Archiv für August 17, 2013

Schkölen arbeitet an Hochwasserkonzept

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Die Stadt Schkölen arbeitet an einem Hochwasserkonzept für ihr Gebiet. Die Finanzierung der Maßnahmen ist die größte Herausforderung.

Bereits vor einigen Wochen hatte eine Arbeitsgruppe, zu der Bürgermeister Matthias Darnstädt (LL/BV/BI), mehrere Stadträte und ein Vertreter des Bauhofes gehören, die vom Hochwasser Ende Mai/Anfang Juni betroffenen Orte besucht und Mängel aufgenommen. ­Daraus wurde nun ein Maß­nahmenplan mit groben Kostenschätzungen zusammengestellt.

Unter anderem ist darin die Aufschüttung des Dammes in Kämmeritz gegenüber das Hofes der Familie Weineck – der damals vom Wasser durchspült wurde – um einen Meter vorgesehen. Etwa 5000 Euro würde dies nach jetzigem Stand kosten. An der Wethaubrücke im Ort soll die Mauer in Fließrichtung rechts um rund zehn Meter verlängert werden. Kostenpunkt: 3000 Euro. Zwischen Dothener Mühle und Holzmühle muss der Uferbereich von überhängenden Bäumen und Schadholz beräumt werden (circa 1000 Euro).

In Schkölen selbst bildet ein Schutzdamm am Mönchsbach unterhalb der Waldbühne das Kernstück der Planungen. Für diese Maßnahme liegen auch Planungen vom Beginn der ­90er-Jahre vor. Diesen zufolge wären Investitionen von rund einer Viertelmillion Euro nötig. In den Flächennutzungsplan wurde der Damm ebenfalls aufgenommen.

Zudem wurde unter anderem festgestellt, dass die Drei-Bogen-Brücke in Böhlitz durch das Hochwasser beschädigt wurde. Dies ist besonders ärgerlich, da sie erst vor wenigen Jahren aufwendig saniert worden war. Zwischen Hainchen und Pratschütz stören zudem zwei Wehre den Fluss der Wethau. Sie waren zu DDR-Zeiten errichtet worden, um Wasser für den Gemüseanbau zu gewinnen. Zu den genannten und einigen weiteren Vorhaben sollen nun konkrete Projekte erarbeitet werden, erklärt Matthias Darnstädt.

„Die Umsetzung all dieser Maßnahmen hängt allerdings in erster Linie vom Geld ab.“ Ohne Fördermittel seien sie kaum denkbar. „Doch um diese zu ­bekommen, müsste bei einigen Institutionen erst einmal ein Umdenken einsetzen“, so der Bürgermeister. Oft stehe Schkölen nicht auf der Agenda, wenn es um den Schutz vor Hoch­wasser geht. „Aber das nächste kommt bestimmt.“

In der kommenden Woche sollen zwei Arbeitskräfte in einer über den Verein Ländliche Kerne koordinierten Fördermaßnahme störende Gehölze am Lauf der Wethau entfernen.

Quelle: otz.de

 

Zahl der Jung-Vögel in Thüringen bricht ein

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen, Tier Fluthilfe

Ein Experte nennt als Ursachen die schlechte Witterung in diesem Jahr und den Futtermangel.

Zig Tausend Vögel sammeln sich bereits wieder für ihre Reise gen Süden oder haben wie die Mauersegler Thüringen schon Adieu gesagt.

Doch konnten viele Vogel­arten dieses Jahr viel weniger Junge aufziehen als sonst. Nach ersten Schätzungen sei die Zahl der Jungvögel in Thüringen um mehr als die Hälfte eingebrochen, sagte Rudolf Sienhold von der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach. Bei einigen Arten wie den Raufußkäuzen berichteten Beobachter sogar von Totalausfällen bei der Brut. Sienhold: „Verluste gibt es jedes Jahr, aber in diesem Jahr ist es wegen der schlechten Witterung besonders schlimm.“

Zum einen verlören die Tiere ohnehin Jahr für Jahr an Lebensraum: durch neue Siedlungen, den Bau von Windrädern und die intensive Landwirtschaft. In diesem Jahr habe ihnen zusätzlich zu schaffen gemacht, dass es nach dem langen Winter auch im Frühjahr noch sehr kühl und regnerisch blieb. „Wenn die Vögel aus Afrika kommen, brauchen sie viel Futter, um wieder Kraft zu sammeln“, erklärte der Experte. Doch in diesem Jahr sei der Tisch für viele von ihnen nicht ausreichend gedeckt gewesen. Hinzu kam das Hochwasser, das nicht nur Bodenbrütern zugesetzt, sondern auch anderen Vögeln die Futtergrundlage genommen habe.

Schon jetzt sei klar, dass die Brutverluste etwa bei den Schwarzstörchen bei weit mehr als 50 Prozent liegen. Bei den Weißstörchen sei die Lage besser. Insgesamt brüten seinen Angaben nach etwa 25 Weißstorch- und rund 50 Schwarzstorchpaare im Freistaat. Auch in der Auffangstation seien bisher weit weniger Vögel eingeliefert worden als in anderen Jahren. Waren es sonst 30 bis 40 Turmfalken, kamen dieses Jahr bislang nur zwölf. „Bei Bussarden verhält es sich ähnlich, Schleiereulen haben wir gar keine bekommen“, erläuterte Sienhold.

Quelle: otz.de

Fünf Schecks für die Hochwasser-Helfer aus Sömmerda

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Sömmerda. Die Feuerwehren und Rettungsdienste wollen von dem Geld neue Ausrüstungen anschaffen.

Je 1500 Euro aus der Jahresdividende der Vertreter der Nordthüringer Volksbank übergaben gestern Abend Bank-Vorstand Peter Herbst sowie Landrat Harald Henning (CDU) an die Feuerwehren Gebesee, Elxleben, Ringleben sowie an das DRK und den ASB. Der Landrat hatte in der Vertreterversammlung über die Schäden des Hochwassers und den Einsatz der Helfer informiert. Einstimmig, so Vorstand Peter Herbst, stimmte die Versammlung der Verwendung eines Teils des Jahresüberschusses zu.

„Wir haben, gerade beim Hochwasser-Einsatz, zwei neue Mitglieder für unsere Wehr gewonnen“, war von Elxlebens Ortsbrandmeister Ingo Beyer zu erfahren. „Das Spendengeld verwenden wir unter anderem für deren Schutz-Ausrüstungen.“ Sein „Amtsbruder“ Marcel Bomberg aus Ringleben hat spätestens seit dem letzten Einsatz nach dem Gewittersturm einen Verwendungszweck – für Kettensäge und anderes Gerät. Und Gebesees Stadtbrandmeister Frank Müller hat sich mit Bürgermeister Peter Liebe (FDP) abgestimmt, „dass wir mit dem Geld u. a. die beim Hochwasser-Einsatz verloren oder kaputt gegangenen Dinge wie Handschuhe, Fangleine und anderes ersetzen und reparieren.“

„Wir überlassen es Mitgliedern unserer Sanitätsgruppe selbst, wofür sie die Spende am besten verwenden“, stellte ASB-Kreischef Christian Karl klar. Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Thomas Haupt, weiß indes: „Bei unseren Einsätzen hier und in Hochwassergebieten an der Elbe merkten wir, dass uns dafür Dinge des täglichen Bedarfs – von der Feldküche bis zu Bekleidung – fehlen. Dies wollen wir nun zusammenstellen. Dafür kann die Spende ein erster Grundstock sein.“

Landrat Henning berichtete auf Nachfrage vom Gespräch u. a. mit der Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue und der Thüringer Landesanstalt für Geologie und Umwelt zur Ertüchtigung des Gera-Dammes Walschleben. Ein Ingenieurbüro sei gefunden, das Varianten prüft. Diese müssen auch mit der anstehenden Sanierung der Kreisstraße 16 einher gehen. In spätestens acht Wochen will man mehr wissen.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Bürger machen mit Plakaten Druck für Hochwasserschutz

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Mit 1500 Postern wollen Anwohner der Würschnitz erreichen, dass das Thema auf der Tagesordnung bleibt. Unterstützt werden sie dabei vom Klaffenbacher Lions-Club.

Harthau/Klaffenbach. Menschen, darunter auch Politiker, vergessen schnell. Damit das mit dem erst wenige Wochen zurückliegenden Juni-Hochwasser nicht passiert, hat die Harthauer Bürgerinitiative Hochwasserschutz Würschnitztal eine Plakataktion gestartet. „Hochwasserschutz jetzt!“ steht auf den Postern vor dem Hintergrund einer hellblau eingefärbten Hochwasserszene und „Taten statt schöner Worte“ sowie „intelligente Lösungen für ganz Sachsen“.

Nachdem in Harthau bereits die ersten Exemplare verteilt wurden, sollen in den nächsten Wochen in der gesamten Stadt Plakate möglichst an Stellen angebracht werden, wo viele Menschen vorbeikommen, in öffentlichen Einrichtungen ebenso wie in Schaufenstern privater Geschäfte. „Wir hoffen, dass uns dabei viele Einwohner und auch Studenten unterstützen“, sagt Ralf Kirch- übel, Sprecher der nach dem August-Hochwasser 2010 gegründeten achtköpfigen Bürgerinitiative. Dort können die Plakate, von denen insgesamt 1500 Stück in den Formaten A 2 und A 4 gedruckt wurden, kostenfrei bezogen werden.

„Hochwasserschutz ist ja nicht nur ein Thema für die Flutopfer, sondern betrifft über die Schäden an Unternehmen und öffentlichen Gebäuden sowie die steuerfinanzierten staatlichen Hilfen jeden Bürger“, sagt Kirchübel zum Anliegen der Aktion. Deshalb, so versprechen sich die Initiatoren, sollen die Plakate die Erinnerung an die Hochwasser seit 2002 wach und den Druck auf die Politiker konstant halten, versprochene Hochwasserschutzmaßnahmen ohne Verzögerung zu verwirklichen.

Viele Anwohner der Würschnitz in Einsiedel und Harthau waren Anfang Juni bereits zum dritten Mal nach 2002 und 2010 vom Hochwasser betroffen und fordern vor allem, dass ein Hochwasserrückhaltebecken bei Jahnsdorf nicht erst nach 2017, sondern möglichst schnell gebaut wird. „Es hätte uns in Harthau vor den diesjährigen Überflutungen bewahrt“, ist Steffen Groh von der Bürgerinitiative überzeugt. Ihnen und ihren Mitstreitern gehe es aber nicht nur um wirksamen Schutz an der Würschnitz, sondern ebenso an der Zwönitz, der Chemnitz und allen anderen Flüssen in Sachsen, unterstreichen Kirchübel und Groh. Die Plakataktion hätten sie deswegen gleich nach dem jüngsten Hochwasser geplant.

Möglich geworden sei sie aber erst durch eine Geldspende des Lions-Clubs Chemnitz-Wasserschloß Klaffenbach. „Die Bürgerinitiative Hochwasserschutz ist eines der Projekte, die wir aus den Erlösen des diesjährigen Chemnitz-Marathons unterstützen“, erklärt Klaus Kleinertz, Organisator des Laufes und eines der derzeit 24 Mitglieder des 1999 gegründeten Lions-Clubs. Auch dessen Versammlungsort, das Schlosshotel im Wasserschloß Klaffenbach, war vom Juni-Hochwasser betroffen. Weil diese Flut genau eine Woche nach dem Marathon begann, habe man sich spontan entschlossen, eine Initiative für besseren Hochwasserschutz zu unterstützen. „An der Harthauer Initiative gefällt uns, dass es ihr nicht vorrangig um höhere Flutschutzmauern, sondern um intelligente Lösungen wie Überflutungsflächen geht“, sagt Clubmitglied Aribert Böhm, von dem der Vorschlag dazu stammte.

Plakate können morgen und am 24. August jeweils von 10 bis 14 Uhr bei Tino Frohberg, Klaffenbacher Straße 1, abgeholt werden.

Das Hochwasser Anfang Juni hat allein in Chemnitz nach Angaben der Stadtverwaltung Schäden von rund 21,6 Millionen Euro angerichtet. Damit lagen sie höher als bei den Flutkatastrophen 2002 und 2010, als jeweils Schäden von etwa 17 Millionen Euro bilanziert wurden. Am schwersten betroffen waren in diesem Jahr Straßen, Brücken und Gleise mit Schäden von 5,7 Millionen, Privathaushalte mit 2,8 Millionen sowie Unternehmen mit 2,5 Millionen Euro.

Lions (Löwen)-Clubs sind Organisationen, deren Mitglieder in freundschaftlichem Miteinander Gutes tun wollen. Der erste entstand 1917 in den USA, in Europa gibt es seit 1948 Lions-Clubs. Die internationale Lions-Vereinigung zählt insgesamt mehr als 1,35 Millionen Mitglieder in fast 47.000 Clubs aus 208 Ländern und Gebieten, darunter sechs Clubs in Chemnitz. Ursprünglich als reine Herrenclubs gegründet, beträgt der Frauenanteil heute fast ein Viertel.

Quelle: freiepresse.de

„Bis zur Fensterbank hat das Wasser gestanden“, erklärt Oliver Richter und deutet auf das Rezeptionsgebäude des Rüdesheimer Campingplatzes. Im Juni hat das Hochwasser den Betrieb über lange Zeit unmöglich gemacht und nach den Worten des Inhabers den Monat bei Einbußen von rund 80 Prozent beinahe zu einem Totalausfall werden lassen. Immerhin läuft nun das Geschäft gut.

180 Stellplätze kann Richter durchschnittlich in Rüdesheim anbieten. Die Nutzer sind durchweg als Touristen unterwegs, es gibt also auf dieser Anlage keine Dauercamper. „Das hebt uns ab von anderen“, sagt der Besitzer, der nach den Deutschen die Dänen und die Briten und dann erst die Niederländer zu seinen wichtigsten Gästegruppen zählt. Die Aufenthaltsdauer sei stabil.

Viele Stammkunden

Wenig entfernt hat das Hochwasser in Geisenheim sogar eine Totalräumung des Campingplatzes nach sich gezogen. „Sogar die Noteinfahrt war überschwemmt“, berichtet der Inhaber Peter Franke. Zahlreiche Camper hätten nicht in den Nachrichten erfahren, dass außer dem Osten und dem Süden der Republik auch der Rheingau vom Hochwasser betroffen gewesen sei, das habe manchen „gewurmt“.

Immerhin lief der Mai nicht schlecht in Geisenheim und aktuell sei die Lage ebenfalls gut, nachdem zuvor einige Besucher wegen der Hitze vorzeitig abgereist seien. 120 Stellplätze für Touristen und 60 für Dauercamper, bei denen er im Gegensatz zu etlichen Kollegen keine Nachwuchsprobleme erkennt, umfasst Frankes Platz. „Wir haben viele Stammkunden aus zwei Stunden Umgebung“, ergänzt er.

Rheinabwärts muss Marco Barillaro vom Campingplatz Suleika im Bodental bei Lorch eigentlich kein Hochwasser fürchten wegen der erhöhten Lage. Trotzdem hätten viele Kunden eine Anreise gescheut, weil zum Beispiel auch die Schifffahrt eingestellt war. Unter dem Strich seien die Verluste höher als zusätzliche Einnahmen durch Umbuchungen von Touristen, deren ursprüngliches Ziel unter Wasser stand.

Der Saisonbeginn sei wegen verregneter Feier- und Brückentage ebenso mäßig verlaufen, erläutert Barillaro. Ein Handicap seien zudem die häufigen Sperrungen des Bahnübergangs im Lorcher Bächergrund. Wenn der Bahnübergang in Rüdesheim geschlossen werde, führe die Umleitung für Wohnmobile gar über Presberg. Radwegbaustelle und Bahnlärm seien andere hemmende Faktoren.

Mit dem Betrieb in den Sommerferien ist er jedoch zufrieden, wenngleich das die Verluste noch nicht vollständig auffange.

Umsatz mache er jeweils zur Hälfte mit Dauer- und Urlaubscampern, für die insgesamt gut 80 Stellflächen zur Verfügung stehen, legt der Mitinhaber dar. „Wir liegen in einem Natura-2000-Gebiet, daher haben wir ein anderes Publikum, das Natur und Erholung sucht“, sagt Barillaro.

Quelle: wiesbadener-kurier.de

Land bedankt sich bei Fluthelfern mit Medaille

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

Tausende Helfer stemmten sich im Juni gegen die Hochwasserfluten in Brandenburg. Jetzt gibt es ein großes Dankeschön.

Brandenburg will sich bei den Tausenden Juni-Hochwasser-Helfern mit einer speziellen Medaille bedanken. „Die Landesregierung möchte die Helferinnen und Helfer damit für deren großen Einsatz sichtbar ehren“, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in Mühlberg (Elbe-Elster) bei einer ersten Dankeschön-Veranstaltung. Die Flutmedaille solle zu einem späteren Zeitpunkt verliehen werden.

Allein im Landessüden hätten etwa 17 000 Menschen „mutig und unermüdlich“ geholfen, Städte und Gemeinden vor dem Hochwasser zu schützen, sagte Platzeck vor gut 500 geladenen Hochwasserhelfern aus den Landkreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und der Stadt Cottbus. Eine zweite Veranstaltung für die Helfer in der Prignitz und im Havelland ist für September in Wittenberge (Prignitz) geplant.

Das Hochwasser der Elbe hatte in Mühlberg am 7. Juni nach Angaben der Stadtverwaltung 9,89 Meter erreicht und lag damit nur knapp unter dem Rekordwert von 9,98 Meter bei der Jahrhundertflut 2002. Am Pegel Wittenberge stieg die Elbe am 9. Juni dieses Jahres auf den historischen Spitzenwert von 7,85 Meter, ein halber Meter mehr als 2002. Der Flutpegel der Elbe war etwa dreimal höher als sonst. Hochwasser führten auch die Spree, Lausitzer Neiße, Schwarze Elster, Havel und die Stepenitz.

Quelle: nordkurier.de

Die größtenteils sanierten Deiche hielten zwar dem Druck stand, dennoch richtete das Wasser Schäden an Gebäuden und auf Agrarflächen an. Brandenburg erhält für die Beseitigung der Hochwasserschäden 112 Millionen Euro aus dem milliardenschweren Fonds des Bundes.

NKD-Filiale ist nach Schließung wegen der Flut jetzt offen. Wiedereröffnung des Netto-Marktes verschiebt sich.

Berga. Knapp zweieinhalb Monate nach dem Hochwasser, das Anfang Juni auch die Elsterstadt Berga schlimm erwischte, wurde am Donnerstag ein weiterer Schritt in Richtung Normalität gegangen. Die Filiale des Bekleidungsgeschäftes NKD in der Bahnhofstraße konnte nach unfangreichen Reparaturarbeiten wieder eröffnen. „Seit 4. Juni war hier zu“, sagt Bezirksverkaufsleiterin Janine Kolata. Zwar hätte man sich bereits wenige Tage später schon ans Aufräumen machen können. Doch drei Wochen habe allein das Trocknen gedauert.

Den Schaden kann und möchte Kolata nicht beziffern. Er dürfte aber enorm gewesen sein, denn neben den ausgefallenen Einnahmen durch die lange Schließung mussten Wände und Teppiche erneuert, alles desinfiziert und nicht zuletzt das komplette Warenangebot in dem Bergaer Markt entsorgt werden. „Hier stand einen halben Meter hoch das Wasser“, sagt Janine Kolata.

In den vergangenen zehn Tagen wurde der Laden wieder eingeräumt und alles für den gestrigen Tag vorbereitet – auch unter fleißiger Mithilfe der vier Filialmitarbeiter. Mit Musik, Kinderbelustigung und Souvenirs konnten seit früh wieder Kunden begrüßt werden. Darunter Ilse Hofmann. „Ich bin Stammkundin hier und froh, dass der Laden wieder auf hat“, sagt die Bergaerin, die mit ihrem Haus in der Bahnhofstraße ebenfalls von der Flut betroffen war.

Gleiches trifft auf den Netto Supermarkt im unmittelbaren Umfeld der NKD-Filiale zu. In einer Pressemitteilung hieß es gestern, dass dieser Markt aufgrund der länger andauernden Maßnahmen zur Trockenlegung die Filiale nicht wie geplant am 10. September wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Wiedereröffnung verschiebt sich um voraussichtlich einen Monat, heißt es.

Quelle: otz.de

Vor zwei Monaten ging Fischerdorf nach einem Dammbruch an der Isar unter. Die schmutzige Brühe ist abgeflossen, doch die Schäden sind geblieben. Ein Ortsbesuch bei Familie Kufner

Ringsum überall dunkle Wolken. Nach den heißen Tagen im Juli ergießen sich „ergiebige Regenfälle über Bayern“, berichtet ein Radiosprecher in schönstem Meteorologendeutsch. Nur im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf fällt seltsamerweise bisher kein Tropfen. Wer an höhere Mächte glaubt, der könnte das so deuten: Der Himmel will gutmachen, was er vor zwei Monaten hier verbrochen hat.

Und da ist einiges zusammengekommen. Jeder hat noch die Bilder des niederbayerischen Ortes vor Augen, der Anfang Juni in schmutzig-braunen Fluten versank. Denn Fischerdorf liegt wie in einer Badewanne, eingeschlossen zwischen den Dämmen von Isar und Donau, die dort zusammenfließen. Nur kurz ließ sich der bröckelnde Isardamm verteidigen. Dann kam die Flut – binnen weniger Stunden rollte das Wasser wie eine Lawine heran. Lautlos schluckte es alles, was sich ihm in den Weg stellte. Fischerdorf gab es nicht mehr. Auf Luftbildern waren allenfalls noch die Dächer zu sehen. 14 Tage dauerte es, bis die Bewohner wieder in die Häuser konnten. Oder besser gesagt: in das, was von ihnen übrig geblieben war.

Das Wasser rollte wie eine Lawine heran

Jetzt, Mitte August, wirkt die Gegend nach der wochenlangen Hitze wie ausgedörrt. Das Gras in den Vorgärten ist verbrannt. Martina Kufner steht in Shorts und T-Shirt vor ihrem Haus an der Hauptstraße und zeigt auf die Wand, von der – wie an vielen anderen auch – weit über Mannshöhe der Putz abgeklopft ist. „2,30 Meter hoch stand die Brühe“, erzählt die 35-jährige Grafikerin. Ein dunkler Streifen zeichnet sich wie ein Mahnmal der Flut an der Mauer ab. Und, man mag es kaum glauben: Es riecht noch immer nach Öl.

„War ma Fischerdorfer, sam ma Fischerdorfer, bleim ma Fischerdorfer.“ Martina Kufner

Die Kufners sind eine von über 600 betroffenen Familien in Fischerdorf. Über eine halbe Milliarde Euro betragen die Schäden, die die Wassermassen im Raum Deggendorf angerichtet haben. Das hat man im Landratsamt errechnet. Freistaat und Bund haben massive Hilfsprogramme verabschiedet. Vor kurzem waren Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Umweltminister Marcel Huber vor Ort, um zu zeigen, dass die Fischerdorfer nicht vergessen seien. Die ersten Zahlungen aus dem Bund-Länder-Wiederaufbau-Fonds werden noch im August fließen, sicherte Seehofer zu. Damit sollen bis zu 80 Prozent der Schäden abgedeckt werden.

Doch die Leute wissen: Es ist Wahlkampfzeit. Da versprechen Politiker gerne. Ob sie das später auch halten, daran zweifelt in Fischerdorf noch der ein oder andere. „Mal sehen, was passiert. Fragen Sie mich in einem Jahr noch mal, ob wir den Wiederaufbau finanziell stemmen konnten“, bemerkt Stefan Kufner und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Er nimmt gerade Bodenproben im Garten, dessen Humusschicht möglicherweise von den Fluten verseucht wurde.

600 betroffene Familien in Fischerdorf

Das Schicksal der Kufners ist beispielhaft für viele in dem Deggendorfer Ortsteil. Das 1995 erbaute Haus des jungen Paares konnte wie die meisten hier im Überschwemmungsgebiet nicht versichert werden. Doch der immense finanzielle Schaden ist nicht das einzige Problem. Im Erdgeschoss wohnte die pflegebedürftige Mutter, die seither bei Verwandten einquartiert ist. Es wird noch Monate dauern, bis sie wieder zurück kann. Das Elternhaus, direkt an der Straße, hat die Familie aufgegeben. „Es wird wohl abgerissen.“ Die neue Immobilie soll aber erhalten werden – allerdings ist dazu eine Generalsanierung notwendig. Sogar die Ziegel müssen mit hochaggressivem Wasserstoffperoxid behandelt werden, damit all der Schimmel, die Pilze und die giftigen Ölrückstände verschwinden.

Das Elternhaus wird wohl abgerissen

Gerade ziehen die letzten Handwerker ab. Sie verabschieden sich in den Sommerurlaub. „Wir haben unseren Urlaub storniert“, sagt die junge Mutter. Zum Trauern über die missliche Situation hatten die Kufners allerdings bisher keine Zeit. Seit Wochen arbeiten sie praktisch ohne Unterbrechung. Stefan Kufner bekam von seinem verständnisvollen Arbeitgeber 20 Tage Sonderurlaub. Vor dem Haus steht ein Schuttcontainer, in dem Ziegel liegen. Ein Erker wurde abgerissen, weil sich das Mauerwerk mit Öl vollgesaugt hatte. Auch diverse Innenwände mussten raus. Noch steht alles leer. Rohbauatmosphäre. Wie in vielen Häusern surren auch hier mitten im Sommer die Bautrockner. Die Suche nach den Schuldigen der Flut steht für die Kufners nicht im Vordergrund. Sie kämpfen wie die meisten anderen Fischerdorfer weiterhin um Anschluss an die Normalität. Die ist noch nicht in Sicht. Tief ins kommende Jahr wird es dauern, bis die Schäden behoben sind. Erst in den letzten Tagen konnte der 36-Jährige wieder halbwegs geregelt seiner Arbeit nachgehen.

Mauerwerk von Öl getränkt

Mancherorts sieht es schon aufgeräumter aus. Zwischen den zwei Deichen der Donau, gleich hinter der mächtigen modernen Brücke, die nach Fischerdorf führt, beispielsweise. Da kann man wieder von einem Postkartenidyll sprechen. Auf sattgrünen Wiesen weiden die Rösser des örtlichen Reitvereins. Nichts erinnert hier an die Katastrophe. Doch dahinter hat sich das Leben nicht erholt. Der Bäcker hat nach wie vor geschlossen. Das Farbengeschäft ist umgezogen. Ein großes Plakat weist auf den neuen Standort hin. Die Renovierungsarbeiten haben hier noch nicht einmal begonnen. Vor den Autohäusern, auf deren Parkplätzen die Autos im Juni schwammen wie bunte Enten, sieht es schon wieder geschäftig aus. Wer aber hinter die Kulissen in die Schauräume blickt, der bemerkt, dass die Händler nur eine Art Notbetrieb fahren. „Es geht weiter, aber es ist schwierig“, berichtet eine Mitarbeiterin. Die Geschäftsführung des BMW-Vertreters lehnt eine Stellungnahme ab. Die Leute haben anderes zu tun, als über Wasserschäden zu lamentieren. Es gilt, das Unternehmen zu retten, was schwer genug sein dürfte. Billige, flutgeschädigte Gebrauchtwagen gibt es in Fischerdorf übrigens nicht. Die meisten Autos seien zurück zu den Herstellern gebracht worden, hört man. Die anderen wurden von Autoteilehändlern aus Tschechien zerlegt wie Schlachtvieh.

„Es geht weiter, aber es ist schwierig“

Nicht weit entfernt ist das Haus von Josef Gruber zu sehen. Es steht leer. Die Garage davor ist – wie das Nachbarhaus auch – abgerissen. Die Fensterstöcke im Obergeschoss fehlen, einige Dachplatten sowie die Außenverkleidung ebenfalls. Das erst vor wenigen Jahren renovierte Gebäude scheint nicht mehr sanierbar zu sein. Am 14. Juni berichteten wir an dieser Stelle über das Schicksal des 50-jährigen Gruber und seiner Familie. Die Resonanz war enorm. Viele Leser meldeten sich und wollten für ihn spenden. Leider war die Familie nicht mehr zu erreichen. Denn das Telefon ist seit der Flut tot. „Das Haus vom Gruber muss abgerissen werden“, bestätigen die Nachbarn die eigene Vermutung. Er lebe mit seiner Familie inzwischen im benachbarten Plattling. Genaueres weiß man nicht.

Staat prüft, dass Geldempfänger wirklich bedürftig sind

Doch auch Gruber, der in den ersten Tagen nach der Flut so verzweifelt war, darf hoffen. Er könnte zu den Härtefällen zählen, denen der Schaden aus öffentlichen Geldern komplett ersetzt wird. Denn sein Haus war längst noch nicht abbezahlt. Die Altschulden drücken. Allerdings überprüft der Staat penibel, wer wirklich hilfsbedürftig ist, um Betrügern das Wasser abzugraben. Denn es sollen, so hört man, in den ersten Tagen auch einige Leute Soforthilfe kassiert haben, die gar nicht hochwassergeschädigt sind. 15 Seiten stark ist der Antrag des Landes Bayern. „Das ist wie ein Hartz-IV-Antrag. Wer Geld will, muss die Hosen runterlassen“, beschreibt Kufner das Schreiben. Der Antrag des Bundes umfasse nur drei Seiten.

Finanziell sieht es derzeit trotz Unterstützung aus regionalen Hilfsprojekten düster aus. Alles in allem etwa 18 000 Euro, schätzt Martina Kufner, dürfte die Familie bisher erhalten haben. Das ist bei einem Gesamtschaden von knapp einer halben Million Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch günstige Kredite über 10 000 oder 20 000 Euro, die von örtlichen Banken angeboten werden – die ersten zwei Jahre rückzahlungsfrei –, helfen nicht wirklich weiter.

„Das ist wie ein Hartz-IV-Antrag. Wer Geld will, muss die Hosen runterlassen.“ Stefan Kufner

Zwischen all den Problemen gibt es auch gute Nachrichten. Eine davon: Die vorhergesagte Mückenplage hält sich in Grenzen. Möglicherweise konnten die Insekten auf dem giftigen Wasser nicht richtig brüten. „Die Fliegen sind schlimmer“, bestätigt Martina Kufner. Und: In all dem Chaos sind die Fischerdorfer nach wie vor überrascht von der unglaublichen Hilfsbereitschaft, die sie erlebt haben. Wildfremde Menschen hatten angepackt, viele mit bloßen Händen, andere zeigten sich als finanzielle Wohltäter. Die seien durch den Ort gelaufen und hätten gesagt: „Da habt’s einen Hunderter“, erzählt Martina Kufner. Das hat bei ihr und ihrem Mann nachhaltig Eindruck hinterlassen. Oben, am Balkon ihres Hauses, hängt ein Banner mit der Aufschrift: „Vielen Dank den freiwilligen Helfern.“ Stefan Kufner, selbst Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, fügt hinzu: „Wenn das alles hier rum ist, dann helfe ich auch woanders mit, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird.“

Mückenplage hält sich in Grenzen

Einige Straßen weiter lebt Sieglinde Pfeffer. Sie hat ihre im überschwemmten Erdgeschoss lebenden Eltern in den Urlaub geschickt: „Die waren fix und fertig.“ Zusammen mit ihrem Mischlingshund Sissy hütet sie das Haus. Der Ofen aus hellblauen Kacheln ist das einzige Möbel, das übrig blieb. „Der Rest war Sperrmüll.“ Wie die meisten Fischerdorfer, sagt auch sie, habe man gewusst, dass die Gegend Überschwemmungsgebiet ist. Viele waren darauf eingerichtet, hatten Pumpen im Keller, die Regale waren höher angebracht. Ein guter Meter Hochwasser hätte kaum Schaden angerichtet. „Aber wer konnte mit so etwas rechnen?“

Interessant ist, dass sich die Menschen trotz großer Unsicherheit nicht unterkriegen lassen. Ein Umzug in ein hochwassersicheres Gebiet kommt für die meisten nicht in Frage. „War ma Fischerdorfer, sam ma Fischerdorfer, bleim ma Fischerdorfer“, sagt Martina Kufner. Das klingt wie eine Kampfansage.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Hochwasser: Hilfe für Management-Plan

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Bayern

Einen Hochwasser-Managementplan sollen Städte und Kommunen aufstellen. Dazu erstellt ein Arbeitskreis des Landesamts für Umweltschutz eine Handlungsanleitung für Kommunen. Osterhofens Bürgermeisterin Liane Sedlmeier ist Mitglied in dem hochkarätig besetzten Gremium, dem Vertreter weiterer Kommunen sowie bayerischer Ministerien angehören.

Der Leitfaden zeigt die verschiedenen Handlungsfelder auf, die die Kommunen entweder zur Vorbereitung erledigen können oder während eines Katastrophenfalls ergreifen müssen. Dazu werden die verschiedenen Szenarien betrachtet: häufig auftretendes Hochwasser, hundertjährliches und sogar extremes Hochwasser. Wann werden Mensch, Umwelt, Kultur oder Wirtschaft beeinträchtigt, wie hoch ist das Risiko dafür? Die Handlungsanleitung hilft, diese Szenarien für den eigenen Ort strukturiert zu analysieren und zu bewerten.

Derzeit erfolgt die Endabstimmung für die Handlungsanleitung. Zudem werden bis Ende des Jahres neue Hochwasserrisiko-Karten erstellt. Danach können die Kommunen anhand des Leitfadens ihre Pläne für das Hochwasserrisiko-Management erstellen.

Quelle: pnp.de

Hochwasser-Rückzugsflächen gefordert

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Wirtschaftsregion Donaustädte nicht nur wirtschaftlich solidarisch – Treffen am Volksfest

Vertreter der Wirtschaftsregion Donaustädte – mit Regensburg, Straubing, Deggendorf, Passau und Linz – haben sich am Freitag am Rande des Gäubodenvolksfestes getroffen. Sie haben dabei Bilanz gezogen über ihre mittlerweile fast 18-jährige fruchtbare Zusammenarbeit und ihre weiterhin großen gemeinsamen Anliegen, unter anderem sich attraktiv für den Zuzug von Fachkräften zu präsentieren. Angesichts des wenige Wochen zurückliegenden Hochwassers ziehen sie auch gemeinsame Schlüsse und stellen konkrete Forderungen an die große Politik

Quelle: idowa.de

Die Weißenfelser Versicherungsagentur von Gerhard und Stefan Kretzschmann ist seit Dienstag wieder geöffnet. Das Büro wurde beim Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Doch nach den Umbauarbeiten kann sich das Büro wieder sehen lassen.

Gerhard und Stefan Kretzschmann sind erleichtert. Nachdem das Juni-Hochwasser auch ihr Büro in der Großen Kalandstraße 30 heimgesucht hatte, konnten Vater und Sohn ihre Versicherungsagentur am Dienstag dieser Woche wieder öffnen.

„Es war eine aufregende Zeit“, blickt Stefan Kretzschmann auf die letzten Wochen zurück. Eine Woche lang stand das Wasser. Für vier Wochen sind die Versicherungsfachleute samt Technik und Akten in die obere Etage ihres Büros gezogen. Als dann der Umbau anstand, haben sie zwei Wochen lang von zu Hause gearbeitet. „Das war wirklich nur eine Notlösung“, meint Stefan Kretzschmann heute. Und er ist dankbar für verständnisvolle Kunden und dafür, dass es die Industrie- und Handelskammer sowie zuverlässig arbeitende Handwerksfirmen gab, die bei der Beseitigung der Hochwasserfolgen tatkräftige Unterstützung geleistet haben. Geld, Nerven und ein paar graue Haare mehr habe der Kraftakt der letzten Wochen schon gekostet, gibt Vater Gerhard Kretzschmann zu. Doch nun funktionieren Telefon und Computertechnik wieder, der gerade für Leute in ihrer Branche so wichtige Dialog mit den Kunden läuft reibungslos. Kleinigkeiten, wie die noch nicht fertig ausgelegte Treppe, geraten da eher zur Nebensache.

Dabei hatten sich die Ereignisse in den letzten Wochen bei den Kretzschmanns auf eine ganz eigene Weise gefügt. Denn das Hochwasser kam gerade zu jener Zeit, da sich die beiden intensiv um einen neuen attraktiveren Standort für ihre Agentur in der Weißenfelser Innenstadt bemühten. Nachdem Gespräche jedoch nicht so recht zu einem erfolgreichen Ende geführt werden konnten, entschied man sich nach der Flut dafür, doch am bisherigen Standort das neue Raumkonzept der LVM Versicherung umzusetzen. Und so sitzen Gerhard und Stefan Kretzschmann, die in den bewegten Sommerwochen selbst zahlreiche vom Hochwasser Betroffene betreut haben, jetzt in ihren frisch sanierten Büros vor indirekt beleuchtbaren grünen Motto-Wänden. Schlagworte wie „Sympathie“, „Kompetenz“ oder „Dialog“ sollen die richtigen Signale an die Kunden aussenden. Und sollen wohl auch sagen: Wir sind zurück im Alltag.

Quelle: mz-web.de

Hilfen zum „Wiederaufbau Hochwasser“ rollen an

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Hochwasser und Unwetter hatten im Mai und Juni im Landkreis Schmalkalden-Meiningen Millionenschäden verursacht. Bereits im Juli erfolgte die Auszahlung von Soforthilfen an Private Haushalte, Kleinunternehmen und Gemeinden.

Vom Bundestag und Landtag ist nun das Programm für den „Wiederaufbau Hochwasser“ auf den Weg gebracht worden. Am Montag, den 19.08.2013 werden entsprechende Richtlinien des Landes Thüringen zum Vollzug für das Aufbauhilfeprogramm zur Beseitigung von Schäden an Wohngebäuden und Hausrat und zur Wiederherstellung der Infrastruktur in den Gemeinden infolge des Hochwassers im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht.

Im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen findet in diesem Zusammenhang am Dienstag den 20.08.2013 eine Informationsveranstaltung für die Gemeinden zum Vollzug der Richtlinien statt.

Eine Antragstellung von betroffenen privaten Haushalten ist ab nächster Woche in den Gemeindeverwaltungen möglich.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Gera. Die Ausgabestelle der Caritas in Gera in der Greizer Straße 16 wird am Montag, den 19. August, eröffnet.

Ausgegeben werden Kleidung und Hausratgegenstände an betroffene und sozialbedürftige Haushalte aus Sachspendeneingängen aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Nachweis der Berechtigung erfolgt über ein vereinfachtes Nachweisverfahren per Selbstauskunft. Für die Abgabe von Möbeln und Haushalts-Großgeräten werden Anträge auf sächliche Haushaltsbeihilfe ausgegeben. Die Ausgabestelle ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 8 und 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags zwischen 13 und 18 Uhr.

Mit Stand vom 14. August sind beim Caritasverband für Ostthüringen e.V. 46 Anträge auf sächliche Haushaltsbeihilfen eingegangen. Die Antragsteller erhalten nach Inkrafttreten der Landesrichtlinie „Aufbauhilfeprogramm zur Beseitigung von Schäden an Wohngebäuden und Hausrat infolge des Hochwassers in Thüringen“, welche die Landesregierung für den 20. August in Aussicht gestellt hat, einen Zwischenbescheid mit Empfehlungen der weiteren Vorgehensweise zur Sicherstellung ihrer Rechtsansprüche.

Für Beratung, Begleitung und Hilfen bei der Antragstellung für Hochwasser-Betroffene stellt die Caritas ein zusätzliches Angebot bereit. Die Diplom Sozialarbeiterin Nadine Wehlte ist unter Telefon 0174 / 1″73″26″93 für alle Hochwasser-Betroffenen zu erreichen und besucht die Haushalte bei Interesse vor Ort. Neben der Beratung zu möglichen Rechtsansprüchen gehört auch die psychosoziale Begleitung sowie die kostenlose Vermietung von Industrietrocknern zu ihren Aufgaben OTZ

Quelle: otz.de

Die Landesdirektion Sachsen hat den Planfestellungsbeschluss für den Polder Löbnitz erlassen. Damit könne die Landestalsperrenverwaltung mit dem Bau weiterer Abschnitte beginnen.

Das teilte die Behörde am Freitag mit. Die Landesdirektion hatte bereits den vorzeitigen Baubeginn am Deich von Bad Düben-Hohenprießnitz sowie in Wellaune im Norden von Sachsen genehmigt. Diese Arbeiten stünden kurz vor dem Abschluss. Das Polder-Projekt verbessert den Angaben zufolge den Hochwasserschutz an der Vereinigten Mulde bis zur Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Es ist 19,8 Kilometer lang und hat eine Fläche von 1500 Hektar. Der Polder kann bei einem Hochwasser 15 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Über die Höhe der Investition wurden keine Angaben gemacht.

Quelle: focus.de

Datennetz stand vorm Zusammenbruch

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die gesamte Internet- und Telekommunikationstechnik der Landesregierung und der Ministerien stand während des Hochwasser im Juni vor dem Zusammenbruch, weil es keine Ersatzsysteme für Notfälle gibt. Auch ein zentraler Knoten für den digitalen Behördenfunk auf dem Gelände des Technischen Polizeiamts in Magdeburg drohte auszufallen.

 

Sachsen-Anhalt ist während der Hochwasserkatastrophe im Juni nur knapp an einem Kommunikationsdesaster vorbeigeschrammt. Infolge der Überflutung des Technischen Polizeiamts im Magdeburger Stadtteil Rothensee kam es zu erheblichen Ausfällen der Internet- und Telekommunikationstechnik der Landesregierung und der Ministerien.

Dabei stellte sich auch heraus, dass es für solche Situationen bislang keinerlei Sicherungs- oder Ersatzsysteme gibt, die im Notfall die Kommunikation sicherstellen können. „Wir mussten überrascht feststellen, dass wir dafür keine redundanten Anlagen haben“, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) der MZ. Stahlknecht bestätigte zudem, dass auch ein zentraler Knoten für den digitalen Behördenfunk auf dem Gelände des Technischen Polizeiamts auszufallen drohte.

In dem Fall wäre jegliche Kommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zumindest zeitweise lahmgelegt worden. „Die Ausfälle im Datennetz des Landes konnten dank des Improvisationstalents unserer Leute größtenteils überbrückt werden“, so Stahlknecht. Die fehlende Absicherung des Systems sei aber nicht nur im Überflutungsfall, sondern generell ein Problem. Von Stromausfällen bis hin zu Anschlägen sei vieles denkbar. Daher soll nun das komplette Polizeiamt verlagert werden. Mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Fluthilfe-Fonds des Bundes soll entweder neu gebaut oder ein bestehendes Gebäude saniert werden. „Das passt auch gut in die geplante Strukturreform der Polizei“, so Stahlknecht.

Offen ist, ob auch die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) den Standort Rothensee verlässt. Das Amt betreibt dort einen wichtigen Knotenpunkt, über den der digitale Funkverkehr von Polizei und Feuerwehr vermittelt wird. Stahlknecht wollte sich dazu mit Verweis auf fehlende Zuständigkeit nicht äußern, erklärte aber, dass es ebenfalls nur mit Mühe gelungen sei, die Anlage zu retten. Andernfalls wäre die gesamte digitale Funkkommunikation ausgefallen und hätte nach Niedersachsen umgeschaltet werden müssen. Das dauere aber bis zu drei Stunden. „In einer Katastrophe ist das sicher nicht das Beste“, so Stahlknecht.

Ein BDBOS-Sprecher bestätigte die Probleme. Es seien aber Vorkehrungen getroffen worden, bei einer Überflutung „umgehend“ auf eine Ersatz-Vermittlungsstelle umzuschalten. Dies hätte auch keine „spürbaren Folgen“ für die Nutzer des Digitalfunks.

Quelle: mz-web.de

Es sind kleine Idyllen am Wasser. Kleingärten, die die Gera säumen und seit Dutzenden von Jahren ihren Pächtern und Bewohnern Heimstatt bieten, Ruhepunkte, Anbauflächen für Obst und Gemüse. Lebensinhalt für die einen. Gefahrenpotenzial für andere.

Marcel Glebe ist Ingenieur in der Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Jena. Er hat drei Anlagen auf den Messkarten, die die Gera einengen in ihrem Lauf und die beim Juni-Hochwasser zum wiederholten Mal überflutet wurden. „Zum Feierabend“ in Gispersleben, „Hochheim“ und „Am Bachstelzenweg“ im Süden der Stadt.

„Wir müssen zurück zu Uferschutzstreifen mit einem natürlichen, sich selbst stabilisierenden Ufer“, sagt er. Derzeit seien viele Uferbereiche steil und instabil. 8 bis 10 Meter breit sei der nötige Korridor direkt am Fluss, auf dem jetzt Gärten und Lauben stehen. Das würde in Hochheim die komplette Aufgabe der ersten Garten-Reihe am Fluss bedeuten und für Gispersleben die Verkleinerung von Parzellen. Glebe zeigt Dutzende Fotos, auf denen rustikale Landgewinnung in Gartenanlagen zu sehen ist: Holzbohlen und Steinhaufen, die in die Gera reichen, Hütten, Betonteile. Für den Fluss sei das verheerend und für das Stadtgebiet eine Gefahr.

2011 begann das Landesamt mit der Planung für ein Hochwasserschutzkonzept. Es favorisierte eine mittel- bis langfristige Umsetzung von Gärten. Doch das Wasser war schneller als die Pläne. „Das hat gezeigt, wie akut die Situation im Hochwasserfall wirklich ist“, sagt Glebe. Das millionenschwere Konzept sieht unter anderem vor, dass der Freistaat den nötigen Gewässerschutzstreifen von der Stadt erwirbt und sofort mit der Umgestaltung beginnt. Die Pächter sollen entschädigt werden und alternative Standorte angeboten bekommen. „Der eingeengten Gera müssen wir Raum geben, Fluss und Flussaue ökologisch vernetzen“, so der Ingenieur. Er wisse, dass die Kleingärtner das anders sähen.

Auch Umweltamt sieht Handlungsbedarf

„Das Konzept beträfe allein bei uns 36 Parzellen, es findet keinerlei Zuspruch“, sagt Jürgen Mai, Vorsitzender der Anlage „Am Bachstelzenweg“. Auch die 166 nicht betroffenen Pächter seien solidarisch. Er möchte erst einmal Analysen des letzten Hochwassers sehen. Er kritisiert die Informationspolitik der Landesanstalt ebenso wie „verfehlten Hochwasserschutz und den Umgang mit Rückhaltebecken und Talsperren“.

„Es gibt immer mehr große Hochwasser“, sagt Jörg Lummitsch, Leiter des Umweltamts. „Wir werden nicht umhin kommen, einzugreifen, es gibt keine Alternativen.“ Die Hochheimer Kleingärtner könnten nichts für die Situation. ,An dieser Stelle hätte es nie eine Gartenanlage geben dürfen.“ Mancher sei zu DDR-Zeiten sogar hierher zwangsversetzt worden, nachdem er seinen Garten an Bauprojekte verloren hätte.

Der Stadtverband beginnt nach seiner Sommerpause erst am Montag wieder mit der Arbeit und will das Thema umgehend diskutieren. Einig sind sich alle nur über den dringenden Gesprächsbedarf. „Gartenvereine, Stadtverband, das Gartenamt als Verpächter, Umweltamt und TLUG müssen an einen Tisch“, fordert Jürgen Mai. „Statistisch gesehen werden die Hochheimer Anlagen alle zehn Jahre überflutet“, sagt Marcel Glebe. „Wir müssen was tun. Dazu brauchen wir Konsens.“

Besitzverhältnisse

  • Der Freistaat Thüringen ist in Gestalt der Landesanstalt für Umwelt und  Geologie für die Gera samt Flussbett zuständig.
  • Der Stadt gehören die angrenzenden Flächen. Sie werden verpachtet.
  • Der Stadtverband der Kleingärtner ist der Dachverband, die drei von den Plänen betroffenen Gartenvereine gehören zu den 120 Mitgliedsvereinen.

 

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Eine braune Brühe schießt durch die Straßen. Das Wasser steht kniehoch und flutet Wiesen, Höfe und Gassen. Hochwasser in Vallried. Das hat es noch nie gegeben, bis in diesem Jahr die Unwetter kamen. Robert Reth aus Vallried sieht zwei Probleme: erstens die neuen Regenrückhaltebecken im Osten der Gemeinde Richtung Zusmarshausen – in den drei Becken steht das Wasser. Zweitens das neue Becken auf der anderen Seite, das im Norden der Autobahn gebaut werden soll. „Die fluten das Dorf“, sagt der Anwohner – und meint damit die Autobahnbauer.

Bei dem Gewitter Anfang August lief das Wasser an den Becken vorbei die Straße hinunter bis zum ersten Haus. Ein Bagger musste den Schlamm entfernen. Bürgermeister Albert Lettinger kann das erklären, er war nach dem Unwetter mit Vertretern der Bauarge, die von der Betreibergesellschaft der Pansuevia beauftragte Firmengemeinschaft, vor Ort. „Das Rohr, das das Wasser zu den Becken lenken sollte, war gerissen.“ Das Wasser schoss aus dem Rohr hinaus und die Straße hinab. 15 Minuten Gewitterschauer reichten dafür aus. Die Bauarge, sagt Lettinger, habe versprochen, den Defekt zu beheben. Die Becken seien in Ordnung. Projektleiter Carsten Wolf von der Bauarge betont, ein Regenrückhaltebecken müsse nicht immer trocken sein. Lettinger ergänzt, dass die Becken im Fall einer Überflutung das Wasser gezielt über eine gepflasterte Stelle ins nächste Becken geben. Zum Schluss soll das Wasser in den Hornbach fließen. Der war verstopft, doch daran werde gearbeitet.

Am Ende des Ortes, im Westen, ist das andere Problem. Auch in die Binsengasse schoss Wasser, als es so heftig regnete. Am nördlichen Ende der Gasse, auf der anderen Seite der Autobahn, soll ein neues Regenrückhaltebecken entstehen. Das Wasser, das sich auf der Autobahn sammelt, soll von dort aus über einen Graben entlang der Binsengasse in den Hornbach laufen. Der Graben ist beim Gewitter aber übergelaufen, das Wasser lief wie ein reißender Fluss direkt in den Ort hinein. Der 32-jährige Vallrieder Reth sagt, der Graben, der Löcher hat, voller Laub und Dreck ist, könne das nicht leisten. „Der soll ein 100-jähriges Hochwasser aufhalten. Der hält doch nicht mal ein Gewitter.“ Das Dorf werde einfach geflutet. Diese Sorge teilen die Vallrieder, die sich bei einer Veranstaltung von SPD/Aktives Bürgerforum im Ort gemeldet hatten (wir berichteten). Bürgermeister Lettinger sagt, die Autobahnbauer seien am Zug und wollten Abhilfe schaffen. Projektleiter Wolf sagt, bei dem Gewitter sei die Entwässerung kollabiert. „Das Regenrückhaltebecken ist aber noch nicht fertig – und die Autobahn auch nicht.“ Bis dahin müsse man mit Unwettern leben. Die kleine Rinne durch das Waldstück und entlang der Binsengasse werde noch angepasst. Die Marktgemeinde ihrerseits müsste vielleicht ihr Entwässerungssystem prüfen, die Kanäle spülen oder mit Kameras befahren. „Unsere Planung beruht auf dem Planfeststellungsverfahren“, betont Wolf. Das wiederum hat Gesetzescharakter, betont Julia Feger, kaufmännische Geschäftsführerin der Pansuevia. „Wir machen nur die Detailplanung.“

Reth findet, das Regenrückhaltebecken läuft in die falsche Richtung ab. Zur anderen Seite hin sei so viel Ausgleichsfläche gekauft worden, „da könnte man den Hooverdamm bauen“. Das Wasser werde aus dem neuen Regenrückhaltebecken aber nur in der Trockenphase und nur nach und nach abgegeben, betont Gernot Rodehack, Dienststellenleiter der Autobahndirektion Südbayern. „Es wird bei der Planung auch geprüft, ob das geht und auf den Fluss, den Hornbach, abgestimmt.“ Das Wasser müsse immer zum Fluss fließen, eben dem Hornbach. Dass das nicht funktioniert hat, könne am Zwischenstand der Bauarbeiten liegen oder eben an einem extremen Unwetter. „Die Pansuevia hat nicht unerhebliche Schäden wegen Unwettern, das haben wir normalerweise auch nicht“, so Rodehack.

Der Graben selbst dürfe nicht überschwemmt werden. Flora und Fauna seien auf das Rinnsal eingestellt und dürfen nicht kaputtgehen, betont der Dienststellenleiter. „Es gibt Sondersituationen, die man nicht planen kann. Ein 100-jähriges Hochwasser schon, aber kein 150-jähriges oder ein 300-jähriges.“ Vor allem aber sei das Becken noch gar nicht gebaut. Projektleiter Wolf versucht zu trösten: „Es kann derzeit nicht schlechter werden, sondern nur noch besser.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Plötzlich Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Ploetzlich-Hochwasser-id26664571.html

Plötzlich Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Ploetzlich-Hochwasser-id26664571.html

Mylauer sauer auf Stadt

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen

Nur wenige Wochen nach dem Hochwasser vom Juni wurden Teile Mylaus durch Starkregen erneut überflutet. Die Bürger fordern die Stadt deshalb auf, endlich zu handeln.

Mylau. Die vom Hochwasser betroffenen Mylauer sind mit der Stadtverwaltung unzufrieden. Das wurde am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Biergarten Rosin deutlich. Mehr als 40 Mylauer waren der Einladung von Kerstin Platzer und Katrin Rosin gefolgt.

Provisorische Brücke gefordert

Ein Hauptproblem ist aus Sicht der Mylauer die Brücke am Karl-Marx-Ring, die beim Hochwasser zum Nadelöhr wurde und extrem beschädigt ist. „Es gibt ein Gefahrengutachten von 2002, in dem der Abriss der Brücke dringend empfohlen wurde. Elf Jahre ist nichts passiert“, sagte der Mylauer Steffen Singer. „Die Brücke muss weg und dafür ein Provisorium her, bis die andere Brücke am Ring gebaut ist“, pflichtete ihm Michael Held bei. Er bezweifelt aber, dass die Stadt eine provisorische Brücke bauen lässt. „Doch wenn das Gebiet wieder überflutet wird, kostet das mehr als ein Provisorium“, sagte er.

In der Stadtratssitzung vom Juni hatten die Bürger zudem verlangt, einen Notfallplan für Katastrophen wie das jüngste Hochwasser zu erarbeiten. Der fehle aber immer noch. Beim letzten Regen habe es so wieder Probleme gegeben, die Feuerwehr zu erreichen, um prophylaktisch Sandsäcke zu ordern. Die Rettungsleitstelle habe die Auskunft erteilt, dass sie nicht für die Vorbeugung da sei. Für die Sandsäcke sei dann Sand vom Spielplatz am Schützenhaus zusammengekratzt worden. Die Stadt habe immer noch kein Hilfsmaterial auf Lager.

Angst um Gesundheit

Die Mylauer machen sich zudem Sorgen und ihre Gesundheit. Ein Gutachten hat das Fabrikgelände am Hirschstein als verseucht eingestuft. Jetzt steht die Frage, ob von dort Schadstoffe in Richtung Stadt gelangt sind.

Kritik gab es auch an stadteigenen Grundstücken, die immer noch aussehen, wie kurz nach dem Hochwasser im Juni. „Wenn man an den leer stehenden Häusern vorbeigeht, riecht man die Nässe. In einigen war seit dem Hochwasser noch keiner drin. Wir werden hier zum Rattenloch“, so Carmen Singer. Einige befürchten darüber hinaus, dass der gesperrte Spielplatz am Karl-Marx-Ring zum Müllplatz verkommt. Kritisiert wurde auch die Informationspolitik des Rathauses. Am 29. August soll Bürgermeister Christoph Schneider (CDU) deshalb Rede und Antwort stehen. „Es kann ja sein, dass der Bürgermeister viel gemacht hat, nur die Bevölkerung weiß nichts davon“, sagte Karin Rosin.

Bürgermeister bekommt Post

Die Mylauer wollen nun einen Brief an Bürgermeister Christoph Schneider schicken, der auch dem Landrat und dem Reichenbacher Oberbürgermeister zugehen soll. „In Neumark und Reichenbach funktioniert die Beseitigung der Flutschäden“, sagte Katrin Rosin, die bei dem Starkregen vor zwei Wochen erneut mit dem Wasser zu kämpfen hatte. „Während Sie und Ihre Mitarbeiter Ihren Urlaub genießen, sind wir ein weiteres Mal abgesoffen, wühlen in Schlamm, Dreck und Müll und versuchen, unsere Häuser und Firmen wieder instandzusetzen“, heißt es im Entwurf des Schreibens.

Von Normalität sind die Landesklasse-Fußballer des SV Elstertal Silbitz/Crossen noch ein ganzes Stück entfernt.

Morgen nutzen die Silbitzer und die Gästemannschaft vom SV Schott Jena II zum ersten Mal nach dem Hochwasser am ersten Juni-Wochenende einige der Umkleidekabinen im Sportlerheim. Es ist das zweite Heim-Punktspiel in Silbitz nach der Natur-Katastrophe. Beim letzten Punktspiel der Vorsaison am 15. Juni gegen die SG Bad Lobenstein/Eliasbrunn zogen sich die Mannschaften in anderen Räumen auf dem Gelände um.

„Auch wenn wir uns morgen in unserem Vereinsheim umziehen können, bleibt es ein Provisorium. Die Wände sind immer noch nicht trocken. Deshalb konnten auch schon einige Male angekündigten Malerarbeiten immer noch nicht durchgeführt werden;“ sagte gestern Ralf Prieger, Trainer der ersten Mannschaft. Der Zuschauer bekommt morgen Nachmittag von den Schäden des Jahrhundert-Hochwassers nichts mit. Die öffentlich zugänglichen Toiletten an der Stirnseite des Gebäudes funktionieren wieder.

Die Duschen im Erdgeschoss für die Spieler, Trainer und Schiedsrichter sind auch intakt. Woran es morgen noch empfindlich hapert, ist am Inventar.

Für das Männerspiel werden extra drei Türen eingesetzt, um vor, während und nach dem Spiel die Kabinen vor ungebetenen Gästen abschließen zu können. Die Einrichtung in den drei Kabinen ist äußerst spärlich. Die Silbitzer Fußballer müssen aus ihrer eigentlichen Umkleidekabine ausziehen. Sie nutzen den Raum gegenüber der Schiedsrichter, „weil dort an der Wand noch Bänke angebracht sind“, sagte Prieger. Die Gäste-Mannschaft muss auch umziehen. Sie bekommen die Kabine der zweiten Silbitzer Mannschaft.

Einen Computer zur Übermittlung der Mannschaftsaufstellungen, der Tore und des Endergebnis in das DFB-Internet gibt es noch nicht. Auch hier heißt es improvisieren.

Trainer Prieger stellt morgen seinen transportablen PC zur Verfügung. Wieder vorhanden ist ein Kühlschrank, der kam von einer Privatperson. Eine Firma aus Eisenberg sponserte den Silbitzern zwei große Büro-Schränke. Weitere Anschaffungen seien geplant, sagte Doreen Näther, Freundin vom Mannschaftskapitän Reymond Prüfer, „wir werden aber dazu mit der Gemeinde reden.“ Die Gemeinde Silbitz mit Bürgermeister Lothar Schlag an der Spitze ist der Eigentümer der Sportanlage an der Elster. Über die immer noch etwas veränderten Rahmenbedingungen will Prieger die Gäste heute informieren. „Ich werde mit dem sportlichen Leiter telefonieren. Ich denke mal nicht, dass die Leute von Schott damit ein Problem haben, dass es bei uns auf dem Sportplatz noch nicht wie gewohnt zugeht.“

Quelle: tlz.de

Streit um die Koordination beim Deichbau

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Der Stendaler Landrat Carsten Wulfänger und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) haben vorgeschlagen, den Deichbau künftig grundsätzlich unter zentrale Koordination des Bundes zu stellen. Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens hatte das abgelehnt.

Vom Schloss Tangermünde geht der Blick über die Elbe weit hinüber in die östliche Altmark und die Prignitz. Der Fluss fläzt sich dort wieder langsam in seinem Bett, die Wiesen dahinter sind sattgrün. Als hätte hier vor vier Wochen nicht noch meterhoch das Wasser gestanden. Auch auf der anderen Flussseite erinnert inzwischen kaum noch etwas an die dramatischen Stunden, als beim Dorf Fischbeck drei ausrangierte Lastkähne versenkt worden sind, um einen gebrochenen Deich zu schließen. Die Schiffe sind weg, der Deich geschlossen. Vorerst. Notdürftig. Der eigentliche Deichneubau soll 2014 beginnen.

Mitten hinein in diese Planungen platzt nun der Vorschlag zweier CDU-Politiker, den Deichbau künftig grundsätzlich unter zentrale Koordination des Bundes zu stellen. Bei dem einen handelt es sich um den Stendaler Landrat Carsten Wulfänger, bei dem anderen um Sachsen-Anhalts obersten Katastrophenschützer, Innenminister Holger Stahlknecht: „Ich halte das für sehr sinnvoll“, sagte Stahlknecht am Rande einer Radtour, die ihn in dieser Woche durch die Flutschadens-Gebiete im Norden und in der kommenden Woche in der Mitte und im Süden des Landes führt.

Stahlknecht geht damit nicht nur auf Konfrontationskurs zum gerade in seiner Partei weit verbreiteten Föderalismusgedanken. Sondern auch auf Distanz zu seinem Parteifreund und Kabinettskollegen, Umwelt- und Agrarminister Hermann Onko Aeikens. Der hatte bereits Mitte Juni in einem MZ-Interview erklärt, es würde nicht besser, wenn es einen „Oberdeichgrafen in Berlin“ gäbe. Und: „Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern funktioniert, ich sehe daher keine Notwendigkeit, etwas zu ändern.“ In dieser Woche wiederholte Aeikens diese Aussage – und erntet Widerspruch.

„Wir müssen ein Wettrüsten zwischen den Elbe-Anrainern bei Deichhöhen verhindern“, sagte Landrat Wulfänger. Brandenburg etwa stünde vor keinen allzu großen finanziellen Problemen, wenn das Land seine 44 Kilometer Elbe-Deiche deutlich erhöhe – in Sachsen-Anhalt mit mehreren hundert Kilometer Deichen an der Elbe wäre das finanziell aber nicht zu stemmen. Es müsse daher eine einheitliche Deichhöhe für alle Anrainer-Länder geben. Dies könne nur der Bund koordinieren, zudem mache eine solche Aufgabenverlagerung Sinn, weil es sich bei der Elbe ja auch um eine Bundeswasserstraße handele. Stahlknecht sprach sich zudem dafür aus, die Koordinierung bei kreis- und/oder länderübergreifenden Katastrophen wie der jüngsten Flut im Juni zu straffen und dem Land mehr Kompetenzen einzuräumen. So halte er beispielsweise einen dritten Katastrophenstab im Landesverwaltungsamt – neben denen in den Kreisen und dem der Landesregierung – für nicht notwendig.

Weitere Vorschläge sollen von allen Mitarbeitern des Krisenstabes der Landesregierung eingehen: Um die Arbeit des Stabes zu optimieren, ist ein zwölfseitiger Fragenkatalog für „eine professionelle Auswertung der geleisteten Arbeit“ zusammengestellt worden, sagte Stahlknecht. Optimierungsvorschläge seien erwünscht. Die Mitarbeiter sollen etwa angeben, welche Kenntnisse über die Rechtslage, das Haushaltsrecht oder taktisches Wissen für ihre Arbeit nötig waren. Auch nach Problemen im Informationsaustausch wird gefragt. Auf einer Skala von 0 bis 5 soll bewertet werden, wie souverän sich Führungskräfte verhalten haben.

Quelle:

Hochwasser: Jetzt muss Geld fließen

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Bayern

Wenn das Hochwasser abgeflossen ist, kommt die Zeit für Bestandsaufnahmen und Versprechen. Damit waren Bayerns Politiker diesmal besonders schnell.

Ob Horst Seehofer, Markus Söder oder Martin Zeil – alle haben sie angesichts der verheerenden Lage spontan versichert: „Jeder, der Hilfe braucht, bekommt sie auch. Am Geld wird die Beseitigung der Schäden nicht scheitern.“

Zwei Monate sind vergangen seit den Tagen der großen Juni-Flut. Die benötigten Summen, um deren Zerstörungen zu beseitigen, sind beträchtlich. Im Freistaat werden es nach ersten, vorsichtigen Schätzungen über 1,3 Milliarden Euro sein – allein in Passau mehr als 100 Millionen Euro.

Noch höher fällt die Summe im Landkreis Deggendorf aus. Der Ortsteil Fischerdorf war verwüstet, die Felder verschlammt, die Ernte vernichtet. Bayerns Landwirtschaft sind Schäden von schätzungsweise über 100 Millionen Euro entstanden. 65000 Hektar Acker- und Grünland sowie knapp 2500 Hektar gartenbauliche Kulturen waren vom Hochwasser betroffen – das sind zwei Prozent der agrarisch genutzten Fläche im Freistaat.

Klagen über zu viel Bürokratie oder schleppende Abwicklung bei der Soforthilfe wurden bislang nicht laut. Offenbar funktionierte die Verteilung dieses Mal ganz ordentlich. In den Antragsformularen für die weitere Schadensregulierung müssen die Betroffenen nun zwar durchaus penibel über ihre Schäden und ihre Finanzlage Auskunft geben, aber dies ist absolut nachvollziehbar. Es gilt, Betrügern das Wasser abzugraben, was bei der Soforthilfe nicht in jedem Fall gelungen ist.

Am Freitag stimmte der Bundesrat nun der Auszahlung der Milliarden aus dem Fluthilfefonds von Bund und Ländern erwartungsgemäß zu. Jetzt muss Geld fließen. Die Betroffenen haben es dringend nötig, denn sie müssen die Handwerker bezahlen, die seit Wochen im Einsatz sind. Bisher sieht es tatsächlich so aus, als hätten die Politiker den Mund nicht zu voll genommen. Im niederbayerischen Fischerdorf erzählen die Menschen, sie seien gut informiert worden, die Anträge könnten auch von Nichtjuristen ausgefüllt werden.

Alles in allem sind die bürokratischen Hürden niedriger als bei früheren Katastrophen. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Flut für die Opfer zu einem vergleichsweise günstigen Zeitpunkt kam: im Wahljahr. Man kann aber auch zugunsten von Politik und Verwaltung annehmen, dass diese dazugelernt haben. Aus dem letzten Hochwasser müssen aber noch weitere Lehren gezogen werden. Sie lassen sich kurz in einem Dreiklang zusammenfassen: mehr natürlicher Flutschutz, mehr länderübergreifende Projekte, mehr Investitionen in Deiche.

Die Schwachstellen an den Dämmen sind schnellstmöglich zu beseitigen. Gleichzeitig sollten Kommunen darauf verzichten, Bauland in klassischen Überschwemmungsgebieten auszuweisen. Denn nach allem, was wir wissen, werden aufgrund des Klimawandels auch in Mitteleuropa extreme Wetterphänomene wie Starkregen und Hochwasserprobleme häufiger auftreten.

Ob dann die Solidarität der Menschen genauso groß sein wird wie diesmal? Die positive Erkenntnis des Hochwassers ist: In der Not stehen die Menschen auch in unserer stark zerfaserten Gesellschaft zusammen. Wer erleben durfte, mit welcher Dynamik die ungezählten Freiwilligen halfen, war tief beeindruckt. Schon in der Bibel zeigt sich, dass der Mensch bisweilen Katastrophen braucht, um zur Besinnung zu kommen. Noch schöner wäre es jedoch, wenn das auch ohne gelänge.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Hochwasser: Jetzt muss Geld fließen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/meinung/Kommentare/Hochwasser-Jetzt-muss-Geld-fliessen-id26662506.html

Hochwasser: Jetzt muss Geld fließen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/meinung/Kommentare/Hochwasser-Jetzt-muss-Geld-fliessen-id26662506.html

Hartz-IV-Empfänger im Einsatz

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Hunderte Ein-Euro-Jobber helfen beim Aufräumen. Die Beschäftigungsmaßnahmen sind geringer ausgestattet als nach den Überflutungen von 2002.

In Stendal und Umgebung in Sachsen-Anhalt sind die Arbeitslosen unterwegs, Gummistiefel, Handschuhe und nicht zuletzt Mückenspray hat das Jobcenter gestellt. Das ist die Grundausrüstung, um Sandsäcke wegzuschleppen und zu entleeren, Spielplätze zu entschlammen und Treibgut zum Müll zu transportieren – für 1,25 Euro die Stunde. Aber „die Teilnahme an den Maßnahmen ist freiwillig“, betont Katrin Schmalenberger-Laukert, Sprecherin des Jobcenters Stendal.

Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Thüringen sollen Langzeitarbeitslose dabei helfen, die Flutschäden nach dem Hochwasser zu beseitigen. Die Zahlen sind bisher nicht hoch. Mit Stand Mitte Juli zählte man in Sachsen-Anhalt 250 Arbeitslose in der Aufbauhilfe, teilte Christian Weinert mit, Sprecher der Regionldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

In Thüringen wurden bis Mitte Juli 150 sogenannte Arbeitsgelegenheiten, auch Ein-Euro-Jobs genannt, in den Hochwasserregionen eingerichtet. „Es haben sich viele Freiwillige in den Jobcentern gemeldet“, sagt Weinert. Jana Echternach, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Magdeburg erklärte, dass die Leute auch gesundheitlich in der Lage sein müssten, sich an den Aufräumarbeiten zu beteiligen.

In der Stadt Stendal und Umgebung hat man örtlich aktuellere und damit auch höhere Zahlen: Dort ackern inzwischen 300 Ein-Euro-JobberInnen in der Fluthilfe. Die 1,25 Euro in der Stunde gibt es zusätzlich zu den Hartz-IV-Leistungen. Fast die Hälfte der HelferInnen sei über 50 Jahre alt, berichtet Schmalenberger-Laukert. Das Geld für die Hilfsmaßnahmen komme entweder aus einem Sonderprogramm der Bundesregierung, aus dem Eingliederungstöpfen für die Jobcenter oder aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds für das Programm „Aktiv zur Rente“, erklärte Weinert.

Die Bedingungen sind allerdings schlechter als in der Aufbauhilfe nach dem desaströsen Hochwasser im Jahre 2002. Damals hatte der SPD-Sozialminister Walter Riester ein 50-Millionen-Euro-Programm für die Beschäftigung von 5.000 Arbeitslosen unterzeichnet.

Diese waren im Rahmen der „Strukturanpassungsmaßnahmen Hochwasserhilfe“ für einige Monate bei den Trägern sozialversicherungspflichtig angestellt und besser bezahlt worden als die heutigen Ein-Euro-Jobber im Rahmen der sogenannten „Arbeitsgelegenheiten“ mit Mehraufwandsentschädigung. In Österreich fördern der Staat und die Arbeitsämter derzeit Erwerbslose, die nach den Flutschäden Aufbauhilfe leisten. Sie bekommen einen Monatslohn von 1.700 Euro brutto.

Quelle: taz.de

 

Arbeit der Hochwasser-Krisenstäbe wird ausgewertet

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht will die Zusammenarbeit der Krisenstäbe während des Hochwassers untersuchen. Geplant sei eine „professionelle Auswertung der geleisteten Arbeit mit Optimierungsvorschlägen“, sagte Stahlknecht in Tangermünde.

Die Landesregierung hatte für das Hochwasser erstmals einen eigenen Krisenstab eingerichtet. In den betroffenen Landkreisen und auch im Landesverwaltungsamt wurden weitere Krisenstäbe gegründet. Für Aufsehen hatte während des Hochwassers die Aktion Stahlknechts gesorgt, dass er kurz nach dem Deichbruch in Fischbeck die Krisenkoordination im Landkreis Stendal an sich gezogen hatte. Dies sei wegen der länderübergreifenden Arbeit notwendig gewesen, betonte Stahlknecht in Tangermünde erneut. Allerdings hatte es zuvor bereits auch Kritik an der Arbeit des Krisenstabs in Stendal gegeben.

Fragebögen sollen Arbeit beleuchten

Alle Mitarbeiter der Krisenstäbe sollen nun in den nächsten Wochen einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Die Mitarbeiter im Krisenstab des Landes sollen zum Beispiel angeben, welche Kenntnisse über die Rechtslage, das Haushaltsrecht oder taktisches Wissen für ihre Arbeit erforderlich waren. Auch nach Problemen im Informationsaustausch intern und extern wird gefragt. Zudem soll die Arbeit und die Souveränität der Führungskräfte beurteilt werden.

Nach Fragebögen folgt zweite Untersuchungsrunde

Nach den Umfragen mit den Fragebögen wird eine zweite Untersuchungsrunde aus Interviews mit den Stabsleitern geplant. Die ersten Ergebnisse aus allen Umfragen und Interviews sollen dann Ende September vorliegen.

Quelle: mdr.de

Der Bundesrat hat in einer Sondersitzung den Weg für die Fluthilfe-Milliarden zur Beseitigung der Hochwasserschäden freigemacht – zwei Tage nach dem schwarz-gelben Bundeskabinett. Die Länderregierungen verabschiedeten einstimmig eine Verordnung über die Aufteilung und Verwendung der acht Milliarden Euro für den Wiederaufbau. Der Fonds war im Eilverfahren eingerichtet worden.

Ministerpräsidenten der betroffenen Länder danken

„Danke Deutschland, im Namen Sachsen-Anhalts sage ich das von ganzem Herzen“, sagte Reiner Haseloff, der Ministerpräsident des vom Hochwasser am schwersten betroffenen Bundeslandes. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich bezeichnete das Juni-Unwetter, in dessen Folge im Süden und Osten des Deutschlands Flüsse über die Ufer getreten waren, als „Katastrophe nationalen Ausmaßes“.

Die CDU-Politiker Tillich und Haseloff sowie die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack forderten mit Blick auf künftige Unwetter einen verstärkten Hochwasserschutz. „Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser“, sagte die Politikerin der Linken, Tack. Sie sprach sich ebenso wie Haseloff für eine Elementarschäden-Versicherungspflicht in den gefährdeten Gebieten aus, um die öffentliche Hand bei künftigen Katastrophen zu entlasten.

Stufenweise Auszahlung beginnt

Nun kann die Auszahlung aus dem Milliarden-Fluthilfefonds beginnen. Seit Juni flossen bereits Soforthilfen. Zusätzlich werden voraussichtlich rund 360 Millionen Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds erwartet, die Bund und Ländern zur Hälfte zugutekommen sollen. Geplant ist eine stufenweise Auszahlung der Gelder aus dem Fluthilfefonds, da die endgültige Schadenssumme noch nicht feststeht.

Von der Auszahlung der ersten Raten von zunächst insgesamt rund 3,25 Milliarden Euro entfallen auf Basis vorläufiger Schadensmeldungen 40 Prozent auf Sachsen-Anhalt. Es folgen Sachsen mit rund 29 Prozent sowie Bayern mit rund 20 Prozent. Berücksichtigt werden muss aber noch die Verrechnung von Soforthilfen. Der Bund finanziert den Fonds vor und erhöht entsprechend seine Neuverschuldung. Die Länder zahlen die Fondsmittel bis zum Jahr 2033 ab.

Quelle: tagesschau.de