Katastrophe mit Ansage Das „Jahrhundert“-Hochwasser 2013 – und was Hochwasserforscher dazu sagen

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Gebrochene Deiche, überschwemmte Städte und Landstriche, unterbrochene Vekehrsverbindungen – das Hochwasser im Juni 2013 versetzte halb Mitteleuropa über Wochen in den Ausnahmezustand. Aber: Das Hochwasser brach nicht überraschend über Deutschland herein, sagen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).

Hochwasser ist ihr Metier: Die Wissenschaftler des UFZ erforschen bereits seit langem die Gründe, warum Flüsse über die Ufer steigen. Und sie entwickeln Konzepte, wie sich die Folgen solcher Naturereignisse verringern lassen. Obwohl selbst teilweise evakuiert, haben sie noch während des Hochwassers im Juni 2013 entsprechende Vorschläge und Maßnahmen entwickelt. Ein Besuch bei den Forschern hinter dem Deich…

Das Hochwasser im Juni 2013 und seine Auslöser

Es war eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände: Ein nasses Frühjahr und ein großes Tiefdruckgebiet mit heftigen Regenfällen über Mitteleuropa spülte mehr Wasser in die Flüsse ein, als diese halten konnten. Aber katastrophale Hochwasser wie das im Juni 2013 an Weser, Donau, Elbe, Main, Rhein und zahlreichen Nebenflüssen, sind dennoch keine Überraschung – sagen Hochwasserforscher. Mit ihnen muss man immer rechnen – und sich entsprechend vorbereiten. Wie das geschehen kann, daran forschen unter anderem die Experten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung

Doch beginnen wir zunächst von vorne – mit den natürlichen Faktoren. Zunächst der offensichtliche: Ende Mai und Anfang Juni zog ein umfangreiches Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa. Oder wie die Meteorologen es formulieren: Ein Tiefdruckkomplex wurde gefolgt von einer 5b-Wetterlage, die feuchtwarme Luft aus dem Südosten nach Mitteleuropa brachte. Das hatte Folgen: Es regnete heftig und anhaltend in Deutschland, Tschechien, Österreich und der Schweiz – vor allem dort, wo Wolken sich an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen stauten. Dort fielen teilweise bis zu 400 Millimeter in vier Tagen.

Zu nass zum Puffern
Hinzu kam ein zweiter Faktor: Der Boden. Denn er war noch vom extrem feuchten und nassen Mai mit Wasser gesättigt, wie eine Studie des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) zeigte. Ende Mai wiesen 40 Prozent der Landesfläche Deutschlands neue Bodenfeuchterekorde auf. Statt wie ein Schwamm oder Puffer einen Teil des Regens zu speichern, konnte der Untergrund daher in den meisten Regionen kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen. Die Folge: Der größte Teil der Niederschläge floss dadurch direkt über Bäche und Kanäle in die Flüsse ab – und ließ dadurch die Pegel rasant ansteigen.

„Insbesondere die Kombination mit den äußerst ungünstigen Vorbedingungen – der Boden konnte die neuerlichen Niederschläge nach einem sehr feuchten Mai nicht mehr aufnehmen – führte zu diesem extremen Hochwasserereignis“, erläutert Bernhard Mühr vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Folgen: Allein in Deutschland musste Tausende von Menschen ihre Häuser verlassen, acht Menschen starben und allein der offiziell von den Bundesländern gemeldete Schaden wird auf rund 6,68 Milliarden Euro geschätzt.

Aber trotz Ausnahmezustand – eine Tatsache bleibt: Hochwasser gibt es schon so lange es Flüsse gibt – und wird es vermutlich auch immer wieder geben. Deshalb ist es wichtig, die Ursachen, aber auch mögliche Gegenmaßnahmen so gut wie möglich zu erforschen. Genau das tun auch die Wissenschaftler des UFZ.

Quelle: scinexx.de

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