Archiv für August 20, 2013

Fluthilfe ja, aber nicht für Hausrat

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen

Bürger, Kommunen und Unternehmen warten auf Fördergeld. Sachsen hat jetzt die Hochwasserhilfen geregelt – und zeigt sich auch dort wie üblich sparsam

Dresden. Trotz der nahenden Bundestagswahl gibt Sachsen das Wiederaufbaugeld nach dem verheerenden Juni-Hochwasser nicht mit vollen Händen aus. Kommunen wie Privatleute werden genau abwägen müssen, wie sie mit dem Geld aus dem nationalen Wiederaufbaufonds umgehen. Finanzielle Hilfen für die Wiederbeschaffung zerstörten Hausrates gibt es in Sachsen nicht. Kommunen müssen sich, um 100 Prozent der Schäden ersetzt zu bekommen, gegen künftige Hochwasserschäden versichern.

 

 

 

Staatskanzleichef Johannes Beermann (CDU) verwies am Dienstag bei der Vorstellung der vom Kabinett verabschiedeten Richtlinie darauf, dass Sachsen mit dem vom Bund zugebilligten Geld auskommen wolle. Der Freistaat rechnet mit gut 1,7 Milliarden Euro. „Die Wiederherstellung der Infrastruktur und der Bewohnbarkeit von Häusern haben absoluten Vorrang“, sagte Beermann. Beim Hausrat etwa gehe der Freistaat bewusst andere Wege als andere Länder. Ein hoher Versicherungsgrad, Soforthilfen und reichlich fließende Spenden seien einige Argumente gegen einen Schadenersatz für Hausrat.

 

 

 

Bürger, Unternehmen und Vereine können bis zu 80 Prozent der Schäden ersetzt werden. Beermann geht davon aus, dass das der Regelfall sein wird. Wer sein zerstörtes Haus an anderer Stelle wieder aufbauen möchte, kann einen zinslosen Kredit vom Land in Höhe von 20 Prozent des Schadens bekommen. Über eine Änderung der Gemeindeordnung soll es den Kommunen ermöglicht werden, Betroffenen Grundstücke unter dem eigentlichen Wert zur Verfügung zu stellen. Ein separates Programm zur Umsiedlung von Betroffenen werde es nicht geben. „Der Wiederaufbau eines Hauses an anderer Stelle ist die freie Entscheidung des Einzelnen“, sagte Beermann.

 

 

 

 

Aufwendige Antragstellung

 

 

 

Aktuell liegen bei der Sächsischen Aufbaubank knapp 300 Förderanträge von Unternehmen, Privathaushalten und Vereinen vor. Deren Schäden summieren sich auf knapp 16 Millionen Euro. Die Antragstellung ist aufwendig, weil im Gegensatz zur Soforthilfe zum Beispiel Gutachten eingeholt werden müssen. Nach bisherigen Schätzungen hatte das Hochwasser in Sachsen einen Schaden von rund 1,9 Milliarden Euro verursacht. Schlimmer hatte es das Nachbarland Sachsen-Anhalt mit rund 2,7 Milliarden Euro Schäden getroffen.

 

 

Widerstand gegen Hochwasserschutzmaßnahmen soll in Sachsen künftig schwieriger werden. Das Kabinett verabschiedete den Entwurf eines sogenannten Begleitgesetzes, mit dem mehrere Landesgesetze in punkto Hochwasserschutz geändert werden. So sollen Grundstückseigentümer unkomplizierter gezwungen werden können, Land etwa für Deichbauten herzugeben. Zudem ist unter anderem beabsichtigt, generelle Bauverbote in Naturschutzgebieten zugunsten des Hochwasserschutzes aufzuheben.

Quelle: sz-online.de

Pappeln sind gefällt an der Saale in Camburg

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Mancher Passant oder Autofahrer hat sich in den letzten Tagen auf dem Weg zum großen Parkplatz oder zum Einkaufen bei Rewe sicher gewundert: Die Sicht zum anderen Saaleufer hinüber ist jetzt vom Schießplatz aus frei.

Camburg. Bisher war sie von mehreren mächtigen Pappeln verdeckt. Doch die Bäume liegen jetzt gefällt im Gras am Saaleufer.

 

Eine Rückfrage im Rathaus, welche Bewandtnis es damit hat, ergab, dass hier Gefahr im Verzug gewesen sei. „Es handelt sich um mehrere Pappeln, die Wochen nach dem Hochwasser welke Blätter bekamen“, erklärte Carsten Schöne vom Bauamt der VG Dornburg-Camburg. Ein Baumfachmann sei hinzugezogen worden, und es habe sich der Verdacht bestätigt, dass die Bäume abgestorben sind. Dies sei eine Folge des Hochwassers.

 

Um Schäden durch herabstürzende Äste oder gar umstürzende Bäume zu vermeiden, sei eine Spezialfirma mit der Fällung beauftragt worden. Die Fachleute vom „Baummarder“ aus Jena ­haben die Bäume am vergangen Freitag entastet und am Sonnabend gefällt. Da die Stadt eine Baumschutzsatzung hat, musste die Untere Naturschutzbehörde nicht für eine Genehmigung ­herangezogen werden.

Quelle: otz.de

Dank Spenden geht es weiter in Windischleuba

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Auch in der Jugendherberge in Windischleuba schlug die Pleiße zu. Gegen die Fluten waren die Betreiber im Schloss machtlos. Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt.

Windischleuba. Auch Altenburgs Nachbarstädtchen Windischleuba hat das Pleißehochwasser im Juni hart getroffen. Besonders ernst war die Lage im Schloss der Pleißestadt. Das seit 1977 als Jugendherberge dienende Objekt, gilt als eines der schönsten Landheime in der Region und bietet Kindern und Jugendlichen reichlich Abwechslung. Doch die Pleiße zeigte auch hier keine Gnade. „Als am 2. Juni das Hochwasser kam, waren wir chancenlos“, sagte Gerd Herrmann, Herbergsvater der Jugendherberge. „Nachdem sich das Wasser bis 5. Juni zurückgezogen hatte, haben wir sofort mit dem Saubermachen begonnen, um so schnell wie möglich alles wieder auf Vordermann zu bringen. Das Wasser überflute den gesamten Erdgeschossbereich und stand 80 Zentimeter hoch“, erzählt der Herbergsvater im bereits 25. Dienstjahr. Daraufhin entschloss sich Gerd Herrmann und sein Team, das Schloss für einen Monat zu schließen und so schnell wie möglich mit der Trockenlegung und Schadensbeseitigung zu beginnen. „Es war dringend notwendig einen Monat zu zumachen. Durch die Flut waren die gesamte Elektrik, Heizung und die Küche unbrauchbar geworden. Durch eine professionelle Trocknungsanlage wurden die Räume zügig trocken gelegt und die Küche zog vorübergehend in den ersten Stock“, schildert Gerd Herrmann. Ziel des Herbergsvaters war es, sein Schloss binnen einen Monats für die Besucher wieder beziehbar zu machen. „Am ersten Juli konnten wir dann endlich wieder unsere ersten Gäste empfangen. So besuchten uns unsere „Stammgäste“ von der Wilhelm Busch Grundschule Altenburg. Hier hat mich besonders gefreut, dass die Schüler spontan eine Spendenaktion für uns eingeleitet hatten und uns einen Scheck über 350 Euro überreichten. Das war für mich eine sehr rührende und lobenswerte Geste“, meint der 60-Jährige lächelnd.

 

Die Jugendherberge ist nun seit dem 26. Juli wieder voll einsatzfähig. Das Beheben der Flutschäden ist abgeschlossen und das Schloss kann wieder Kinder und Jugendliche in seinen vier Wänden nach Herzenslust betreuen. „Ich bin trotz des Hochwassers sehr zufrieden. Unsere Einrichtung ist immer gut besucht und wir haben keine Probleme mit Unterbelegungen oder zu wenigen Gästen. Ohne das Hochwasser hätten wir dieses Jahr vielleicht sogar ein Rekordjahr verbuchen können, aber die Pleiße hat uns in der Hinsicht leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Gerd Herrmann. Ebenfalls erfreut äußerte er sich über die zahlreichen Spenden, die zum Wiederaufbau bei der Jugendherberge eingegangen sind. „Wir haben zurzeit rund 11″200 Euro an Spenden erhalten. Mich macht das sehr glücklich, dass vielen Leuten etwas an unserer Einrichtung liegt“, freut sich der Herbergsvater zufrieden. „Ich bin nun gespannt, wie die Unterstützung für die Hochwasseropfer seitens der Regierung aussieht. Wir müssen eben abwarten, wie sich das ganze entwickelt.“

 

Die Jugendherberge strahlt nun seit drei Wochen wieder in vollem Glanz. Die Schäden sind beseitigt und es kehrt nach und nach der Alltag wieder ein. Die 2008 sanierte Anlage hat das übermäßige Nass der Pleiße vom Juni schnell weggesteckt und freut sich nun wieder auf viel lebendiges Treiben und großen Trubel im Schloss Windischleuba.

Quelle: otz.de

Noch kein Paradies für Fische in der Weißen Elster in Gera

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Für die Weiße Elster gibt es bei der naturnahen Gewässerentwicklung nach EU-Norm noch Nachholebedarf –

Gera. Die Erwartungen mancher Teilnehmer des zweiten Werkstattgesprächs zur Gewässerentwicklung der Weißen Elster waren nach dem Hochwasser Anfang Juni wohl andere. Doch nicht in erster Linie der Hochwasserschutz, sondern der Zustand der Gewässer war das Anliegen des Werkstattgesprächs, zu dem die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Gera eingeladen hatte. „Konferenzen zum Hochwasserschutz wird es extra geben – die nächste im September“, kündigte gestern auf OTZ-Nachfrage die Referatsleiterin für Flussgebietsmanagement bei der TLUG, Hardis Zellner an.

 

Sauberes Wasser, eine intakte Besiedlung der Weißen Elster und ihrer Zuflüsse sowie naturnahe Gewässerstrukturen zugunsten von Mensch und Natur – das ist der gute Zustand, in den die Weiße Elster wie die anderen Thüringer Flüsse nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2021 gebracht werden soll. Die Qualität des Flusswassers sei in Thüringen allgemein inzwischen recht gut, weil Einleitungen aus Kläranlagen und von der Industrie vermieden werden, sagt Hardis Zellner. Probleme würde nach wie vor der Phosphat-Gehalt bereiten, weshalb Landwirte neben Naturschutz- und Wasserbehörden und dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung zur Konferenz eingeladen waren.

 

Bis Dezember 2014 will die Landesanstalt eine Planung für die Gewässerentwicklung vorlegen. Somit habe die Öffentlichkeit auch die Gelegenheit, Stellung zu beziehen, ehe die Planung festgestellt und daraus Maßnehmen zur Umsetzung abgeleitet werden.

 

Noch schlechte Noten für die Weiße Elster in Gera

Ziel ist es, in der Weißen Elster eine mittlere Strukturgüte von 4,5 und in ihren Nebengewässern die 3,5 zu erreichen. Die schlechteste Struktur würde eine 7 bekommen, nämlich dann, wenn ein Flusslauf schnurgerade und an den Ufern durchgängig befestigt ist, so die Referatsleiterin. Damit werde der Lebensraum Wasser für Fische und andere Lebewesen im Wasser eingegrenzt. Naturnähe werde angestrebt, sagt Zellner. Auch wenn klar ist, dass dies sich nicht an allen Abschnitten des Flusses verwirklichen lässt. Ein Mäander mitten durch Gera sei aufgrund der Gegebenheiten in der Stadt nicht machbar.

 

Im Moment gibt es vier sehr unterschiedliche Strukturgüten im Flussverlauf. Die schlechteste Note von 6,6 gibt es für den Fluss innerhalb der Stadt Gera und weiter bis Bad Köstritz. Die ökologische Durchgängigkeit wird durch Querbauwerke behindert, soll heißen: Fische, Kleintiere und andere Lebewesen können ihren natürlichen Weg nicht nehmen, weil sie beispielsweise durch Wehre daran gehindert werden. Noch schlechter als in Gera sieht der Zustand der Fische gegenwärtig zwischen Greiz und Gera aus.

 

Es gebe – gleichfalls in Gera – auch positive Beispiele, Querbauwerke, über die Fisch mit Hilfe von Fischtreppen wandern können. Dort, wo es möglich ist, sollte der Fluss wieder einen naturnahe Lauf annehmen können. Unnötige Bauwerke sollen abgerissen werden, voraussichtlich das alte Wehr an der Papierfabrik in Greiz. Mehr Raum könnte der Weißen Elster südlich von Gera gegeben und den dort vertretenen Landwirten ein Ausgleich angeboten werden. Güteprobleme mit Wismut-Wässern, die durch den Gessenbach und die Wipse in die Elster münden, würden in separaten Verfahren mit der Wismut geregelt, sagt die TLUG-Referatsleiterin.

Quelle: otz.de

Über 840 Geld-Überweisungen sind eingegangen.

Greiz. Von den über 77.000 Euro Fluthilfe-Spenden, die bislang beim Landkreis Greiz eingegangen sind, wurde noch nichts ausgereicht. „Mit der Freigabe der Mittel aus dem Flut­hilfefonds von Land und Bund müssen wir schauen, welche Eigenmittel wir letztlich zum Beispiel für die Sanierung un­serer Bergaer Schulen oder unserer Brücken brauchen – erst dann ist über die Einsatz der Spenden zu entscheiden“, teilte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) gestern auf Nach­frage mit. Die Spenden sollen also „zur Verstärkung der Eigenmittel“ eingesetzt werden. Im Detail wird der Kreis- und Finanzausschuss des Kreistages beraten und entscheiden – wann, sei noch nicht absehbar. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Mittel, die auf unserem Spendenkonto ein­gehen, für die Wiederherstellung der kreislichen Infrastruktur, für Schulen und Kulturgüter des Landkreises ein­gesetzt werden. Daran hat sich nichts ge­ändert“, so die Landrätin.

 

Über 840 Überweisungen wurden auf dem Landkreis-Spendenkonto gezählt. Weit mehr als die Hälfte der Spender seien Privatpersonen. Der kleinste überwiesene Betrag waren zwei Euro, der größte 2213 Euro. Größere Summen hätten vor allem Firmen aus der Region überwiesen, aber nicht nur. Das Landratsamt teilte lediglich drei Spendernamen mit: die Fa. CAB Produkttechnik aus Sömmerda, die dem Landkreis mit 2000 Euro hilft; der Förder­verein der Grundschule Am Stollen aus Ilmenau, der 2016 Euro als Erlös eines Hoch­wasser-Spendenlaufs der dritten und vierten Klassen überwies; der Verein der Freunde und Förderer der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule aus Düsseldorf, der sich mit 1500 Euro groß­zügig zeigte. Schweinsburg dazu: „Wir sind dankbar für jede Spende, ob sie nun bei zwei Euro liegt oder bei 2000 Euro. Jeder Betrag hilft“und beweist die Anteil­nahme des Einzelnen am Geschehen bei uns.“

Quelle: otz.de

Elb-Hochwasser: Effektiver Schutz bis 2014

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Elbe, Lauenburg

Wie können die Städte an der Elbe in Zukunft besser vor Hochwasser geschützt werden? Höhere Deiche, Hochwasserschutzwände, mehr Raum für die Elbe – seit Jahren wird auch in Schleswig-Holstein heftig diskutiert, welche Maßnahmen am sinnvollsten wären – bislang allerdings ohne Ergebnis. Die Landesregierung will die Stadt Lauenburg und den Wasser- und Bodenverband jetzt bei der Schaffung eines effektiven Hochwasserschutzes für die Altstadt unterstützen. Bis Mitte 2014 soll ein Konzept vorliegen, das mit bis zu 80.800 Euro vom Land gefördert wird. Das teilte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Dienstag bei einer Kabinettssitzung in der Jugendherberge in Lauenburg mit.

Viele Wohnungen sind immer noch unbewohnbar

Vor dem Beginn der Sitzung informierte sich Albig gemeinsam mit den anderen Ministern vor Ort über den Zustand der Häuser und den Fortschritt der Sanierungsarbeiten. Rund 100 Gebäude wurden während der Flut beschädigt, zahlreiche Erdgeschosswohnungen sind immer noch unbewohnbar. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) betonte: „Angesichts des Klimawandels müssen wir mit häufigeren und höheren Elbhochwassern rechnen.“ Ein Hochwasser-Schutz, der auch den Denkmalschutz in der Lauenburger Altstadt berücksichtigt und von den Eigentümern und Bewohnern akzeptiert wird, sei deswegen besonders wichtig, so Habeck. Darüber hinaus will sich der Grünen-Politiker bei einer Sonderkonferenz der Umweltminister am 2. September auch für einen effektiveren Hochwasserschutz weit vor Lauenburg stark machen. Er fordert mehr effektive Überflutungs- und Rückhalteflächen im Ober- und Mittellauf der Elbe und weitere Polder zur Kappung der Hochwasserscheitel.

Schaden in Höhe von 27,28 Millionen Euro

Das Soforthilfeprogramm, das im Juni 2013 aufgelegt wurde, umfasst eine Million Euro Hochwasser-Hilfe vom Land und eine Million Euro vom Bund. Bislang wurden aus den Landesmitteln mehr als 700.000 Euro an die Stadt Lauenburg ausgezahlt. Insgesamt erhalten alle vom Elbe-Hochwasser betroffenen Länder weitere 6,22 Milliarden Euro Aufbauhilfe vom Bund. Aus der ersten Auszahlung dieser Hilfe hatte Schleswig-Holstein rund 11,5 Millionen Euro erhalten. Die bisher gemeldeten Schäden im Land belaufen sich auf 27,28 Millionen Euro.

Quelle: ndr.de