Hochwasser wird teuer

Veröffentlicht: August 19, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Fluten werden zunehmen und stärker werden, schreiben Weltbank-Ökonomen in einer Studie. Sie veranschlagen Investitionen von mindestens 39 Milliarden Euro, sonst könnten die Schäden bis 2050 fast auf das Zwanzigfache dieses Wertes steigen.

Die 136 größten Hafenstädte der Welt müssten jedes Jahr rund 39 Milliarden Euro investieren, um sich vor Fluten zu schützen. Sonst erwarten sie jährlich Schäden in hundertfacher Milliardenhöhe. Das ist das Ergebnis einer am heutigen Montag im Magazin Nature veröffentlichten Weltbank-Studie.

Ausgehend vom Jahr 2005 analysierten die Wissenschaftler, wie sich die Flutschäden an den 136 betrachteten Orten bis 2050 entwickeln könnten. Sie erstellten drei Szenarien: Im ersten gingen sie davon aus, dass der Meeresspiegel sich nicht verändert. Das ist jedoch höchst unwahrscheinlich, denn mit der Erderwärmung schmilzt Gröndlands Eispanzer, wodurch der Meeresspiegel steigt – in den vergangenen zehn Jahren waren es im Schnitt pro Jahr 3,2 Millimeter. Im zweiten und dritten Modell berechneten die Forscher einen Anstieg von 20 beziehungsweise 40 Zentimetern. Hochwasserschäden durch zunehmende Stürme berücksichtigten sie nicht.

Ihre Ergebnisse sind erschreckend: Rund 760 Milliarden Euro und mehr müssten die Hafenstädte jedes Jahr für Flutschäden zahlen, wenn sie ihre Investitionen in den Hochwasserschutz nicht erhöhen. 2005 betrug der Schaden in den 136 Städten insgesamt nur 4,5 Milliarden Euro. Die Kosten werden laut Studie in jedem der drei Szenarien enorm steigen, denn in den Städten leben zunehmend mehr Menschen, und durch die Wassermassen zerstörte Wohnhäuser, Produktionsanlagen und Waren werden wertvoller. Auch das wärmere Klima und die sinkenden Küstenregionen erhöhten die Kosten.

Am härtesten werde es die Millionenstädte Guangzhou in China und Mumbai in Indien treffen, besagt die Studie. Aber auch die US-Ostküste, einzelne südamerikanische Großstädte und die Mittelmeerregion müssten mit hohen Schäden rechnen. Regierungen sollten sich auf größere Katastrophen vorbereiten, denn die Wucht der Fluten würde, so steht es in der Studie, in Zukunft oft sogar um die Hälfte zunehmen. Unzureichende Vorsorge dagegen löse bei Anwohnern das Gefühl aus, sie seien geschützt, de facto stimmt das aber nicht. In der Folge würden Küstenstädte noch stärker bebaut und der Schaden am Ende erhöht.

JANA EISBERG

Quelle: greenpeace-magazin.de

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