Nach dem Hochwasser: So rettet die Bundesbank Geldscheine

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Hochwasser in Bayern und Ostdeutschland hat Schäden in Milliardenhöhe verursacht, die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten dauern noch an. Auch die Bundesbank hat mit den Auswirkungen der Flut zu kämpfen. Denn das Hochwasser hat Geldscheine in Automaten, Schließfächern und Privattresoren schwer beschädigt. Es ist jetzt Aufgabe der Bundesbank-Forensiker in Mainz, die beschädigten Euronoten zu untersuchen und, wenn möglich, wieder zusammenzuflicken. Nur so kann die Anzahl der Scheine einwandfrei festgestellt und dem Besitzer die Summe ersetzt werden.

Verschlammt, zerissen, zerknüllt: Hunderttausende Geldscheine fielen während des Hochwassers in Bayern und Ostdeutschland der Flut zum Opfer. Für die Forensiker der Bundesbank beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Und den Schimmel. 

Wochen zäher Puzzlearbeit liegen schon hinter und noch vor den 13 Experten der Bundesbank. Verschlammte Hunderter, zerrissene Fünfziger, bis zur Unkenntlichkeit zerknüllte Zehner – solche Überreste liegen auf den Arbeitstischen der Forensiker. Die Arbeit ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Das Flutgeld fängt nach kurzer Zeit an zu modern und zu schimmeln. „Wenn die Scheinbündel komplett nass sind, ist das besser für uns. Sind sie erst einmal getrocknet, sind sie hart wie ein Betonklotz“,

Die Fachleute für beschädigtes Bargeld hatten vor allem mit durchweichten und zusammengepappten Scheinen aus Grimma, Dresden und Magdeburg zu tun. Besonders in Grimma konnten die Rettungskräfte nur zuschauen, wie die Banken samt Automaten mit schmutziger brauner Brühe volliefen.

Horst Werner Hofmann, stellvertretender Leiter des Nationalen Anaylsezentrums, ist optimistisch: „Die erste große Welle Flutgeld ist abgearbeitet. Die Anträge kamen vor allem von Banken und Firmen.“

100.000 durchweichte Geldscheine im Wert von etwa drei Millionen Euro hat die Bundesbank inzwischen durch neue Banknoten ersetzt. Normalerweise kommen im Monat 70.000 beschädigte Zahlmittel in Mainz an, 2012 bearbeiteten die Fachleute insgesamt 840.000 Noten im Wert von 32 Millionen Euro.

Eins, zwei, drei: Ein Mitarbeiter zählt Hunderter, die eindeutig identifiziert werden können. In den Räumen der Bundesbank Mainz gilt das Vier-Augen-Prinzip. So muss ein zweiter Experte die Geldscheine in Augenschein nehmen und nochmals zählen. Und manchmal sogar ein dritter, bevor  es in kleine goldene Pakete eingeschweißt und mit der exakten Summe versehen wird. Erst dann kann es den rechtmäßigen Besitzern erstattet werden. Die sollten allerdings sehr geduldig sein: Der Identifizierungsprozess kann je nach Zerstörungsgrad des Geldscheins auch mal mehrere Wochen oder Monaten dauern.

Dass das mal ein glatter glänzender Geldschein war, ist bei vielen Geldscheinen kaum mehr zu erkennen. Unter Mikroskopen werden solche besonders schwer zu identifizierenden Banknoten untersucht.

Was passiert eigentlich mit den zerstörten Scheinen nach der Identifizierung? Da nicht alle Scheine erstattet werden, bewahrt die Bundesbank die beschädigten Scheine so lange in ihren Tresoren auf, bis Klagefristen verstrichen sind. Im Anschluss wird das Geld verbrannt.

Flutgeld aus Bayern ist bislang übrigens nicht bei der Bundesbank zur Erstattung eingereicht worden. Im FAZ-Interview sagte Hofmann dazu: „Wir erwarten, dass in nächster Zeit noch einiges von Privatleuten aus den Hochwassergebieten kommen wird. Die Menschen hatten zunächst andere Sorgen.“

Quelle: sueddeutsche.de

 

 

 

 

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