Noch kein Paradies für Fische in der Weißen Elster in Gera

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Für die Weiße Elster gibt es bei der naturnahen Gewässerentwicklung nach EU-Norm noch Nachholebedarf –

Gera. Die Erwartungen mancher Teilnehmer des zweiten Werkstattgesprächs zur Gewässerentwicklung der Weißen Elster waren nach dem Hochwasser Anfang Juni wohl andere. Doch nicht in erster Linie der Hochwasserschutz, sondern der Zustand der Gewässer war das Anliegen des Werkstattgesprächs, zu dem die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Gera eingeladen hatte. „Konferenzen zum Hochwasserschutz wird es extra geben – die nächste im September“, kündigte gestern auf OTZ-Nachfrage die Referatsleiterin für Flussgebietsmanagement bei der TLUG, Hardis Zellner an.

 

Sauberes Wasser, eine intakte Besiedlung der Weißen Elster und ihrer Zuflüsse sowie naturnahe Gewässerstrukturen zugunsten von Mensch und Natur – das ist der gute Zustand, in den die Weiße Elster wie die anderen Thüringer Flüsse nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2021 gebracht werden soll. Die Qualität des Flusswassers sei in Thüringen allgemein inzwischen recht gut, weil Einleitungen aus Kläranlagen und von der Industrie vermieden werden, sagt Hardis Zellner. Probleme würde nach wie vor der Phosphat-Gehalt bereiten, weshalb Landwirte neben Naturschutz- und Wasserbehörden und dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung zur Konferenz eingeladen waren.

 

Bis Dezember 2014 will die Landesanstalt eine Planung für die Gewässerentwicklung vorlegen. Somit habe die Öffentlichkeit auch die Gelegenheit, Stellung zu beziehen, ehe die Planung festgestellt und daraus Maßnehmen zur Umsetzung abgeleitet werden.

 

Noch schlechte Noten für die Weiße Elster in Gera

Ziel ist es, in der Weißen Elster eine mittlere Strukturgüte von 4,5 und in ihren Nebengewässern die 3,5 zu erreichen. Die schlechteste Struktur würde eine 7 bekommen, nämlich dann, wenn ein Flusslauf schnurgerade und an den Ufern durchgängig befestigt ist, so die Referatsleiterin. Damit werde der Lebensraum Wasser für Fische und andere Lebewesen im Wasser eingegrenzt. Naturnähe werde angestrebt, sagt Zellner. Auch wenn klar ist, dass dies sich nicht an allen Abschnitten des Flusses verwirklichen lässt. Ein Mäander mitten durch Gera sei aufgrund der Gegebenheiten in der Stadt nicht machbar.

 

Im Moment gibt es vier sehr unterschiedliche Strukturgüten im Flussverlauf. Die schlechteste Note von 6,6 gibt es für den Fluss innerhalb der Stadt Gera und weiter bis Bad Köstritz. Die ökologische Durchgängigkeit wird durch Querbauwerke behindert, soll heißen: Fische, Kleintiere und andere Lebewesen können ihren natürlichen Weg nicht nehmen, weil sie beispielsweise durch Wehre daran gehindert werden. Noch schlechter als in Gera sieht der Zustand der Fische gegenwärtig zwischen Greiz und Gera aus.

 

Es gebe – gleichfalls in Gera – auch positive Beispiele, Querbauwerke, über die Fisch mit Hilfe von Fischtreppen wandern können. Dort, wo es möglich ist, sollte der Fluss wieder einen naturnahe Lauf annehmen können. Unnötige Bauwerke sollen abgerissen werden, voraussichtlich das alte Wehr an der Papierfabrik in Greiz. Mehr Raum könnte der Weißen Elster südlich von Gera gegeben und den dort vertretenen Landwirten ein Ausgleich angeboten werden. Güteprobleme mit Wismut-Wässern, die durch den Gessenbach und die Wipse in die Elster münden, würden in separaten Verfahren mit der Wismut geregelt, sagt die TLUG-Referatsleiterin.

Quelle: otz.de

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