Nach Juni-Hochwasser: Orte melden über 940 einzelne Schäden

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Juni-Hochwasser hat viele Baustellen hinterlassen. Ob diese Schäden alle behoben werden können, darüber wird in den nächsten Wochen entschieden. Alle Förderanträge aus dem Erzgebirgskreis liegen nun im Landratsamt vor.

Annaberg-Buchholz. Im Landratsamt glühen derzeit die Tastaturen: Zwölf Mitarbeiter sind damit beschäftigt, die Anträge für 943 Einzelmaßnahmen zu erfassen, die Städte, Gemeinden und Zweckverbände zur Fluthilfe gestellt haben. 91 dieser Anträge kommen aus dem Altkreis Annaberg, sagte Sprecherin Stefanie John auf Anfrage. Wie hoch die nicht-privaten Schäden in der Region sind, steht noch nicht abschließend fest. Nach Informationen aus dem Amt dürfte die Auswertung noch Wochen in Anspruch nehmen – bis Ende Juli mussten die Anträge eingegangen sein. Indes zeichnet eine Umfrage der „Freien Presse“ ein vorläufiges Bild.

Annaberg-Buchholz: Am Saubach in Cunersdorf verschlammte die Geröllsperre, Ufermauern stürzten ein. Entlang des Schottenbergwegs drohte ein Böschungsbruch, weil das Gelände durch wild abfließendes Wasser der Sehma sehr stark aufgeweicht wurde, berichtet Nicole Gräbner von der Stadt. Auch der Fernwanderweg Conduppelweg wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Reparaturen sollen schnellstmöglich erfolgen, sobald Fördergeld da ist.

Schlettau: Laut Organisationsleiter Jochen Meyer handelt es sich bei den Schäden im Ort vorwiegend um kaputte Straßen, Wege und Plätze sowie Durchlässe. „Zum Glück hat es keine nennenswerten Schäden an Gebäuden und Einrichtungen gegeben.“ Die Schutzmaßnahmen an der Zschopau hätten ihre Wirkung „zu 100 Prozent bewiesen“. An der Roten Pfütze, Mühlgräben und Teichen wurden Uferbereiche ausgespült sowie Mauern zerstört. Meyer: „Stark betroffene Stellen an Straßen haben wir provisorisch ausgebessert.“

Oberwiesenthal: Im Kurort hat es Bürgermeister Mirko Ernst (FDP) zufolge die Bereiche nahe Gewässern, Straßen, Gräben sowie Wander- und Radwege erwischt. Diese habe man provisorisch gesichert, damit Urlauber sie wieder nutzen können. Wenn die Fördermittel fließen, mache man sich mit zunächst an die Gewässerinstandsetzung, um für ein erneutes Hochwasser gerüstet zu sein. Teils kann das nach Ernsts Einschätzung erst 2014 umgesetzt werden, wegen „der überaus guten Auftragslage im Baugewerbe“.

Geyer: Weitestgehend wieder in Schuss ist inzwischen das Areal an den Sprungschanzen, berichtet Ralph-Werner Hennings vom Bauamt. Auch an den Straßen sei man sofort tätig geworden. Schäden hätten zudem Geh- und Wanderwege, Bachläufe und Brücken erfahren.

Thermalbad Wiesenbad: Über zahlreiche Schäden an Straßen und Stützmauern informierte Hauptamtsleiter Thomas Burkert.

Thum: An der Wilisch in Herold stehen Arbeiten an der Böschung und an Ufermauern an, zwei Brücken müssen erneuert werde. Auch die Dammsanierung am Jahnsbacher Mühlteich kommt dazu.

Elterlein: Allerlei Zerstörungen hat Elterlein gemeldet. Nach Angaben aus dem Bauamt sind Uferbereiche in Hermannsdorf, Elterlein und Schwarzbach betroffen, sowie Straßengräben und in Schwarzbach das Bachbett mitsamt einer Brücke.

Jöhstadt: Starke Überflutungen haben große Schäden an der Preßnitztalbahn sowie Bachmauern in Steinbach und Schmalzgrube hervorgerufen. Weiter sind Uferbereiche und Schleusen beschädigt, schildert Claudia Tietz aus dem Ordnungsamt. „Begonnen wurde mit der Wiederherstellung einer Bachmauer, da dort die Verkehrssicherheit einer Straße nicht mehr gegeben war.“

Sehmatal: Bachstützmauern in Cranzahl und Sehma sind Opfer der Fluten geworden. „Hart getroffen hat es das Freibad, es wurde von Schlammmassen überflutet“, heißt es aus der Bauverwaltung. Zum guten Teil sei dies aber wieder intakt. Der Rest soll im Herbst, spätestens im Frühjahr angegangen werden. Königswalde: „Im Wesentlichen gab es Schäden an Gewässern und Durchlässen. Vereinzelt nasse Mauern und zerstörte Haustechnik“, berichtet Jörg Seidler. So wurden bereits die Gräben an der Plattenstraße auf einer Länge von 1,7 Kilometern vom Schlamm befreit.

Privatpersonen und Firmen

Eine Förderrichtlinie, die das Land kürzlich verabschiedet hat, regelt den Wiederaufbau. Grundlage ist der Aufbauhilfefonds von Bund und Ländern, der 8 Milliarden Euro umfassen soll.

 

Privatpersonen bekommen bis zu 80 Prozent der Gebäudeschäden ersetzt – bis vor wenigen Tagen war von 50 Prozent die Rede. „Der Freistaat Sachsen beabsichtigt, die Fördersätze in seiner Richtlinie anzupassen“, informierte die Kommunalaufsicht. Auch Hausrat werde förderfähig sein.

 

Zuschüsse in dieser Höhe soll es auch zur Beseitigung von Schäden

geben, die die Flut an Gewerberäumen und gemeinschaftlich genutzten

Wegen von Vereinen und in Kleingartenanlagen angerichtet hat.

 

Privatleute müssen einen Schaden von mindestens 5000 Euro erlitten haben, Vereine 2000 Euro. Betriebe bis 500 Mitarbeiter können bis zu einer Höhe von 100.000 Euro auf einen Zuschuss von 80 Prozent hoffen.

 

Anträge nimmt die Sächsische Aufbaubank entgegen. Private und Vereine haben bis Ende 2014 Zeit, Unternehmen bis Ende 2013.

Quelle: freiepresse.de

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