Bürger machen mit Plakaten Druck für Hochwasserschutz

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Mit 1500 Postern wollen Anwohner der Würschnitz erreichen, dass das Thema auf der Tagesordnung bleibt. Unterstützt werden sie dabei vom Klaffenbacher Lions-Club.

Harthau/Klaffenbach. Menschen, darunter auch Politiker, vergessen schnell. Damit das mit dem erst wenige Wochen zurückliegenden Juni-Hochwasser nicht passiert, hat die Harthauer Bürgerinitiative Hochwasserschutz Würschnitztal eine Plakataktion gestartet. „Hochwasserschutz jetzt!“ steht auf den Postern vor dem Hintergrund einer hellblau eingefärbten Hochwasserszene und „Taten statt schöner Worte“ sowie „intelligente Lösungen für ganz Sachsen“.

Nachdem in Harthau bereits die ersten Exemplare verteilt wurden, sollen in den nächsten Wochen in der gesamten Stadt Plakate möglichst an Stellen angebracht werden, wo viele Menschen vorbeikommen, in öffentlichen Einrichtungen ebenso wie in Schaufenstern privater Geschäfte. „Wir hoffen, dass uns dabei viele Einwohner und auch Studenten unterstützen“, sagt Ralf Kirch- übel, Sprecher der nach dem August-Hochwasser 2010 gegründeten achtköpfigen Bürgerinitiative. Dort können die Plakate, von denen insgesamt 1500 Stück in den Formaten A 2 und A 4 gedruckt wurden, kostenfrei bezogen werden.

„Hochwasserschutz ist ja nicht nur ein Thema für die Flutopfer, sondern betrifft über die Schäden an Unternehmen und öffentlichen Gebäuden sowie die steuerfinanzierten staatlichen Hilfen jeden Bürger“, sagt Kirchübel zum Anliegen der Aktion. Deshalb, so versprechen sich die Initiatoren, sollen die Plakate die Erinnerung an die Hochwasser seit 2002 wach und den Druck auf die Politiker konstant halten, versprochene Hochwasserschutzmaßnahmen ohne Verzögerung zu verwirklichen.

Viele Anwohner der Würschnitz in Einsiedel und Harthau waren Anfang Juni bereits zum dritten Mal nach 2002 und 2010 vom Hochwasser betroffen und fordern vor allem, dass ein Hochwasserrückhaltebecken bei Jahnsdorf nicht erst nach 2017, sondern möglichst schnell gebaut wird. „Es hätte uns in Harthau vor den diesjährigen Überflutungen bewahrt“, ist Steffen Groh von der Bürgerinitiative überzeugt. Ihnen und ihren Mitstreitern gehe es aber nicht nur um wirksamen Schutz an der Würschnitz, sondern ebenso an der Zwönitz, der Chemnitz und allen anderen Flüssen in Sachsen, unterstreichen Kirchübel und Groh. Die Plakataktion hätten sie deswegen gleich nach dem jüngsten Hochwasser geplant.

Möglich geworden sei sie aber erst durch eine Geldspende des Lions-Clubs Chemnitz-Wasserschloß Klaffenbach. „Die Bürgerinitiative Hochwasserschutz ist eines der Projekte, die wir aus den Erlösen des diesjährigen Chemnitz-Marathons unterstützen“, erklärt Klaus Kleinertz, Organisator des Laufes und eines der derzeit 24 Mitglieder des 1999 gegründeten Lions-Clubs. Auch dessen Versammlungsort, das Schlosshotel im Wasserschloß Klaffenbach, war vom Juni-Hochwasser betroffen. Weil diese Flut genau eine Woche nach dem Marathon begann, habe man sich spontan entschlossen, eine Initiative für besseren Hochwasserschutz zu unterstützen. „An der Harthauer Initiative gefällt uns, dass es ihr nicht vorrangig um höhere Flutschutzmauern, sondern um intelligente Lösungen wie Überflutungsflächen geht“, sagt Clubmitglied Aribert Böhm, von dem der Vorschlag dazu stammte.

Plakate können morgen und am 24. August jeweils von 10 bis 14 Uhr bei Tino Frohberg, Klaffenbacher Straße 1, abgeholt werden.

Das Hochwasser Anfang Juni hat allein in Chemnitz nach Angaben der Stadtverwaltung Schäden von rund 21,6 Millionen Euro angerichtet. Damit lagen sie höher als bei den Flutkatastrophen 2002 und 2010, als jeweils Schäden von etwa 17 Millionen Euro bilanziert wurden. Am schwersten betroffen waren in diesem Jahr Straßen, Brücken und Gleise mit Schäden von 5,7 Millionen, Privathaushalte mit 2,8 Millionen sowie Unternehmen mit 2,5 Millionen Euro.

Lions (Löwen)-Clubs sind Organisationen, deren Mitglieder in freundschaftlichem Miteinander Gutes tun wollen. Der erste entstand 1917 in den USA, in Europa gibt es seit 1948 Lions-Clubs. Die internationale Lions-Vereinigung zählt insgesamt mehr als 1,35 Millionen Mitglieder in fast 47.000 Clubs aus 208 Ländern und Gebieten, darunter sechs Clubs in Chemnitz. Ursprünglich als reine Herrenclubs gegründet, beträgt der Frauenanteil heute fast ein Viertel.

Quelle: freiepresse.de

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