Archiv für August 22, 2013

Rüßdorf bekommt wieder eine Brücke

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Bauarbeiten sollen bis 26. September fertig sein.

Rüßdorf. Die Bauarbeiten an der Brücke in Rüßdorf können beginnen. In seiner Sitzung am Dienstag beschloss der Gemeinderat der Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf einstimmig, die Notinstandsetzung an die Caspar Bau GmbH in Greiz zu vergeben.

 

Sie soll 48.968,44 Euro kosten und bis spätestens 26. September abgeschlossen werden. Die Gelder kommen aus der Fluthilfe vom Land. Die Fertigstellung sei wetterabhängig, wie Gunter Walzel vom Bauamt betonte. Da der größte Teil der Arbeiten zudem aus dem Flussbett heraus durchgeführt werden muss, sei auch der Wasserstand von Bedeutung.

 

Die Notinstandsetzung soll aber nur den Ist-Zustand der Brücke vor dem Hochwasser wiederherstellen. Problematisch bleibt, dass die Überquerung weiterhin nur für Fahrzeuge bis fünfeinhalb Tonnen zugelassen ist. Daher wird über den Bau einer Furt nachgedacht, die auch Landwirtschaftsfahrzeugen eine offizielle Zufahrt ermöglichen soll. Der Agrargenossenschaft Markersdorf gehört ein Großteil der Felder auf der momentan nicht erreichbaren Elsterseite. Bis eine solche Baumaßnahme jedoch Realität werden kann, wird einige Zeit vergehen. Noch müssen die Fördermöglichkeiten für das Projekt ausgelotet werden.

Quelle: otz.de

Zwötzener Wehr wird wieder aufgebaut

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

1,8 Millionen Euro Kosten und eine Bauzeit bis Herbst 2014 schätzen die Planer. Bis dahin fällt das Wasserkraftwerk aus.

Gera. Auf dem Ufer der Weißen Elster am Zwötzener Wehr liegen lange Reihen Granitblöcke. Seit Tagen werden die riesigen schweren Steine mit schwerem Gerät aus dem Fluss geholt. Es sind Steine vom Zwötzener Wehr, die von der Wucht des Hochwassers Anfang Juni weggespült wurden. Dabei ist auch ein Quader, der die Jahreszahl 1876 trägt, das Jahr, in dem das Wehr in Gera errichtet wurde.

 

„Die Anlage wird wieder aufgebaut.“ Das erklärte gestern der Hauptplaner und Oberbauleiter Stefan Handrich vom Ingenieurbüro Handrich aus Dresden Abgeordneten der Thüringer SPD-Landtagsfraktion. Sie waren nach Gera gekommen, um Schäden nach dem Hochwasser auch auf einer Schlauchboottour zu erkunden.

 

Das Wehr gehört zwar dem Land. Zuständig für den Wiederaufbau ist aber die Betreiberin des Kleinwasserkraftwerkes daneben, die die Stauanlage für die Stromgewinnung gepachtet hat. Seit dem Hochwasser stehen die Turbinen still, weil das Wehr seine Funktion derzeit nicht erfüllen kann. „In unser Turbinenhaus ist zum Glück kein Wassereingedrungen“, sagte Karsten Wunderlich. Der Mitarbeiter der Wasserkraftanlage (WKA) Gera GmbH & Co. wird länger warten müssen, bis die Turbine wieder laufen kann. Noch ist nicht geklärt, ob die Versicherung des Unternehmens den Schaden am Wehr begleichen wird. „Wir werden aber erst einmal Aufbauhilfe beantragen“, sagte Planer André Richter. Sollte die Versicherung später doch zahlen, werde die Hilfe zurückgegeben. Laut den Planern werden etwa 1,8 Millionen Euro nötig sein, um das Zwötzener Wehr mit allem was dazu gehört, wieder aufzubauen. Die Bauzeit wird voraussichtlich bis zum Herbst 2014 andauern.

 

Wehr und Kraftwerk sind durchaus umstritten

„In diesem Jahr können wir kaum noch beginnen, mit dem Herbstregen steigt der Flusspegel. Das macht das Bauen zu aufwendig“, sagen die Planer. Deshalb ist das nächste Frühjahr als Baustart avisiert. Bis das Wehr wieder errichtet ist, wird das Kraftwerk still stehen. Das sind binnen eineinhalb Jahren Stillstand etwa drei Millionen Kilowattstunden Energie, die nicht produziert werden. Den Verlustausfall für das Kraftwerksunternehmen wollen die Planer dann doch lieber nicht hochrechnen. Die Einspeisevergütung liegt bei derzeit etwa 7,7 Cent je Kilowattstunde.

 

In Gera sind das Wehr und das Wasserkraftwerk durchaus umstritten, weiß auch der Ostthüringer SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb . Denn beide Bauwerke sind Hindernisse für die naturnahe Entwicklung im Fließgewässer. Die Fischtreppe, die zwischen dem Wehr und dem Kraftwerk existiert hat, ist vom Hochwasser auch zerstört worden. „Sie soll auch wieder aufgebaut werden nach den neuesten Standard“, sagen die Planer. Über die Fischtreppe soll den Lebewesen im Wasser der Aufstieg flussaufwärts ermöglicht werden. Auch ein Fischrechen soll mit dem Wiederaufbau des Wehr errichtet werden, damit Fische nicht in das Kraftwerk schwimmen.

 

Mit dem Wiederaufbau des Wehrs und dem Anlaufen der Turbine ist es an der Weißen Elster allein nicht getan. Nach der SPD-Elstertour resümierte Wolfgang Lemb : „Wir müssen darauf dringen, dass die geplanten Schutzanlagen schnell gebaut werden und das Land dafür das nötig Geld zur Verfügung stellt. Und dort, wo die Planungen für den Hochwasserschutz in Gera noch nicht fertig sind, müssen sie schnell fertig gestellt werden.“

Quelle: otz.de

Angelika Munteanu kommentiert: Bootstour mit Hindernissen

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Angelika Munteanu sieht noch viel Arbeit am und im Fluss

Den Spaß bei der Arbeit mit einer Schlauchboottour auf der Weißen Elster, wie in gestern SPD-Genossen vom Thüringer Landtag hatten, würde sich mancher wünschen. Der Erkundungstrip nach dem Hochwasser hat aber auch einiges zu Tage gebracht. Denn ganz ungehindert und trockenen Fußes kamen die Abgeordneten nicht übers Wasser. Gleich am zerstörten Wehr liegt der Abzweig zum Mühlgraben. Vor den verschlossenen Schotten türmen sich Müll und Geröll. Wenige Meter flussabwärts ist die Elster verlandet mit angeschwemmtem Sand und Steinen. Das Ufer ist beschädigt und der seit Jahren marode Zwötzener Damm nach dem Hochwasser auch. Hier ist das Land zuständig, Schäden zu beseitigen und endlich den Damm für den Hochwasserschutz zu erneuern. Weiter flussabwärts vor Heinrichsgrün ist die Elster meist seicht. Auch gestern. Die SPD musste dort ihre knallroten Gummiboote übers Wasser tragen.

Quelle: otz.de

Saalebetreuungswerk Jena: Behinderte kehren am Montag zurück

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

In der Werkstatt für Behinderte des Saalebetreuungswerkes sind die gröbsten Schäden des Hochwassers beseitigt.

Jena. Von Normalität kann noch keine Rede sein in der Werkstatt für Behinderte in Zwätzen. Dass das Wasser der Saale am ersten Juni-Wochen­ende 35 Zentimeter hoch im Haus stand, das ist noch immer an vielen Stellen zu sehen. Trotz neuer Türen und teilweise ­sanierter Fußböden bleibt sehr viel Kleinarbeit.

 

Dennoch kehren am kommenden Montag die ersten 150 behinderten Menschen aus den Ausweichquartieren in der Goethe-Schule in Winzerla und vom Sanitärhersteller Sanit in Eisenberg an ihre angestammten Arbeitsplätze zurück. „Die Wände sind dank der Heizgebläse wieder trocken und Dienstag wurden alle Räume über große Vernebler desinfiziert“, sagt Werkstattleiter Kai Pfundheller. Besonders wichtig: Die Groß­küche ist wieder einsatzbereit. „Sie ist das Herzstück unserer Werkstatt, weil sie nicht nur unsere Mitarbeiter und Heim­bewohner versorgt, sondern auch zwei Schulen und drei Kindergärten“, sagt Grit Kersten. Die Geschäftsführerin des ­Saalebetreuungswerkes hat sich von Küchenchef Lutz Hain zur Wiedereröffnung Matjeshering mit Salzkartoffeln bestellt. „Den kann er am besten“, sagt Grit Kersten. Noch bis Ende September fällt dagegen die Druckerei komplett aus. „Zwei kleinere ­Digitaldruckmaschinen konnten repariert werden, unsere große Offset-Druckmaschine ist dagegen nicht mehr zu retten“, sagt Teamleiterin Franka Wichert. Die neue Maschine kostet runde 330″000 Euro. Der Gesamtschaden in der Zwätzener Einrichtung kletterte inzwischen auf 1,2″Millionen Euro. Zusätzlich zu den 700″000 Euro für die bauliche und technische Wiederherstellung summieren sich die Umsatzausfälle der Produktion.

„Wir hoffen, dass wir über die Hochwasserhilfe der Bundes­regierung wenigsten einen Teil der Schäden finanziell ab­decken können“, sagt Grit Kersten. Sehr erfolgreich war die Spendenaktion für die Behindertenwerkstatt mit einer Gesamtsumme von bisher 140″000 Euro. Gestern brachten Michael Kaßler und Jan Steinbrück von der Sparkasse Jena-Saale-Holzland noch einen Scheck über 5000 Euro vorbei. Grit Kersten bedankt sich ganz herzlich bei allen Spendern.

 

Nach der Sanierung des ­Gebäudes wird sich das Saale­betreuungswerk auch damit ­beschäftigen, was zu tun ist, ­damit künftige Hochwasser nicht wieder solch einen Schaden anrichten. „Ich hoffe, wir finden da eine gemeinsame ­Lösung mit der Stadt für das ­gesamte Gewerbegebiet am Flutgraben“, sagt Grit Kersten.

Quelle: otz.de

Hahn Elektro aus Greiz unterstützt Flutopferhilfe

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Obwohl das Unternehmen selbst durch die Flut betroffen war, hat es 2000 Euro gespendet.

Greiz. „Das Hochwasser hatte auch uns erwischt, auf 15.000 bis 20.000 Euro beläuft sich unser Schaden“, sagte gestern Heiko Geßner, Prokurist der Hahn Elektroanlagen GmbH aus Greiz. „Trotzdem möchten wir anderen Leuten helfen.“ So hat die Fa. Hahn der Interessengemeinschaft (IG) Greizer Neustadt eine Spende in Höhe von 2000 Euro für Flutopferhilfs­projekte überreicht. IG-Vor­sitzender Steffen Dinkler dankte für das Vertrauen und kündigte an, dass das Geld in der Greizer Neustadt bleiben werde.

Die IG habe bislang „knapp 8000 Euro“ an Flutspenden gesammelt, so Dinkler. 5000 Euro davon seien Zielspenden gewesen, vom übrigen Geld sei bislang in Abstimmung mit der Stadt einem Flutopfer in der Rosa-Luxemburg-Straße geholfen worden. Über weitere Hilfs­anträge soll in Kürze entschieden werden. „Es war uns von vornherein klar, dass wir so viele Spenden nicht bekommen werden, auch weil viele unserer Mitglieder selbst von der Flut betroffen waren, aber wir sind zufrieden“, sagte Dinkler. Und weil die Spender ein Recht darauf hätten zu erfahren, was mit ihrem Geld passiert, soll spätestens zur nächsten Jahreshauptversammlung der IG öffentlich Rechenschaft über die Spendeneinnahmen und -verwendung abgelegt werden.

Quelle: otz.de