Hochwasser schlug gleich zweimal zu

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Rotary-Club Bonndorf startete Hilfsaktion für Bäckermeister Jungkurt in Sachsen / Jetzt konnten 15 000 Euro übergeben werden.

Große Freude herrschte bei Bäckermeister Jungkurt in Penig/Sachsen, als eine Abordnung des Rotary-Clubs Bonndorf eine Spende in Höhe von 15 000 Euro überbrachte. Das Geld, das von Bonndorfern und dem Umland, von Bürgern und Geschäften, sowie dem Rotary-Club selbst gespendet wurde, will Bäckermeister Jungkurt, dessen Geschäft beim jüngsten Hochwasser völlig zerstört wurde, für eine gebrauchte Ladeneinrichtung nutzen.

Nach der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni dieses Jahres war für den Rotary-Club Bonndorf unter der Leitung der Präsidentin Dagmar Hosp klar: „Hier muss geholfen werden.“ Über Regina Folkerts, die Kontakte nach Sachsen hat, wurde der Rotary Club auf Bäckermeister Jungkurt in Penig aufmerksam, den das Schicksal mit doppelter Härte traf. Nachdem 2002 schon einmal „Land unter“ in seiner Backstube war, erlitt der 39-Jährige im Januar einen Schlaganfall in seiner Backstube. Tagelang lag der Bäcker im Koma, nur mühsam erholte er sich von dem Leiden. Als er im Rollstuhl sitzend aus der Reha-Klinik entlassen wurde, schlug das Schicksal zwei Tage später erneut zu. Das Hochwasser der Zwickauer Mulde setzte seine Backstube samt Ladengeschäft bis unter die Decke unter Wasser und zerstörte sämtliche Maschinen und die Inneneinrichtung. Den Schaden beziffert Sven Jungkurt auf 250 000 Euro im Innenbereich, weitere 150 000 Euro beträgt der Gebäudeschaden.

Ans Aufhören dachte der junge Unternehmer jedoch nie. Er will das Familienunternehmen in dritter Generation wiederbeleben. Dass hierzu jede Hilfe willkommen ist, war auch dem Rotary-Club Bonndorf klar. Er machte die Situation von Familie Jungkurt öffentlich (die Badische Zeitung berichtete) und bat die Bürger von Bonndorf und den umliegenden Gemeinden um Spenden. Dass diese sich so großzügig zeigten, überraschte auch die Präsidentin Dagmar Hosp. Mit insgesamt 15 000 Euro in der Tasche machte sie sich am vergangenen Samstag zusammen mit Vize-Präsident Thomas Laubis und Rotarier Markus Hosp nach Penig auf, um der gebeutelten Familie den Geldsegen persönlich zu überreichen.

Herzlich empfing die Bäckerfamilie Jungkurt die Rotarier aus Bonndorf und führte sie durch die Bäckerei, so dass sich die Delegation ein Bild des Schadens machen konnte. Der Putz ist in der ganzen Backstube und dem Ladengeschäft heruntergeschlagen, fünf Trockner versuchen Tag und Nacht, das Gebäude auszutrocknen. Das Herzstück der Bäckerei, der Backofen im Wert von 60 000 Euro, steht komplett zerstört in den Räumen und muss demnächst entsorgt werden.

Auch im angrenzenden Garten der Familie war nichts, wie es vorher war. Die Gartenmöbel wurden einfach weggespült und auch die sechsjährige Tochter Anika braucht einen neuen Sandkasten und neues Sandelspielzeug.

Thomas Eulenberger, der Bürgermeister der Stadt Penig, ließ es sich nicht nehmen, bei der Scheckübergabe dabei zu sein und von Seiten der Stadt ein herzliches Dankeschön für die unerwartete Hilfe „von wildfremden Menschen aus Baden“ auszusprechen. Als Dank für diese Geste führte der Bürgermeister die Rotarier an seinem freien Samstag durch „seine“ Stadt Penig und lud die Bonndorfer abschließend ein, sich ins goldene Buch der Stadt einzutragen.

Auf ihrer Rückreise am Sonntag konnten die Rotarier das Fazit ziehen: „Hier haben wir mit Hilfe unserer Bürger von Bonndorf und dem Umland ein wirklich gutes Werk getan, die Hilfe kam da an, wo sie dringend gebraucht wird. “

Quelle: badische-zeitung.de

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