Mylauer sauer auf Stadt

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen

Nur wenige Wochen nach dem Hochwasser vom Juni wurden Teile Mylaus durch Starkregen erneut überflutet. Die Bürger fordern die Stadt deshalb auf, endlich zu handeln.

Mylau. Die vom Hochwasser betroffenen Mylauer sind mit der Stadtverwaltung unzufrieden. Das wurde am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Biergarten Rosin deutlich. Mehr als 40 Mylauer waren der Einladung von Kerstin Platzer und Katrin Rosin gefolgt.

Provisorische Brücke gefordert

Ein Hauptproblem ist aus Sicht der Mylauer die Brücke am Karl-Marx-Ring, die beim Hochwasser zum Nadelöhr wurde und extrem beschädigt ist. „Es gibt ein Gefahrengutachten von 2002, in dem der Abriss der Brücke dringend empfohlen wurde. Elf Jahre ist nichts passiert“, sagte der Mylauer Steffen Singer. „Die Brücke muss weg und dafür ein Provisorium her, bis die andere Brücke am Ring gebaut ist“, pflichtete ihm Michael Held bei. Er bezweifelt aber, dass die Stadt eine provisorische Brücke bauen lässt. „Doch wenn das Gebiet wieder überflutet wird, kostet das mehr als ein Provisorium“, sagte er.

In der Stadtratssitzung vom Juni hatten die Bürger zudem verlangt, einen Notfallplan für Katastrophen wie das jüngste Hochwasser zu erarbeiten. Der fehle aber immer noch. Beim letzten Regen habe es so wieder Probleme gegeben, die Feuerwehr zu erreichen, um prophylaktisch Sandsäcke zu ordern. Die Rettungsleitstelle habe die Auskunft erteilt, dass sie nicht für die Vorbeugung da sei. Für die Sandsäcke sei dann Sand vom Spielplatz am Schützenhaus zusammengekratzt worden. Die Stadt habe immer noch kein Hilfsmaterial auf Lager.

Angst um Gesundheit

Die Mylauer machen sich zudem Sorgen und ihre Gesundheit. Ein Gutachten hat das Fabrikgelände am Hirschstein als verseucht eingestuft. Jetzt steht die Frage, ob von dort Schadstoffe in Richtung Stadt gelangt sind.

Kritik gab es auch an stadteigenen Grundstücken, die immer noch aussehen, wie kurz nach dem Hochwasser im Juni. „Wenn man an den leer stehenden Häusern vorbeigeht, riecht man die Nässe. In einigen war seit dem Hochwasser noch keiner drin. Wir werden hier zum Rattenloch“, so Carmen Singer. Einige befürchten darüber hinaus, dass der gesperrte Spielplatz am Karl-Marx-Ring zum Müllplatz verkommt. Kritisiert wurde auch die Informationspolitik des Rathauses. Am 29. August soll Bürgermeister Christoph Schneider (CDU) deshalb Rede und Antwort stehen. „Es kann ja sein, dass der Bürgermeister viel gemacht hat, nur die Bevölkerung weiß nichts davon“, sagte Karin Rosin.

Bürgermeister bekommt Post

Die Mylauer wollen nun einen Brief an Bürgermeister Christoph Schneider schicken, der auch dem Landrat und dem Reichenbacher Oberbürgermeister zugehen soll. „In Neumark und Reichenbach funktioniert die Beseitigung der Flutschäden“, sagte Katrin Rosin, die bei dem Starkregen vor zwei Wochen erneut mit dem Wasser zu kämpfen hatte. „Während Sie und Ihre Mitarbeiter Ihren Urlaub genießen, sind wir ein weiteres Mal abgesoffen, wühlen in Schlamm, Dreck und Müll und versuchen, unsere Häuser und Firmen wieder instandzusetzen“, heißt es im Entwurf des Schreibens.

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