. Der eigentliche Grund ihres Besuchs war der Spendenscheck über 26″430″Euro für eine neue Kletterlandschaft aus Holz, den sie an Kita-Leiterin Gabriele Zep­nik überreichen wollten. Die Spendensumme war während eines Benefizkonzertes für die Flutopfer gesammelt worden.

 

„Wir hatten von unseren Feuerwehrmännern, die während des Hochwassers in Caaschwitz im Einsatz waren, von der beschädigten Kindertagesstätte erfahren. Alle unsere Bands und Musiker haben beim Benefizkonzert gespielt. Dass Eintrittserlös und Spenden dann diese Summe ausgemacht haben, hat uns selbst überrascht“, sagt Sonnebergs Bürgermeisterin Abel.

Von der Spendenaktion hatte Dieter Dröse, Bürgermeister in Caaschwitz, erst erfahren, als die Einladung für das Konzert im Briefkasten lag. Gemeinsam mit Enrico Heinke vom Awo-Kreisverband Greiz ist er nun guter Dinge, dass bald normaler Alltag in die Kita einzieht. Der im Juni komplett überflutete Krippenbereich (wir berichteten) hat bereits neuen Fußbodenbelag und auch die Türen wurden eingebaut. „Nächste Woche kommen die neuen Betten“, sagt Gabriele Zepnik und hofft auf den Wiedereinzug in rund 14 Tagen.

 

Was die individuell angefertigte Kletterlandschaft aus Robinienholz angeht, müssen sich die Kinder jedoch noch bis 2014 gedulden. Dann aber werden Rutsche, Nestschaukel, Tunnel und Klettergerät in Beschlag genommen.

Quelle: otz.de

Flucht vor der Flut – Isarmünd wird abgerissen

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, Hochwasserfolgen

Das Dorf Isarmünd bei Deggendorf muss wegen des Hochwasserschutzes verschwinden, die Bewohner werden umgesiedelt. Das ist die kostengünstigste Variante. Besonders die Älteren tun sich damit schwer

In Isarmünd kehren normalerweise Wanderer und Vogelfreunde ein, die im idyllischen Mündungsgebiet von Isar und Donau die Natur genießen. Doch dieser Tage wüten in dem niederbayerischen Örtchen die Bagger. Isarmünd soll dem Erdboden gleichgemacht werden. Statt der neun Häuser umfassenden Siedlung wird hier ein Polder für den Hochwasserschutz entstehen.

Ein Haus ist bereits Geschichte, nur Stein- und Erdhaufen, gesondert nach Materialien, künden noch von seiner Existenz. Dieser Tage wird das zweite Haus abgerissen, gelber Bagger vor grünen Maisfeldern, darüber der blaue Himmel. Doch niemand will sich das farblich so idyllische Schauspiel ansehen. „Da steckt zu viel Herzblut drin“, sagt Roland Schmid vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf.

„Was kann man ändern“

Neben dem von Steinhaufen gesäumten Platz, auf dem sich einmal das erste abgerissene Haus befand, steht eine weißhaarige Dame auf ihrer Terrasse. Balkone und Geländer sind liebevoll geschmückt mit Petunien und Oleander, Stuhlkissen und Deko zeugen von regem Gebrauch. „Es war immer so schön hier“, sagt sie. „Aber was kann man ändern.“

Die Frau will ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Es müsse genügen, was sie als Anwohnerin zu erzählen habe, sagt sie. Wie fast alle im Weiler ist sie eine Alteingesessene, zwar nicht hier geboren, aber vor 50 Jahren durch ihre Hochzeit hierhergekommen.

Seitdem hat sie in ihrem Haus gewohnt, umgeben von denselben Menschen, eine verschworene Gemeinschaft. Hier gibt es nur Wohnhäuser, Höfe und ein Kirchlein, der nächste Ort ist mehrere Kilometer entfernt. Wer Brot braucht, kauft es beim Bäcker, der in einem blauen Kleintransporter bis vor die Haustür kommt.

Wasserexperte Schmid ist dafür verantwortlich, dass die Überschwemmungsfläche entstehen kann, also dafür, dass die Häuser der Isarmünder abgerissen werden. Sein Wasserwirtschaftsamt hat einen Experten engagiert, der den Wert der einzelnen Häuser geschätzt hat.

Dann haben sie den Anwohnern Angebote unterbreitet, in welcher Höhe, will Schmid nicht sagen. Schon seit fünf Jahren laufen die Gespräche über Isarmünds Zukunft. Doch, und das ist Schmid so wichtig, dass er es gleich mehrfach betont: „Die Absiedlung ist absolut freiwillig.“

Abreißen ist am günstigsten

Zwar wird es noch Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis alle Bewohner Isarmünds ihre Häuser verlassen haben. Erst müssen die neuen Häuser fertiggebaut werden, die Umzüge organisiert. Die meisten Einwohner ziehen nach Moos, die nächstgelegene Gemeinde. Doch die Bagger künden davon, dass das Ende Isarmünds bereits begonnen hat.

Die Menschen haben eigentlich gelernt, mit dem Hochwasser zu leben. Die Dame erzählt, dass sie den Keller immer als Erstes leer räumen, der laufe ohnehin voll. Zudem sei dort eine Tauchpumpe installiert. Isarmünd liegt nahe bei Deggendorf, einem der Orte, die unter dem Juni-Hochwasser am meisten gelitten haben. Weil in Deggendorf ein Damm brach, kam Isarmünd einigermaßen glimpflich davon, nur die Keller liefen voll, und im Erdgeschoss stand das Wasser 50 Zentimeter hoch. Die Spuren sieht man noch heute.

Dass das Hochwasser ein Problem ist, darin sind sich Anwohner und Wasserwirtschaftsamt einig. Die weißhaarige Dame sagt: „Gesund ist das nicht, immer wieder Wasser im Haus zu haben.“ Herr Schmid vom Wasserwirtschaftsamt sagt, es sei die Aufgabe seiner Behörde, die Anwohner vor Überschwemmungen zu schützen.

Das Amt habe vorher verschiedene Varianten durchkalkuliert, wie man diesen Schutz am besten umsetzen könne, neue Deiche, Deicherhöhungen. Dabei sei es um Naturschutz, aber auch um Wirtschaftlichkeit gegangen. Am Ende stand die Erkenntnis: „Der Schutz der Gebäude kostet mehr, als sie abzureißen.“ Man hätte für neun Häuser einen kompletten Deich erhöhen müssen. Da entschied man sich für die Umsiedlung.

Moos wirkt wie eine Verheißung

Die Isarmünder sind gespalten, was ihre Zukunft angeht, und eine Kluft zeigt sich auch zwischen Jung und Alt. Schräg gegenüber von der weißhaarigen Dame, einmal über die Wiese, wohnt eine andere ältere Dame: Franziska Bauer. Auch sie hat nach Isarmünd geheiratet, 1957 war das, und ist hier seitdem verwurzelt. „Für uns Alten wäre es schöner, wenn wir nicht mehr wegmüssten“, sagt Bauer.

Die weißhaarige Dame hat ihr Haus traditionell vor Jahren an die Kinder übergeben und wohnt jetzt im „Altenteil“. „Jetzt habe ich hier nichts mehr zu sagen“, seufzt sie. Für ihre Kinder, die heute selber Kinder haben, sei klar, dass sie wegziehen. Sie kennen den Ort aus ihrer eigenen Kindheit: Kein Bus außer dem Schulbus, kaum Kinder außer den Geschwistern. Da wirkt Moos wie eine Verheißung.

Auch in Moos wird ein kleines Stück Isarmünd erhalten bleiben. Mehrere der Anwohner bauen in ihrer neuen Heimat direkt nebeneinander, sodass sie auch künftig Nachbarn bleiben. Auch die beiden Damen werden beieinander bleiben.

Wenn Isarmünd untergeht und ihre eigenen, heute noch blumengeschmückten Häuser abgerissen wird, wollen sie bei aller Verbundenheit nicht dabei sein. „Das muss ich mir nicht antun“, sagt Frau Bauer. So pragmatisch die Isarmünder auch abwägen, am Ende behält das Herzblut doch die Oberhand.

Quelle: welt.de

Alsfeld. „Das Ganze hat ein Geschmäckle, vorsichtig gesagt“, verkündete Florian Sauermann am Freitagmorgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Alsfelder SPD/ALA-Koalition. Der stellvertrete SPD-Fraktionsvorsitzende machte zusammen mit dem ALA-Fraktionsvorsitzenden Michael Riese publik, dass eine finanzielle Unterstützung der Hessischen Landesregierung für die Reparaturen nach dem Berf-Hochwasser (Hochwasser Berfa) in großen Teilen gestrichen wurde.

Wie die beiden Fraktionsvorsitzenden vermuten, wurde diese Information während der „heißen Phase“ des Alsfelder Bürgermeisterwahlkampfes zurückgehalten.

Auf Grund starken Regens kam es am 5. Juni 2011 im Berftal zu einem Hochwasser, das die kommunale Infrastruktur in den Alsfelder Ortsteilen Eifa, Berfa, Elbenrod und Hattendorf in großen Teilen beschädigte. Der Schaden belief sich auf insgesamt 2,7 Millionen Euro. Die Stadt Alsfeld forderte daraufhin finanzielle Unterstützung vom Land Hessen an, das damals schnelle und unbürokratische Hilfe zusicherte. „Die Stadt Alsfeld hat damals einen Antrag auf Mittelzuweisung aus dem Landesausgleichsstock gestellt“, informierten Riese und Sauermann.

Jetzt, zwei Jahre später, teilte der Hessische Innenminister Boris Rhein der Stadt Alsfeld mit, dass 2,3 Millionen Euro der geltend gemachten Kosten nicht berücksichtigt werden konnten. Somit wurden nach Angaben der SPD und ALA insgesamt nur 367.680 Euro für „zuwendungsfähig“ erklärt.

Als Begründung führt das Hessische Innenministerium in einem Schreiben vom 4. April an, das der notwendige Neu- und Ausbau von Brücken und Straßen nur in Ausnahmefällen als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden könne.  Zudem könne für die geplanten Maßnahmen unter anderem die Erhebung von Anliegerbeiträgen in Betracht kommen, um sich zu refinanzieren. Das Land rät der Stadt Alsfeld weiterhin, die Kosten durch die Aufnahme von Investitionskrediten zu finanzieren und verweist in diesem Zusammenhang auf die Einnahme von 18,2 Millionen Euro aus dem kommunalen Schutzschirmprogramm.

Das Schreiben vom 4. April wurde der Stadt Alsfeld erst am 30. Juli zugestellt. „Es ist von wesentlicher Bedeutung, welchen Weg das Ministerschreiben offenbar genommen hat“, so Sauermann und Riese. Ganze 117 Tage dauerte die Zustellung vom Innenminister über das Regierungspräsidium Gießen bis zum Magistrat der Stadt Alsfeld.

Die SPD/ALA-Koalition erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass sich in dieser Zeit der Alsfelder Bürgermeisterwahlkampf in seiner „heißen Phase“ befand. „Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt hätten ein Recht darauf gehabt, in dieser Phase vom Inhalt dieses Schreibens zu erfahren“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden. Insbesondere die betroffenen Anlieger, welche aus Sicht des hessischen Innenministers Boris Rhein nunmehr zur Schadensregulierung an kommunaler Infrastruktur herangezogen werden sollen, hätten aus Sicht der SPD/ALA-Koalition ein Recht darauf gehabt. „Es handelt sich dabei um Bürgerinnen und Bürger, die zum jetzigen Zeitpunkt noch mit der Abwicklung ihrer persönlichen Schäden beschäftigt sind“, so Riese und Sauermann.

Die SPD/ALA-Koalition fordert nun von der Hessischen Landesregierung eine Erklärung, warum das Schreiben des Innenministers erst mit über dreimonatiger Verspätung und nach der Bürgermeisterwahl in Alsfeld eingetroffen ist. „Die Frage, warum dieses Schreiben mit diesem pikanten Inhalt über drei Monate und über den Bürgermeisterwahlkampf nicht im Alsfelder Rathaus eingegangen ist, steht im Raum“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden.

Quelle: nh24.de

Familie aus Neudietendorf bleibt auf Kosten von Hochwasser sitzen

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Neudietendorf (Gotha). Arndt Schumann (70) ist ein netter, älterer Herr, belesen und in vielen Sätteln gerecht. Aber er hat sich wohl dennoch vergaloppiert. Beim Hochwasser im Mai.

Schuld ist eigentlich das Urstromtal, in dem Neudietendorf liegt. Ein Kiesbett bildet die Basis für den Ort, hat Arndt Schumann herausgefunden, der von seinem Fachwissen als früherer Diplomingenieur für Bauwesen und Architekt profitiert. Und in diesem Kiesbett plätschert die Apfelstädt vor sich hin. Doch wehe, es regnet in Massen, wie im Mai. Dann steigt im Untergrund der Wasserpegel und drückt nach oben und von unten durch so manches Hindernis. Drückt sich sogar durch Beton. Wie bei den Schumanns in der Gartenstraße 9, obwohl das Haus gut 100 Meter vom Ufer der Apfelstädt entfernt steht.

 

Das hat die Apfelstädt nicht zum ersten Mal getan. Als im April 1994 ein extremes Hochwasser große Schäden anrichtete, stand das Wasser im Schumannschen Keller bei 105 Zentimeter Höhe. Vieles ging kaputt. Doch Schumanns hatten Glück, die Allianz zahlte seinerzeit.

 

Dieses Jahr waren es nur 12 Zentimeter Wasser im Keller und es ging nur weniges kaputt. Indes, die Allianz zahlt diesmal nicht, obwohl sich vertraglich nichts geändert hat. Am 5. Juni kam der für die Schumanns zuständige Vertreter der Allianz, Heiko Wycisk aus Erfurt, in die Gartenstraße. „Ich bewertete die Hausratschäden und fragte beiläufig, wie der Wasserschaden denn entstanden sei“, erinnert sich Heiko Wycisk. Als ihm Arndt Schumann sagte, das Wasser sei durch die Bodenplatte ins Haus gedrungen, klappte der Allianz-Mann das Buch sofort zu. Der Grund: keine Versicherung in Deutschland zahle bei einem Elementarschaden durch aufsteigendes Grundwasser, sagt er. Warum das so sei, kann Wycisk nicht sagen. Nur dass es definitiv so sei, ist ihm von seinem Konzern bindend vorgeschrieben. Gezahlt wird bei Hochwasser nur, wenn die Brühe durch Türen und Fenster von oben ins Haus läuft.

Was bei Arndt Schumann auf Unverständnis trifft. Aus mehreren Gründen. „Erstens ist der Schaden eine kausale Hochwasserfolge und kein mal so gestiegenes Grundwasser“, so Schumann. Zweitens: hätte er noch seine alte Versicherung aus DDR-Zeiten, die von der Allianz übernommen wurde, wäre gezahlt worden. Denn die Staatliche Versicherung hatte aufsteigendes Grundwasser explizit in ihren Verträgen als Schaden anerkannt. Schumanns aber hatten zum 1. Januar 1994 einen neuen Allianz-Vertrag bekommen, weil zuvor festgestellt worden war, dass sie unterversichert seien. Das sahen Schumanns ein. Was sie nicht wussten, war, dass aufsteigendes Grundwasser nun nicht mehr versichert war. Gesagt hat es ihnen auch keiner. Ergo: sie wären 2013 zwar geringer entschädigt worden, weil unterversichert, aber sie hätten etwas bekommen.

 

1994 wird der Schaden anerkannt, 2013 nicht

Zum Dritten, so Schumann, sei alles recht undurchsichtig. Der neue Vertrag begann am 1. Januar 1994 zu laufen. Am 12. April 1994 trat ein Hochwasserschaden bei Schumanns ein, der bei der Allianz gemeldet wurde. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, es habe sich um aufsteigendes Grundwasser gehandelt, versichert der 70-Jährige. Trotzdem zahlte die Allianz damals, obwohl sie laut neuem Vertrag eigentlich nicht hätte zahlen müssen. 19 Jahre später zahlt sie dann nicht. Glück habe er eben damals gehabt, meint Allianzvertreter Heiko Wycisk. Soll heißen, Astrid und Arndt Schumann bleiben 2013 auf ca. 2000 Euro Hausratschaden – denn auch für den gibt es bei aufsteigendem Grundwasser nichts – und einem noch nicht bezifferten Gebäudeschaden sitzen.

 

Marianne Stietz von der Verbraucherzentrale Thüringen kennt diese Fälle. Sie kritisiert zum einen, dass es fair gewesen wäre, von der Allianzvertreterin, die 1994 für die Schumanns zuständig war, darauf hinzuweisen,dass mit dem neuen Vertrag diverse Schäden nun nicht mehr abgedeckt seien. Zum anderen hat sie beobachtet, dass die Allianz versucht, Kunden, die noch immer die alten DDR-Versicherungsverträge haben, loszuwerden. Notfalls auch per Vertragskündigung oder mit Androhung höherer Beiträge und Selbstbeteiligungssummen. Dennoch ihr eindringlicher Rat an alle, die Hochwasserschäden fürchten müssen: „Auf keinen Fall freiwillig von einem bestehenden DDR-Altvertrag trennen“.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasserhilfen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ausgezahlt

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Nach dem Juni-Hochwasser sind im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Spenden und Soforthilfen ausgezahlt worden. Das Geld sei in diesen Tagen auf die Konten der Betroffenen überwiesen worden, sagte ein Sprecher des Landkreises am Freitag. Aus dem Förderprogramm von Bund und Ländern konnten insgesamt 189 000 Euro an betroffene Privatleute und Kleinunternehmer verteilt werden. Fast 120 Haushalte und 37 Unternehmer hatten Anträge auf Soforthilfen gestellt.
Mehr als 63 000 Euro gingen allein auf dem Spendenkonto des Landkreises ein. Davon bekam die besonders vom Hochwasser betroffene Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel an der Saale 21 000 Euro, die über die Gemeinde an Betroffenen verteilt werden sollten. In anderen Orten erhielten 55 Hausbesitzer jeweils 700 Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden. 3500 Euro gingen an gemeinnützige Einrichtungen und Kirchen
Quelle: focus.de/
Trotz schwieriger Wetterbedingungen ist der Bauernverband zufrieden mit der Ernte – weil einige Regionen verschont blieben. Für Kartoffeln und Mais sieht es dagegen schlechter aus. Das werden die Verbraucher an der Kasse zu spüren bekommen.
Mit 46,8 Millionen Tonnen werden die Bauern drei Prozent mehr Getreide einfahren als 2012, wie der Verband am Donnerstag in Berlin bekanntgab. Beim Raps werde der Ertrag sogar bei 5,6 Millionen Tonnen und damit um 17 Prozent höher liegen als im Vorjahr.

Mit diesem Ergebnis könne man „durchaus zufrieden sein“, sagte der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbands und Vorsitzende des Fachausschusses für den Ackerbau, Wolfgang Vogel. Wegen des Wetters sei schon lange nicht mehr mit einer Spitzenernte zu rechnen gewesen. Kälte, Hitze und Hochwasser hätten aber nicht allen Landwirten zu schaffen gemacht.

Wettergrenze zwischen Köln, Hannover und Berlin

„Sie können etwa eine Linie ziehen von Köln über Hannover nach Berlin. Alles, was unterhalb dieser Linie ist, hat extrem unter den Witterungsbedingungen zu leiden gehabt“, erklärte Vogel. Oberhalb der Linie hätten die Bauern aber von einem Bilderbuchwetter profitiert. „Sie haben immer zur richtigen Zeit, im letzten Moment Wasser bekommen.“

Auch wenn sich die Erwartungen bei Getreide und Raps verbessert haben – bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben malt der Bauernverband ein trüberes Bild. Die Kartoffelbauern werden wahrscheinlich unter zehn Millionen Tonnen einfahren, befürchtet der Verband. Schon 2012 waren es nur 10,6 Millionen Tonnen gewesen – fast ein Fünftel weniger als im Spitzenjahr 2004.

Damals ernteten die Bauern 13 Millionen Tonnen Kartoffeln.

Auch Spargel-, Erdbeer- und Hopfenbauern betroffen

Der Mengenrückgang macht sich auch an den Preisen bemerkbar. Die Erzeugerpreise liegen laut Bauernverband derzeit bei 30 Euro je 100 Kilogramm Kartoffeln. 2012 waren es weniger als 20 Euro. Die Entwicklung spüren schlussendlich die Verbraucher an der Supermarktkasse: Kartoffeln kosteten im Juli 44 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, meldete kürzlich das Statistische Bundesamt.

Das Wetter machte außerdem den Spargel-, Erdbeer- und Hopfenbauern einen Strich durch die Rechnung. Der Bauernverband geht von zehn Prozent weniger Spargel, sieben Prozent weniger Erdbeeren und 23 Prozent weniger Hopfen aus.

Quelle: focus.de

 

Ferienpark ist nun sicher vor Hochwasser

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

HEILIGENHAFEN · Auch wenn die Stürme die Wellen gegen die Warder peitschen und der Wasserstand der Ostsee steigt, können die Bewohner des Ferienzentrums entspannt aus dem Fenster schauen, denn die Wohnanlage kann jetzt dem nächsten Jahrhundert-Hochwasser bis 2,60 Meter über Normal Null (NN) trotzen. Gestern wurde die Hochwasserschutzmaßnahme abgeschlossen und durch das Planungsbüro Wald & Kunath vorgestellt.

Bürgermeister Heiko Müller nahm die Gelegenheit zum Anlass, um auf die Bedeutung des Hochwasserschutzes für Heiligenhafen hinzuweisen. Der Verwaltungs-chef sprach von einer zukunftsweisenden Entscheidung der Eigentümer und der Verwaltungsbeirates. In den Kosten, die mit 470 000 Euro genannt wurden, sind auch alle Nebenkosten enthalten.

Eigenanteil bei etwa 280 Euro pro Appartement

Wie Heiko Müller betonte, sei es gelungen, Fördermittel in Höhe von 112 000 Euro vom Land einzuwerben. Da die Förderung 90 Prozent betrage, habe die Stadt Heiligenhafen die fehlenden zehn Prozent aufgebracht, sagte der Bürgermeister. Teilt man die Kosten durch 1 694 Appartements so könnte der Eigenanteil bei etwa 280 Euro pro Wohnung liegen.

Das Endstück des Hochwasserschutzes ist ein motorgetriebener Schieber, der die Regenwasserentwässerung des Ferienzentrums bei Hochwasser von der Ostsee trennt. Trotzdem kann der Ferienpark in diesem Falle nicht von hinten durch Regenwasser volllaufen, denn es gibt eine zweite Entwässerung in den Binnensee. Der Hochwasserschutz im Ferienzentrum verläuft mit einer Winkelstützwand von den Garagen im Süden kommend über begrünte Erdwälle bis zur Elefantenbrücke. Bei einem Hochwasserschutz von 2,60 Meter über NN sind auch die Parkplätze vor einer Überflutung sicher.

Für Bürgermeister Müller sollte jetzt der letzte Teil des Hochwasserschutzes in der Heiligenhafener Altstadt in Angriff genommen werden. Heiko Müller forderte auch hier die Unterstützung durch die Stadtvertretung ein. Noch stehe die Zusage des Ministeriums für eine 90-prozentige Förderung. In den Hochwassergebieten an der Elbe, wie in Lauenburg betrage die Förderung des Landes nur noch 80 Prozent. Nur ein geschlossener Hochwasserschutz könne funktionieren, sagte Heiligenhafens Bürgermeister.

Quelle: fehmarn24.de

Millionen für Hochwasserschutz in Harras

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Harras (Landkreis Hildburghausen). Der Freistaat investiert in den kommenden zwei Jahren knapp 7,5 Millionen Euro in den Hochwasserschutz in der Ortslage Harras.

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz nahm am Freitag zusammen mit Kommunalvertretern vor Ort den ersten Spatenstich für neue Hochwasserschutz-Mauern vor. „Mit dem Gesamtpaket der Investitionen verhindern wir einen möglichen Gesamtschaden von etwa 16 Millionen Euro. Kosten und Nutzen des Schutzes stehen hier in einem gesunden Verhältnis“, sagte Reinholz in Harras.

 

In der Ortslage werden bis Herbst 2015 neue Schutzmauern, Deiche und Entwässerungsleitungen entstehen, das Abflussprofil der Werra wird erweitert, eine Brücke erhält einen zusätzlichen Durchlass und der Rottenbach der in Harras in die Werra mündet wird naturnah gestaltet. Damit werden 18 Hektar bebautes Gebiet und 230 Häuser vor einem „Jahrhunderthochwasser“ (HQ 100) geschützt. Der Freistaat finanziert das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der Gemeinschafts¬aufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) von Bund und Ländern.

Bislang treten in Harras schon bei einem kleineren Hochwasser, wie es statistisch alle fünf Jahre vorkommt, Schäden in der Ortslage auf. Das jetzige Vorhaben geht auf eine Studie zum Hochwasserschutz an der oberen Werra von 2008 zurück, das Planfeststellungsverfahren begann im Frühjahr 2012. Vom großen Hochwasser im Mai/Juni 2013 blieb der Ort weitgehend verschont.

 

Minister Reinholz verdeutlichte am Beispiel von Harras eine Grundlinie des Thüringer Hochwasserschutzes: „Innerorts schützen wir die Menschen mit technischen Anlagen, außerhalb der Ortslagen lassen wir die natürliche Ausuferung zu.“

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Pegel von Bleiloch und Hohenwarte werden gesenkt

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Die Pegel in den Stauseen Bleiloch und Hohenwarte werden in den kommenden ­Wochen allmählich herunter­gefahren. Seit Dienstag geht zunächst der Pegel im Hohenwartestausee kontinuierlich zurück, um bis Ende September auf einen Stand von 299,5 Meter über NN zu kommen.
Hohenwarte/Saalburg. Am Donnerstag lag der Pegel bei 301,95 Meter über NN.

Damit soll im Hohenwartespeicher Stauraum geschaffen werden für die geplante Absenkung des Bleilochstausees. Ab der letzten Septemberwoche wird dort der Pegel, der aktuell bei 405,25 Meter über NN liegt, kontinuierlich abgesenkt, um bis zur 43. Kalenderwoche auf einen Pegel von 402 Meter über NN zu kommen. Das sind acht Meter unter der Vollstauhöhe, die zuletzt beim Hochwasser im vergangenen Frühjahr erreicht worden ist.

Quelle: otz.de

 

 

Zweieinhalb Stunden im Schulbus nach Greiz

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Bergas Schüler lernen nach der Flut im Ausweichquartier Berufsschule I in Greiz. Für Wünschendorfer Schüler würde der Schulweg per Bahn nur 40 Minuten betragen, doch selbst zu bezahlen sein. Kein Kompromiss in Sicht?

Wünschendorf/Greiz. Bei vielen Wünschendorfer Schülern sind die Schultaschen für Montag schon gepackt. Doch rechte Freude auf den 1. Schultag will sich nicht einstellen.

Seit das Juni-Hochwasser ihre Bergaer Schule flutete, besuchen die Regelschüler aus Wünschendorf, Berga und dem Einzugsgebiet die Berufsschule I in Greiz als Ausweichquartier. „Die Kinder sind am Tag etwa zweieinhalb Stunden im überfüllten Schulbus unterwegs“, beschreibt Anja Elsner, Mutti der 12-jährigen Pia die komplizierte Situation. Pia verträgt Auto- wie Busfahren schlecht. „Das geht nicht nur mir so, auch anderen Kindern. Vor allem bei der Heimfahrt stehen manche von uns im überfüllten Bus oder sitzen am Boden. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nach vorne fallen. Dazu der Lärm von 50 Schülern.“ Selbst bei nur sechs Stunden Unterricht, erläutert Neuntklässlerin Sophie Löschner, seien sie erst 16.30 Uhr zu Hause, dann folgen Hausaufgaben und Lernen, früh 6 Uhr heißt es wieder aufstehen. Myriam Ratzer, 10. Klasse, fragt: „Wann sollen wir uns zusammensetzten, um im Februar unsere Projektarbeiten abzuliefern? Da bleibt kaum noch Zeit.“ Für Hobbys ohnehin nicht. Pia, Kreisjugendmeisterin im Dressurreiten, musste ihre Übungsstunden in Köckritz absagen. Trotzdem spricht sie auch für andere Schüler: „Die Lehrer sind sehr verständnisvoll, überlasten uns nicht mit Hausaufgaben. Am Stundenplan können sie keine Abstriche machen. Wir wollen ja selbst das ganze Pensum lernen.“ Viele der Familien der Schüler tragen noch an den Hochwasserfolgen. In Pias Kinderzimmer wohnt die 85-jährige Uroma, Familie Steinmann ist ganz aus dem Haus ausgezogen.

Hintergrund aller Aufregung ist die Tatsache, dass die Fahrt mit der Bahn für die Wünschendorfer und Bergaer Schüler weitaus schneller und bequemer wäre als der Bus. Statt zweieinhalb Stunden wären die Wünschendorfer Mädchen und Jungen nur 40 Minuten unterwegs. Doch für die Bahn gibt es keine Schülerfahrkarten. Per 31. Juli sind sie ausgelaufen, gelten nun nur für den Schulbus. Bahntickets für 4,30 Euro für unter 14-Jährige und 6,30 Euro für Ältere täglich bedeuten bei mehreren Schulkindern in der Familie einen tiefen Schnitt ins Familienbudget.

Anja Elsner, die sich mit ihrer Bitte um Änderung ans Landratsamt gewandt hatte, wurde gesagt, dass die Fahrzeit zumutbar sei. Die OTZ-Nachfrage ergab leider kein anderes Ergebnis. So ließ die Landrätin mitteilen, dass „der Landkreis als Schulträger bei allem Verständnis eine vertretbare Lösung für alle 175 Schüler der Regelschule Berga aus Berga, Neumühle, Wünschendorf und Umland mit den Busunternehmen gefunden hat. Der von Wünschendorfer Eltern favorisierte Schülertransport mit der Bahn steht jedem offen, dann aber auf eigene Kosten. Die Schülerbeförderung komplett per Bahn abzusichern, kann nach Auskunft der Bahnanbieter aus Kapazitätsgründen nicht gewährleistet werden.“

Die Bahn informierte OTZ: „Die DB Regio erbringt die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Freistaats, vertreten durch die Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS). Im Verkehrsvertrag ist auch das Sitzplatzangebot geregelt. Danach erfolgt die Ressourcenplanung für Fahrzeuge und Personal. Ergibt sich ein vom Vertrag abweichendes Beförderungsbedürfnis, sollte sich das Landratsamt an die NVS wenden.“

Auf einen Wiederbezug der Bergaer Schule hofft das Landratsamt bis Jahresende. Und wenn nicht? Könnte es vielleicht doch einen Kompromiss im Sinne der Schüler geben? Vielleicht einen Waggon mehr oder die Verrechnung des staatlich finanzierten Busgeldes mit dem privat gekauften Bahnticket?

Quelle: otz.de

Zimmern. Das Hochwasser in Thüringen ist längst weg, doch die Touristen halten sich bei ihren Buchungen zurück. Werbung soll Verunsicherung entgegenwirken. Ein Sommerteam der Thüringer Tourismus GmbH reist durchs Land.

„Wie ganz Ostdeutschland hat auch Thüringen mit einem touristischen Imageschaden zu kämpfen“ , sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig . Er kündigte eine verlängerte Kampagne an, in der unter anderem die einstigen Hochwassergebiete beworben werden. Auch der Park an der Ilm in Weimar lädt wieder zum Bummel, lautet eine der Botschaften.

Die Thüringer Tourismusgesellschaft wirbt ihrerseits mit einem Sommerteam um die Urlauber. Seit Anfang Juli sind Kathrin und Katrin gemeinsam an jedem Wochenende unterwegs, um verschiedene Ecken des Landes zu durchstreifen und die Besonderheiten der Regionen zu erkunden.

„Wir kennen vorher immer nur ein Stichwort, lassen uns dann von dem überraschen, was auf uns zukommt“, verrät Katrin Silvers. An diesem Tag war es der Baumkronenpfad im Hainich. „Unesco Weltnaturerbe“ – weithin sichtbar kündet die Tafel von dieser Auszeichnung.

Erst seit zwei Jahren darf sich der „Urwald mitten in Thüringen“ mit dem Titel schmücken, doch dessen Wirkung ist immens. „Wir werden von vielen Besuchern gezielt darauf angesprochen“, bestätigt Ranger Gerd Frixel beim Besuch des Sommerteams der Thüringer Tourismusgesellschaft.

Der 55-jährige aus Weberstedt gehört zu den Parkführern der ersten Stunde, der von Anfang an dabei war. Doch in den letzten Jahren habe der Andrang spürbar zugenommen, das habe sicher auch mit dem Titel zu tun, ist Frixel überzeugt.

Gemeinsam mit dem Thüringen-Team erkundet er den Hainich. „Gewaltig“ entfährt es den beiden Frauen, als Frixel an drei Stationen die Ausmaße der größten Bäume der Welt veranschaulicht. In Kalifornien stehen diese Mammutbäume, die bis zu 116 Meter hoch werden.

Holz aus dem Hainich ist unverkäuflich. Hier wird nicht bewirtschaftet, hier überlässt man die rund 1500 Hektar Waldfläche allein der Natur.

„Wir bieten spezielle thematische Wanderungen zu Themen wie Pilze, Kräuter oder Nachtwanderungen an“ , verrät Frixel. Geführt könne man den Wald auch im Dunkeln durchstreifen, auf eigene Faust sollte man es unterlassen, sagt der Experte. Immer wieder bekomme man nachts Hilferufe und müsse dann Wanderer suchen.

Beeindruckt zeigten sich die jungen Frauen vom Gang über den Baumkronenpfad. Es sei eine völlig ungewohnte Perspektive, sagten sie hinterher.

Allerdings hätten sie sich etwas mehr Ruhe gewünscht, sagen Katrin und Kathrin. Die bekommen sie später beim Yoga über den Baumwipfeln.

Am Wochenende ist das Sommerteam erneut unterwegs. Thüringen hat viel zu bieten, das beweisen auch die Bilder und Texte des Teams im Internet.

Quelle: otz.de

Während der Hochwasserkatastrophe im Sommer waren Tausende Helfer von Feuerwehr, Bundeswehr und Hilfsorganisationen im Einsatz. 30 von ihnen erhalten heute beim Tag der Offenen Tür von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich eine Medaille.

Evakuieren, Auffüllen und Verteilen von Sandsäcken, Aufräumen in verwüsteten Häusern – die Helfer waren wochenlang im Einsatz, um die Betroffenen zu unterstützen. Das Hochwasser erreichte in diesem Jahr ein Ausmaß, dass nicht nur Feuerwehren oder Technisches Hilfswerk zum Einsatz kamen, sondern auch Polizei und Bundeswehr. 30 Helfer zeichnet Friedrich am Tag der Offenen Tür der Bundesregierung mit einer Fluthelfermedaille aus.

Quelle: br.de

Mehr Schutz gegen Hochwasser

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Stolberg. Die Bezirksregierung Köln hat die Überschwemmungsgebiete des Malefinkbaches, des Baaler Baches (beide untere Rur), des Ellebaches (mittlere Rur), des Omerbaches, des Wehebaches (beide Inde) und der Wiehl (Agger) neu festgelegt. Für den Omerbach und den Wehebach, die die Stadt Stolberg betreffen, sogar erstmalig

„Die Festlegung ist ein Prozess, der Zeit braucht. Für die Rur gibt es beispielsweise schon sehr lange solche Festlegungen“, sagt Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER). Für Omer- und Wehebach aber noch nicht. Das hat sich nun geändert.

Für die Stadt Stolberg bedeutet das, dass, vereinfacht gesagt, „da nichts mehr gemacht werden darf“, sagt Seiler. Kein Baugebiet, aber auch keine Baum- und Strauchbepflanzung, keine gelagerten Gegenstände, die den Wasserabfluss behindern oder fortgeschwemmt werden könnten, und ebenso wenig Ackerland. Allerdings geht es auf dem Stolberger Stadtgebiet – anders als beispielsweise in Luchem (Wehebach) oder Heistern (Omerbach) nur um ganz minimale Flächen. Die neue Festlegung gilt nun überall für 40 Jahre und dient dem Hochwasserschutz. „Das ist wichtig für die Bauplanung einer Kommune“, sagt Seiler. „Die Hochwasser-Risikomanagementrichtlinie erfordert, dass Hochwassergefahrenkarten erstellt werden.“

Sperrige Worte für ein ganz einfaches Prinzip: Stolberg und vor allem Stolberger sollen ebenso wenig wie andere Kommunen unter Wasser stehen. Und das werden sie wohl auch nicht – zum einen durch Vorkehrungsmaßnahmen. Zum anderen sind die Zonen, die nun ausgewiesen worden sind, unkritisch, bestätigt ein Sprecher der Stadt Stolberg. Es handele sich um Grünflächen.

Diese dienen nun dem Erhalt natürlicher Rückhalte- und Überflutungsflächen und werden bei einem 100-jährigen Hochwasser zur Entlastung beansprucht und gegebenenfalls überschwemmt. „Das ist ein statistischer Wert, der anzeigt, wie oft in 100 Jahren welche Flächen betroffen wären“, erklärt Seiler. Mithilfe dieses Wertes werden die entsprechenden Gebiete dann festgelegt.

Doch nicht nur das, es werden noch weitere Schutzmaßnahmen getroffen. „Am Omerbach wurden bereits drei Hochwasserrückhaltebecken gebaut“, berichtet Seiler. Für den Wehebach laufen die Planungen noch. Welche Maßnahmen dort vielleicht noch getroffen werden müssen, legt die Bezirksregierung Köln fest. Die Kommunen und auch der Wasserverband Eifel-Rur werden entsprechende Maßnahmen dann – wenn nötig – umsetzen. Wer sich die Karte mit den eingezeichneten Überschwemmungsgebieten in der Region ansehen möchte, kann dies tun auf der Webseite der Bezirksregierung.

Mehr Schutz gegen Hochwasser – Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/mehr-schutz-gegen-hochwasser-1.642666#1859560155

 

„Die Festlegung ist ein Prozess, der Zeit braucht. Für die Rur gibt es beispielsweise schon sehr lange solche Festlegungen“, sagt Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER). Für Omer- und Wehebach aber noch nicht. Das hat sich nun geändert.

 

Für die Stadt Stolberg bedeutet das, dass, vereinfacht gesagt, „da nichts mehr gemacht werden darf“, sagt Seiler. Kein Baugebiet, aber auch keine Baum- und Strauchbepflanzung, keine gelagerten Gegenstände, die den Wasserabfluss behindern oder fortgeschwemmt werden könnten, und ebenso wenig Ackerland. Allerdings geht es auf dem Stolberger Stadtgebiet – anders als beispielsweise in Luchem (Wehebach) oder Heistern (Omerbach) nur um ganz minimale Flächen. Die neue Festlegung gilt nun überall für 40 Jahre und dient dem Hochwasserschutz. „Das ist wichtig für die Bauplanung einer Kommune“, sagt Seiler. „Die Hochwasser-Risikomanagementrichtlinie erfordert, dass Hochwassergefahrenkarten erstellt werden.“

 

Sperrige Worte für ein ganz einfaches Prinzip: Stolberg und vor allem Stolberger sollen ebenso wenig wie andere Kommunen unter Wasser stehen. Und das werden sie wohl auch nicht – zum einen durch Vorkehrungsmaßnahmen. Zum anderen sind die Zonen, die nun ausgewiesen worden sind, unkritisch, bestätigt ein Sprecher der Stadt Stolberg. Es handele sich um Grünflächen.

 

Diese dienen nun dem Erhalt natürlicher Rückhalte- und Überflutungsflächen und werden bei einem 100-jährigen Hochwasser zur Entlastung beansprucht und gegebenenfalls überschwemmt. „Das ist ein statistischer Wert, der anzeigt, wie oft in 100 Jahren welche Flächen betroffen wären“, erklärt Seiler. Mithilfe dieses Wertes werden die entsprechenden Gebiete dann festgelegt.

 

Doch nicht nur das, es werden noch weitere Schutzmaßnahmen getroffen. „Am Omerbach wurden bereits drei Hochwasserrückhaltebecken gebaut“, berichtet Seiler. Für den Wehebach laufen die Planungen noch. Welche Maßnahmen dort vielleicht noch getroffen werden müssen, legt die Bezirksregierung Köln fest. Die Kommunen und auch der Wasserverband Eifel-Rur werden entsprechende Maßnahmen dann – wenn nötig – umsetzen. Wer sich die Karte mit den eingezeichneten Überschwemmungsgebieten in der Region ansehen möchte, kann dies tun auf der Webseite der Bezirksregierung.

 

Quelle: aachener-zeitung.de

 

Stolberg. Die Bezirksregierung Köln hat die Überschwemmungsgebiete des Malefinkbaches, des Baaler Baches (beide untere Rur), des Ellebaches (mittlere Rur), des Omerbaches, des Wehebaches (beide Inde) und der Wiehl (Agger) neu festgelegt. Für den Omerbach und den Wehebach, die die Stadt Stolberg betreffen, sogar erstmalig

Mehr Schutz gegen Hochwasser – Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/mehr-schutz-gegen-hochwasser-1.642666#399621039