Zwischen Schimmel und Mücken: Feuerwehr Lödderitz ist nicht einsatzfähig

Veröffentlicht: August 13, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

Weil das Gerätehaus vom Hochwasser beschädigt wurde, ist die Freiwillige Feuerwehr Lödderitz gegenwärtig abgemeldet. Jetzt suchen die Kameraden einen Ausweichraum.

 

„Am 9. Juni war das Wasser genau um 21.41 Uhr da“, sagt Feuerwehrmann Robert Schulenburg. Der 20-jährige weiß das so genau, weil er mit dem Handy Fotos machte, in deren Anhang das Datum zu sehen ist. Bereits einen Tag zuvor wurden fast alle Lödderitzer evakuiert.

Wertvolles Zuchtgeflügel ertrank in den Fluten

Danach erfolgte tagelang die Tierrettung. Von Hühnern über Schafe und Ziegen bis hin zum Schwein mussten die Tiere aus den überfluteten Häusern und Ställen in Sicherheit gebracht werden. Doch überall gelang das nicht. So setzten Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Lödderitz/Breitenhagen wertvolle Tiere zu, die ertranken.

Betroffen vom Hochwasser ist auch das Depot der Freiwilligen Feuerwehr Lödderitz. Sie ist, wie Breitenhagen auch, abgemeldet. Im Einsatzfall kommt die Wehr aus Groß Rosenburg.

Das Wasser ist schon wochenlang weg, doch die Feuchtigkeit bleibt. Optimale Voraussetzungen für großflächige Schimmelkulturen, sogar die Einsatzkleidung ist davon betroffen. Hinzu kommt abends die Mückenplage.

In den besonders betroffenen Häusern von Lödderitz wird das Küchengeschehen nach draußen verlagert. Weil die Räume saniert werden, steht der Herd auf dem Hof. Doch das nur am Rande.

Ortswehrleiter Helmut Maczulat hofft, dass seinen 18 aktiven Kameraden recht bald ein Ausweichraum zugewiesen wird, in dem sie Dienstabende verbringen können und Teile der Ausrüstung unterbekommen.

Über einen konkreten Sanierungsfahrplan konnte die zuständige Stelle der Einheitsgemeinde gestern noch nichts sagen. Die betroffenen Feuerwehrgerätehäuser seien in der Beratung, hieß es.

Ortswehrleiter bedankt sich bei allen Helfern

Helmut Maczulat drängt es, sich bei allen Helfern der Flutkatastrophe zu bedanken. Er hat eine lange Liste, darauf stehen die Feuerwehren Egeln, Westeregeln, Tarthun, Etgersleben, Löderburg, Eickendorf, Sachsendorf, Zuchau, Wedlitz, Nienburg sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Wasserrettung Schönebeck, das DRK, die Technische Einsatzleitung Rosenburg sowie das Feuerwehrtechnische Zentrum in Staßfurt. Sein besonderer Dank gilt allen freiwilligen Helfern, den Zuchauer Bürgern sowie dem Lödderitzer Landwirtschaftsbetrieb für die Bereitstellung von Flächen und Technik. Letzteren hat es besonders hart getroffen: 95 Prozent der Ernte seien vernichtet, sagt Feuerwehrmann Fred Schulenburg, der dort arbeitet. Und trotz lang anhaltender Trockenheit steht das Wasser zum Teil noch immer auf den Feldern.

Quelle: volksstimme.de

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