Baustelle am Rossel-Schöpfwerk liegt sechs Wochen still

Veröffentlicht: August 19, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserschutz

Das Juni-Hochwasser und die zweite Welle Anfang Juli sorgten dafür, dass die Baustelle vom Rossel-Schöpfwerk sechs Wochen still gelegt wurde. Wertvolle Zeit ging dadurch verloren. Doch die Bauleitung hält weiterhin fest am Fertigstellungstermin Ende April 2014.

„Wir rücken nicht ab von dem Fertigstellungstermin. Noch nicht.“ Zu dieser Quintessenz verdichtet Olaf Hoffmann die Erkenntnisse der Bauberatung am Montag. Hoffmann ist Projektverantwortlicher des Bauherren LHW, des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Und das Projekt ist das Rosselschöpfwerk in Roßlau.

Die Beratung im Baucontainer auf der Stadtseite der Südstraße ist eine ganz reguläre. Im Turnus von zwei Wochen treffen Bauherr, Oberbauleitung, Baufirma und Bauüberwachung zusammen, um die aktuellen Schritte für das Großvorhaben abzusprechen und zu veranlassen. Die Stadt Dessau-Roßlau mit dem Umweltamt als Genehmigungsbehörde ist immer dabei.

Dieser Rhythmus hat sich seit anderthalb Monaten wieder stabilisiert. Vorher war Hochwasser, Katastrophenalarm und die Baustelle geflutet. „Die Natur hat es uns einmal mehr gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt“, stellt Oberbauleiter Gerd Kade lakonisch fest. Als das Elbehochwasser von Tag zu Tag aufwuchs, den Rosselzulauf zurückstaute und die Prognosen für den Scheitel immer höher kletterten, war die Baustelle zu räumen. Am 31. Mai wurde alles an Material und Maschinen gesichert, was nicht niet- und nagelfest war. Rossel und Elbe fluteten die Baustelle für das Schöpfwerk, das den Flüssen ja ihre Schrecken nehmen soll. Aber eben nicht fertig ist.

In den Fluten versunken waren Bewährungen und Schalungen für die Mittelwand und Seitenflügel des Sielbauwerkes. Diese Teile mussten demontiert, gesäubert und zum Teil erneuert werden. Was bis zur Flut fertig war, das habe dem Wasser auch standgehalten, blickt Olaf Hoffmann zurück: Die Bohrpfähle als Gründung für das Sielbauwerk stehen nach wie vor an Ort und Stelle, wie 56 Zinnsoldaten. „Land unter“ aber hat vor allem eines gekostet: Zeit. In Summe verloren gegangen sind sechs Wochen. Von der warmen Jahreszeit, in der normalerweise die Baustellen „brummen“.

Der Rückstand ist beträchtlich. Nach ursprünglicher Planung sollte zur Jahresmitte 2013 mit dem Sielbauwerk das erste große Teilbauwerk des Projektes erledigt sein. Und die Rossel längst wieder in ihr angestammtes Bett zurückverlegt sein. Dies zu widerlegen, genügt schon der Blick vom Straßenrand: Noch immer markieren Spundwände und Big Packs die zeitweilige Rossel-„Umleitung“ und senken die Weidenbäume ihre Blätter zur Erde anstatt über dem Wasserspiegel des Flüsschens.

Um jetzt die Zeit ein Stück weit aufzuholen, suchen Bauleitung und Baufirma Möglichkeiten, die zwei Teilprojekte Absperrwerk und Schöpfwerk parallel voranzutreiben. Ursprünglich sollte ein Abschnitt nach dem anderen realisiert werden. Aber das waren die Pläne vor dem Hochwasser.

Auf neue Termine wollen sich Projektleiter Hoffmann und Oberbauleiter Kade nicht mehr festlegen. „Wir wissen doch nicht, wann und mit welcher Härte der Winter kommt.“ Aber am „Endziel“ hält man heute noch fest. Und das ist der 30. April 2014.

Quelle: mz-web.de

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