Wenig Interessierte, viele Fragen

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Hitzacker, Hochwasserschutz

Nur gut 30 Besucher bei Bürgerversammlung zum Thema Hochwasser in Hitzacker

Hitzacker. Fast einen Monat ist es her, dass das Hochwasser an den Lüchow-Dannenberger Elb- und Seegedeichen seinen Höchststand erreichte. Als die Angst wuchs, die Hochwasserschutzanlagen könnten nicht halten, als allerorts in den Samtgemeinden Elbtalaue und Gartow hektische Betriebsamkeit herrschte beim Bauen neuer Deiche und Dämme und dem Sichern der vorhandenen.

Am Montag hatte die Stadt Hitzacker zu einer Bürgerversammlung in das Café Dierks eingeladen, um die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen. Und um Fragen zu beantworten. Denn davon gibt es jetzt, wo die Elbe wieder friedlich in ihrem Bett fließt, viele in der Elbestadt.

So beispielsweise jene, warum kurz vor dem Erreichen des Hochwasserscheitels die Hitzackeraner Stadtinsel evakuiert worden war, das gefährdete Wussegel jedoch nicht. »Das lag daran, dass es sich um völlig verschiedene Verhältnisse handelte», antwortete Stadtdirektor Jürgen Meyer. Die Gefährdung der Stadtinsel sei deutlich intensiver gewesen als jene Wussegels, was vor allem daran lag, dass die Hochwasserschutzwand in Hitzacker von im Fluss treibenden Baumstämmen oder Ähnlichem hätte beschädigt werden können. Diese Gefahr bestand auch in Wussegel, so Meyer, doch dort wäre es wegen der deutlich kleineren Zahl zu evakuierender Menschen jederzeit möglich gewesen, alle in Sicherheit zu bringen – eben anders als auf Hitzackers Stadtinsel, wo gut 400 Menschen leben. Allerdings sei man auch auf die Evakuierung Wussegels vorbereitet gewesen, stellte Meyer heraus.

Was mit den zahlreichen Sportbooten und Yachten im Falle eines erneuten Hochwassers geschehen solle, wenn erst einmal der Sportboothafen wie geplant erweitert ist und dann mehr Platz bietet, wollte ein anderer der nur etwa 30 interessierten Bürger wissen. Denkbar sei eine Verlagerung der Boote nach Tießau oder Dömitz, so Meyer. »Da gibt es noch Abstimmungsbedarf, aber das sollte kein Problem sein», betonte der Stadtdirektor. Keine Antwort konnte die Verwaltung hingegen auf die Frage geben, ob denn das Elbvorland und der Fluss selbst jetzt nach dem Hochwasser in irgendeiner Weise mit Giftstoffen, Bakterien oder anderen Hinterlassenschaften der Flut belastet sind – wie 2002, als weite Teile des Elbvorlandes wegen abgelagerten Giftstoffen für die Landwirtschaft nicht mehr nutzbar waren. »Bislang haben wir keine Informationen darüber», so die ers- te Samtgemeinderätin Petra Steckelberg auf EJZ-Nachfrage. Und auch beim NLWKN, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, gibt es bislang keinerlei Erkenntnisse über gefährliche oder auch nur signifikante Schadstoffablagerungen im Lüchow-Dannenberger Elbvorland, sagt NLWKN-Sprecherin Herma Heyken.

Die Hochwasserschutzwand in Hitzacker habe sich indes bewährt, berichteten Ortsbrandmeister Egon Behrmann und Ehrengemeindebrandmeister Norbert Schulz auf Nachfrage. Während des Hochwassers seien Vertreter des Herstellers in Hitzacker gewesen und hätten sich von der Standfestigkeit der Konstruktion überzeugt, so Schulz. Allerdings sei durch den Rekordstand der Elbe das sogenannte Freibord, also die Höhe der Schutzeinrichtung über dem Wasserspiegel, auf unter 1,5 Meter geschrumpft. Da aber ein Freibord von eineinhalb Metern erforderlich sei, müsse die Aluminiumwand, die im Hochwasserfall auf die Hochwasserschutzmauer aufgesetzt wird, erhöht werden, stellte Deichhauptmann Axel Schmidt heraus. Ein entsprechendes Schreiben werde an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gesandt. Weil hatte bei seinem Besuch in Lüchow-Dannenberg während des Hochwassers versprochen, dass er für alle Fragen und Bitten zum Thema Hochwasserschutz ein offenes Ohr haben werde und sich alle Institutionen, Kommunen und Verbände gern an ihn wenden könnten.

Quelle: ejz.de

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