Archiv für August 14, 2013

Marius Koity über das erste und sicher nicht letzte Buch über die 2013-er Flut im Vogtland

Es ist nicht ganz das erste Buch über die 2013-er Flut auf dem Markt. Autoren aus Magdeburg und aus Passau waren etwas schneller. Gero Fehlhauer legt allerdings die erste gebundene Nach­betrachtung der Katastrophe im Vogtland vor. Weitere Dokumentationen des lo­kalen oder regionalen Hochwassergeschehens dürften und sollten auch folgen – nicht nur weil die Neuerscheinung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern auch weil es nicht genug Belege wider das Vergessen geben kann. Erst wenn der letzte Mensch wirklich begriffen haben wird, dass mit der Natur nicht zu spielen ist, wird ihre Gewalt nicht mehr so schmerzhaft, nicht mehr so zerstörerisch sein wie 1954 und nun fast 60 Jahre später.

Schön ist die Geste des Ver­lages und seines fleißigen Autors, immerhin 7,5 Prozent vom Preis des Buches für Flutopfer zu spenden. Der entsprechende Erlös der ersten Auflage wurde Geschädigten in Mühlwand gespendet. Wenn der Verkauf des Bildbandes weiter so gut läuft wie bisher – am besten im einheimischen Buchhandel bestellen! -, gibt es bald eine zweite Auflage. Für deren Spenden­anteil wird sich sicher auch ein Projekt in Greiz anbieten.

Quelle: otz.de

Nicht nur die Leute in Caaschwitz hoffen auf Normalität nach dem Hochwasser. Hätten die Verantwortlichen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ihre Hochwasserschutz-Konzepte schon eher aus den Schubladen geholt, hätte dieser Wunsch gar nicht erst aufkommen müssen.

Denn dann wäre es normal gewesen, dass sowas wie in Caaschwitz, Wünschendorf, Bad Köstritz, Untermhaus und Heinrichsgrün gar nicht erst passiert.

Normal wäre es eigentlich, dem unschuldigen Flüsschen namens Weiße Elster seine Überflutungsflächen zuzugestehen. Da braucht man ja nur mal im Stadtarchiv nach alten Karten mit historischen Flussverläufen zu stöbern und wie normale Leute ganz normale Schlussfolgerungen zu ziehen, wo sich das Wasser im Fall der Fälle sammeln wird.

Ebenfalls normal ist nämlich, dass sich ein Fluss wenig schert um die Befindlichkeiten der Erdenbürger. Wo er normalerweise lang fließt, entscheidet immer noch er. Doch was ist schon normal?

Quelle: otz.de

Fluthilfe Deggendorf Hochwasseropfer bekommen Geld

Veröffentlicht: August 14, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, finanzielle Hilfen

Am Dienstagabend (13.08.13) wurde in Deggendorf der erste Bescheid für Hochwasserhilfe aus dem großen Bund-Länder Fluthilfefonds erlassen. Damit soll ein Großteil der Privatschäden nach der Flutkatastrophe abgedeckt werden.

Die Koalition in Berlin hat die Weichen für eine rasche Auszahlung der Milliarden-Hilfen an Hochwasser-Opfer gestellt. Das Kabinett beschloss am Mittwoch die Verordnung zu dem bis zu acht Milliarden Euro schweren Aufbauhilfefonds, mit der die Verteilung und Verwendung der Gelder geregelt wird. Der Bundesrat soll an diesem Freitag in einer Sondersitzung den Rahmen abschließend beraten.

Bayern streckt Mittel vor

Bayern hat die Mittel dafür bereits vorgestreckt, damit schon jetzt die ersten Gelder ausbezahlt werden können. Später wird dann mit dem Bund abgerechnet.

Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter überreichte den ersten Bescheid an Monika und Harald Gach. Die Wohnung der Familie mit zwei Kindern wurde komplett geflutet und kann noch immer nicht genutzt werden.

40.000 Euro für die Familie

40.000 Euro fließen als erste Tranche aus dem Fluthilfefonds noch am Mittwoch (14.08.13) auf das Konto der Familie. Monika Gach sprach bei der Entgegennahme des Bescheides von einem der ersten großen Lichtblicke nach der Flutkatastrophe. Das Geld investiert die Familie in den Wiederaufbau von Wohnung und Haushalt. Einige hundert Anträge auf Unterstützung aus dem Fluthilfefonds wurden seit Montag vergangener Woche bereits gestellt. Noch immer aber nicht alle, beklagt Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter.

Quelle: br.de

Die Awo-Kindertagesstätte „Zur Märchenbuche“ in Caaschwitz hatte mit dem Hochwasser den neuen Krippenbereich, Spielzeug-Schuppen und Klettergerüst verloren. Durch zahlreiche Spenden kann vieles wieder aufgebaut werden.

Caaschwitz. Auch heute noch ist das Hochwasser in der Awo-Kita „Zur Märchenbuche“ in Caaschwitz präsent. Fast täglich kommen die Kleinen mit ihren Erzieherinnen auf die Überflutung Anfang Juni zu sprechen, denn noch immer ist hier nichts, wie es vorher war. Den gesamten Krippenbereich, erst vor drei Jahren in einem neuen Anbau eingerichtet, hatte das dreckige Elsterwasser überspült. Die kleinen Bettchen standen im Wasser, die Spielsachen schwammen durch die Gegend. Auch im Garten, in der sich strömend die Weiße Elster ihr altes Flussbett suchte, war nichts mehr dort, wo es hingehörte. Der Spielzeug-Schuppen, das Hochbeet mit den Küchenkräutern, der Sandkasten – alles futsch.

Gestapelte Sandsäcke und mit Folie verdichtete Türen und Fenster hatten nichts genützt, das Wasser hatte sich seinen Weg gesucht.

Erst nach drei Tagen hatte Kita-Leiterin Gabriele Zepnik wieder einen Fuß in ihren Kindergarten setzen können. „Wir haben eine ganze Woche lang nur kaputte Sachen und Unrat rausgeschafft. Zwar haben wir versucht, einige Spielsachen zu reinigen, doch vieles wurde einfach nicht sauber. Und da die Kinder damit in Kontakt kommen, wollten wir kein Risiko eingehen, haben also vieles weggeschmissen“, sagt sie.

Eine Woche habe man den Kita-Betrieb nur eingeschränkt in einem Ausweichquartier realisieren können, doch die Eltern hatten großes Verständnis gezeigt und selbst mit angepackt. Selbst in diesen Tagen ist die große Gruppe im Gemeinderaum der freiwilligen Feuerwehr untergebracht und die Kleinen sind ins Obergeschoss gezogen.

Gabriele Zepnik hofft nun, den großen Garten ab September wieder voll nutzen zu können. Der Spielsand im Sandkasten und der Fallschutzkies ist durch Max Bögl bereits ausgetauscht worden. Die Kita-Kinder sind bereits jetzt schon ganz ungeduldig, endlich wieder auf ihrem geliebten Klettergerüst spielen zu dürfen. „Das ist noch aus DDR-Zeiten. Ihm galt die erste Frage der Kinder, als sie nach dem Hochwasser wieder herkamen. Zum Glück hat es die Flut überstanden“, erzählt Zep­nik. Der der Flut zum Opfer gefallene Kletterturm aus Holz soll im kommenden Jahr ersetzt werden.

Ohne die außerordentlich große Spendenbereitschaft der Menschen, sei ein Wiederaufbau der Kita unmöglich, sagt die Kita-Chefin. Noch immer ist sie überwältigt, wie viel und von wo ihnen überall finanzielle Unterstützung zuteil wurde: 17″380 Euro überwies die Stadt Sondershausen von ihrem Fluthilfe-Spendenkonto, 28″000 Euro Sonneberg von einem Benefizkonzert, Geld kam auch von der Daten Management Service GmbH und der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Triebeser Awo-Kita, von Mitarbeitern des Eisenberger Waldkrankenhauses und aus dem Jugendclub Töppeln. Auch den Kindern der großen Gruppe ist das bewusst. „Sie basteln mit Freude für jeden Spender ein Plakat“, sagt Gabriele Zepnik. Ein solches Dankeschön überreichten sie in der vergangenen Woche auch an Thomas Schick von Leo Pharma. Das Neu-Isenburger Unternehmen hatte über Klaus Winzer aus Gera von der verwüsteten Kita erfahren und brachte einen Scheck über 3000 Euro mit. „Für uns, die wir so weit weg sind von Ostthüringen, ist es unvorstellbar, wie schlimm es die Menschen hier teilweise erwischt hat“, sagte Schick. Auch dank ihnen kann der Krippenbereich mit einem Herbstfest bald neu eröffnet werden. Darauf freuen sich nicht nur die 43 Kita-Kinder, sondern auch die neun Erzieherinnen hoffen, dass dann endlich wieder so etwas wie Normalität einziehen kann.Kommentar

Quelle: otz.de

Reha-Klinik schickt Transporter mit Flut-Spenden nach Gera

Veröffentlicht: August 14, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Thüringen

Bad Langensalza. In den vergangenen Wochen sammelten die Mitarbeiter Fahrräder, Möbel und Kleidung, um Betroffene der Flut zu unterstützen.

Der Morgen begann gestern für einige Mitarbeiter der Reha-Klinik an der Salza auf eine eher ungewöhnliche Weise: Denn es galt, Fahrräder, Stühle, Tische und Kartons voll Kleidung und Geschirr aus dem Verwaltungskeller zu tragen und in einen Transporter zu stapeln. Rund zwei Wochen hatten die Mitarbeiter in dem Keller alles gesammelt, was sie im eigenen Haushalt nicht mehr benötigten. Die Spende erhalten Flutopfer in Gera. Verteilt wird sie von der Caritas, die am Donnerstag vier Spendenhallen in Gera öffnet.

„Ich habe heute extra noch einmal mein ganzes Geschirr durchgesehen und Salatschüsseln aussortiert“, sagte Chefarzt Enrico Kahl im Gespräch mit unserer Zeitung. 2002 sei sein eigenes Haus in der Nähe des sächsischen Freibergs vom Hochwasser überschwemmt worden.

„Danach mangelt es an allem“, sagte Kahl. In einer Spendenhalle habe er sich nach der Flut eine Schaufel mitgenommen, um Schlamm zu beseitigen. „Das Wasser hatte mein gesamtes Werkzeug aus der Garage weggespült.“

Hochwasser von 2002 noch in Erinnerung

Ein dreiviertel Jahr habe es 2002 gedauert, bis Kahls Familie alles, was die Flut zerstörte, renoviert und ersetzt hatte. „Vielen ist die Katastrophe vielleicht schon nicht mehr im Bewusstsein. Für die Betroffenen aber ist die Sache noch längst nicht abgeschlossen“, sagte Kahl.

Deshalb sollen in den nächsten Wochen auch bis zu drei Psychologen der Reha-Klinik für einen Tag in Gera vor Ort sein. Bei der Caritas sollen sie eine offene Sprechstunde anbieten.

„Die Gespräche sind als Erstberatung gedacht“, erklärte Verwaltungsleiterin Silke Kliem. Die Mitarbeiter der Klinik könnten aber dann an entsprechende Stellen weitervermitteln.

Direkt nach dem Unglück schaffe es kaum einer, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und sie zu verarbeiten, sagte Kahl. „Da muss erst einmal wieder das Haus bewohnbar gemacht werden, das familiäre Umfeld stabil sein.“ Erst kürzlich habe die Klinik in Bad Langensalza einen Patienten entlassen, der zu Hause wegen des Hochwassers noch weder Strom noch Wasser hatte. „Wir mussten ihm einen späteren Termin bei uns geben“, schilderte gestern Verwaltungsleiterin Kliem.

Zwei Menschen, die besonders schwer vom Hochwasser getroffen wurden, möchte die Klinik für 14 Tage einladen. „Wer dafür in Frage kommt, muss die Caritas in Gera entscheiden“, sagte Kliem. Die Idee zu helfen, sei kurz nach der Flut im kleinen Führungskreis entstanden.

Zwei Drittel der 150 Mitarbeiter beteiligten sich. Die Kurgäste habe man nicht in die Aktion miteinbezogen, sagte Kliem. „Die kommen meist nicht aus der unmittelbaren Umgebung.“

Dass sich das Klinikpersonal in der Stadt Gera engagiert, sei mehr oder weniger Zufall gewesen, sagte Kliem. Das Team habe entschieden, sich innerhalb Thüringens zu engagieren. „Den Ansprechpartner bei der Geraer Caritas haben wir dann vom Ministerium in Erfurt erhalten.“

Einen Transporter stellte das Autohaus Glinicke in Bad Langensalza. In Hauptgesellschafter Patrick Aldorf sei schnell ein Fahrer gefunden worden, der die Fracht nach Gera bringt.

„Für mich war es 2002 unglaublich ermutigend, zu merken, dass sich andere Menschen engagieren und mit uns zusammenstehen“, betonte Chefarzt Kahl – selbst wenn es nur um eine Schaufel gegangen sei.

Quelle: otz.de

 

Jetzt hat auch das Bundeskabinett grünes Licht für die Vereinbarung zum Fluthilfe-Fonds zwischen Bund und Ländern gegeben. In dem Papier ist geregelt, wer wieviel Geld in den Fonds einzahlen muss. Wie das Geld am Ende verteilt wird, ist allerdings noch unklar.

Die Auszahlung staatlicher Hilfsgelder an die Hochwasseropfer rückt näher: Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern, in der die Finanzhilfen für die Reparatur von Hochwasserschäden geregelt werden.

Für die Details zur Antragstellung, Prüfung und Auszahlung sind die Länder und Kommunen zuständig. Acht Milliarden Euro liegen bereit.

In mehreren Bundesländern waren durch das verheerende Hochwasser gewaltige Schäden in Privathaushalten und Unternehmen entstanden. In Brandenburg wurden die Hochwasserschäden allein in der Landwirtschaft von der Landesregierung zuletzt mit rund 44 Millionen Euro beziffert. Insgesamt wurden 39.230 Hektar Äcker und Wiesen überflutet.

Brandenburg wird von den acht Milliarden rund 1,4 Prozent bekommen. Knapp 40 Prozent der Mittel erhält Sachsen-Anhalt, 20 Prozent gehen nach Bayern.

Die konkreten Modalitäten, wo und wie von Betroffenen Anträge gestellt werden können, will die brandenburgische Landesregierung bis Ende des Monats klären.

Davon unabhängig können Hochwasser-Geschädigte erste Soforthilfen vom Land erhalten.

Höhe der Hilfsgelder für Privateigentümer regeln die Länder

In der Vereinbarung sind die Finanzhilfen für die Reparatur von Hochwasserschäden in insgesamt sieben Sonderprogrammen geregelt.

Das Geld für den Fluthilfe-Fonds kommt von Bund und Ländern. Der Bund übernimmt dabei wegen der Zuständigkeit für beschädigte Bundesstraßen und Autobahnen etwas mehr. Nach einem Katalog des Bundesinnenministeriums haben vom Hochwasser getroffene Betriebe, Landwirte und Forschungseinrichtungen ein Recht auf Zuschüsse.

Privateigentümer können die Kosten für Reparaturen an Haus und Inventar demnach bis zu 80 Prozent erstattet bekommen. Das gilt jedoch nicht automatisch, da die genaue Höhe von den Ländern festgelegt wird. Nach Angaben einer Sprecherin des Innenministeriums beinhaltet jedes Fluthilfe-Programm auch die Möglichkeit, bei Härtefällen mehr zu erstatten.

100 Millionen Euro aus dem Fonds stehen für die Reparatur von Schäden an Kultureinrichtungen und Denkmälern zur Verfügung. Vor allem Einrichtungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt waren vom Hochwasser betroffen. Allein der Schaden im Gartenreich Dessau-Wörlitz, das zum UNESCO-Welterbe gehört, wird auf 15 Millionen Euro geschätzt.

Formelle Billigung von Kabinett und Bundesrat steht noch aus

Die Verordnung muss nun noch vom Bundesrat gebilligt werden. Die Länderkammer kommt dafür an diesem Freitag zu einer Sondersitzung zusammen.

Quelle: rbb-online.de

Die Regierung hat die Milliardenhilfen von Bund und Ländern für die Opfer der Jahrhundertflut im Juni freigegeben. Im bayerischen Deggendorf wurde bereits das erste Geld ausbezahlt.

Die schwarz-gelbe Koalition hat die Weichen für eine rasche Auszahlung der Milliarden-Hilfen an Opfer des Juni-Hochwassers gestellt. Das Kabinett beschloss die Verordnung zu dem bis zu acht Milliarden Euro schweren Aufbauhilfefonds, mit der die Verteilung und Verwendung der Gelder geregelt wird. Der Bundesrat soll an diesem Freitag in einer Sondersitzung den Rahmen abschließend beraten.

In Deggendorf wurde inzwischen die erste Fluthilfe aus dem Bund-Länder-Fonds ausgezahlt. Eine vierköpfige Familie, deren Wohnung komplett überflutet wurde und noch immer unbewohnbar ist, erhielt 45.000 Euro. Das Geld werde die Familie in den Wiederaufbau für Wohnung und Möbel einsetzen, sagte Landrat Christian Bernreiter.

Allein im Landkreis Deggendorf waren nach Angaben Bernreiters 954 Häuser und Wohnungen teilweise bis unters Dach geflutet. „Etwa 100 Häuser sind von dem öligen Wasser derart beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen“, erläuterte der Landrat. Die Schäden belaufen sich auf insgesamt 507 Millionen Euro. „Wir rechnen mit etwa 1400 Anträgen auf Fluthilfe“, sagte der Landrat.

Löwenanteil fließt nach Sachsen-Anhalt

Der mit Abstand größte Nutznießer der Milliarden-Hilfen aus dem Fluthilfefonds wird Sachsen-Anhalt sein. Von der Auszahlung der ersten Raten von zunächst insgesamt rund 3,25 Milliarden Euro entfallen auf Basis vorläufiger Schadensmeldungen 40,4 Prozent auf Sachsen-Anhalt. Es folgen Sachsen mit 28,78 Prozent sowie Bayern mit 19,57 Prozent. Berücksichtigt werden muss aber noch die Verrechnung der Anteile des Bundes an den bereits geflossenen Soforthilfen.

Der Bund finanziert den Fonds vor und erhöht entsprechend seine Neuverschuldung. Die Kosten zur Beseitigung der Flutschäden an seiner Infrastruktur – etwa an Autobahnen, Bundesfernstraßen und dem Bahnnetz – schultert der Bund aber allein. Damit reduziert sich die zwischen Bund und Ländern aufzuteilende Summe auf 6,5 Milliarden.

Geplant ist eine stufenweise Auszahlung. Der Bund begründet dies damit, dass die endgültige Schadenssumme noch nicht feststehe. Daher sollen zunächst 50 Prozent bereitgestellt werden, die restlichen 30 beziehungsweise 20 Prozent sollen später verteilt werden. Der Schlüssel der ersten Auszahlungen ergebe sich aus den vorliegenden Meldungen der Länder für den Antrag Deutschlands auf EU-Hilfen.

Schäden, die nur aufgrund von Starkregen entstanden sind, können der Vorlage zufolge nicht durch den Hilfsfonds ersetzt werden. Die Länder hätten dazu keine gemeinsame Haltung gefunden, heißt es. Für individuelle Schäden von Privathaushalten oder Unternehmen könnten Leistungen bis zur Höhe von 80 Prozent des Schadens gewährt werden. Geschädigte müssten daher in der Regel einen Eigenanteil von 20 Prozent tragen. Es sei denn, dieser Eigenanteil werde durch Dritte geschultert – vor allem durch Versicherungen. Für begründete Härten sei eine Einzelfallregelung möglich.

Quelle: n24.de

Nach den großen Schäden durch das Hochwasser startet der VfB 1990 Steudnitz in die Spielzeit. Vorerst werden Räume und Sanitäranlagen der Regelschule mitgenutzt.

Dorndorf-Steudnitz. Nur kurz war der Bau eines neuen Vereinsheimes Thema der VfB-Vorstandssitzung. „Wenn mir jemand sagt, wo wir 300 000 Euro für ein neues Vereinshaus herbekommen, können wir über das Thema diskutieren. So aber ist es kaum einen Gedanken wert“, sagt Frank Regner, Vorsitzender beim Dorndorf-Steudnitzer Sportverein. Das Projekt „Neues Vereinshaus“ wurde im Zuge des Hochwassers an Regner herangetragen. „Ich kann schon nachvollziehen, dass man Bedenken hat, in das jetzige Haus wieder viel Zeit und Geld zu investieren.“ Die Steudnitzer hatte es in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni schlimm erwischt. Die Fluten hinterließen dem Verein finanzielle Schäden in Höhe von mindestens 60″000 Euro, für die er selbst aufkommen muss, weil das Gelände dem Verein gehört und nicht wie andernorts der Kommune. Nur gut ein Zehntel der Summe wird aus staatlichen Mitteln geleistet, gut 16″000 Euro hat der Verein bislang selbst an Spenden gesammelt. Von Untergangsstimmung ist in den Reihen des VfB nichts zu spüren. „Das liegt an den vielen Helfern und Freunden. Jeder blickt nach vorn. Jeder will, dass hier Normalität einzieht“, sagt Regner.

Vor Wochen stand in Frage, ob man vor Ende August einen regulären Spielbetrieb würde abhalten können. „Wir spielen in jedem Fall“, sagt der Vorsitzende nun. In der Vorbereitungsphase habe man glücklicherweise alle Testspiele auswärts absolvieren können. „Das kam uns sehr entgegen.“ Wenn nun am Sonntag die SG Union Isserstedt in der Vorrunde zum Kreispokal anreist und der VfB am kommenden Samstag inklusive Juniorenspielbetrieb in die neue Saison startet, müssen alle Beteiligten sich vorerst zwar mit einigen Behelfsumständen arrangieren – Duschen etwa stünden frühestens nächste Woche wieder zur Verfügung, Toiletten, außer Dixie, vorerst überhaupt nicht – doch sieht Regner dem gelassen entgegen. Mit der jenseits der B“88 gelegenen Regelschule und dem Landratsamt habe man eine Vereinbarung, welche die Nutzung der Räume zum Umkleiden sowie die der sanitären Einrichtungen im Schulhaus erlaubt. „Es wird weinig Probleme geben.“ Vom Vorschlag des Ortsteilbürgermeisters Klaus Enkelmann, ein nicht mehr genutztes Nebengebäude der Schule dauerhaft als Vereinsgebäude umzubauen, hält nicht nur der Vorsitzende hingegen nichts. Der Fußweg vom Sportplatz zum etwa 60 Meter entfernten Flachbau ist dabei nicht das Problem, sondern die Überquerung der viel befahrenen Bundesstraße. Zumal auf der hier lange geraden Strecke durchaus sportlich gefahren werde, wie Regner zu Bedenken gibt. Allein die Fußballer im Nachwuchsbereich dauerhaft dieser Gefahr auszusetzen, komme nicht in Frage. Gegen die Gefahr andererseits, auf absehbare Zeit erneut derartige Hochwasserschäden zu erleiden, tue man derzeit in der noch laufenden Sanierung des Vereinshauses sein Möglichstes.

Quelle: otz.de