Nachgefragt: Betriebe kämpfen weiter mit dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Fluthilfe für Unternehmen, Hochwasserfolgen

Anfang Juni sorgte das Hochwasser in vielen Regionen Deutschlands für riesige Schäden. Auch viele Betriebe aus dem Handwerk waren betroffen und mussten um ihre Existenz bangen. Wie geht es den Flutopfern zwei Monate später?

Auf einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag wird der volkswirtschaftliche Gesamtschaden durch das Hochwasser 2013 geschätzt, dass vor allem in Bayern und dem Osten Deutschlands für Verwüstung sorgte.

Schon am 25. Juni hatten Bund und Länder einen Hilfsfonds über acht Milliarden Euro beschlossen. Eine Verwaltungsvereinbarung dazu soll heute vom schwarz-gelben Kabinett abgesegnet werden und am Freitag in einer Sondersitzung im Bundesrat finalisiert werden.

Richtig greifbar wird das Ausmaß aber erst bei einem Blick auf die Einzelschicksale der Betroffenen. Auch viele Handwerksbetriebe in Deutschland hat es getroffen. Schon vor zwei Monaten hatte die Deutsche Handwerks Zeitung mit mehreren von ihnen gesprochen.

Malermeister hofft auf Vollersatz

Zum Beispiel Gerhard Lallinger, Malermeister aus Fischdorf. Das Hochwasser hatte ihm beinahe die Existenz genommen. Sowohl das Firmen- als auch das Wohngebäude wurden komplett zerstört. Der Schaden belief sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. Kaum etwas konnte gerettet werden, das Wasser kam mit 500.000 Litern pro Sekunde. Um eine Elementarschutz-Versicherung hatte sich der Betrieb zuletzt 2012 vergeblich bemüht.

Heute herrscht bei Lallinger leiser Optimismus. Zwar wird von öffentlicher Stelle immer noch das Ausmaß des finanziellen Schadens ermittelt und Geld ist bisher keines geflossen. Aber Lallinger hat wieder eine Perspektive. Zu 100 Prozent soll ihm der Schaden ersetzt werden, so lauten zumindest die Versprechungen. Bis das Geld da ist, dürfte aber noch einige Zeit vergehen und der Wiederaufbau der alten Existenz dürfte weit mehr als ein Jahr dauern, vielleicht sogar zwei, schätzt Lallinger.

In der Zwischenzeit konnte sich Lallinger auf die Solidarität seiner Mitmenschen verlassen. So wurden ihm kostenfrei Betriebsräume zur Verfügung gestellt, damit die Geschäfte weitergehen können und auch wichtige Einnahmen in die Kassen fließen. So ist es Lallinger auch möglich seine Mitarbeiter zu halten. Der Betriebsinhaber ist froh, seine wirtschaftliche Existenz wohl gerade noch retten zu können.

Elektroinstallateur kämpft mit der Bürokratie

Auch Elektroanlagen Johann Vogl in Passau hat das Hochwasser hart getroffen. Fast eine Woche waren die Elektroinstallateure von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Innbrücke für den Verkehr gesperrt war. Hof und Lager waren überflutet, 20 cm mehr und das Büro wäre unter Wasser gestanden. Was ging, wurde in Sicherheit gebracht, das Gebäude hatte einen Schaden von 130.000 Euro.

Einige Wochen später ist Betriebsinhaber Johann Vogl die Katastrophe immer noch anzumerken. Ein erstes Hilfsprogramm kann Vogl nicht in Anspruch nehmen, weil der Betrieb keine Elementarschutzversicherung abgeschlossen hatte, die nach Aussage der öffentlichen Stellen möglich gewesen wäre. Bekommen hat Vogl bisher nur die Soforthilfe von 5.000 Euro und weitere 1.500 Euro für das Gebäude.

Jetzt hofft Vogl auf ein zweites Programm, das jenen Betrieben helfen soll, die keinen Versicherungsschutz geltend machen können. Doch das Geld zu bekommen ist nicht einfach. Jede entstandene Handwerksrechnung muss einzeln vorgelegt werden, um eine Rückzahlung zu bekommen. Und die Gelder sollen auch nicht auf einmal fließen, sondern in mehreren Teilbeträgen.

Vogl ist enttäuscht über die bürokratischen Hürden, die den betroffenen Firmen in den Weg gestellt werden. Vor allem denkt er an die Unternehmen, die zum Beispiel wegen mangelnder Sicherheiten keine Überbrückungskredite von der Bank bekommen.

Vogl konnte seinen Geschäftsbetrieb aber trotzdem fortsetzen. Zum Glück waren die Unternehmensräume mit den Computern nicht vom Hochwasser betroffen. Um dringende Reparaturen an Maschinen durchzuführen, konnte Vogl eigene Rücklagen mobilisieren.

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

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