Plötzlich Hochwasser – Der Zusmarshauser Ortsteil Vallried hat seit diesem Jahr ein Problem

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Bayern

Eine braune Brühe schießt durch die Straßen. Das Wasser steht kniehoch und flutet Wiesen, Höfe und Gassen. Hochwasser in Vallried. Das hat es noch nie gegeben, bis in diesem Jahr die Unwetter kamen. Robert Reth aus Vallried sieht zwei Probleme: erstens die neuen Regenrückhaltebecken im Osten der Gemeinde Richtung Zusmarshausen – in den drei Becken steht das Wasser. Zweitens das neue Becken auf der anderen Seite, das im Norden der Autobahn gebaut werden soll. „Die fluten das Dorf“, sagt der Anwohner – und meint damit die Autobahnbauer.

Bei dem Gewitter Anfang August lief das Wasser an den Becken vorbei die Straße hinunter bis zum ersten Haus. Ein Bagger musste den Schlamm entfernen. Bürgermeister Albert Lettinger kann das erklären, er war nach dem Unwetter mit Vertretern der Bauarge, die von der Betreibergesellschaft der Pansuevia beauftragte Firmengemeinschaft, vor Ort. „Das Rohr, das das Wasser zu den Becken lenken sollte, war gerissen.“ Das Wasser schoss aus dem Rohr hinaus und die Straße hinab. 15 Minuten Gewitterschauer reichten dafür aus. Die Bauarge, sagt Lettinger, habe versprochen, den Defekt zu beheben. Die Becken seien in Ordnung. Projektleiter Carsten Wolf von der Bauarge betont, ein Regenrückhaltebecken müsse nicht immer trocken sein. Lettinger ergänzt, dass die Becken im Fall einer Überflutung das Wasser gezielt über eine gepflasterte Stelle ins nächste Becken geben. Zum Schluss soll das Wasser in den Hornbach fließen. Der war verstopft, doch daran werde gearbeitet.

Am Ende des Ortes, im Westen, ist das andere Problem. Auch in die Binsengasse schoss Wasser, als es so heftig regnete. Am nördlichen Ende der Gasse, auf der anderen Seite der Autobahn, soll ein neues Regenrückhaltebecken entstehen. Das Wasser, das sich auf der Autobahn sammelt, soll von dort aus über einen Graben entlang der Binsengasse in den Hornbach laufen. Der Graben ist beim Gewitter aber übergelaufen, das Wasser lief wie ein reißender Fluss direkt in den Ort hinein. Der 32-jährige Vallrieder Reth sagt, der Graben, der Löcher hat, voller Laub und Dreck ist, könne das nicht leisten. „Der soll ein 100-jähriges Hochwasser aufhalten. Der hält doch nicht mal ein Gewitter.“ Das Dorf werde einfach geflutet. Diese Sorge teilen die Vallrieder, die sich bei einer Veranstaltung von SPD/Aktives Bürgerforum im Ort gemeldet hatten (wir berichteten). Bürgermeister Lettinger sagt, die Autobahnbauer seien am Zug und wollten Abhilfe schaffen. Projektleiter Wolf sagt, bei dem Gewitter sei die Entwässerung kollabiert. „Das Regenrückhaltebecken ist aber noch nicht fertig – und die Autobahn auch nicht.“ Bis dahin müsse man mit Unwettern leben. Die kleine Rinne durch das Waldstück und entlang der Binsengasse werde noch angepasst. Die Marktgemeinde ihrerseits müsste vielleicht ihr Entwässerungssystem prüfen, die Kanäle spülen oder mit Kameras befahren. „Unsere Planung beruht auf dem Planfeststellungsverfahren“, betont Wolf. Das wiederum hat Gesetzescharakter, betont Julia Feger, kaufmännische Geschäftsführerin der Pansuevia. „Wir machen nur die Detailplanung.“

Reth findet, das Regenrückhaltebecken läuft in die falsche Richtung ab. Zur anderen Seite hin sei so viel Ausgleichsfläche gekauft worden, „da könnte man den Hooverdamm bauen“. Das Wasser werde aus dem neuen Regenrückhaltebecken aber nur in der Trockenphase und nur nach und nach abgegeben, betont Gernot Rodehack, Dienststellenleiter der Autobahndirektion Südbayern. „Es wird bei der Planung auch geprüft, ob das geht und auf den Fluss, den Hornbach, abgestimmt.“ Das Wasser müsse immer zum Fluss fließen, eben dem Hornbach. Dass das nicht funktioniert hat, könne am Zwischenstand der Bauarbeiten liegen oder eben an einem extremen Unwetter. „Die Pansuevia hat nicht unerhebliche Schäden wegen Unwettern, das haben wir normalerweise auch nicht“, so Rodehack.

Der Graben selbst dürfe nicht überschwemmt werden. Flora und Fauna seien auf das Rinnsal eingestellt und dürfen nicht kaputtgehen, betont der Dienststellenleiter. „Es gibt Sondersituationen, die man nicht planen kann. Ein 100-jähriges Hochwasser schon, aber kein 150-jähriges oder ein 300-jähriges.“ Vor allem aber sei das Becken noch gar nicht gebaut. Projektleiter Wolf versucht zu trösten: „Es kann derzeit nicht schlechter werden, sondern nur noch besser.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Plötzlich Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Ploetzlich-Hochwasser-id26664571.html

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