Sandsäcke auf dem Überkinger Damm bleiben

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Nach der Flut ist vor der Flut: Die Sandsäcke auf dem Überkinger Hochwasserdamm bleiben noch so lange liegen, bis ein Gewässerkonzept geklärt hat, wie sich die Gemeinde künftig gegen Hochwasser schützt.

Als Anfang Juni die große Flut übers Filstal hereinbrach, haben sie den Ort vor dem Untergang bewahrt. Und die „Retter“ halten immer noch die Stellung – obwohl die zahllosen Sandsäcke auf dem Hochwasserdamm in Bad Überkingen inzwischen zum Teil einen ziemlich desolaten Eindruck machen. „Solange unser Hochwasserkonzept noch nicht feststeht, bleiben sie vorsichtshalber erst mal liegen.“ Bürgermeister Matthias Heim geht auf Nummer sicher: „Man weiß ja nie, wann die nächste Flut kommt.“

Ursprünglich sollten die 22.000 Säcke nur einige Wochen trocknen und dann (soweit noch brauchbar) kostenlos an die Bevölkerung für den „privaten Hochwasserschutz“ abgegeben werden. 1500 Säcke haben so inzwischen ihre Abnehmer gefunden, was man an einigen „Zahnlücken“ vor allem in flacheren Bereichen des Damms deutlich erkennen kann. Das auch sonst zunehmend in Auflösung befindliche bunte Sammelsurium entlang der Fils ist auf ein Umdenken bei der Gemeinde zurückzuführen. Zunächst wollten Verwaltung und Gemeinderat nur prüfen lassen, ob der vom Hochwasser sichtlich in Leidenschaft gezogene Damm weiteren Belastungen standhält oder man ihn sanieren oder gar ganz neu bauen muss. Inzwischen ist eine weitere Variante im Spiel: „Wir lassen gleichzeitig untersuchen, ob eine Verbreiterung des Flussbettes der Fils nicht die sinnvollere Alternative ist“, erläutert Heim.

Der Überkinger Schultes spielt damit auf die guten Erfahrungen in Bad Ditzenbach an. Dort hat man bereits vor Jahren der Fils am Ortseingang mehr Platz gegeben. Die Investition in Höhe von 1,5 Millionen Euro (70 Prozent davon übernahm das Land) hat sich gelohnt. Als eine der wenigen Gemeinden im Oberen Filstal blieb Bad Ditzenbach bei der Flut im Juni weitgehend vom Hochwasser verschont. Bad Überkingen hat inzwischen ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Gewässerkonzeptes beauftragt. Darin sollen beide Alternativen und die jeweils zu erwartenden Kosten untersucht werden.

60.000 Euro für die Flutopfer in Bad Überkingen

Gute Nachrichten gibt es derweil für die vom Hochwasser betroffenen Privatleute. Von den zwei Millionen Euro, die von der Landesregierung zur Entschädigung nicht versicherter Flutopfer zur Verfügung gestellt werden, sind 60.000 Euro nach Bad Überkingen geflossen. Damit können im Einzelfall bis zu 30 Prozent der Schäden erstattet werden. Bislang sind 25 Anträge von betroffenen Bürgern im Bad Überkinger Rathaus eingegangen, die Gesamtsumme der angegeben Schäden beträgt rund 110.000 Euro. „Wir werden also voraussichtlich wieder Geld nach Stuttgart zurücküberweisen müssen“, schränkt der Bürgermermeister ein. Heim zufolge können aber noch bis zum 30. Oktober Anträge gestellt werden. Die entsprechenden Formulare gibt es im Rathaus.

Allerdings können die Hochwasseropfer noch auf Geld vom Bund hoffen. Wie berichtet, hat die Bundesregierung im Rahmen ihres „Fluthilfegesetzes“ eine Soforthilfe in Höhe von acht Milliarden Euro bewilligt. Nachdem das Gesetz Bundestag und Bundesrat bereits passiert hat, geht es jetzt nur noch darum, nach welchen Kriterien die Hochwasserhilfe verteilt wird. Das soll sich in den nächsten Tagen entscheiden. Nach dem „Fluthilfegesetz“ können auch Unternehmen auf Förderung hoffen, was bei der Landesbeihilfe nicht der Fall ist.

Quelle: swp.de

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